Vergessene Gräber – Leo Born

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Mit dem Thriller „Vergessene Gräber“ begab ich mich wieder in die Mainstadt Frankfurt. Eine grausame Mordserie belastet die Stadt sehr. Der Täter zeigt keine Gnade und es scheint, als ob er willkürlich zuschlägt. Doch eine Gemeinsamkeit haben alle Opfer. Sie sind jung, reich und erfolgreich. Mara Billinsky zusammen mit Jan Rosen nehmen die Ermittlungen in ihrem fünften Fall auf. Dabei stoßen sie auf eine ehemalige russische Balett-Tänzerin, die mehr weiß als das sie preisgibt. Als sogar ihr Sohn verschwindet, weigert sich die Frau den Ermittlern zu helfen. So wie man Mara kennt, lässt sie nicht locker und begibt sich in einen tödlichen Rachefeldzug. 

Endlich geht es mit dem fünften Fall der Krähe weiter. Anfang des Jahres 2020 konnte mich der Autor Leo Born für die Krähe begeistern, wodurch ich schon lange auf den fünften Fall gewartet habe. 

Wie man Mara kennt, zeigt sie sich durchgehend von ihrer kalten aber durchsetzungsfähigen Seite. Sie kennt keine Niederlage und schlägt jeden möglichen Weg ein, um an die Lösung des Falles zu kommen. So zeigt sich Mara in diesem Thriller wieder von ihrer besten Seite und die alltäglichen Konflikte mit ihrem Chef oder Jan gehören zu jedem neuen Buch einfach dazu. Dennoch finde ich, dass im Vergleich zu den vorherigen Bänden, Jan Rosen in diesem Buch aus dem Schatten tritt. Er bekommt mehr Spielraum und hat einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Handlung. Das hat mir gut gefallen ! Außerdem fand ich schön, dass die Beziehung zwischen Maras Vater Edger und ihr mal wieder beleuchtet werden. Dies ist nämlich eine kleine Nebenstory, abseits des Haupthandlungsstrangs, die ich sehr gerne verfolge.

Wie man es vom Autor kennt, entwirft dieser mal wieder einen sehr verschachtelten Fall, in dem es rasant zu geht. Das Tempo wird besonders durch den angenehmen und fesselnden Schreibstil des Autors verstärkt. Leo Born ist einfach ein Könner, um Kapitel mit einem Cliffhanger zu entwerfen. Dadurch will man einfach weiterlesen.

Im Thriller liegen viele separate Handlungsstränge und Beziehungsgeflechte vor, die erst irgendwann beim Lesen aufgedeckt werden. Diese sorgen für ein fesselndes Leseabenteuer. Dennoch empfehle ich jedem Leser mit dem ersten Band anzufangen, um die Beziehungen und die Entwicklung der Krähe besser nachzuvollziehen. 

Allgemein kann ich sagen, dass der Autor Leo Born mir mit diesem fünften Band von Mara Billinsky mal wieder tolle Lesestunden beschert hat. Mara, die Krähe, bleibt einfach einzigartig. Ich freue mich auf weitere Bücher !

Auf kalter Spur – Robert Dugoni

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Die Mordermittlerin Tracy Crosswhite entscheidet mit ihrem Mann Dan zusammen, dass das Paar mit ihrer kleinen Tochter zurück nach Cedar Grove ziehen wollen. Doch dunkle Erinnerungen lauern auf sie in Cedar Grove. In der Vergangenheit wurde an diesem Ort ihre Schwester auf eine brutale und grausame Art ermordet. Kurze Zeit später wurde ein weiteres Mädchen tot aufgefunden. Vom Täter keine Spur.

In Cedar Grove angekommen, stirbt eine Reporterin aufgrund einer Brandstiftung. Tracy bittet die Polizei vor Ort um Hilfe. Parallel zu Tracys Ermittlungen untersucht Dan als Jurist einen mysteriösen Fall. Bei den Ermittlungen kommt Tracy einem Killer sehr nahe, der auf sie und ihre Familie schon abgesehen hat. Was geht wirklich in den Cedar Grove vor?

