Falsche Gesichter – Lone Theils

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In einer Kleinstadt in England wird der Polizeipräsident enthauptet. Die Tat wurde gefilmt und kurze Zeit später ins Internet gestellt. Schnell gehen die Gerüchte rum, dass der islamische Staat hinter der Tat steckt. Die Journalistin Nora Sand begibt sich in das kleine Örtchen und stellt fest, dass es hier fast gar keine Islamisten gibt. Sie stellt Ermittlungen auf, und merkt, dass viele Menschen aus der Stadt, den enthaupteten Polizeipräsidenten nicht vermissen. Was hat es in der kleinen Stadt namens Toppingham auf sich? Warum wurde der IS als Täter in den Vordergrund gestellt? Und was hat es mit den Mädchen auf sich, die nachts durch die Straßen sich bewegen, ohne dass die Gesetzeshüter eingreifen? 

Mit dem Kriminalroman „Falsche Gesichter“ las ich meinen ersten Kriminalroman, in welchem Nora Sand als Protagonisten Fälle löst. Dabei ist Nora Sand keine Ermittlern, sondern Journalistin. Mit all ihrer Kraft versucht sie die Zeitungs-Firma mit guten Storys zu beliefern. Deswegen rückt ihr Job in den Vordergrund, da sie darum kämpft, dass sie ihn behält. Nebenbei wird der islamische Staat in diesem Buch aufgegriffen, der auch in unserer Gesellschaft in den Medien ab und zu zum Thema wird. 

Bei über 450 Seiten wurde ich mit diesem Buch ganz gut unterhalten. Die Story beginnt recht rasant und man kann sich schnell im kleinen Örtchen namens Toppingham einleben. Man muss sich mit vielen Charakteren auseinandersetzen, bei denen man erst recht spät einen guten Überblick bekommt. Dabei merkt man als Leser, dass in der Ortschaft viele Menschen mit den falschen Karten spielen. Und so entwickelt man schnell die Einstellung, dass man keinen der Figuren so richtig vertrauen konnte. Deswegen kam in diesem Buch eine gute Spannung auf, da in irgendeiner Weise jeder im Buch Dreck am Stecken haben könnte. 

Nora als Protagonistin durchlebte viele Höhen und Tiefen. Da das Buch durchgängig aus ihrer Perspektive geschrieben worden ist, konnte man zu dir eine gute Bindung aufbauen. Außerdem befand man sich rein handlungstechnisch mit dem Wissen über den Fall auf dem Niveau der Protagonistin. Dennoch fand ich schade, dass man trotz des Schreibstils über sie recht wenig erfahren hatte. Den Fokus hat die Autorin sehr stark auf die Handlung gelegt und nicht auf die Entwicklung der Charaktere. Und das war für die Charaktere schlecht, jedoch für den Plot gut, da die Handlung im Allgemeinen sehr stark und komplex ist. 

Zu guter letzt kann ich noch zum Schreibstil sagen: Ich bin trotz langen Seiten sehr gut durch die Seiten geflogen. Man kann sogar sagen, dass ich in einem Leseflow war. Die Autorin bedient sich einem gelungenen und flüssigen Schreibstil. 

Als Fazit kann ich sagen, dass der Kriminalroman hinsichtlich der Handlung punktet, jedoch Schwächen in der Tiefgründigkeit der Charakter aufweist. Wen das aber nicht stört und Lust hat, einen interessanten Kriminalfall zu lösen, der wird mit diesem Buch gut aufgehoben sein

Lazarus – Lars Kepler

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Bei einem dramatischen Polizeieinsatz vor paar Jahren wurde der gefährlichste Serienmörder Jurek Walter von mehreren Kugeln getroffen. Dabei fiel er in einen Fluss – von seiner Leiche keine Spur. Nun wird der Schädel von der toten Ehefrau von Joona Linna in der Wohnung eines unbekannten Grabschänders aufgefunden. Nebenbei meldet die Polizei, dass in ganz Europa eine grauenhafte Mordserie stattfindet. Joona Linna ahnt das Unmögliche: Der Albtraum ist nicht zu Ende und der brutale Serienmörder wird erst ruhen, wenn er Joona und seine Familie auf grausame Weise vernichtet hat.

