Die Nacht zuvor – Wendy Walker

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Ist Laura Täterin oder Opfer?

Im Thriller „Die Nacht zuvor“ geht es um die beiden Schwestern Rosie und Laura, die verschiedener nicht sein könnten. Trotzdem konnten sie sich in ihrem Leben immer aufeinander verlassen. Leider hatte Laura nie das Glück bei Männern und entschied sich, sich auf einer Onlinedating-Plattform anzumelden. Dort lernte sie einen Mann kennen, mit dem sie sich an einem Donnerstag traf. Doch dann verschwindet Laura spurlos. Als Rosie am nächsten Tag Laura nicht zuhause antrifft, geht sie stark davon aus, dass Laura was zugestoßen ist. Sie setzt alles daran, sie zu finden. Ist Laura in Gefahr oder auf der Flucht? Ist sie Opfer oder Täterin? Denn Laura stand schon einmal unter Verdacht, einen Mord begangen zu haben. Doch damals lagen keine Beweise gegen sie vor. Aber die Zweifel sind immer noch – auch bei Rosie.

Der Thriller beginnt spannend und aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen verfolgen wir Laura bei ihrem Date und der Geschichte, was wirklich passiert ist. Zum anderen schlüpfen wir in Rosies Rolle ein und verfolgen ihre Strategien, um Laura zu finden. Parallel zu der ganzen Geschichte finden Kapitel im Buch ihren Platz, die persönlichen Gespräche zwischen Laura und ihrem Psychologen offenbaren, wodurch man Laura noch besser kennenlernen kann. In diesem Fall ist es eine gelungene Mischung, da man drei verschiedene Storys verfolgen kann.

Die Geschichte ist sehr spannend, da man herausfinden möchte, was wirklich passiert ist. Die Spannung wird insbesondere durch die kurzen knackigen Kapitel unterstützt. Die beiden Schwestern Rosie und Laura sind charaktertechnisch toll gestaltet. Sie handeln authentisch und nachvollziehbar. Im Verlauf des Buches erfahren wir als Leser viel über die beiden Schwestern und ihr Aufwachsen sowie über weitere Charaktere wie z.B. Rosies Ehemann. Es treten somit gute Wendungen auf, die gut den Handlungsverlauf beeinflussen. Das Setting kann ich sehr positiv bewerten, da die ganze Geschichte, abseits der Rückblicke der Gespräche zwischen Laura und ihrem Psychologen, sich innerhalb knappen 36 Stunden abspielt.

Insgesamt kann ich sagen, dass es sich beim Buch „Die Nacht zuvor“ um einen Thriller mit einer interessanten Story handelt, die insbesondere zum Schluss gute Wendungen aufbringt. Durchgängig stellt man sich die Frage, inwiefern man Laura vertrauen kann und diese Frage macht das ganze Buch spannend. Wer auf blutige Thriller steht, der wird enttäuscht. Dennoch empfehlt sich das Buch für Thrillerfreunde, die Abgründe von Menschen kennenlernen wollen und bis zum Schluss Nerven aufbringen können.

Das „Think like a Monk-Prinzip“ – Jay Shetty

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Das Buch „Think Like a Monk-Prinzip“ gehört zu der Kategorie der Bücher, die einem Menschen bei der persönlichen Weiterbildung sowie der Selbstfindung helfen soll. In diesem Buch begegnen wir Jay Shetty, einem gebürtigen Londoner, der sich nach Abschluss der Schule sich entscheidet, in ein Mönchhaus in Indien zu gehen. Er verbringt drei Jahre vor Ort und lernt das Leben sowie die Denkweisen der Mönche kennen. In diesem Buch erzählt Jay uns, was er auf seinem Weg alles erlernt hat. Das interessante dabei ist, dass er zwei nicht zusammenpassende Welten vereinen möchte: Mönche und Medien. Doch das gelingt ihm gut und entwirft mit dem Buch einen guten Ratgeber.

