Cold Water – Adrian McKinty

(Unbezahlte Werbung)

Sean Duffy steht kurz vor seiner Frührente und muss, bevor er diese antritt, seinen allerletzten Fall lösen. Ein junges 15-jähriges Mädchen ist verschwunden. Dabei ist es keine Seltenheit, dass in den Neunzigern junge Frauen in Irland verschwinden. Bei der Suche nach dem Mädchen findet man ihr Auto in einem Fluss – aber nicht das Mädchen selbst. Doch dann stößt die Polizei auf eine Männerliste in dem Tagebuch des Mädchens, auf der drei Namen stehen. Diese drei Männer standen direkt in Kontakt mit dem Mädchen. Doch nicht nur die drei Männer kommen als Täter in Frage. Weitere Personen werden in Verdacht gezogen und die Ermittler merken, dass das Mädchen ein zweites Leben geführt hat.

Trotz zahlreicher Vorbändern bin ich problemlos in diesen Thriller gestartet. Schon zu Beginn des Buches hat mir der Protagonist Duffy gefallen, der Gespräche mit viel Humor und Intelligenz angehen lässt. Er hat eine sehr humorvolle, sympathische und zynische Art, die in diesem Buch grandios zum Vorschein kommt. So entwickelt sich in diesem Buch eine „Wohlfühlstimmung“, da ich sehr gerne an der Seite von Duffy den Fall gelöst habe. Mit den weiteren Charakteren wirkte es sehr familiär. Nebenbei entwickelt sich im Buch eine recht düstere Atmosphäre, die ihren Ursprung noch in der IRA-Zeit aufweist. Aus diesem Grund geraten soziokulturelle sowie soziopolitische Motive und Themen in den Vordergrund. Diese unterstützen die Geschichte gut und bereichern das Buch informativ. Dies geschieht auf eine lebhafte und nicht trockene Art.

An sich war der Fall sehr spannend. Der Plot hat mir gut gefallen, da man als Leser lange nach der Lösung sucht. Fragen kommen auf: „Was ist mit dem Mädchen passiert? Wo ist ihre Leiche?“ Diese Fragen werden zum Glück zum Schluss des Buches ungewöhnlich gut beantwortet. Dennoch fehlte mir in diesem Thriller ein hohes Tempo. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Handlung sich langsam aufgebaut hat, aber nicht den gewissen Höhepunkt, die besonderen Twists bzw. einen „Kick“ beinhaltet hat. Des Weiteren lässt sich sagen, dass der Autor einen guten Schreibstil aufweist. Die Sätze sind flüssig geschrieben und nicht zu ausschweifend. Gekonnt gelingt es dem Autor, die Ich-Perspektive authentisch darzustellen. Hier würde ich mir aber noch mehr wünschen, dass man Duffy tiefgründiger kennenlernen würde.

So kann ich zusammenfassend sagen, dass das Buch „Cold Water“ eher einem „Wolffühl-Krimi“ glich als einem rasanten Thriller. Positiv hervorzuheben in diesem Buch wäre der Protagonist mit seiner humorvollen Art, bei dem man spannend seine Ermittlungsarbeit verfolgen kann.

2,5 Grad. Morgen stirbt die Welt – Noah Richter

(Unbezahlte Werbung)

Nachdem mich der Thriller „Co2 – Welt ohne Morgen“ bezüglich der aktuellen Thematik des Klimawandels positiv überrascht hat, hatte ich Lust noch einen Thriller mit diesem brisantem Thema zu lesen. Und so bin ich auf „2,5 Grad – Morgen stirbt die Welt“ gestoßen. In diesem Thriller kommt es zu einem drastischen Szenario. Es wird immer wärmer und die Gletscher in der Antarktis fangen an zu schmelzen. So geht auch die deutsche Forschungsstation auf der Antarktis unter. Vor Ort war auch der Glaziologe Jakob Richter, der seiner Freundin Leela geheime Dokumente über Großkonzerne, die den Klimawandel beschleunigen, geschickt hat. Leela nimmt den Kampf gegen die Mächtigen an. Eine junge Frau gegen Verschwörer, gegen das Überleben und gegen die Klimakatastrophe. Wie wird es enden?

