Tiefenzone – Andreas J. Schulte

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Im Thriller „Tiefenzone“ begeben wir uns mit der Protagonistin Julia zu einem außergewöhnlichen Ort, nämlich der Antarktis. Julia ist eine aufstrebende Wissenschaftsjournalistin und fliegt mit ihrem Team zur hochmodernen Forschungsstation mit dem Namen Terra Nova II. Die Protagonistin mit ihrem Team sollen eine Dokumentation vor Ort drehen. Doch niemand weiß genau, was in der Forschungsstation wirklich geforscht wird. Nach paar Tagen gerät die Situation außer Kontrolle, da eine Gruppe voller Terroristen unter der Leitung eines Anführers namens Doc, die Station überfallen. Im ewigen Eis beginnt für die Protagonistin und ihren Kollegen George eine atemberaubende Flucht vor einem skrupellosen Gegner.

Schon, dass das Buch in der Antarktis, einem ungewöhnlichen Handlungsort, spielt, macht dieser Ort das Buch auf die eigene Weise speziell. Somit habe ich mich sehr gefreut an der Seite von Julia sich in das ewige Eis zu begeben.

Dieses Buch beginnt sehr ruhig. Bis die Action mit dem Überfall erst zum Thema wird, lernt man auf über 100 Seiten die Hauptcharaktere und ihr Arbeitsfeld kennen. Dadurch liegt eine gründliche Vorgeschichte vor, auf der die spätere Handlung sich gut aufbauen lässt. So kommt die Spannung auch erst so richtig als die Charaktere sich schon in der Forschungsstation befinden. Als Leser tappt man sehr lange im Dunkeln, da bis zum Schluss nicht so klar wird, was sich wirklich auf Terra Nova II abspielt. Mit dem Überfall der Terroristen unter dem Anführer Doc erhält das Buch eine grandiose Spannung. Doc erweist sich in seinen Handlungszügen als recht brutal und gnadenlos. So stellt er einen perfekten Antagonisten zur intelligenten, vorsichtigen und bodenständigen Julia dar. Dadurch wird der Konflikt zwischen den beiden Charakteren sehr interessant. Ich konnte die Geschichte an der Seite von Julia sehr gut verfolgen, da Julia im Ganzen eine tolle Persönlichkeit aufweist, wodurch man sie schon recht früh ins Herz schließen konnte.

Zum Schluss als die Spannung sich auf dem Höhepunkt befindet, geschieht mir der ganze Verlauf der Handlungen viel zu schnell. Hier finde ich, dass man die letzten 70 Seiten detaillierter und ausführlicher darstellen konnte.

Da der Autor einen tollen und flüssigen Schreibstil hat, konnte ich durch die Seiten problemlos durchfliegen. Die kurze gewählte Kapitellänge unterstützte dies gut.

Wäre das Ende nicht zu abrupt gewesen, würde ich dem Buch die vollen Sterne geben. Trotzdem zeigt der Autor, dass er an einem derartigen ungewöhnlichen Handlungsort eine tolle Geschichte mit tiefgründigen Charakteren entwickeln kann. Ein tolles Lesevergnügen!

Smoke – J.S. Wonda

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Cinder und Ivy wollen nur ihren Roadtrip-Urlaub genießen und besuchen im Bundesstaat Montana einen altmodischen Saloon. Dabei fällt den beiden Mädchen der Cowboy namens Smoke direkt auf. Nach einem kleinen Disput zwischen den Freundinnen küsst Cinder den Cowboy. Ivy fühlt sich hintergangen und haut ab. Nun ist Cinder auf die Hilfe von Smoke angewiesen. Sie steigt bei ihm ins Auto ein und dann wacht sie auf… Gefesselt ans Bett. Der Albtraum darf beginnen!