Bisher waren das Autorenduo, die unter dem Pseudonym „Lars Kepler“ schreiben, ein Fremdbegriff für mich und so stürzte ich mich in das siebte Buch des Kommissars Joona Lima ohne die vorherigen Bänder aus der Reihe zu lesen. Aber ich muss sagen, dass ich richtig gut in den Kriminalroman eingefunden habe.

Es gelang mir sehr gut in die düstere und grausame Welt der skandinavischen Literatur einzutauchen. Den beiden Autoren gelang es durch detaillierte Beschreibungen, Nervenkitzel und einer guten Spannung, mich seit dem Beginn des Buches an, zu fesseln. Ich finde, dass die Beiden ein Talent haben, Tatorte sehr realistisch und authentisch zu beschreiben. An Seite vom Protagonisten Joona durcherleben wir ein Hoch und Runter. Dabei liegt in diesem Buch keine eindeutige Ermittlungsarbeit vor. Nein, Joona und andere Figuren ermitteln auf eigene Faust, wodurch es an manchen Situationen durch gekonnte Twists brenzlig wird.

In Joona sowie in weitere Figuren konnte man als Leser sehr tiefgründig reinschauen. Dadurch hat man die Möglichkeit erhalten, die Gefühle wie das Leid, die Ängste, die Nervosität etc. an der eigenen Haut zu spüren. Sehr toll gemacht!

Dennoch störte mich am Buch: Das Glück des Killers, welcher er bei seinem Plan und seinen Handlungszügen hat. An manchen Stellen dachte ich mir: Das würde normalerweise komplett anders passieren. Dadurch wirkte dieses Buch an diesen Stellen sehr unrealistisch.

Schlussendlich kann ich aber sagen, dass ich mit der Joona Lima – Reihe noch viel aufzuholen habe, da die Reihe wahrscheinlich wirklich stark ist.

The Secret Book Club (Band 3) – Lyssa Kay Adams

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Normalerweise sind New Adult Romane für mich ein Fremdgebiet. Doch die „The Secret Book Club“ – Reihe hat es mir angetan. Im dritten Band geht es hauptsächlich um Alexis und Noah. Noah hat nämlich ein großes Problem, da er sich in seine beste Freundin Alexis verknallt hat. Er hat große Angst sie zu verlieren, wenn er ihr seine Gefühle gesteht. Denn er weiß nicht, wie seine beste Freundin darauf reagieren könnte. Aus diesem Grund steckt Noah in einer Sackgasse. Schließlich entscheidet er sich Tipps beim Secret Book Club, bestehend aus reinen Männern, zu suchen. Denn die Jungs wissen, dass Liebesromane der Schlüssel für eine glückliche Beziehung sind. Wird Noah da die Hilfe bekommen, nach der er sich sehnt?

Nach fast einem halben Jahr war ich total froh die alten Charaktere aus den Vorgängern wieder anzutreffen. Nichts hat sich verändert, alles ist gleichgeblieben – familiär. In diesem Buch werden Alexis und Noah in den Mittelpunkt gestellt. Kann aus einer Freundschaft eine Beziehung werden?

So verfolgen wir die emotionale aber auch spannende Geschichte um die beiden Protagonisten. Ich fand, dass beide Figuren sehr detailliert entworfen worden sind. Nicht nur werden sie als simple, oberflächliche Figuren beleuchtet. Man erhält nämlich Einblicke in ihre persönliche Welt bestehend aus Familie, Job und Gefühle. Besonders toll fand ich, dass im Buch weitere kleine Nebenstorys ihren Platz fanden. Besonders Alexis Nebengeschichte fand ich sehr gut gewählt, da diese dem Buch die gewisse Tiefe verleitet hat und man bis zum Ende mitgefiebert hat, wie es ausgehen würde.

Im Buch wird der Männer-Buchclub wieder zum Thema. „Der Russe“ sorgte wieder für sehr amüsante Momente im Buch, wodurch ich an manchen Stellen lachen musste. Er ist und bleibt einfach eine liebenswerte Figur. Die anderen Figuren aus dem Bücherclub finden auch ihrem Platz im Roman und ergänzen die Geschichte ausreichend, aber recht wenig.  

Wie erwähnt, sind New-Adult Romane für mich eher ein neues Lesegenre. Dennoch finde ich die Geschichte um Alexis und Noah sehr authentisch und schlüssig dargestellt. Man geht als Leser mit den Figuren durch Höhen und Tiefen, sodass es im Gesamten ein sehr emotionales Leseabenteuer war. Für mich ist diese Reihe eine klare Leseempfehlung!