Bei diesem Buch handelt es sich um Tracy Crosswhites siebten Fall. Da ich die Vorbänder leider nicht kenne, empfand ich die Rückblicke, die fast im ganzen Buch zu verorten sind, als sehr hilfreich. Dadurch konnte man sich intensiver in die Geschichte hineinversetzen. Der Autorin gelingt es eine gute Atmosphäre durch das Zeichnen von detaillierten Landschaften zu kreieren. Man fühlt sich so, als ob man in Cedar Grove wäre. Gut konstruiert fand ich, dass Dan und Tracy zwei vorerst verschiedenen Fällen nachgehen. Dadurch haben beide Protagonisten sich intensiv mit ihrem Fall auseinandergesetzt, wodurch eine doppelte Spannung vorlag. Bei Dans Fall muss man sich jedoch an manchen Stellen gedulden und starke Nerven zeigen, da dieser eher komplex und langatmig ist. Aber ich verspreche euch, dass es sich lohnt dranzubleiben. Nichtdestotrotz fand ich Dan sehr sympathisch. Hingegen war Tracy eher egozentrisch, da sie keine Rücksicht auf Verluste zeigte. Wie erwähnt, war eine gute Spannung da. Ab der Hälfte hatte ich aber das Gefühl, dass das Buch sich sehr zieht, wodurch ich mich durchkämpfen musste.

Allgemein kann ich sagen, dass der Thriller im Großen und Ganzen gut ist. An manchen Stellen schwächelt er doch an der Ausarbeitung und Spannung. Deswegen vergebe ich nur 3,5 Sterne.

Rose Bd.1 – Lima Strysa

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Im ersten Band der Dark Romance Reihe um Rose und Vicco wird die Beziehung beider Protagonisten beleuchtet. Rose ist ein teils naives aber optimistisches Mädchen, dass das Positive über das Negative in einem Menschen stellt. Und so begegnet sie Vicco, einem Mann, der die illegalen Geschäfte seines Vaters leitet. So muss Rose durch die Hölle gehen und Schmerzen ertragen. Dabei kommt Rose an ihre Grenzen. Doch die Liebe an Vicco ist ihr Licht in ihrer Dunkelheit. Wird Rose es aushalten können?

Bevor ich meine Meinung zum Buch schreibe, spreche ich an dieser Stelle eine Triggerwarnung aus, da in diesem Buch es zu sexueller Gewalt, Demütigungen und weiteren brutalen Szenen kommt.

Auf den guten 200 Seiten liefert die Autorin uns ein hochrasantes Dark Romance – Buch, das an vielen Stellen, auch Elemente des Thrillersgenre beinhaltet. Direkt auf den ersten Seiten befindet man sich unmittelbar in der Handlung. Das Geschehen wir jeweils auf zwei Perspektiven geschildert. Einerseits erfahren wir viel über Rose, die im Buch durch die Hölle geht. Trotz der Qual glaubt sie an das Gute und stellt sich ein Leben abseits der Hölle vor. Deswegen wirkt sie an manchen Stellen leicht naiv, jedoch nicht zu naiv. Auf der anderen Seite lernen wir Vicco kennen. Im Vergleich zu Rose ist er in einer komplett anderen Welt aufgewachsen. Dennoch empfindet er für Rose etwas Besonderes, sodass man sagen kann, dass Rose in seiner Schattenwelt der Funken Hoffnung ist. Trotzdem ist Vicco nicht dessen bewusst, in welchen Schlamassel er Rose ziehen wird.

Beide Perspektiven werden fast durchgängig aus einem inneren Monolog verfasst. Aus diesem Grund ist man hautnah an den Gedankengängen der Beiden dran. So konnte man, besonders mit Rose mitfühlen und ihre Schmerzen spüren. Zu Beginn fiel mir jedoch an manchen Stellen schwer, den Übergang vom inneren Monolog zum Dialog der anderen Figuren zu erkennen.

Wie erwähnt, beinhaltet dieses Buch viele Thrillerelemente. Ich würde sogar meinen, dass das Buch eine gelungene Mischung aus Dark Romance und Psychothriller ist. Es gibt viele Plottwists, eine grandiose Spannung liegt vor und die Psyche der Figuren wird durchgängig beleuchtet. Das Buch wird mit einem miesen Cliffhanger beendet, wodurch die Vorfreude auf das nächste Buch groß ist. Es müssen nämlich noch viele Fragen beantwortet werden.