Mit Jay Shetty habe ich mich persönlich schon sehr lange befasst, da ich seine Einstellung zur Welt und sein Leben sehr interessant finde. Auf ihn bin ich im Internet gestoßen und fand seine Videos auf diversen Plattformen sehr nützlich und hilfreich. Umso mehr war ich jetzt gespannt, was mich hier in diesem Buch erwarten wird. Jay Shetty unterteilt das Buch in verschiedene Kapitel, die jeweils einen anderen Schwerpunkt aufweisen. Dies macht das Buch sehr abwechslungsreich und jeder sollte für sich ein interessantes Kapitel finden. Dabei weist jedes Kapitel eine Tiefgründigkeit auf, da man direkt angesprochen wird. Der ganze theoretische Teil wird durch praktische Übungen untermauert, die helfen sollen, das Gelesene noch besser zu verstehen. Natürlich wird man nicht direkt seine ganze Einstellung verbessern und zum besten Menschen auf der Erde gekürt. Nein – Schon kleine Aspekte regen einen an, sich zu ändern, wodurch man nach und nach sich entwickeln kann. Ich finde, dass es bei diesem Buch um einen sehr guten Ratgeber handelt, der einem viel auf dem Weg geben möchte. Die Kapitel sind sehr interessant aufgeteilt und weisen einen tollen Input für die persönliche Selbstfindung auf. Ich spreche somit eine Leseempfehlung für Leute auf, die gerne sich mit einer persönlichen Weiterbildung auseinandersetzen möchten

Batman Damned Bd.2 – Brian Azzarelo, Lee Bermejo

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Im zweiten Band der „Batman – Damned“ Reihe geht der Wahnsinn weiter. Batman ist weiterhin in seinen Ermittlungen im Fall des ermordeten Jokers beschäftigt. Ist Joker wirklich tot und wenn ja, wer war für seinen Tod verantwortlich? Eine Spur führt ihn in einen Nachtclub voller Gangster. Im Nachtclub hat der dämonische Rapper J Blood einen Auftritt. Plötzlich geht ganz Gotham in Feuer auf. Batman wäre auf sich alleine gestellt, wären Constantine und Deadman nicht zur Hilfe gekommen. Im Kampf begegnet Batman einer ganz besonderen Schurkin…

Ich war schon sehr über den ersten Band fasziniert. Es lässt sich sagen, dass der zweite Band handlungstechnisch sehr gut an den zweiten Band anknüpft. Positiv zu bewerten ist, dass die Handlung viel tiefgründiger als im ersten Band ist. Es passiert viel mehr und es treten gute Wendungen auf. Weiterhin tappen wir als Leser im Dunkeln und versuchen das Mysterium um den Joker lösen. Wie im ersten Band finden Rückblenden auch ihren Platz im zweiten Band. Diese zeigen Schlüsselszenen, die Einfluss auf Bruce Leben hatten und ihn zu dem gemacht haben, wer er nun ist. Die Gestaltung des Comics ist mal wieder sehr gelungen. Durch die dunklen Farben herrscht eine sehr düstere Stimmung. Der Zeichner überzeugt wieder mit detailreichen Zeichnungen, die mich beim zweiten und dritten Durchblättern des Comics weiterhin staunen lassen.

Insgesamt überzeugt der zweite Band der „Batman Damned“ Reihe viel stärker hinsichtlich der Handlung. Ich kann somit sagen, dass ich mich sehr auf den dritten Band und auf die Auflösung der ganzen Geschichte freue.

Ich bin der Sturm – Michaela Kastel

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Madonna hat kein gutes Leben. Sie ist ein Geist, eine Namenslose, ihre Zelle trägt die Nummer 13. Sie wird eingesperrt und muss täglich Unvorstellbares über sich ergehen lassen. Doch niemand weiß, was Madonna für eine Geduld aufbringen kann. Denn sie weiß, dass sie zu den Anfängen ihres Martyriums gelangen muss, um das alles zu beenden. An einem Abend gelingt ihr durch eine Person die Flucht. Endlich kann ihre Rache beginnen. Doch bei ihrem Racheplan muss Madonna aufpassen. Überall lauert Gefahr und ihre Peiniger verfolgen sie. Schlussendlich muss Madonna sich selbst die Frage stellen: Will sie ganze Zeit fliehen oder sich ihren Dämonen stellen?