Deswegen kann ich zum Schluss sagen, dass mich der dritte Band der „Secret Book Club“ – Reihe mal wieder positiv überzeugt hat. Es wird humorvoll, spannend und emotional. Was will man mehr?

Grenzfall Band 1 – Anna Schneider

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Der erste Fall steht für das deutsch-österreichische Ermittlerteam bestehend aus Alexa Jahn und Bernhard Krammer an. Im ersten Fall stoßen die Beiden auf einen Frauenkörper, der an einer Felswand liegt. Aus einem vermeintlichen Kletterunfall schließen Jahn und Krammer daraus, dass es doch ein Mord war. Der Oberkörper der Frau wurden Beine aus Stroh angenäht und weitere Leichenteile tauchten in Tirol auf. Die Leichenteile von der toten Frau? Oder gibt es ein weiteres Opfer? Und warum wurde die Leiche oder die Leichen durch den Täter auf zwei Länder verteilt?

Um in die Geschichte einzufinden, habe ich eine Zeit lange gebraucht, da sich der Einstieg zog. Dennoch wird man nach einiger Zeit belohnt und findet sich nach paar Kapiteln in der Handlung gut zurecht. An der Seite von der Protagonistin Anna macht es richtig Spaß den Plot zu verfolgen. Natürlich spürt man bei Anna eine gewisse Nervosität, da dies ihr erster Fall ist. Nichtsdestotrotz zeigt sie sich in ihrem Ermittlungsumgang sehr kompetent und schlüssig. Außerdem ist sie sehr sympathisch, wodurch man mit Freude die Handlung an ihrer Seite verfolgt. Da sie gezwungermaßen mit dem österreichischen Ermittler Krammer arbeiten muss, wird es für sie nicht leicht. Zwei Ermittlerwelten trafen aufeinander, die auf den ersten Blick sehr gegensätzlich erscheinen. Krammer war für mich auf den ersten Eindruck sehr unsympathisch. Dennoch habe ich bei ihm eine positive Entwicklung bis zum Ende des Buches gesehen, wodurch ich ihn zum Schluss ins Herz schließen konnte.

Schön fand ich, dass man als Leser sehr lange hinsichtlich der Identität des Täters im Dunklen tappt. Aus diesem Grund kann man selbst Hypothesen aufstellen und miträtseln. Dadurch kam eine gute Spannung auf, die für ein gutes Lesevergnügen sorgte. Das Ende weist ein gutes Finale auf und die Offenbarung der Motive war mir an keiner Stelle des Buches ersichtlich. Gut gemacht!

Abschließend kann ich sagen, dass ich mit dem neuen Ermittlerteam gut in die neue Kriminalromanreihe eingestiegen bin. Ich wurde gut unterhalten und freue mich auf den zweiten Band, der im nächsten Jahr erscheinen wird.

Killing November – Adriana Mather

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Ohne jegliche Vorwarnung und Informationen wird November auf eine geheimnisvolle Academy namens Absconditi geschickt. November kann einfach nicht verstehen, weswegen ihr Vater sie auf dieses Internat, welches von einem Geheimbund regiert wird, geschickt hat. Schnell merkt sie, dass die Academy Absconditi und die Menschen darin recht geheimnisvoll sind. Die oberste Regel im Internat: Keine Identitätsoffenbarung, keine Namen und keine Details über Mitglieder der eigenen Familie. Und dann passiert es. Ein Mitschüler von November wird ermordet und die Protagonistin wird des Mordes beschuldigt. Schnell muss sie herausfinden, wer ihr den Mord anhängen möchte und welche Rolle sie in diesem komplexen Geflecht aus Intrigen und Geheimnissen spielt.

Die Autorin konzipiert mit diesem Jugendthriller einen sehr interessanten und vielschichtigen Roman, der eine gute Spannung aufweist. Besonders durch das Setting eines geheimnisvollen Internats, verschiedener Familien und ungewöhnlichen Schulfächern konnte mich die Autorin gut über die 400 Seiten unterhalten. Teilweise empfand ich, dass das Buch „Harry Potter“ und „Die Tribute von Panem“-Vibes aufwies. Dies fand ich total interessant und man konnte sich hervorragend in das Setting hineinversetzen.