Insgesamt kann ich sagen, dass der erste Band dieser Reihe eine gelungene Mischung aus Dark Romance und einem Thriller ist. Es ist spannend, fesselnd und rasant. Ich freue mich auf Band 2.

Die treue Freundin – Lisa Unger

(Unbezahte Freundin)

m Thriller „Die treue Freundin“ geht es um Rain Winter. Als sie zwölf war, entkam sie knapp einem Entführer, der jedoch zwei ihrer besten Freunde entführt hat. Der Entführer wurde kurz darauf selbst zum Opfer eines grausamen Todes. Heute lebt Rain glücklich mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter Lily. Wäre sie jetzt nicht in ihrer Babypause, würde sie ihrem Job als Journalistin nachgehen. Doch indirekt stößt Rain auf einen seltsamen Fall, der auffällige Parallelen zu dem Mord an dem damaligen Entführer aufweist. Am Tatort wurde nämlich ein rotes Kristallherz hinterlassen, dass Rain aus ihrer Vergangenheit kennt. So wird das dunkelste Kapitel ihrer Kindheit wieder zur Realität.

Bei „Die treue Freundin“ handelt es sich um einen ungewöhnlichen Thriller. Die Autorin verzichtet in diesem Buch auf brutale Grausamkeiten, extrem zugerichtete Leichen und kontinuierliche Ermittlungsarbeit. In diesem Buch ist der psychologische Aspekt, also das Innenleben der Charaktere von enormer Bedeutung. Deswegen wird man als Leser fortlaufend eine geringe Spannung verspüren, die nach und nach immer größer wird und im Finale des Buches explodiert. Mir hat diese Weise des Aufbaus der Spannung richtig gut gefallen. 

Das Buch ist jeweils aus zwei Perspektiven entworfen worden. Zum einen wird aus der Perspektive der Protagonistin Rain erzählt.  Jedoch merkte ich hier, dass man zu Rain als Person eine distanzierte Haltung einnimmt, da ihre Sicht aus der dritten Perspektive geschildert wird. Zum anderen liegt die Perspektive des Täters vor. Die Identität des Täters wird schnell offenbart, was jedoch keinen negativen Einfluss auf die Spannung hat. Im Vergleich zu der Erzählperspektive von Rain finde ich es hier grandios, dass ein Ich-Erzähler vorliegt. Aus diesem Grund kann man sich in den Täter noch genauer hineinversetzen und seine Motive für die Taten näher kennenlernen und verstehen. Das war einfach hervorragend und authentisch geschrieben!

Innerhalb der einzelnen Kapitel kommt es ab der Mitte des Buches sehr oft vor, dass die Autorin in der Zeit springt. Da muss man immer genau lesen und aufpassen. Hier finde ich, dass man in irgendeiner Weise eine Trennung der Zeit durch ein z.B. ein Symbol vornehmen könnte, damit es transparenter erscheint.

Die Geschichte habe ich spannend verfolgt. Neben Rain und dem Täter treten viele weitere Charaktere auf, die jedoch zum Leser sehr distanziert sind. Schade fand ich, dass dem ein oder anderen keine wichtige Rolle zugeschrieben worden ist. Viele der Charaktere hatten nämlich eine bedeutungslose Rolle. 

Wer einen Thriller mit rasanter Action erwartet, der wird enttäuscht. Dieser Thriller überzeugt mit einem langsamen Aufbau der Spannung, tiefgründigen psychologischen Aspekten der Hauptcharakter und einer tollem Erzählweise.

No Mercy – Taylor Adams

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Wenn eine Fahrt zum Albtraum wird… James und Elle sind in ihrem vollgepackten Auto auf dem Weg in ein neues Leben. Dabei fahren sie durch die Mojave-Wüste in den Vereinigten Staaten von Amerika. Leider hindert ein Steinschlag auf ihrer geplanten Strecke den normalen Weg zu fahren. Aus diesem Grund muss das Paar auf eine Seitenstraße ausweichen. Nach paar Kilometern bleibt ihr Wagen stehen. Sie befinden sich im Nirgendwo, mit wenig Proviant und keinem Empfang. Doch in diesem „Nirgendwo“ wird das Paar von einem Scharfschützen beobachtet. Er hat sie im Visier. Nichts steht dem Scharfschützen im Weg. Warum sollte er heute denn nicht ein paar Zielübungen auf Menschen machen?