Nachdem mich J.S. Wonda mit der Catching Beauty – Reihe sehr überzeugt hat, habe ich mich sehr gefreut die neue Reihe um Smoke und Cinder kennenzulernen. Wie angedeutet, begeben wir uns in diesem Buch in den Bundesstaat Montana. Wer sich unter Montana nichts vorstellen kann: Nationalparks, Ödland, Cowboys, viele Tiere und Gefahr. So entwirft die Autorin ein grandioses Setting, welches man sich problemlos sowie detailliert vorstellen kann. Folglich war ich von Anfang an in der Geschichte sowie im Handlungsort drinnen.

Mit Cinder entwirft die Autorin eine sehr naive Protagonistin, bei der ihre Gedankengänge nicht zu ihren Handlungsentscheidungen gepasst haben. Insbesondere habe ich mich mit dem Anfang der Geschichte schwierig getan, da ich Cinder in keiner Weise verstehen konnte… Außerdem wirkte sie an vielen Stellen unsympathisch, wodurch ich mich auch an sie nicht binden konnte. So zeigte sich Smoke auch unsympathisch. Dennoch muss ich hier sagen, dass dies sehr gut zu ihm und zum ganzen Buch gepasst hat. Obwohl er an manchen Stellen eine nette bzw. hilfsbereite Seite offenbart hat, zeigte er sich wieder nach paar Seiten von seiner dreckigen und arroganten Art. Dadurch konnte man Smoke nicht durchblicken, wodurch man auch den weiteren Verlauf der Handlung in keiner Weise vorausahnen konnte, weil man nicht wusste, was er anstellen wird.

So war die Handlung im Ganzen gut konzipiert und der Anteil an prickelnden Szenen erweist sich als gut. Diese sind, wie man es von der Autorin kennt, gut dargestellt worden. Wie man es auch von der CB-Reihe kennt, wird der erste Band mit einem miesen Cliffhanger beendet. Deswegen bin ich sehr auf die Fortsetzung gespannt.

Insgesamt kann ich sagen, dass der erste Band von Smoke und Cinder an manchen Stellen schwächelt. Dennoch überzeugt mich das Buch hinsichtlich des Settings. Ich freue mich auf den zweiten Band.

Rote Belladonna – Jürgen Seibold

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Globuli oder auch anders bekannt als Streukügelchen gehören zu den homöopathischen Arzneimitteln in der Medizin. In dem Buch „Rote Belladonna“ kommt es nämlich zu einem Todesfall mit Globuli. So muss sich Maja Ursinus nach Marburg begeben, um Undercover in der Salus-Apotheke den Todesfall aufzuklären. Ist der Besitzerin Elisabeth ein tödlicher Fehler unterlaufen oder hat jemand ihre Arznei absichtlich manipuliert. Schnell merkt die Protagonistin, dass Elisabeth mehr Feinde im Umfeld hat, als erwartet. Dann tritt ein weiterer Vorfall auf, bei dem ein Kind aufgrund der Globuli in Lebensgefahr schwebt. Der Druck wächst und Maja muss schnell handeln, bevor es weitere Verletzte oder Tote gibt.

In dem Buch „Rote Belladonna“ konfrontiert die Protagonistin Maja in ihrem zweiten Fall ein schwieriges Rätsel. Obwohl ich den ersten Band der Reihe „Die Apothekerin ermittelt“ nicht gelesen habe, habe ich mich ganz leicht mit den Charakteren (potentiellen Tätern) und insbesondere Maja als Protagonistin zurechtgefunden. Der Kreis hält sich in der Salus Apotheke klein, sodass man die einzelnen Charaktere gut auseinanderhalten kann. Dabei wird jede Figur individuell beleuchtet, indem ihre Probleme und Wünsche offenbart werden. Dadurch kann man gut miträtseln und Vermutungen über einen potentiellen Täter äußern. Folglich kann man sich gut in das „Apothekermilieu“ hineinversetzen und ist gut in der Geschichte drin. Auch wenn die Spannung nicht all zu hoch war, fand ich die Ermittlungsarbeit und die Geschichte an sich sehr interessant. Das Buch wird mit einem nachvollziehbaren Ende beendet und alle Fragen wurden mir beantwortet. So gehört es sich! Ich bin ganz leicht durch die Seiten geflogen, da der Autor einen angenehmen Schreibstil aufweist. Eventuell könnte man die Länge der Kapitel kürzen, da diese sich als zu lang erweisen.