Als Leser merkt man schnell, das viele Mitschüler von November etwas zu verbergen haben. Dadurch wusste ich als Leser nicht, wem ich vertrauen kann. Dazu kommt noch der Geheimbund, welchen man hinsichtlich seiner Ziele und Ansichtsweisen nicht komplett durchblicken konnte. Aus diesem Grund hat man nicht vorausahnen können, was im nächsten Kapitel passieren würde. Dadurch entstand eine gute Spannung, da man hinsichtlich der Auflösung gut hin fiebern konnte. Leider muss ich sagen, dass ab der Mitte des Buches mir doch der grobe Verlauf der Handlung zu vorhersehbar war.

November als Protagonistin zeigte sich in ihren Handlungszügen recht naiv; aber auf der anderen Seite auch mutig. Mit viel Kraft versucht sie das System des Internats durchzublicken. Besteht da Hoffnung? Besonders für Jugendliche empfiehlt sich das Buch, da sich Jugendliche mit diversen Charakteren identifizieren können. Persönlich fände ich es besser, wenn die Autorin sich noch tiefgründiger mit einzelnen Charakteren auseinandersetzen würde, damit man ein ausführlicheres Bild über die einzelnen Charaktere erhält. Hier wirkten sie nämlich recht oberflächlich gestaltet. Die Tiefgründigkeit der Figuren erhoffe ich mir aber vom zweiten Band, da ja das Ende des ersten Bandes sowieso nach einer Fortsetzung schreit.

Schlussendlich kann ich sagen, dass mich das Buch hinsichtlich des Settings und der ganz guten Handlung positiv überzeugt hat. Wie erwähnt, erhoffe ich mir im zweiten Band eine gewisse Tiefe und eine viel intensiver verstrickte Handlung. Ich freue mich auf Band 2!

Ork City – Michael – Peinkofer

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Im Süden der Stadt Tirgaslan treiben gefährliche Orkgangs und hinterhältige Zwergensyndikate ihr Unwesen. Der Kriegsveteran Corwyn Rash, der zurzeit als Privatdetektiv in der Stadt tätigt ist, kommt nur mühsam über die Runden. Doch als dann er der Nachtclubsängerin Kity Miotara begegnet, ändert sich in diesem Moment alles. Kity blendet den Protagonisten mit ihrer Schönheit und bittet ihn die Suche nach ihrem Chef aufzunehmen. Rash entschließt sich dazu, Kity zu helfen, da er eine saftige Belohnung erwartet. Schnell merkt Rash aber, dass Kity ihm nicht alle Informationen offenbart hat. Trolle und ein Geheimkult fangen an Rash zu jagen. Eine tödliche Intrige, deren Wurzel in eine sehr dunkle Vergangenheit reichen.

Mit „Ork City“ stürzte ich mich in mein zweites „Ork-Abenteuer“. Direkt zu Beginn des Romans kommt eine sehr düstere Stimmung auf, die durch den Autor gekonnt durch detaillierte Beschreibungen der Stadt und Umgebung, erzielt wird. Beim Leser entsteht ein sehr tristes Bild der Stadt. Korrupte Polizei, gewalttätige Syndikate, Tötungsdelikte – Gibt es da überhaupt einen Funken Hoffnung in Tirgaslan?

Neben Orks sowie Zwergen treten weitere fantastische sowie „normale“ Wesen im Buch auf, die jedoch nur kurz angeschnitten werden, da der Fokus in diesem Buch auf den zwei vorher genannten Rassen liegt. Dies fand ich gut gemacht, würde aber mir bei einem zweiten Band um Corwyn Rash wünschen, das diesen auch eine wichtige Rolle zugesprochen wird.

Der Plot an sich bietet ein großes Potential. Im Mittelpunkt steht Kity die dem Protagonisten den Kopf verdrehen möchte, um Vorteile aus ihm zu ziehen. Für mich war aber der Verlauf der Handlung zu antizipierbar. Deswegen kann ich sagen, dass eine gewisse grundlegende Spannung im Buch vorlag, diese aber nicht so enorm war, dass ich durch die Story gefesselt worden bin. Deswegen zog sich das Buch für mich ab der zweiten Hälfte. Schade!

Mit Crowyn Rash kreiert der Autor einen recht sympathischen aber klischeehaften Ermittler, der eine gute Ermittlungsarbeit aufwies. Es war sehr interessant zu verfolgen, wie Rash sich durch diese düstere Welt bewegt.