Die Story in diesem Thriller verläuft in weniger als 12 Stunden ab, wodurch schon am Anfang eine hohe Intensität in der Spannung vorliegt. Langatmige Szenen lassen sich an keiner Stelle wiederfinden, sodass ich nach paar Seiten in meinen Gedanken in der Mojave-Wüste war. Ich stellte mir Fragen: Wer ist der Schütze? Warum hat er das Paar ausgewählt? Viele Fragen, keine Antworten.

Im Buch wechseln sich die Perspektiven ab. Man erfährt viel über den Scharfschützen und springt im nächsten Kapitel zu dem Paar, welches sich nur eine Meile vom Jäger befindet. Schlag auf Schlag kam es zu nicht erwartenden Momenten und Twists, die dafür sorgten, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. James als einer der Protagonisten hat mir richtig gut gefallen. Er ist ein „Kämpfertyp“ und versucht in einer derartig heiklen Szene einen kühlen Kopf zu bewahren. Elle ist eher das Gegenteil von ihm. Sie erweist sich eher zurückhaltend, bedingt durch ihre Vergangenheit, jedoch auch an manchen Stellen kämpferisch. Durch die Rückblenden erhalten wir als Leser einen tiefgründigen Blick auf das Paar, wodurch man sehen konnte, dass das Paar leichtere Krisen auch überstanden hat. Nun stehen sie in diesem Buch wieder vor einer Herausforderung – einer tödlichen Herausforderung. Werden sie überleben?

Außerdem fand ich schön, dass das Buch in sich geschlossen war. Es bleibt durchgängig bei einer übersichtlichen Personenanzahl und alle Fragen, die während dem Lesen aufgekommen waren, wurden zum Schluss beantwortet. Mich störte in diesem Thriller nur das Ende. Das Ende war für mich schon seit dem letzten Drittel sehr absehbar und es ähnelte einem realitätsfernen Actionfilm. Deswegen tat ich mich auch mit der Bewertung schwer.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich dieser Thriller hinsichtlich des Plots und des Aufbauprinzips: Jäger vs. Gejagte, sehr gut gefallen hat. Die Geschichte ist, unabhängig vom Schluss, richtig gut durchdacht und spannend. Des Weiteren bereichern die charakterstarken Figuren die Geschichte sehr. Eine klare Leseempfehlung!

Leichenblume – Anne Mette Hancock

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Heloise Kaldan, eine Journalistin aus Kopenhagen erhält eines Tages einen Brief von einer gesuchten Mörderin. Im Brief stehen Dinge über Heloise, die eigentlich niemand weiß. Heloise dreht durch und stellt aus diesem Grund eigene Recherchen an. Was möchte diese mysteriöse Frau von ihr, die vor einem Jahr den Sohn eines wichtigen Mannes in Kopenhagen umgebracht hat? Parallel dazu, erhält auch der Kommissar Erik Schäfer Hinweise und Informationen über die Mörderin. Alle Hinweise haben was Gleiches in sich. Alle Spuren führen zu Heloise. Ist das Leben der Journalistin in Gefahr? Und kann Heloise mit Erik zusammenarbeiten? Der erste Fall beginnt.

Nach meinem Trip im letzten Jahr nach Kopenhagen hatte ich sehr viel Lust diesen Thriller zu lesen. Der Thriller beginnt seit der ersten Seite rasant. Der alte Mord durch die mysteriöse Frau wird aufgekurbelt. Dann springen wir zu Heloise und lernen sie kennen. Heloise ist eine sehr sympathische Protagonistin, die sich als sehr zielstrebig und konsequent erweist. Ihre Kariere steht vor dem Abgrund. Nachdem sie den Brief erhält, scheint ihre Karriere jedoch wieder nach oben zu gehen. Als Leser fiebert man mit, als die Briefe ankommen. Teilweise schreibt die Mörderin in verschlüsselten Sätzen, die für den Leser zu Beginn des Buches noch nicht in einen Kontext zuzuordnen sind. Dadurch stellte ich recht früh viele Hypothesen auf, die jedoch nicht der Auflösung entsprachen.