Dem Autor gelingt es in diesem Buch ein sehr realistisches Szenario der Konsequenzen des Klimawandels darzustellen. In diesem Buch finden nicht nur extreme Wetterlagen ihren Platz. Auch der gesellschaftliche Strukturwandel rückt durch entstehende Gruppierungen o. Ä. in den Vordergrund. So ist man beim Lesen einfach geschockt, welche Auswirkungen den Menschen auf der Welt bei einem derartigen Setting wiederfahren. Besonders gut fand ich in diesem Thriller, dass man die Lage aus den verschiedenen Perspektiven einzelner Charaktere der Gruppierungen wahrnehmen konnte. Folglich hatte man die Möglichkeit die Beweggründe dieser Fraktionen besser zu verstehen. Dennoch muss ich ehrlich sagen, dass mir die Perspektive von Lenna am besten gefallen hat. Leena als Figur weist in ihren Handlungen einen klaren roten Faden auf. Man weiß, was sie genau erreichen möchte. Bei den anderen Perspektiven hatte ich eher das Gefühl, dass diese hinsichtlich des Themas ausgeschweift sind. Das Buch wurde mit einem interessanten Ende beendet.

Im Buch lag eigentlich eine gute Spannung vor, wenn man einzelne langatmige Kapitel ausblendet. Durch den flüssigen Schreibstil kam man jedoch durch die langweiligen Szenen recht schnell durch.

Leider muss ich sagen, dass dieser Thriller trotz eines realistischen Settings sowie einer tollen Protagonistin, viele Schwächen aufweist. Dazu zählt die konstante fehlende Spannung, eine Abschweifung von der Handlung bei manchen Perspektiven sowie langatmigen Momenten.

Wer zuletzt lügt – L.E. Flynn

(Unbezahlte Werbung)

Fiona gehört in ihrem Umfeld sowie in ihrer Schule zu den Außenseiterinnen. Kurz bevor sie auf die Universität geht, lernt sie Trixie kennen. Trixie ist das komplette Gegenteil von Fiona, da sie nur auf Partys geht, durchgängig neue Outfits ausprobiert, ihre Haare neu stylt und durch die Nacht feiert. So verbringt Fiona nur noch Zeit mit Trixie und ordnet sich ihr vollkommen unter. Trotz einer intensiven Freundschaft merkt Fiona, dass sie Trixie nicht komplett durchschauen kann. Doch dann in einer Nacht verschwindet Trixie spurlos von einer Party. Es gibt einen angeblichen Zeugen, der beobachtet haben soll, dass Trixie im Meer ertrunken ist. Schnell geht man vom Selbstmord aus. Doch Fiona glaubt nicht daran und spekuliert, dass Trixie mit einem Jungen aus ihrer Schule untergetaucht ist. Sie stellt Nachforschungen auf und begibt sich in ein Netz voller Lügen und Intrigen. Was ist wahr, was ist falsch?

Mit dem Jugend-Psychothriller „Wer zuletzt lügt“ aus dem Carlsen Verlag begeben wir uns in ein Netz voller Lügen. An der Seite der Protagonistin namens Fiona lernen wir das Umfeld und ihre Lebensweise an der Schule kennen. Schnell merkt man als Leser, dass Fiona, aufgrund ihrer Position als Außenseiterin, ein geringes Selbstbewusstsein aufweist. Dementsprechend handelt sie auch so. Doch je tiefer sie Nachforschungen aufstellt, desto mehr nimmt man als Leser wahr, dass sie mutiger wurde. Diese Entwicklung hat mir gut gefallen.

In dieser Geschichte wird die Handlung in verschiedenen Zeitsträngen erzählt. Dadurch, dass diese nicht gekennzeichnet sind, kam es oft vor, dass ich durcheinanderkam. Dies beinträchtige meinen Lesefluss sehr. Nichtsdestotrotz konnte die Autorin mit einem flüssigen Schreibstil überzeugen. Da die Autorin den Ich-Schreibstil gewählt hat, erhalten wir einen Blick in die Gedankenwelt von Fiona. Sehr passend zu der Geschichte!