Insgesamt kann ich sagen, dass trotz einer antizipierbaren Handlung, im Buch eine düstere Stimmung im Buch vorliegt, die hervorragend zur Geltung kommt. Ich bin gespannt, ob ein zweiter Fall kommen wird.

Die Frau vom Strand – Petra Johann

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Rebeccas Leben ist endlich perfekt. Ihr fehlt nix mehr. Mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter Greta lebt sie in einem großen Haus in einem kleinen Ort an der Ostsee. Rebeccas Frau Lucy arbeitet in Hamburg und in diesen Momenten, wenn Lucy nicht da ist, fühlt sich Rebecca einsam. Doch am Strand lernt sie Julia kennen und die Beiden freunden sich an. Nach zahlreichen Treffen verschwindet Julia spurlos. Rebecca stellt Nachforschungen auf und merkt schnell, dass sie ein Phantom jagt. Dabei findet sie heraus, dass die ganzen Geschichten von Julia kompletter Unfug waren. Als sie das merkt, ist es schon zu spät und Rebecca steht vor einer Entscheidung, die fatalen Folgen haben kann.

Freundin oder Feindin? Mit „Die Frau vom Strand“ begeben wir uns in einen rasanten Thriller, der viel Potential aufweist. Zu Beginn des Buches lernen wir Rebecca kennen und begleiten ihr Leben in dem kleinen Örtchen an der Ostsee. Man erhält gute Einblicke in ihr Leben sowie ihrer neuen Freundschaft zu Julia. Dadurch, dass die Autorin die Ich-Perspektive für Rebecca gewählt hat, ist die ganze Situation für den Leser viel intensiver zu spüren.

Doch dann tritt im Buch ein fatales Ereignis auf und im zweiten Teil des Buches wechselt die Perspektive zu zwei Ermittlern, die einen Fall auflösen wollen. Diesen Wechsel habe ich nicht erwartet, fand ihn aber sehr gelungen. Und so entwickelt sich die Story recht gut. Es kommt eine gute Spannung auf, die den Leser festhält. Ich würde sehr gerne auf einzelne Aspekte eingehen, würde aber somit die Handlung spoilern. Auf jeden Fall kann ich aber sagen, dass ich dann komplett in der Handlung drin war. Ich fand schön, dass das Personenspektrum sehr übersichtlich war und schlüssig. Rebecca hat mir total gut gefallen und die Ermittler rund um Edda haben eine solide Arbeit im Thriller getan. Man hat alle Information erhalten, die wichtig für die Auflösung des Ganzen waren. Toll!

Zum Schluss springen wir ein letztes Mal zur Perspektive der Protagonistin. Diese bildet einen hervorragenden Schluss und das Ende kam wirklich unerwartet! Dennoch habe ich etwas sehr störend empfunden, dass der Hauptgrund war, weswegen ich dem Buch ein Stern abziehen musste: die Kapiteleinteilung.

Der erste Teil des Buches wurde am Stück erzählt und die weiteren Kapitel im zweiten, dritten (…) Teil sind teilweise über 30, 40 Seiten lang. Ich empfand dies als sehr störend, da man einfach irgendwie nach paar Seiten nicht abschalten konnte. Obwohl Orte und die Handlung sich innerhalb eines Kapitels gewechselt haben, wurde ein Absatz nur eingefügt. Allgemein war dies für mich sehr anstrengend zum Lesen. Hier fände ich super, wenn das Buch eine bessere sowie kürzere Kapitelaufteilung aufweisen würde.

Schlussendlich kann ich sagen, dass mich der Plot in diesem Thriller sehr begeistert hat. Ich war durch gefesselt und mich hat das Buch sehr unterhalten. So kann man nach diesem Buch sagen: Es kommt nichts, so wie es scheint.

Night Rebel (Band 1) – Jeaniene Frost

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Auf verschiedenen Seiten stehen und doch eine Leidenschaft füreinander verspüren?