Wer nach einem interessanten Fall ist, der wird mit diesem Buch fündig. In diesem Buch liegt ein verstrickter Fall im Fokus, der durch eine sympathische Protagonistin gelöst wird. Tauche in das Apothekerin-Milieu ein!

So blutig die Nacht – Robert Bryndza

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Vor sechzehn Jahren gelang es der ehemaligen Polizistin Kate Marshall ihren alten Chef Peter zu überführen, da dieser sich als ein Serienmörder entpuppte. Dieses Ereignis belastete sie so stark, dass sie sich dazu entschied, ihre Polizeikarriere aufzugeben. Nun arbeitet sie an der Uni und unterrichtet Studenten. Doch eines Tages erhält sie eine E-Mail von einem Vater, der Kate um Hilfe bittet, das Mysterium seiner vor zwanzig Jahren verschwundene Tochter aufzuklären. Kate begibt sich somit in die Welt des Mörders zurück. So wie das Schicksal wollte, wird die Leiche eines jungen Mädchen in der Nähe von London gefunden. Die Leiche ist brutal zugerichtet und die Vorgehensweise ähnelt demselben Prinzip wie dem von ihrem alten Chef Peter alias Nine Elms Killer. Doch wie kann Peter der Täter sein, wenn er seit 15 Jahren hinter Gittern sitzt?

Als hätte ich nicht schon meine Thriller-Highlights für das Jahr 2020 gewählt, grätscht der Autor Robert Bryndza in meine Liste und stellt mit diesem Werk einen authentischen und gut strukturierten Thriller dar, welcher mich in vielen Aspekten begeistert hat. Schon als ich das Cover gesehen habe, vermutete ich, dass es ein gutes Buch sein wird. Das Buch startet mit dem Rückblick in das Jahr 1995, indem der Kampf zwischen der Protagonistin und dem Nine Elms Killer zur Handlung wird. Dieser Rückblick sorgte in meinen Augen schon für die ersten Gänsehautmomente. Dann folgt die Überleitung in die Gegenwart und der Plot beginnt.

Die Geschichte ist spannend konzipiert. Während man auf der einen Seite Kates clevere Ermittlungen mit Tristan, ihrem Hilfsstudenten/Assistenten, beleuchtet werden, verfolgen wir als Leser das Leben des Nine Elms Killer im Gefängnis und den Täter, der für die neuen Morde in London verantwortlich ist. Dadurch das man die Sichtweisen der Protagonistin sowie der beiden Antagonisten erfährt, liegt in diesem Buch eine gute Spannung vor, die sich bis zum Ende des Thrillers wiederfinden lässt. So wird das Buch durchgängig zum Pageturner, welches sich schlecht aus der Hand legen lässt.

Kate als ehemalige Ermittlerin zeigt sich in ihrer Vorgehensweise sehr stringent und detailliert. Mit Tristan bildet sie ein tolles Ermittlerduo. Besonders gelungen empfand ich die sehr realistische Darstellung der Protagonistin, da ihre Probleme nicht zu überspitzt dargestellt worden sind. Dadurch wirkte sie sehr sympathisch und man konnte zu ihr eine gute Bindung aufbauen. So erhoffe ich mir, dass Tristan in einem kommenden Band auch näher beleuchtet wird.

Wer also auf einen authentischen und grausamen Thriller Lust hat, der kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. Es liegt eine durchgängige Spannung aufgrund der verschiedenen Perspektiven sowie kurzen Kapitel vor. Das Buch wird schnell zum Pageturner und bereichert den Leser noch einmal mit einem grandiosen Showdown am Ende des Buches. Klare Leseempfehlung !