Als langjähriger Thrillerleser musste ich beim Lesen meine Erwartung ein bisschen runterschrauben. Das Lesealter für dieses Buch liegt bei 14 Jahren. Und dementsprechend sind die Spannung sowie das Setting aufgebaut. Persönlich fehlten mir die Twists bzw. ich empfand die Twists nicht als schockierend. Bitte nicht falsch verstehen. Für junge Leser ist das Buch optimal! Besonders durch die Themen die in diesem Buch angesprochen werden, können sich viele Jugendliche in diesem Alter mit dem ein oder anderen Charakter identifizieren. Ich tat mich leider damit schwer. Dennoch empfand ich die Auswahl der Charaktere als sehr passend und gut gewählt. Positiv zu bewerten wäre, die Vernetzung der einzelnen Charaktere untereinander. Diese war übersichtlich, da man die Beziehung zwischen den Figuren gut wahrnehmen konnte und Vermutungen über die Lösung des Falls aufstellen konnte. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin bei der Gestaltung der Charaktere mehr in die Tiefe gegangen wäre.

Als Fazit kann ich festhalten: Persönlich fand ich, dass der Thriller unter einer mittleren Spannung und schwachen Twists leidet. Dies ist einfach damit zu begründen, dass ich zurzeit sehr viel von Thrillern erwarte und die Messlatte sehr hoch ansetze. Dennoch finde ich, dass dieser Thriller für Jugendliche ein „Top-Titel“ sein kann, da die Möglichkeit besteht, dass sich Jugendliche in die Charaktere besser versetzen können. Außerdem ist das Buch für Neueinsteiger in diesem Alter sehr lobenswert, da es die Jugendliche an das Genre „Thriller“ langsam ranführen kann.

Der Solist – Jan Seghers

(Unbezahlte Werbung)

Im Kriminalroman „Der Solist“ begeben wir uns ins Jahr 2017. Der Frankfurter Ermittler Neuhaus hat eine neue Berufsmöglichkeit vor sich, da er zur neu gegründeten Berliner Sondereinheit „Terrorabwehr“ dazu stößt. Es ist der September und die Bundestagswahlen stehen an. Die Lage in Berlin ist dramatisch. Auch wenn Neuhaus Handeln auf seiner langjährigen Erfahrung basiert, nehmen ihn seine neuen Kollegen nicht ernst. Nur die Deutschtürkin Suna-Marie begegnet ihn mit Sympathien. Und wie aus dem Nichts ereignet sich eine Mordserie in Berlin, wo einzelne Menschen verschiedener Religionen einem oder mehreren Tätern zum Opfer fallen. Die Tatwaffe ist bei den Morden identisch. In was für einen Zusammenhang stehen die Fälle? Neuhaus, der Solist, muss alleine ermitteln.

Die bisherigen Kriminalromane, die ich gelesen habe, basierten immer auf einem Ermittlungsteam. Hier kommt es anders. Der Protagonist Neuhaus muss sich alleine durchkämpfen, wodurch der Bezug zum Titel schnell klar wird. Auch wenn er Suna-Marie zur Seite hat, muss er doch größtenteils die Ermittlungen alleine in die Hand nehmen.