Dieses Buch habe ich an einem Tag durchgelesen, weil es mich so sehr gefesselt hat. Madonna ist ein außergewöhnlicher Charakter, der keine Gnade kennt und eine Vorliebe für Gewalt und Brutalität verspürt. Beim Lesen stoßen wir auf ihre kranken Gedanken und merken, wie stark ihre Vergangenheit sie geprägt hat. Dabei merken wir, dass die Protagonistin psychisch labil ist. Die Ursache ihres psychischen Zustands lässt sich in ihrer Gefangenschaft wiederfinden. Im Buch verfolgen wir Madonna auf ihrem Rachefeldzug. Der Rachefeldzug erweist sich als spannend und brutal. Nebenbei bietet das Buch einen großen Spielraum zum Miträtseln. Man möchte mehr über die Protagonistin erfahren und die Gründe für ihre Gefangenschaft und ähnliches erfahren. So treten im Verlauf des Buches Wendungen und emotionale Momente auf, die das Buch im Gesamten gut abrunden. Dies wird dann durch die persönliche Nähe und den ich-Schreibstil zur Protagonistin verstärkt.

Mit dem Thriller „Ich bin der Sturm“ bietet uns die Autorin keinen 0815 Thriller. In diesem Buch kann man hautnah den Rachefeldzug einer Frau verfolgen, die nichts mehr zu verlieren hat. Eine klare Leseempfehlung!

The Last Day – Andrew Hunter Murray

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Im dystopischen Thriller „The Last Day“ springen wir auf der Zeitachse in das Jahr 2059. Die Erde hat sich aufgrund eines Ereignisses im Weltraum aufgehört zu drehen, wodurch die eine Hälfte unseres Planeten einer extremen Hitze ausgesetzt ist und die andere Hälfte in Dunkelheit und Kälte zurückgeblieben ist. Dennoch existiert ein kleiner Bereich, der das Weiterleben auf der Erde ermöglicht. Die Wissenschaftlerin Ellen Hopper befindet sich auf einer Insel im Meer und untersucht die Auswirkungen von Strömungen auf der Erde. Doch dann begibt sich die Protagonistin nach Großbritannien. Sie erhält einen Brief von ihrem ehemaligen Professor und Wissenschaftler Edward Thorne aus ihrer Universität. Dieser Brief offenbart ein sehr großes Geheimnis, welche nicht ans Licht rücken dürfen. Um dieses Geheimnis zu bewahren, sind manche Menschen bereit ihr Leben zu geben…

Das Szenario dieses Buches finde ich sehr abwechslungsreich gewählt. Kann ein derartiges Phänomen uns auch irgendwann treffen? Die Geschichte beginnt ruhig holprig, jedoch informativ. Die Charaktere werden recht oberflächlich ins Geschehen eingeführt, wodurch ich Ellen nur schwer eine Bindung aufbauen konnte. Nach und nach beschreibt die Autorin die neue Welt. Mit ihrem Schreibstil und ihren Beschreibungen konzipiert die Autorin eine detailreiche Darbietung der neuen Welt. Das „Worldbuilding“ ist in diesem Buch gut gelungen. Es kommen Kapitel vor, wo das „Worldbuilding“ einen hohen Stellenwert erhält, wodurch man in diesen Kapiteln in eine andere Welt entfliehen kann. Dennoch wäre es meines Erachtens nach besser, wenn im Worldbuilding nicht nur der Fokus auf Großbritannien gelegt worden ist, sondern auch auf weitere Nationen, um ein Gesamtbild der Erde zu erhalten.

In diesem Buch geht es hauptsächlich um ein Geheimnis. Die Protagonistin versucht im Buch, das Geheimnis von Edward aufzudecken. Dabei liefert sich Ellen eine rasante Jagd mit dem Geheimdienst und setzt sich ständiger Gefahr aus. Dadurch entsteht eine gute Spannung, die uns mitfiebern lässt. Die weiteren Charaktere wie Ellens Ex David oder Ellens Bruder Mark ergänzen die Geschichte charaktertechnisch gut, haben jedoch keinen großen Einfluss auf die Handlung. Abseits der Charaktere und der Handlung spielt der Autor zentrale Probleme der Welt auf, die sich gegenwärtig auch bei uns finden lassen – Klima, Flüchtlinge, unstabile Wirtschaft, geschlossene Grenzen. Eine Kritik an unserer Welt?