Als Leser tappt man sehr lange im Dunkel, da man einzelne Kontexte erst im letzten Drittel des Buches erfährt. Und dies ist der Grund, warum mich das Buch gefesselt hat. Ich wollte mehr über die Mörderin und ihre Beweggründe erfahren. Manche Kapitel werden sogar aus ihrer Perspektive geschildert, wodurch man Einblicke in ihre Welt bekommt. Hier wird aber nicht zu viel verraten.

Der Ermittler Erik nimmt parallel zu Heloise auch eine wichtige Rolle ein, da dieser die Ermittlungen zu diesem Fall aufnimmt. So muss ich sagen, dass Erik im Vergleich zu Heloise in keiner Weise sympathisch wirkte. Er zeigte an manchen Stellen eine arrogante Art, die mir normalerweise nicht gefallen hätte. Dennoch muss ich sagen, dass dies in den Plot passte. Somit liegt ein sehr kontrastreiches Duo vor.

Der Fall an sich war sehr spannend und die Auflösung fand ich grandios. Aus diesem Grund freue ich mich sehr auf den zweiten Band, der in diesem Sommer erscheint.

Meiner Meinung nach hat das Buch viel zu bieten. Ein verschachtelter Fall, ein gut gewähltes Duo und ein interessanter Handlungsort.

Totenwinter – Will Dean

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Im Kriminalroman „Totenwinter“ spielt der Plot im eiskalten und schneebedeckten Schweden. Die Redakteurin Tuva Moodyson kommt an der Lakritzfabrik einer bekannten Familie an. Plötzlich wird sie Zeugin eines vermeintlichen Selbstmordes. Der Besitzer der Fabrik stürzt sich von einem Turm in den Tod. Die Beerdigung wird schnell arrangiert. Tuva ahnt, dass die Familie des Fabrikanten vor irgendetwas große Angst hat. Aber vor was oder wem? Nach kurzer Zeit wird eine zweite Leiche auf dem Fabrikgelände gefunden. Ein heftiger Schneesturm erreicht das Dorf und Tuva versucht alles, den Täter zu enttarnen. Dabei ist sie sich dessen nicht bewusst, dass dieser sie schon lange sie im Visier hat. 

Passend zur Jahreszeit sowie dem Schneefall der letzten Tage, ließ ich mit viel Freude diesen Kriminalroman. Dem Autor gelingt es schon am Anfang durch ausführliche Beschreibungen, das trostlose, einsame und vom schneebedeckte Dorf in Nordschweden darzustellen. Insbesondere durch das Verhalten der düsteren Charaktere sowie ihren tristen Emotionen spürt man die Kälte, die aus dem Kriminalroman hervor geht. Deswegen kann man sagen, dass der Autor einen guten Schreibstil aufweist. Doch in dieser Kälte gibt einen Funken Wärme. An der Seite der Protagonistin namens Tuva ermitteln wir in einem sehr perfiden und verschachtelten Fall. Tuva als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie strahlt Wärme aus und entwickelt sich zur einzigen sympathischen Figur in diesem Kriminalroman. 

Durch die Ich-Perspektive befindet sich man sehr nah an der Protagonistin, sodass man ihre Gedankengänge detailliert verfolgen kann. Dies empfand ich als gut gelungen. Auch wenn der Autor sie ausführlich beschreibt, fehlte mir die Tiefe. Ich würde zum Beispiel gerne mehr ihre Vergangenheit und Einzelheiten zum ersten Fall kennenlernen, um zu erfahren, warum sie genau zu diesem Menschen geworden ist, der sie gegenwärtig ist. 

Im Buch entwickeln sich viele Handlungs- bzw. Ermittlungsstränge, die gut zu überblicken sind. Leider fiel mir auf, dass dass einzelne Stränge ins Leere liefen. Aus diesem Grund war ich zum Schluss teils frustriert deswegen. 

Insgesamt kann ich sagen, dass der Kriminalroman „Totenwinter“ trotz einigen Schwächen spannend zu lesen war. Ich finde, dass dem Autor sehr gut gelungen ist, den Kontrast zwischen der kalten Atmosphäre und der warmen Protagonistin gut darzustellen. Wer mehr über Tuva als Figur erfahren möchte, sollte vorher den ersten Band lesen. Dies werde ich auch tuen wollen!