Das Mädchen – Stephen King

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Kurz vorher saß die neunjährige Protagonistin namens Trisha mit ihrer kleinen Familie im Auto auf dem Weg in ein Waldgebiet. Die Wanderung begann und nach paar Metern kam Trisha vom Weg ab. Sie ist nun auf sich allein gestellt und ist sich nicht dessen bewusst, dass sie vielleicht nie mehr herausfinden könnte. Dabei erwarten sie viele grausamen Dinge im Wald. Die Dunkelheit wird ihr Angst einjagen, der Durst wird aufkommen und sie wird sich mit wilden Tieren auseinandersetzen müssen. Doch eins muss noch gesagt werden: Sie kann nicht ahnen, was sie noch alles aufsuchen wird.

Im Roman „Das Mädchen“ von Stephen King begeben wir uns auf eine Wanderung an der Seite von Trisha durch den Wald. Dabei stoßt das neunjährige Mädchen auf viele Hürden, die sie überwinden muss. Für Trisha wird die Wanderung bzw. der Weg nach ihrer Rettung nicht leicht. Durst, Hunger und Verletzungen widerfahren Trisha. So verfolgen wir Trisha und können sehen, wie eine neunjährige um ihr Überleben kämpft. Dabei lässt uns King tief in die Psyche der jungen Protagonistin einblicken, wodurch man Trisha gut kennenlernen kann. Ihre Gedanken und ihre Handlungszüge in einer derartigen schwierigen Situation sind authentisch gestalten worden. Dennoch fand ich die Protagonistin für ihre neun Jahre im Mindset zu „reif“.

So fragt man sich beim Lesen: Wird Trisha überleben? Ist sie in der Lage einen Weg nach draußen zu finden? Interessante Gedankengänge und diese Fragen, die beim Lesen von „Das Mädchen“ aufkommen, sorgen dafür, dass man am Roman dranbleibt. Trotzdem fehlte mir in diesem Roman das gewisse „Etwas“, was die bisher von mir gelesenen Stephen Kings Bücher beinhalteten. Für mich war es somit kein Horrorbuch, sondern ein simpler Roman, in der die Fantasie der Protagonistin schlimme Streiche spielt.

Fazit: Wer auf einen mystischen Roman – wie man es vom Autor kennt – hofft, wird eher enttäuscht. Dieses Buch zeichnet sich durch eine einfache Handlung aus, in der die Psyche der Protagonistin stark beleuchtet wird. Also: Möchten Sie sich auf eine Reise durch den Wald mit Trisha begeben?

Der Mädchenwald – Sam Lloyd

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Elissa ist ein hochintelligentes Mädchen. Mit ihren 13 Jahren fährt sie schon zu zahlreichen Schachmeisterschaften. Auf dem Weg zum Jugendschachturnier wird sie plötzlich entführt. Als sie erwacht, merkt Elissa, dass sie sich in einem dunklen Keller befindet. Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Doch an einem Tag besucht sie Elijah, der während ihrer Zeit im Keller, immer wieder kommt. Elijah ist nämlich in der Nähe, in einer abgeschiedenen Hütte im Wald, aufgewachsen. Er kennt die moderne Welt nicht. Handys? Computer? Das sind reine Fremdwörter für ihn. Und so entwickelt sich zwischen Elijah und Elissa eine Bekanntschaft, bei der Elijah merkt, dass es nicht richtig ist, Elissa in diesem Keller gefangen zu halten. Doch wenn er jemanden über Elissa erzählen würde, würde sein Leben im nächsten Augenblick zerstört werden. Denn niemand weiß, dass Elissa nicht die erste ist, die in den Mädchenwald gebracht wurde. Gelingt Elissa die Flucht aus dem Mädchenwald mit der Hilfe von Elijah? Parallel verlaufen die Ermittlungen zum Verschwinden von Elissa. Polizistin MacCullagh ist im Einsatz.