Insgesamt ist der dystopische Thriller „The Last Day“ ein gutes Buch, welches sich für Thriller und Fantasyfans lohnt. Wer auf ein sehr gutes Worldbuilding steht, kommt sehr wahrscheinlich auf seine Kosten. Und ich gehe davon aus, dass ein weiterer Teil folgen wird. Der Autor kann uns doch nicht mit einen derartigen Cliffhanger liegen lassen…

Die Stimme – S.K. Tremayne

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Sind künstliche Intelligenzen und Smart-Geräte das Todesurteil für die Erde? Jo besitzt eine digital Home Assistentin namens Electra. Als Electra sie mit den Worten: „Ich weiß, was du getan hast“, anspricht ist die Protagonistin geschockt. Es kann doch unmöglich sein, dass Electra so viel über Jo Bescheid weiß. Doch Electra hat nicht nur ein umfangreiches Bewusstsein, nein – sie greift auf Jos Privatsphäre ein, indem sie Textnachrichten an ihre Familie und ihre Freunde schickt, ihr Bankkonto leerräumt usw. Dabei tritt der Gedanke an ihren Vater ins Jos Kopf, der an Schizophrenie sein Leben nahm. Ist Electra doch nur eine reine Einbildung? Doch Jo weiß nicht, dass Electra noch lange nicht fertig mit ihr ist…

Der Thriller „Die Stimme“ greift mit seiner Idee eine grundlegende Thematik unserer Zeit auf – künstliche Intelligenzen und Smartgeräte, die dem Menschen das Leben erleichtern sollen. Ich bin ein klarer Gegner von künstlicher Intelligenz, da ich der Meinung bin, dass dies der Untergang der Menschheit sein KANN.

Ich finde es gut, dass der Thriller recht harmlos und ruhig anfängt und nach und nach in ein Feuerwerk von Spannung, Wendungen und psychologischen Spielchen bis ins Nichtvorstellbare übergeht. Jo verhält sich über das Buch hinweg authentisch. Ich konnte sehr gut mit ihr mitfühlen und ihre Ängste total nachvollziehen. Insbesondere durch die Erzählperspektive aus Jos Sicht konnte man eine starke Bindung zur Protagonistin aufbauen. Diese Bindung entwickelte sich irgendwann beim Lesen ins Negative, da ich sie ab einem Zeitpunkt sehr verwirrend und passiv handelte. Der psychologische Zweifel, dass Jo sich Electra und den ganzen Rest einbildet, wurde in diesem Buch sehr gut aufgegriffen und lies mich in einem Gedankenchaos eintreten. Die weiteren Charaktere ergänzen die Handlung gut.

Mit „Die Stimme“ entwirft der Autor einen brandaktuellen Thriller mit einer sehr interessanten Thematik, der uns mit einem mulmigen Gefühl zurücklässt. Die Spannungskurve bleibt bis zum Schluss konstant in der Höhe, wodurch ich das Buch sehr schwer weglegen konnte. Als Abschluss kann ich festhalten, dass dieses Buch einen großen Raum für Hypothesen hergibt.

Bermuda – Thomas Finn

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Was hat es mit der Insel Bermuda sowie mit dem dazugehörigen Bermudadreieck auf sich ? Die Umweltaktivistin Itzil und der Biologe Alex befinden sich auf einem Kreuzfahrtschiff. Doch das Schiff gerät in einen Hurrikan und geht auf Grund. Mit ein paar weiteren Überlebenden werden Alex und Itzil an einen Strand einer Insel gespült. Das komische an der Insel: Die Handys haben kein Empfang und der Kompass dreht durch. Als wäre es nicht schlimm genug, verschwindet am nächsten Tag der Vorrat aus dem Lager. Sind die Überlebenden alleine auf der Insel ? Alex begibt sich auf Bergungsmission zum Wrack des Schiffs und Itzel entdeckt geheimnisvolle Schätze und Heiligtümer. Gelingt es den Überlebenden ein Signal in die Welt zu senden, um gerettet zu werden? 