Und es wird unangenehm. Verschiedene politische Themen werden angeschnitten und abseits Neuhaus Perspektive verfolgen wir in einem Nebenplot die Vorbereitungen eines Politikers, der die kurz vorher stattgefundenen Morde für seinen Wahlkampf nutzt. So geht es im Roman hin und her. Neuhaus als Ermittler hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Auch wenn er eine introvertierte und manchmal schräge Seite offenbart, wirkt er trotzdem sympathisch. Schade fand ich, dass Suna-Marie als Neuhaus Partnerin sehr oberflächig dargestellt worden ist. Hier fehlte mir eindeutig der Tiefgang. Die Identität des Täters wurde im Roman recht schnell preisgegeben. Normalerweise habe ich damit kein Problem, jedoch empfand ich hier, dass dies einen kleinen Einfluss auf die Spannung hatte. Dennoch konnten gute Twists die Spannung wieder hochpushen. Leider freundete ich mich nicht mit dem Schreibstil an. Meiner Meinung ähnelte es mehr einem Bericht. Außerdem finde ich, dass man den Kriminalroman von der Länge her, viel länger schreiben konnte. So würde die Möglichkeit bestehen, dass man viel mehr in die Tiefe geht.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich aus diesem Buch mit gemischten Gefühlen rausgehe. Einerseits ist es ein aktueller sowie politischer Kriminalroman mit einem sympathischen Ermittler. Anderseits störte mich der Schreibstil, die Kürze sowie die frühe Auslösung des Täters.

Cold Case – Das gezeichnete Opfer – Tess Frennstedt

(Unbezahlte Werbung)

Bei einem Leuchtturm im Süden von Schweden wird die Leiche der provokantesten Künstlerinnen des Landes gefunden. Neben ihres zerstörten Kunstwerkes in ihrer Wohnung, findet die Polizei Spuren einer einzigartigen Lehmsorte an der Leiche. Diese Lehmsorte wurde auch vor 15 Jahren an der Leiche eines jungen Pianisten gefunden, der auf einem Waldweg brutal ermordet worden ist. Die Ermittlern Tess Hjalmarsson ermittelt unter Hochdruck und zieht die Akten des Cold Cases vor 15 Jahren mit in ihre Ermittlungen ein. Denn die Zeit ist knapp, da sie davon ausgeht, dass der Mörder wieder zuschlagen wird. 

Mit dem zweiten Teil der „Cold Case“ – Reihe stürzen wir uns in einen sehr verschachtelten sowie spannenden Kriminalroman der Autorin Tina Frennstedt. Es liegt ein sehr komplexer Fall vor, der von Tess und ihrem Team aufgeklärt werden soll. Dabei tappt das ganze Team sehr lange im Dunkeln und so auch der Leser. In diesem Buch gibt es einen großen Spielraum zum Miträtseln. Dies hat mir total gut gefallen! 

Als wäre es nicht schlimm genug für Tess den Fall zu lösen, muss sie in diesem zweiten Band um die Existenz ihres Cold Case Teams kämpfen, da die Chefin Edding Sparmaßnahmen einleiten muss.  Aber Tess bleibt stark und zielstrebig. Sie, als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Der Autorin ist es gelungen sie sehr ausführlich und tiefgründig auszuarbeiten. Neben ihrer Ermittlungsart sowie ihrem Leben als Ermittlern, lässt die Autorin uns in ihr Privatleben reinblicken. Beziehungsprobleme oder ihre Alkoholsucht werden beleuchtet. So hat man als Leser ein detailliertes Bild über Tess. Zur Seite an die Ermittlungen schreitet Marie, Tess engste Kollegin. Auf den ersten Blick erscheint sie als ein komplettes Gegenstück zu Tess. Dennoch kooperieren beide Figuren sehr gut miteinander, wodurch sie ein gutes Ermittlungsteam bilden. Die weiteren Charaktere ergänzen die Geschichte gut. Insbesondere der Profiler Morris tat dem Buch gut, da er frischen Wind aufbrachte. Da erhoffe ich mir, dass er in kommenden Bänden noch stärker die Handlung integriert wird.

Wie erwähnt, ist der Fall sehr verschachtelt. Der Autorin ist es wirklich gelungen, einen spannenden Fall zu entwerfen. Besonders die Perspektive der „Ehefrau“ und die Einblicke in die Tage vor Max Tod bereichern das Buch gut. Die Autorin setzt gekonnt gute Twists in das Buch ein, wodurch man beim Lesen des Öfteren über den Verlauf der Handlung geschockt wird. Außerdem lässt sich sagen, dass sie einen flüssigen Schreibstil hat. Dies hat zur Folge, dass man durch die Seiten gut durchkommt. Super!