Sam Lloyd entwirft mit diesem Buch einen düsteren und psychologischen Thriller, der durchaus eine gute Spannung beinhaltet. Schon zu Beginn des Thrillers wird die düstere Stimmung dem Leser übermittelt. Der Leser darf den Plot aus verschiedenen Perspektiven geschildert bekommen. Um nicht viel vorwegzunehmen, spielt die Handlung aus den drei wichtigsten Perspektiven. Wir verfolgen Elissa in ihrer Gefangenschaft und können ihre Hilfslosigkeit beim Lesen total spüren. Elijahs Perspektive wird zudem auch beleuchtet. Beim Lesen merkt man, wie der Junge in seinen Gedankengängen und Prinzipien zurückgeblieben ist. Nichtsdestotrotz erweist sich Elijah in vielen Handlungszügen als schlau und emotional. Auf der anderen Seite verfolgt man die Ermittlungen der Hauptpolizistin. Dadurch verläuft die Handlung auf zwei verschiedenen Ebenen. Da ich ein großer Fan der Erzählweise bin, hat mir das Prinzip sehr gefallen. Zudem wird jede Sicht aus der Ich-Perspektive geschildert, wodurch man sich als Leser näher an der Geschichte befindet. Aus den drei Perspektiven hat mir Elissas Perspektive gut gefallen, da sie ihre Intelligenz gut einsetzt, um Vorteile aus der Bekanntschaft zu Elijah zu erhalten.

Insgesamt fand ich die Geschichte interessant, da es größtenteils sehr authentisch dargestellt worden ist. So habe ich den Plot bis zum zweiten Teil des Buches spannend verfolgt. Ab da wurde eine weitere Perspektive eingefügt und bei mir war die Luft raus. Ich kann aber nicht sagen, warum es der Fall war. Ich glaube, dass ich die Erzählung ab diesem Punkt teilweise unübersichtlich und unstrukturiert empfand, auch wenn viele Wendungen und zahlreiche Schockmomente vorzufinden waren. Zum Schreibstil kann ich noch sagen, dass der Autor den Kapiteln, Unterkapitel beifügt, wodurch man sich durch die Handlung rasant fortbewegen kann.

Zusammenfassend kann ich sagen: Wäre das Ende des Buches anders gestaltet, würde ich dem Buch die volle Punktzahl geben. Aber vielleicht wird dem Ein oder dem Anderen das Ende gefallen! Bis zu diesem Break war die Geschichte ein Knaller. Wirklich sehr gelungen!

Mutter Seelen Allein – Sabine Trinkaus

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Die Protagonistin Katharina führt ein Leben, wie viele andere Frauen es gerne hätten. Ihr wunderbarer Ehemann kümmert sich gut um sie, ihr Sohn Timo bereichert ihr Leben und von Sorgen gibt es keine Spur in ihrem Leben. Aber es wird immer Menschen geben, die einem so ein Leben nicht gönnen. Insbesondere ein Mensch gönnt es Katharina nicht. Dieser Mensch ist bereit über Grenzen zu gehen und entführt Katharinas Sohn Timo. Katharinas heile Welt bricht innerhalb ein paar Sekunden ein. Die Suche beginnt und um Timos Leben zu retten, muss die Protagonistin eine folgenschwere Entscheidung treffen. Wie weit wird sie gehen können?

