Den ersten Fantasy-Roman der Autorin den ich gelesen habe, war Frau Holles Labyrinth und ich fand das Buch durchaus interessant. Jetzt wagte ich mich an den zweite Roman der Autorin. Ich war gespannt, was mich erwartet:
Viele Legenden ranken sich um das sogenannte Dunkelvolk, das einst sein Unwesen trieb und den Lebenden ihre Herzen nahm. Inzwischen ist das Dunkelvolk verschwunden, doch die wenigen Menschen, die über eine magische Gabe verfügen, werden immer noch mit den düsteren Wesen in Verbindung gebracht. Die 23-jährige Cyntha ist die Tochter einer Magiebegabten, und auch ihr begegnet man im Dorf mit Misstrauen. Als der Earl von Falstone um ihre Hand anhält, bleibt ihr nichts anderes übrig, als seinen Antrag anzunehmen. Auf dem Gut ihres Zukünftigen angekommen, lernt Cyntha ihre Stieftochter Snow kennen – eine junge Frau von betörender Schönheit. Dann werden die Ländereien des Earl immer häufiger von einem eigenartigen Nebel heimgesucht, Menschen verschwinden spurlos, man findet Tote, denen das Herz herausgerissen wurde. Ist das Dunkelvolk zurückgekehrt? Und warum verhält sich Snow so eigenartig? Cyntha muss sich auf ihr eigenes magisches Erbe besinnen, um das Böse, das in ihre Mitte getreten ist, aufzuhalten.
Durch einen leicht-lesbaren sowie flüssigen Schreibstil bin ich in diesen Roman gut eingestiegen. Ich konnte durch die Schreibweise in die Handlungswelt gut eintauchen und durch die Vergleiche die Handlung bildlich vorstellen.
Von der Handlung her beginnt die Geschichte recht träge. Die Autorin lässt sich viel Zeit, um das Setting sowie die Figuren einzuleiten. Für meinen Geschmack dauerte der Einstieg ein bisschen zu lang. Es gab viele Szenen, die sich dadurch einfach gezogen haben. Doch so ab Seite 140 kommt durch gewisse Ereignisse Spannung auf. Ab diesem Zeitpunkt hat mich das Buch dann gefesselt. Mehr WoW-Momente würde ich zudem befürworten. Neben der Spannung herrscht im Buch eine gute düstere Atmosphäre. Diese kommt besonders ab der zweiten Hälfte stärker zur Geltung.
Die Protagonistin Cyntha war gut gewählt, wirkte jedoch wie die anderen Figuren an manchen Stellen zu blass. Dadurch fehlte es mir in diesem Buch an Emotionen, da mich das Schicksal der Figuren nicht immer gecatcht hat.
Parallelen zum Originalmärchen findet man in diesem Buch schon, auch wenn wenig. Hier hätte ich mir gewünscht, noch mehr davon bei einem kommenden Buch wahrnehmen zu können. Zum Beispiel im vorherigen Roman fand ich die Parallelen besser gewählt.
Fazit: Ein durchaus interessanter Roman mit einzelnen Parallelen zum Original. Das Buch beginnt recht träge, gewinnt jedoch immer mehr an Spannung. Dennoch kommt es eher zu wenigeren WOW-Momenten. Ich vergebe drei Sterne.