Das System – Ryan Gattis

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Kurz vor Weihnachten, um genau zu sein am 6. Dezember 1993, wird eine stadtbekannte Dealerin namens Scrappy direkt vor dem Haus ihrer Mutter erschossen. Ein Junkie namens Augie wird zum Zeugen dieser grausamen Tat. Da Augie recht arm ist, entscheidet er sich dazu, die Drogen und die Tatwaffe zu klauen. Kurz darauf wird Augie verhaftet und sagt aus, dass der Mord von zwei Mitgliedern einer Gang – Wizard und Dreamer – begangen worden ist. Bei einer Hausdurchsuchung findet man die Tatwaffe bei Dreamer und Wizard und die beiden Gangmitglieder wandern ins Gefängnis. 

Das Problem: Wizard und Dreamer wissen, dass ihnen jemand die Tat angehangen hat. Deswegen soll Dreamers bester Freund Little herausfinden, wer für das alles verantwortlich ist. 

Freunde der weltbekannten Serie „Prison Break“ werden bei diesem Buch auf ihre Kosten kommen. Dennoch geht es hierbei nicht um einen geplanten Gefängnisausbruch, sondern um ein System in der Gesellschaft, in denen einzelne Mitglieder die Fäden ziehen und Vorteile aus aufgestellten Lügen ziehen. 

Interessant finde ich in diesem Buch die zahlreichen Perspektiven. Bevor ich mit dem Lesen angefangen habe, ging ich davon aus, dass wir den Plot hauptsächlich aus der Perspektive von Dreamer und Wizard verfolgen. Dem ist aber nicht so. Die Handlung wird aus über sechs Figurperspektiven erzählt. Dabei nimmt jede Figur eine essentielle Rolle in diesem Plot ein. Wir begegnen den Gangmitgliedern, Junkies, Ermittlern, Richtern (…). Vor jedem Kapitel wurde vermerkt, welche Perspektive nun vorliegt, sodass man beim Lesen immer einen guten und übersichtlichen Überblick über die Handlung hatte. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die einzelnen Figuren detailliert und individuell darzustellen. So konnte man auch in den Handlungsorten gut springen, da die unterschiedlichen Figuren sich nicht an demselben Ort befinden. Besonders die Szenen im Gefängnis von Los Angeles haben mir gut gefallen.

Als Leser habe ich gemerkt, dass man schnell sich für eine Seite entscheidet, da zu Beginn des Buches schon offenbart wird, wer hinter der ganzen Sache steckt. Dies beeinflusst die Spannung in keiner Weise negativ. Ich habe mit Little, Dreamer und Wizard total mitgefiebert, da ich wollte, dass der Verursacher zur Rechenschaft gezogen wird. 

Allgemein empfand ich beim Lesen, dass das Buch eher einem Kriminalroman mit keinem direkten Ermittler ähnelt. Für einen Thriller fehlten mir viele Elemente, die einen Thriller ausmachen. Dennoch herrscht im Buch eine düstere Stimmung, die beim Lesen gut zur Geltung kommt. Mir störte es nur im Buch, dass man keinen tiefgründigeren Einblick in „Das System“ erhält. 

Insgesamt kann ich sagen, dass mir „Das System“ gut gefallen hat. Es liegt ein gutes Tempo im Buch vor, wodurch man durch die Seiten schnell durchfliegen kann. Ryan Gattis beweist, dass er sehr lebhafte, starke und authentische Figuren zum Leben erwecken kann. Ein großes Kompliment an den Autor.

Dark – Candice Fox

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Können Menschen mit verschiedenen Lebensläufen zusammenarbeiten? Eine Diebin, eine Mörderin, eine Gangsterin und eine Ermittlerin müssen sich zusammenschließen, um ein vermisstes Mädchen zu finden. Wir entfliehen nach Amerika, genauer gesagt, nach Los Angeles. Die Tochter namens Dayly der Diebin Sneak ist spurlos verschwunden. Aus diesem Grund bittet Sneak ihre ehemalige Zellengenossin Blair um Hilfe. Da die beiden Frauen wissen, dass sie die Suche nach Dayly alleine nicht hinbekommen, wenden sich die Frauen an die Polizistin Jessica Sanchez. Da die Spur die drei Frauen tief ins „Gangstermilieu“ führt, stößt die Gangsterin Ada dazu. Denn es geht hierbei um sehr viel Geld und tief in der Todeszelle eines Gefängnisses zieht ein Mörder namens Fishback die Fäden.