Die Thematik des Horrorthrillers erinnert mich an die Serie Lost und da ich ein großer Fan der Serie war, habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. Direkt zu Beginn des Buches kam eine gute Spannung auf, die insbesondere durch den Schreibstil des Autors durchgehend über das Buch gehalten wird. Thomas Finn hat einen bildhaften Schreibstil, wodurch ich mir jede Szene auf der Insel gut vorstellen konnte. Ich finde gut, dass der Autor dem Buch ein Hauch von Mystik verleiht hat. Dadurch können die Grenzen der Realität gebrochen werden, sodass man nicht so leicht erraten kann, in welche Richtung die Handlung gehen wird. In der Geschichte begegnen wir einer großen Gruppe von Überlebenden – ungefähr 12 – die um das Überleben kämpfen. Folglich entstehen auch interpersonelle Konflikte, die den Teamspirit der Gruppe in Frage stellen. Die Charaktere sind im Großen und Ganzen unterschiedlich gestaltet, was bei dieser großen Anzahl der Personen sehr vorteilhaft ist, weil man durch die unterschiedlichem Charaktereigenschaften die Charaktere besser unterscheiden kann. Was dem Autor auf jeden Fall gelungen ist, ist, dass der Autor eine vielschichtige Handlung mit einem geschichtlichen Hintergrund konzipiert hat. Dennoch stellt für mich das Ende des Horrorthrillers einen Kritikpunkt dar, da es mir einfach nicht gefallen hat (Persönliche Meinung)

Zusammengefasst ist „Bermuda“ ein guter Horrorthiller, der gute Horrorelemente und eine vielschichtige Geschichte beinhaltet. Dem Autor gelingt es insbesondere durch den Schreibstil die Spannung aufrecht zu halten. Für Fans der Serie „Lost“ ist dieses Buch ein „Must-Read“!

Final Control – Veit Etzold

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Im politischen Thriller „Final Control“ stehen die zwei Supermächte Europa und China in einem Kampf. Dabei geht es, wie immer, um Geld, digitale Überwachung und Macht. Nun begegnen wir am Anfang dem Start-Up Gründer Tom Bayne, der zurzeit in China lebt. Auf der Suche nach einem Investor, stößt Tom auf den Miliardär Dairon Arakis. Dabei kommt er Dairon auf die Schliche und erfährt, dass er einen Krieg in Europa anzetteln möchte, indem er Banken manipuliert. So steht nun Europa vor einer Wahl. Entweder nimmt Europa die totale Überwachung an und kann in Frieden weiterleben, oder entsteht das totale Chaos, was dazu führen wird, dass Europa bald untergehen wird. Also was wählst du: Totales Chaos oder die totale digitale Überwachung ?

Mit dem Buch „Final Control“ konzipiert Etzold einen neuen Thriller, der die digitale Überwachung und den Machtkampf zweiter Mächte in den Mittelpunkt der Story stellt. Direkt beim Lesen ist mir aufgefallen, dass der Autor uns einen informativen Input gibt, indem er viele Details zur Überwachung, Informatik und der Arbeitsweise der Finanzwelt gibt. Dadurch erhält man einen informativen Input und kann somit was mit einzelnen Begriffen in der Geschichte anfangen. Die Menge an Informationen ist nicht zu viel, sondern ausreichend. Wir entfliehen in eine rasante Geschichte in der Macht und Geld eine wichtige Rolle spielt. Der rasante Verlauf der Handlung wird insbesondere durch die kurzen Kapitel verstärkt. Einfach gut ! Beim Lesen staunt man über die Möglichkeiten der Mächte und man möchte nur verhindern, dass diese Vision der Welt irgendwann der Realität entsprechen wird. Leider hat mich das Pensum an Charakteren gestört, wodurch ich Schwierigkeiten mit der Zuordnung zum jeweiligen Handlungsstrang hatte. 

Insgesamt ist der Thriller „Final Control“ ein sehr belehrender Thriller, der abseits einer guten Handlung uns auch viel Input auf dem Weg gibt. Wer komplexe Bücher mag, ist hier auf jeden Fall richtig.

Ihr Königreich – Jo Nesbo

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Wie weit würdest du für deinen Bruder gehen?