Allgemein kann ich sagen, dass ich seit langem keinen derartigen rasanten, spannenden und komplexen Kriminalroman gelesen habe. Das Buch sorgte für spannende Lesestunden, in dem die Zeit sehr schnell verging.

Engelsgrund – Linus Geschke

(Unbezahlte Werbung)

n den belgischen Ardennen, recht abseits vieler Menschen, lebt eine friedliche Gemeinschaft mit dem Namen Cernunnos. Doch zwei Frauen der Sekte werden ermordet aufgefunden. So fürchtet Carla Díaz, Borns frühe Kollegin, dass ihre Tochter Malin, die ein Teil der Sekte ist, sich auch auf der Zielscheibe befindet. Deswegen kontaktiert Carla die Sekte und scheitert. Sogar Born kommt nicht am Sektenführer Lampert weiter, wodurch er seinen alten Feind Andrej Wolkow kontaktiert, der ihm einen Gefallen schuldet. So akzeptiert Wolkow den Gefallen und schickt einen seiner besten Killer, damit dieser sich in der Sekte einschleicht. Scheint alles gut zu laufen, Oder ? Leider nicht, da Wolkow ein doppeltes Spiel spielt.

Mit „Engelsgrund“ geht die Trilogie um den Ex-Polizisten Alexander Born zu Ende. Und es wird spannend!
Auch wenn ich die vorherigen Teile nicht gelesen habe, bin ich total gut in den Thriller eingestiegen. Alle Hintergrundinformationen habe ich schnell erfahren, wodurch ich nach paar Seiten direkt im Thriller drin war. Mir fiel direkt der grandiose und flüssige Schreibstil des Autors auf. Er liest sich richtig gut und man kann das ganze Geschehen ausführlich in einem rasanten Kopfkino verfolgen. Die Atmosphäre, die der Autor entwirft, ist düster und geheimnisvoll. Man befindet sich direkt an der Sekte und fiebert durchgängig mit. Einfach toll!

Der Autor fügt neben den Hauptcharakteren einen äußerst bedrohlich und geheimnisvollen Täter hinzu, den wir als „Ich“ kennenlernen. So gelingt es dem Autor, den Leser sehr lange auf die Folter zu spannen, bis man endlich die Identität des „Ichs“ erfährt. Dies fand ich grandios, da ich bei der Auflösung recht geschockt war, da ich jemand anderes als Verdächtigen im Kopf hatte.

Wie vorher erwähnt, liegt diesem Thriller eine gute Spannung zugrunde. Insbesondere, dass Carla und Born persönlich in die Handlung mit einbezogen werden, fiebert man mit den Charakteren an jeder rasanten und gefährlichen Stelle mit. Die Twists sorgen für weitere Schockmomemte. Außerdem wird es an machen Stellen emotional. Trauer, Ratlosigkeit, Hilfslosigkeit und Wut sind die Gefühle, die ich beim Lesen entwickelte. Es entstand ein reines Gefühlschaos, welches zum Ende des Buches hin, nochmal stark aufkam.

Insgesamt kann ich sagen, dass „Engelsgrund“ ein stark durchdachter und spannender Thriller ist. Alexander Born und Carla fand ich super und ich freue mich schon die vorherigen Bänder bald zu lesen!

Perfect Secret – Megan Miranda

(Unbezahlte Werbung)

Über die kleine Stadt Littleport in Maine zieht ein großer Sturm auf. Am letzten Wochenende des Sommers, findet eine Party statt, zu der die Freundinnen Sadie und Avery zusammen hingehen wollen. Während Avery bei der Party schon da ist, taucht Sadie dort nie auf. Kurze Zeit später wird ihre Leiche in der Nähe der Klippen heran gespült. Für Avery bricht eine Welt zusammen, da Sadie für Avery eine wichtige Person im Leben war. Sie war ihre Hoffnung in dieser düsteren Welt. Nach ein paar Wochen geht die Polizei von Littleport dem Fall nicht mehr nach, da sie den Fall als Selbstmord abstempeln. Doch Avery stößt irgendwann auf Beweise, dass Sadie umgebracht worden ist. Nur alle Hinweise deuten darauf hin, dass sie die Täterin ist. Versucht jemand ihr den Tod von Sadie anzuhängen oder hat Sadie eine Lücke in ihrem Gedächtnis hinsichtlich des Tages, an dem die Party stattfand?