Der mächtige Meistervampir Ian ist hemmungslos sowie böse. In den letzten zwei Jahrhunderten hat er sich sehr viele Feinde gemacht – darunter auch den Dämonen Dagon, der seine Seele aufsaugen möchte. Die einzige Chance für Ian sich gegen Dagon zu stellen, ist es, sich mit der Gesetzhüterin Veritas sich zu verbünden. Doch Veritas verfolgt ihre eigenen Ziele und so hat sie mit Dagon auch eine Rechnung offen. Wäre dann Ian nicht der perfekte Köder, um Dagon zu schnappen? Doch aus einem perfiden Plan, entwickelt sich eine ungezähmte Leidenschaft, die tödliche Konsequenzen hervorbringen kann.

Vampire? Dämonen? Kreaturen wie diese, fanden sich nie in den Büchern, die ich gelesen habe. Deswegen war ich sehr gespannt, was mich in diesem Buch erwarten wird. Und so begab ich mich in die Welt der Vampire und Dämonen. Anfangs ging ich von einem mittelalterlichen Setting aus. Dem ist aber nicht so. Vampire und Dämonen leben in der Moderne – auf unserer Welt. Aus diesem Grund fand das Konzept von Vampiren in der modernen Welt recht erfrischend und spannend. Schön fand ich, dass man in die Geschichte direkt reingeworfen wird. Es fängt sehr rasant und energiereich an. Veritas und Ian sind zwei Protagonisten auf demselben Niveau. Auch wenn auf den ersten Blick es so erscheint, dass sie keine Gemeinsamkeiten aufweisen, merkt man im Verlauf des Buches, dass da doch ein kleiner Funken Hoffnung zwischen den Beiden ist. Besonders toll fand ich, die Sticheleien zwischen den Beiden. Diese waren total amüsant und lockerten das Buch ganz gut auf. Sonst hat mir die Gestaltung der Beiden gut gefallen. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass man noch tiefgründiger in die Charaktere reinschauen konnte, um diese noch besser zu verstehen.

Die Entwicklung beider Charaktere in diesem ersten Band fand ich sehr interessant. Da freue ich mich schon, wie sich die Beiden weiterentwickeln werden. Hinsichtlich der Spannung kann ich sagen, dass diese erst im letzten Drittel aufkam. Bis dahin verlief die Handlung eher ruhig und zäh. Aber es hat sich gelohnt so lange auf die Spannung zu warten, da sie dann im letzten Drittel so enorm ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Allgemein kann ich sagen, dass es für mich als hauptsächlicher Thriller-/Krimileser sehr amüsant war, in die Welt von Ian und Veritas einzutauchen. Ich bin gespannt, was in Band 2 passieren wird!

Der Tausch – Julie Clarke

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Zwei Frauen auf der Flucht. Mit einem guten Ausweg? Der Thriller „Der Tausch“ entführt uns an den Flughafen JFK, in der schönen Stadt New York. Eigentlich wollte Claire vor ihrem aggressiven und gewaltbereiten Mann fliehen. Alles war geplant, jedoch kurzfristig geht ihr Plan zu Grunde. Sie muss nach Puerto Rico für ihren Mann fliegen, um ihn bei einem Wahlkampf zu unterstützen. Total erniedrigt begegnet sie Eva auf dem Flughafen, die auf dem Weg nach Kalifornien ist. Leider erwartet sie die Polizei vor Ort. Innerhalb kurzer Zeit entscheiden sich beide Frauen einen riskanten Schritt zu gehen, indem sie ihre Flugkarten austauschen. Claire landet in Kalifornien und bemerkt, dass in Evas Haus alles anders erscheint. Dabei wird sie in den Nachrichten aufmerksam gemacht, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt sei. Kurz darauf bemerkt sie jedoch Eva in einer Fernsehreportage. Lebendig. Was hat es mit der Geschichte auf sich?

Mit viel Begeisterung begegnete ich dieser Story und war gespannt, was mich erwartet. Die Geschichte beginnt recht spannend, da wir uns auf dem Zeitstrahl vor dem Tausch der Tickets befinden. Wir verfolgen Claires Leben und ihren Plan zum Fluchtversuch. Dabei kommt es im Buch zu spannenden Momenten, wie z.B. ihren geheimen Vorbereitungen zur Flucht. Gänsehaut pur!