Vorab kann ich sagen, dass es sich bei „Mutterseelenallein“, um keinen gewöhnlichen Thriller handelt. Bei meinem Verständnis vom Thrillern gibt es größtenteils Ermittler, Psychoterror sowie Gewalt. Hier lässt sich keinerlei Spur davon finden. Deswegen ist dieses Buch anders – positiv anders. In diesem Buch erhalten wir Einblicke in die verschiedenen Charaktere und ihre psychischen Probleme. Jeder der Charaktere hat was zu verbergen, was im Laufe des Buches offenbart wird. Dadurch kann man an diesem Buch gut am Ball bleiben, da die Spannung durch die Geheimnisse gut hochgehalten wird. Als Leser wird man in diesem Buch größtenteils auf den falschen Weg gelockt und durch die dadurch resultierten Wendungen geschockt. Dennoch muss ich sagen, dass ich eine längere Zeit – um die 80 Seiten – gebraucht habe, um mich im Buch zurecht zu finden. Irgendwie fiel mir der Einstieg recht schwierig. Woran es gelegen hat, ist schwer zu sagen. Ich gehe davon aus, dass ich mich mit dem Schreibstil recht schwergetan habe. Normalerweise bin ich beim Lesen eines neuen Buches recht schnell in einem „Leseflow“. Hier ist mir der Einstieg in den „Flow“ erst recht spät gelungen.

Die Autorin konstruiert die Geschichte mit verschiedenen Erzählperspektiven, die insgesamt gut gelungen sind. Dadurch konnte man die Sicht von verschiedenen Figuren besser wahrnehmen. Dennoch fiel es mir schwer zu allen Figuren außer Patrick eine Bindung aufzubauen. Diese wirkten zu mir als Leser recht distanziert. Um auf die positiven Dinge in diesem Buch zurückzukommen, kann ich sagen, dass das Tempo zum Schluss des Thrillers gut angezogen wird. Der Leser wird mit einem überraschenden und schlüssigen Finale verabschiedet.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Autorin mit diesem Buch beweisen konnte, dass ein Thriller nicht immer blutrünstig und actionreich ist. Dieser Thriller kennzeichnet sich durch andere Dinge aus, welche positiv zu bewerten ist. Dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert für Thrillerfans, die eine andere Seite des Thrillersgenre kennenlernen möchten sowie für Neueinsteiger. Für mich persönlich war es jedoch schwer in dieses Buch einzusteigen und mir fiel der Kontakt bzw. die Auseinandersetzung mit den Figuren schwer.

Verrückt – Dr. Sabine Fitzek

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Ein 14-jähriges Mädchen namens Lena wird im Berliner Park tot aufgefunden. Ihre Leiche ähnelt Schneewittchen. Nur einem kranken Mörder kann man eine derartige Tat zutrauen. In seinem zweiten Fall übernimmt Kommissar Kammowski von der Kriminalpolizei Berlin die Ermittlungen. Dabei rückt der Sohn seiner Nachbarin unter Verdacht, da Oliver nicht nur mit dem Opfer befreundet war, sondern auch unter einer sehr schweren paranoiden Schizophrenie leidet. Oliver wurde schon zig male in die Psychiatrie eingewiesen, verweilte dort jedoch nicht länger als paar Tage, da keinerlei Hinweise auf Eigen- und Fremdgefährdung den Ärzten aufkamen. Nach paar Tagen verschwindet jedoch ein weiteres Mädchen aus Olivers Bekanntenkreis. Die Suche nach dem Täter beginnt.

Mit „Verrat“ startete die Autorin die Reihe um Kommissar Kammowski und nun steht der zweite Fall für den Protagonisten an. Das Buch lässt sich schon seit der ersten Seite flüssig lesen, worauf ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. Da ich den Vorband nicht gelesen habe, konnte ich mich trotzdem recht schnell mit dem Protagonisten vertraut machen. Dieser erweist sich in vielen seinen Denkansätzen recht schlüssig und nachvollziehbar. In diesem Kriminalroman wird Kammowski von zwei Seiten detailliert beleuchtet, da man ihn von seiner privaten Seite gegenüber der Familie und der Seite im Job gut kennenlernen kann. Außerdem ist er trotz seiner schnellwechselnden Laune, ein sehr sympathischer Ermittler.