Bisher kannte ich kein Buch der Autorin, wodurch ich sehr gespannt war, was mich hier erwarten wird.
Das Buch begann sehr holprig. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die auch durch passende Überschriften voneinander getrennt werden. Dennoch merkte ich beim Lesen, dass innerhalb einer Zeitebene auch Zeitsprünge passierten, wodurch ich teilweise sehr verwirrt beim Lesen gewesen bin. Außerdem fand ich schade, dass die Einblicke in die Vergangenheit sich ausschließlich auf die Party damals beziehen. Hier fände ich schöner, wenn der Zeitraum viel größer wäre. Mit einem Hauch an Anstrengung habe ich weitergelesen und mir viel von der Protagonistin erhofft, die den Plot aus der Ich-Perspektive schildert. Die Erzählungen erwiesen sich an manchen Stellen spannend, jedoch zum größten Teil langatmig. Die Handlung entwickelte sich sehr langsam und zäh. So konnte mich das Buch zu 80% nicht fesseln.

Außerdem kam ich mit der unsympathischen Protagonistin nicht zurecht. Über diese erfahren wir als Leser recht wenig, sodass diese einen recht distanzierte Position zum Leser einnimmt und sehr oberflächlich wirkt. Außerdem tat ich mich mit dem Beruf der Protagonistin schwer. Für ihre knappen 20 Jahre wirkt es sehr unglaubwürdig konstruiert, dass sie so viel Erfahrung hinsichtlich der Vermittlung von Immobilien hat. Würde man nicht das Alter wissen, würde ich davon ausgehen, dass sie über 40 ist. Die weiteren Charaktere waren für mich auch nicht greifbar.

Zum Schluss hin stieg die Spannung ein bisschen an. Ein Showdown am Ende blieb verwehrt, sodass ich am Ende eher enttäuscht als zufrieden war.

Als Fazit kann ich sagen: Das Buch konnte mich nicht begeistern, da die Handlung langatmig war, die Protagonistin unsympathisch und nicht authentisch entworfen worden ist und die zwei Zeitebenen ausbaufähig sind. Schade!

Die Tiermagierin (Bd.1) – Maxym M. Martineau

(Unbezahlte Werbung)

Vor kurzem wurde die Tiermagierin Leena aus ihrer Heimat verbannt. Jedoch hat sie das Verbrechen, was ihr vorgeworfen worden ist, nicht begangen. So muss Leena sich nun durchs Leben durchkämpfen. Dennoch findet sie Mut in ihrer Gabe, in der sie Verbindungen zu magischen Wesen aufbauen kann. Als wäre es die ganze Situation nicht schlimm genug, landet sie auf einer Kopfgeldliste. Der Assassine Noc mit seiner Bande werden beauftragt Leena auszuschalten. Wenn er dies nicht tut, wird er selber sterben. Als beide Parteien aufeinandertreffen und Leenas Schicksal besiegelt scheint, macht Leena Noc ein Angebot, welches er nicht ausschlagen kann. Eine verbotene Liebe entwickelt sich, die beiden zur Last fallen kann.

Normalerweise lese ich wenig YA/NA-Bücher, aber der Klappentext dieses Romanes hat es mir angetan. Seit langem bin ich ein Fan von Assassinen, da ich ihre Vorgehensweise, geprägt durch die Videospiele, total interessant finde. So musste ich dieses Buch einfach lesen.