Ich fühlte mich mit Claire verbunden. Besonders durch die Ich-Perspektive konnte man mit ihr mitfühlen und ihre Gedankengänge ausführlich nachverfolgen. Und dann kam schon der Wechsel zu Eva. Über Eva erfährt man mehr als über Claire. Man lernt sie detailliert kennen und merkt, was sie teilweise für eine Hölle durcherlebt hat. Dennoch fiel es mir schwer, zu ihr eine Bindung aufzubauen. Hinsichtlich des Perspektivwechsels zwischen den beiden Protagonistinnen fand ich schön, dass der Wechsel der Perspektiven mit dem Wechsel des Schreibstiles kooperiert hat. Wie erwähnt, erzählt Claire aus der Ich-Perspektive und die gegenwärtige Handlung um Eva sowie die Rückblicke in die Vergangenheit werden jeweils aus der dritten Perspektive erzählt. Das hat mir super gut gefallen!

Weiterhin lässt sich sagen, dass ich eine höhere Spannungsintensität in diesem Thriller erwartet hätte. Nachdem das Flugzeugunglück passiert ist und Claire schon Kalifornien war, fiel die Spannungskurve sehr ab. Natürlich gab es zwischen durch nicht erwartende Twists, welche die Spannung teilweise „hochpushten“. Diese hatten jedoch nicht einen großen positiven Effekt auf meine Lesefreude. So kann ich sagen, dass mich das Buch ab diesem Zeitpunkt, eigentlich nicht mehr so richtig gefesselt. Ich musste mit viel Anstrengung am Ball bleiben. Außerdem beeinflussten ein paar Logikfehler meinen Lesespaß ebenfalls. Allgemein erscheint der Tickettausch für mich als sehr unglaubwürdig.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich aus diesem Buch mit gemischten Gefühlen rausgehe. Auf den Perspektivwechsel sowie die Gestaltung der Charaktere blicke ich positiv zurück. Dennoch gebe ich mich mit der Spannung, ein paar Logikfehlern und zähen Momenten nicht zufrieden.

Oktobernacht – Volker Backert

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Die Protagonistin dieses Kriminalromans namens Hannah steht vor einem großen Durchbruch in ihrer Karriere. Sie darf endlich eine Talkshow mit politischen Inhalten übernehmen und ihre erste Livesendung findet zum Jubiläum der deutschen Einheit in Berlin statt. Parallel dazu stellt Hannah Nachforschungen auf. Wer ist sie wirklich? Dabei stößt sie auf ein großes Geheimnis, wodurch sie an ihrer Identität stark zweifelt. Deshalb ahnt sie nicht, dass sie ein Teil eines hinterhältigen Plan ist, der bald eskalieren wird. Was geschah wirklich vor 30 Jahren?

Mit „Oktobernacht“ lies ich mich in meinen ersten Kriminalroman, in dem die Wende zum Thema wird. Mit viel Neugier und Interesse stürzte ich mich in dieses Leseabenteuer und war gespannt, was mich erwarten wird. Da ich bei der Wiedervereinigung der BRD und DDR noch nicht auf der Welt war, fand ich die Zeitliste zu Beginn des Buches sehr hilfreich. Außerdem stellt sie eine gute Stütze dar, da die Handlung im Buch sich anhand der Zeitleiste orientiert. Mit Hannah begab ich mich als Leser in ein Netz voller Lügen und Tristheit. Ihre Identitätsfindung und Hilfslosigkeit werden durch den Autor hervorragend und authentisch dargestellt. Ich konnte mit Hannah mitfühlen, da es wirklich dem Autor gelungen ist, ihre Gefühle und Gedanken auf den Punkt zu bringen.

Handlungstechnisch konnte mich die Geschichte leider nicht packen. Auch wenn mir vorher bekannt war, dass die Politik einen großen Stellenwert in diesem Buch einnehmen wird, war es an manchen Stellen zu viel für mich. Aus diesem Grund hat die Spannung im Buch darunter gelitten. Außerdem störte es mich, dass in manchen Kapiteln die Szenen abrupt gewechselt haben, wodurch ich teilweise den Überblick in die Handlung verloren habe. Folglich war es für mich sehr anstrengend, dieses Buch zu lesen.

Dennoch fand ich sehr interessant, wie die Vergangenheit und der Einsatz der Medien im Buch zur Geltung kommen. Deswegen blieb ich am Ball dran und hab es zu Ende gelesen.

Schlussendlich kann ich sagen, dass der Kriminalroman „Oktobernacht“ hinsichtlich der Thematik und der Identitätsfindung sehr interessant erscheint. Dennoch tat ich mich mit dem Schreibstil sowie der mäßigen Spannung im Buch schwer.