Die Geschichte bekommt ein gutes Tempo und durch die kurzen rasanten Kapitel wird die Spannung hochgehalten. Abseits der Ermittlungen erhalten wir Rückblicke von Lena und ihrer Zeit in der Psychiatrie. Dadurch erhält der Fall eine gute Tiefgründigkeit. Zugleich lesen sich die Rückblicke schwierig, da dem Leser ja bewusst wird, was dem Mädchen passieren wird. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man im hauptsächlichen Handlungsstrang noch mehr Einblicke in die Psychiatrie erhält, da die Autorin auf diesem Gebiet ein enormes Wissen hat und die Einblicke in dieses Gebiet recht kurz waren. Mit dem Ende gebe ich mich nicht zufrieden, da es recht abrupt kam und sehr abgehackt wirkte. So kann ich aber über ein gutes Gesamtpaket sprechen.

Rundum hat mir der Kriminalroman „Verrückt“ ganz gut gefallen, da ein schlüssiger Fall den Ermittler erwartet hat. Der Ermittler Kammowski stellte für mich einen sehr gelungenen Protagonisten dar, da er authentisch und sympathisch wirkte. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung!

Frostgrab – Allie Reynolds

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Milla geht schon seit ihrer Kindheit ihrem Hobby, dem Snowboarden nach. Bei vielen Wettbewerben lernte sie viele Menschen kennen, die sie nun als Freunde bezeichnen kann. Im Buch trifft Milla auf einer einsamen Lodge in den französischen Alpen auf ihre alte Clique wieder. Sie haben an diesem Ort viel trainiert, bis sich eine Tragödie mit Saskia ereignete. Doch aus einem harmlosen Wiedersehen entwickelt sich schnell ein grausames Psychospiel. Niemand weiß, was Sache ist. Die Handys verschwinden und die Seilbahn steht still. Nach einiger Zeit in der Lodge kommt die erste Person aus der Clique ums Leben. Jeder der Freunde hat Geheimnisse zu verbergen, insbesondere Milla. Nach und nach kommen sie ans Tagelicht. Steht nun allen der Tod bevor?

Passend zur Jahreszeit liefert uns die Autorin einen spannenden Thriller mit einem detailliert beschriebenen Handlungsort. Es geht in die Alpen und auch wenn zurzeit in Deutschland kein Schnee liegt, kommt mit dem Buch ein tolles Winterfeeling auf. Insbesondere Leser, die gerne Snowboard fahren, werden mit diesem Thriller viel anfangen können, da das Snowboarden zum Thema wird. Es weckt den Eindruck, dass die Autorin viel Zeit investiert hat, Insiderwissen anzusammeln, um dem Leser einen authentischen Thriller zu bieten.

Die Geschichte verläuft in zwei Handlungssträngen. Der erste Handlungsstrang spielt in der Gegenwart. Da wird das Wiedersehen der Freunde, also so gesehen der Inhalt des Klappentexts wiedergegeben. Parallel dazu verläuft ein Handlungsstrang, der einen Plot zehn Jahre in der Vergangenheit aufgreift. Da wird das Kennenlernen und die Rivalität der Clique hinsichtlich zahlreicher Snowboardwettbewerbe zum Thema. Dazu gehört das Verschwinden von Saskia. Beide Handlungsstränge sind gut und schlüssig entworfen worden. Schön finde ich, dass man im zweiten Handlungsstrang viel über die Motive der Charaktere erfährt und zugleich ihre Geheimnisse kennenlernt. Dabei kann man besser mitfiebern und Hypothesen aufstellen, wer der Auslöser für die ganzen Taten in den französischen Alpen ist. Der Autorin gelingt es eine gute Spannungskurve zu entwerfen. Diese baut sich nach und nach auf und erreicht zum Schluss des Buches den Höhepunkt. Zahlreiche Wendungen treten auf, die dem Buch einen positiven Schub geben. Mich störte jedoch die Gestaltung der Charaktere. Trotz der ganzen Motive wirkten alle Figuren sehr blass und sehr klischeehaft. Keiner dieser wies eine Tiefgründigkeit auf und von Sympathien gab es auch keine Spur.