Ich durfte direkt in die Handlung einsteigen und mich mit Leena und Noc vertraut machen. Schon beim Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten, ahnt man, dass den Beiden und den Nebencharakteren auf der Reise viel Übles passieren wird. Somit liegt eine gute Spannung im Roman vor, die konstant im Buch vorzufinden wäre. Leena als eine der Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie weist eine starke Persönlichkeit auf, ist mutig sowie ehrgeizig und kann eine emotionale Seite offenbaren. Trotz ihrer Stärke zeigt sich Leena an keiner Stelle im Buch arrogant oder abgehoben. So gefiel mir Noc in seiner Gestaltung auch. Wie man es schon vermutet, kann man zu Noc sagen: Harte Schale, weicher Kern. Auch wenn Noc aufs Erste, viel stärker als Leena erscheint, merkt man beim Lesen, dass sich beide Protagonisten doch auf derselben Augenhöhe befinden.

Die Autorin konzipiert in diesem Buch eine sehr atmosphärische sowie detaillierte Welt. Besonders die Gestaltung der unterschiedlichen Wesen hat mir sehr gut gefallen. Diese werden ausführlich hinsichtlich ihres Aussehen sowie ihren Fähigkeiten beschrieben. Teilweise dachte ich, dass ich mich in einer Pokemon-Welt befinde. Toll! Und am Ende des Buches gibt es sogar ein Lexikon zu den Tieren!

Neben den zahlreichen Actionszenen sowie Dramatik tauchen erotische Szenen auf, die ich eigentlich nicht so erwartet hätte. Dennoch fand ich das Maß an Romantik und Erotik in diesem Buch als passend und ausgewogen, zum Rest.

Schlussendlich kann ich sagen, dass der erste Band der Tiermagierin-Reihe mich beeindruckt hat. Ich freue mich auf den zweiten Band, um mich auf eine neue Reise mit Noc und Leena zu begeben.

Die siebte Zeugin – Tsokos und Schwiecker

(Unbezahlte Werbung)

Mit dem Justiz-Kriminalroman „Die siebte Zeugin“ begeben wir uns in eine neue Krimireihe nach Berlin mit dem Anwalt Rocco Eberhardt und dem Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer.

In diesem Buch geht es um einen überraschenden Fall. Es ist ein Sonntagmorgen. Der Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting verlässt sein Haus in Berlin, um zum Bäcker zu fahren. Noch eben hat er seiner Tochter Lily „Auf Wiedersehen“ gesagt, hat sich aufs Fahrrad gesetzt und ist losgefahren. Doch jetzt plötzlich steht der Familienvater in der Bäckerei und erschießt einen Mann und verletzt zwei weitere Menschen. Wie kann es zu so einer grausamen Tat kommen? Nöltings Anwalt Rocco Eberhardt steht vor einem ganz großen Rätsel und einer großen Aufgabe. Als Strafverteidiger möchte er Nölting helfen, doch dieser schweigt. Eberhardt kommt nicht weiter – bis der Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer eine überraschende Entdeckung tätigt. Wie aus dem Nichts stürzt sich Rocco in ein Gefecht, bestehend aus Korruption, Gewalt, Clan-Kriminalität und Gewalt.

Schon lange sehnte ich mich nach diesem Buch, da der Klappentext vielversprechend ist. Und so stürzte ich mich in dieses Abenteuer, dass im kalten und düsteren Berlin spielt. Als Leser verfolgen wir das Geschehen direkt ab der Tat bis zum Ende des Prozesses. Durch die kurzen Kapitel und einem grandiosen Schreibstil konnte ich das Buch innerhalb 3,5 Stunden durchlesen und am Ende war ich nur positiv geflasht.

Zu Beginn startete das Buch sehr rasant. Als Leser wollte ich unbedingt herausfinden, welches düstere Geheimnis sich hinter dieser grausameren Tat versteckt. Mit der Figur des Anwalts Rocco Eberhardt wird eine sehr sympathische Figur konstruiert mit der es richtig Spaß gemacht hat, in die Unterwelt von Berlin abzutauchen. Rocco ist sehr tiefgründig ausgearbeitet worden, da man viel über ihn als Person erfährt. Besonders das Zusammenspiel zwischen der Arbeit als Anwalt und den familiären Problemen (wie z.B. mit seinem Vater) hat mir gut gefallen, da Rocco von vielen Seiten beleuchtet wird, worauf man sich als Leser ein umfangreiches Bild über die Figur bilden kann. Auch wenn der Rechtsmediziner Jarmer teilweise im Schatten von Eberhard geblieben ist, war Jarmer mir auch sympathisch und für das Buch passend gewählt. Eine weitere Figur namens Baumann ist ebenso positiv hervorzuheben. Außerdem finde ich es sehr gelungen, dass das Buch nicht ausschließlich im Gericht spielt. Die Handlungsorte werden gekonnt und übersichtlich gewechselt. Dabei erhält man einen detaillierten Blick in die Arbeit und das Prozedere der Justizjobs. Sehr authentisch und gelungen!