Zu Beginn des Buches dachte ich mir, dass ich mit den zahlreichen Perspektiven nicht klarkomme. Dies ist zum Glück nicht aufgetreten, da man die Handlung lediglich aus der Sicht von Blair und der Polizistin/Ermittlerin Jessica verfolgt. Folglich kann man zu diesen beiden Charakteren, auch wenn erst recht spät im Buch, eine gute Bindung aufbauen, während man zu Ada und Sneak eher distanziert ist. Gelungen empfinde ich in diesem Thriller, dass die Protagonisten keine klassischen 0815 Helden sind. Die Charaktere weisen keine sympathischen Charakterzüge auf – sie sind einfach authentisch und originell. Dies sorgte beim Lesen für viel Abwechslung.

Es liegt im Buch eine gute Spannung vor, die im Großen und Ganzen bis zum Schluss des Thrillers vorzufinden wäre. Die Spannung wird durch die nicht erwartenden Wendungen, geheimer Briefe bzw. Handlungszüge einzelner Charaktere verstärkt. An einzelnen Stellen fand ich jedoch die Handlung zu weit hergeholt. Ich konnte mir einzelne Szenen nicht vorstellen, da diese meines Erachtens nach sehr realitätsfern waren. Aber vielleicht ist es ja, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika ein anderes Leben herrscht.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich „Dark“ ganz gut unterhalten hat. Die Autorin Candice Fox überzeugt mit einer originellen Konturierung der Figuren sowie einem fast durchgängigen Spannungsbogen.

Tod eines Eisfischers – Anna Ihren

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Auf einer harmlosen Schiffsexpedition im Nordmeer kommt es zu einer Jagd nach einem brutalen Killer. Im Hafen von Smögen läuft ein Forschungsschiff ein. An Bord ist der weltbekannte Meeresbiologe Kaj Malmberg, der am Abend einen wichtigen Forscherpreis erhalten soll. Doch aus diesem wunderbaren Abend wird nichts. Kaj wird kurz vorher brutal in seiner Kabine erstochen. Die Besatzung samt Captain will trotz des Mordfalls die Expedition fortführen. Deswegen müssen die beiden Ermittler Dennis Wilhelmson und Sandra Haraldsson sich auf das Schiff begeben und mitfahren. Ihre Ermittlungen auf dem Schiff beginnen. Dabei merken sie, dass je länger sie sich auf dem Schiff befinden, desto mehr Tatverdächtige kommen in Frage.

Ich habe mich entschieden dieses Buch aufgrund des grandiosen Settings zu lesen. Wir begeben wir uns auf eine rasante Ermittlungsjagd auf einem Schiff ins Nordmeer. Dabei gelingt es der Autorin recht schnell durch bildhafte Orts- und Landschaftsbeschreibungen den Schauplatz greifbar zu machen. An Seite von den zwei sympathischen Ermittlern Dennis und Sandra verfolgen wir die Ermittlungsarbeit. Die ersten 100 Seiten war ich recht mit der Masse an Figuren überfordert. Aus diesem Grund habe ich mir mal alle aufgeschrieben, da ja immer die Möglichkeit bestünde, das einer von denen als Täter bzw. Täterin in Frage kommt.

Die beiden Ermittler führen eine solide Ermittlungsarbeit durch. Sie sind in ihren Handlungszügen schlüssig. Dadurch, dass das Privatleben von Dennis und Sandra stark beleuchtet wird, kann man diese auch von ihrer privaten Art kennenlernen. Folglich war die Ausarbeitung der Beiden sehr tiefgründig. An manchen Stellen fand ich jedoch, dass die Einblicke in die Privatleben sowie in die Familien zu viel waren. Aus diesem Grund rückten leider die Ermittlungen ein bisschen in den Hintergrund.

Nichtsdestotrotz erwies sich der Plot als spannend. Man befindet sich fast durchgängig auf dem Schiff, wodurch die Nähe zum Täter konstant gegeben ist. Ich konnte gut mitfiebern und fand die Rückblicke in die Vergangenheit passend.

Insgesamt überzeugt die Autorin mit diesem Thriller hinsichtlich des Schreibstils sowie bei der Entwicklung der Handlung durch die konstante Nähe zum Täter. Eine tolle Atmosphäre!