Insgesamt hat mit der Thriller ganz gut gefallen. Das Setting und die erzeugte Atmosphäre empfand ich als sehr gelungen. Die Geschichte schaukelt sich langsam hoch und erhält zum Schluss den langerwarteten Höhepunkt. Wie angedeutet, stellte für mich die Gestaltung der Charaktere einen großen Nachteil dar.

Die Hornisse – Marc Raabe

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Kennt ihr schon die Hornisse?

Der große Rockstar Brad Galloway ist in Berlin und hat ein großes Konzert auf der Berliner Waldbühne vor sich. 22000 Fans sind vor Ort. Doch dann tritt eine unbekannte Frau auf die Bühne und überreicht ihm einen geheimnisvollen Umschlag. Einen Tag später findet man Brad Galloway brutal hingerichtet ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei. Protagonist, LKA Ermittler Tom Babylon wird schnell zum Tatort gerufen. Zusammen mit der Psychologin Sita Johanns starten sie eine Suche nach einer unbekannten Frau. Dabei stoßen sie auf einen Hinweis, der die Ermittler 30 Jahre in die Vergangenheit schickt. Damals fand eine heimtückische Kindesentführung statt mit dem Decknamen „Hornisse“. Außerdem stand vor 30 Jahren eine Frau im Mittelpunkt, die sich zwischen zwei Männern nicht so richtig entscheiden konnte. Beide Männer waren jedoch bereit zu töten. Einer von ihnen, sehnt sich seit 30 Jahren immer noch nach Rache. Und das kann den LKA Ermittler Tom Babylon alles kosten, was er liebt.

Nachdem mir der Vorband „Zimmer 19“ sehr gefallen hat, habe ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung um Tom Babylon und Stina Johanns entgegengefiebert. Bevor ich meine Rezension verfasse, möchte ich euch nur kurz mitteilen, dass es sich empfiehlt die beiden Vorbänder zu lesen, da der Autor auf viele Situationen und Ereignisse Bezug nimmt. Wer aber sich trauen wird, diesen dritten Band unabhängig von den anderen Bändern zu lesen, dem wird an manchen Stellen das Wissen fehlen.

Der Plot beginnt recht interessant und ich habe mich auf die Begegnung von Stina und Tom richtig gefreut. Beide Figuren stellen zusammen ein gutes Team dar, da bei Beiden Loyalität und Vertrauen in den meisten Fällen an erster Stelle steht. Beide Charaktere sind mit der Zeit mir ans Herz gewachsen. Natürlich stellt Stina in den Ermittlungen eher den Kopf des Teams dar, da Tom an manchen Stellen aufgrund seiner Emotionen unklug handelt. Nichtsdestotrotz ist Tom ein sympathischer Charakter, den man gerne verfolgt. Nach und nach treten die restlichen Charaktere ein, die man auch aus den Vorbändern kennt. Ein tolles Wiedersehen!

Das Buch beinhaltet zwei Handlungsstränge – einen in der Vergangenheit und den anderen in der Gegenwart. Diese verlaufen irgendwann ineinander über. Dazu muss man sich aber erst gedulden. An sich weisen beide Handlungsstränge eine gute Spannung auf. Sie sind fesselnd und sehr realistisch entworfen worden. Die Handlung entwickelt sich rasant und als Leser kann man kaum Luft holen, da immer wieder aufs Neue gute Wendungen, die Spannung in diesem Thriller aufrecht halten.

Allgemein ist die Geschichte sehr vielschichtig. Abseits der Ermittlungen, wird Toms Privatleben beleuchtet. So wird das ganze Buch gut abgerundet. Es liegen tolle und übersichtliche Wechsel der Perspektiven vor und der Schreibstil vom Autor ist mal wieder gelungen.

Insgesamt ist „Die Hornisse“ ein sehr starker dritter Band mit zahlreichen Wendungen, zwei fesselnden Handlungen auf zwei Zeitebenen, die irgendwann ineinander rüber laufen und tiefgründigen Charakteren. Klare Leseempfehlung!