Als Leser erfährt man sehr früh, wenn hinter der Tat steckt. So muss ich sagen, dass dies in keiner Weise einen negativen Einfluss auf die Handlung hatte. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man in die Welt der Kriminalität – die in diesem Buch offenbart wird – noch ausführlicher hineingeführt wird. Diese war meiner Ansicht nach, zu kurz thematisiert worden. Was mich wirklich ärgert, und zwar enorm ärgert: Der Cliffhanger! Wenn ich könnte, würde ich direkt den zweiten Band weiterlesen wollen, da ein zweiter Fall angedeutet worden ist!

Insgesamt kann ich sagen, dass der Auftaktband zu Eberhardt und Jarmer mich gut unterhalten hat. Die Einblicke in die Gerichtswelt werden authentisch und gut dargestellt. Es liegt eine konstante Spannung vor und die Charaktere haben mir gut gefallen. Ich freue mich auf mehr!

Die Präparatorin – Andreas Wagner

(Unbezahlte Werbung)

Niemand ist so gut in ihrem Fachgebiet wie die Tierpräparatorin Felicitas Booth. Diese Gabe verdankt sie ihrem Vater, der weltbekannt in diesem Fachgebiet war. Eines Tages findet sie ein Erinnerungsstück ihres Vaters, worauf ihr Leben von einem auf den anderen Moment komplett umschlägt. Kann es sein, dass der Vater doch nicht das unschuldige Mordopfer war, für das sie ihn jahrelang hielt? Was passierte wirklich bei seiner letzten Afrikaexpedition, auf der nur die Hälfte der Teilnehmer überlebte? So entscheidet sich Felicitas der Sache auf den Grund zu gehen und stößt in ein Leben voller Gefahr.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mich der Klappentext sehr neugierig auf dieses Buch gemacht hat. Das Buch ist von der Thematik und des Settings her anders. Als Leser merkt man, dass der Autor ein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet aufweist. Dieses Wissen bringt der Autor gekonnt auf Papier und beschreibt sogar die Präparation von Tieren haarscharf. Also ist dies kein Buch für Tierfreunde. An Seite der Protagonistin begeben wir uns in ein Netz voller Gefahr.

So tat ich mich zu Beginn des Buches schwer, eine Beziehung zu Felicitas aufbauen, da mir ihr Charakter sowie ihre Welt zu weit weg erschien. Dennoch konnte ich mich ab dem zweiten Drittel immer mehr mit ihr anfreunden. Folglich glaub ich am Ende des Buches immer noch nicht zu wissen, wie sie wirklich tickt. Sie ist in ihrer Gestaltung sehr außergewöhnlich. Auf ihrer kleinen Reise nach der Vergangenheit ihres Vaters zeigt sich Felicitas von einer starken und authentischen Seite, verhält sich jedoch an manchen Stellen leblos. Wir erfahren viel über ihre persönlichen Probleme sowie ihre Gedanken. Auch wenn ich durchgängig dachte, dass das Buch hinsichtlich der Spannung konstant auf einem Niveau bleibt, wurden meine Vermutungen geändert. Je näher man sich dem Ende neigt, desto dunkler und rasanter wird es. Dies wird durch die kurzen Kapitel und Sätze des Autors verstärkt.

Insgesamt kann ich sagen, dass der Autor mit diesem Kriminalroman ein sehr außergewöhnliches Buch geschrieben hat. In diesem Buch bringt er ein enormes Fachwissen mit und setzt gezielt gute Spannungselemente ins Buch ein.