Roys Bruder Carl kehrt in ihre Heimatstadt Os zurück. Nebenbei ermittelt die Polizei in einem ungelösten Fall, in dem Roys früherer Chef spurlos verschwand. Als wäre dies nicht schlimm genug, bringt Carl auch seine Frau namens Shannon mit. Das Problem darin ist, dass Shannon ausgerechnet Roys Beuteschema ist. Als Carl sich wieder in Os einlebt, offenbart er seine großen Pläne für ganz Os. Sein Ziel ist es, das kleine Dorf reich zu machen, indem er in das Dorf inverstiert. Doch wie aus dem Nichts drehen Gerüchte und Verdächtigungen hinsichtlich den Unfalltod von Roys und Carls Eltern ihre Runde im Dorf. Bisher hat Roy immer Carl beschützt – kann er ihn auch beschützen, wenn aus Brüderschaft Rivalität wird und immer mehr Geheimnisse offenbart werden?

Mit dem Kriminalroman stürzte ich mich in meinen allerersten Nesbo-Thriller und war gespannt was mich hier erwarten wird. Die Geschichte nimmt sehr langsam Fahrt auf und braucht einiges bis der Handlungsverlauf spannend wird. Beim Lesen hatte ich im Hinterkopf, dass es sich ganze Zeit um einen Kriminalroman handelt. Dieser Begriff passte mir lange nicht zum Buch, da das erste Drittel eher einem Familienroman ähnelt und von Spannung keine Spur vorzufinden war. Tatsächlich wird in diesem Buch eher der Fokus auf die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Brüder gelegt, als auf einen atemraubenden Handlungsverlauf mit vielen unvorhersehbaren Wendungen. Die beiden Hauptcharaktere Roy und Carl machen durchgehend einen soliden und authentischen Eindruck. Insbesondere durch die Rückblenden in die Vergangenheit (z.B. Kindheit der beiden Brüder) erhalten die Charaktere eine Tiefgründigkeit. Dadurch konnte man ihre Denk- und Handlungsweisen besser nachvollziehen. Das Buch/Die Handlung wird hauptsächlich aus Roys Perspektive geschildert. Aus diesem Grund lässt sich eine nähere Bindung zu Roy als zu Carl herstellen.  Der Schreibstil vom Autor überzeugt komplett. Ihm gelingt es die Brüder, das Dorf Os, die Umgebungen auf eine präzise und hochqualitative Art und Weise darzustellen.

Wer also auf einen Familienroman mit einem geringen Maß an Spannung, aber dafür guter Tiefgründigkeit, einem herausragenden Schreibstil und Themen wie Intrigen sowie Egoismus, Lust hat, der ist beim Kriminalroman „Ihr Königreich“ auf jeden Fall richtig.

Heimgesucht – Mark Edwards

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Lucas Radcliffe entscheidet sich nach Wales zu fahren. Er mietet sich ein Zimmer in einem abseits gelegenen Schriftsteller-Refugium, um weiter an seinem neuen Buch zu arbeiten. Doch schnell erfährt Lucas düstere Geschichten über die Hausbesitzerin Julia. Vor zwei Jahren ertrank Julias Ehemann in einem Fluss im Dorf, weil er ihre Tochter Lily retten wollte. Doch Lilys Leiche wurde nirgendswo gefunden. Julia glaubt immer noch daran, dass Lily irgendwo am Leben ist. Lucas fasziniert die Geschichte und stellt Recherchen an. Dabei beauftragt er eine Privatermittlerin, die ihm helfen soll, die Geschichte aus dem düsteren Dorf aufzuklären. Verstörende Erklärungen tauchen auf und Lucas merkt, dass das Dorf im tiefen Abgrund steckt.

Der Thriller konnte mich ab der ersten Seite begeistern. In diesem Thriller begeben wir uns in ein düsteres Dorf in Wales mit vielen Geheimnissen. Wir erfahren Julias Geschichte und können mit einer düsteren Atmosphäre im Buch vertraut machen. Lucas fängt mit den privaten Ermittlungen an und es wird im Dorf und im Refugium spannend. Abseits der Ermittlungen erhalten wir Einblicke in Lilys Vergangenheit, die Informationen zu ihrem Aufwachsen und irgendwann zu ihrem Verschwinden führen können. Schön fand ich, dass in diesem Thriller abseits der Thrillerelemente, auch Gruselszenen sowie Legenden aus dem Dorf ihren Platz fanden. Diese fand ich durch den Autor hervorragend beschrieben und sorgten im Buch für eine gute Unterhaltung. Lucas als Protagonist passte perfekt in die Handlung. Die größte Stärke in diesem Buch ist meines Erachtens nach, die Atmosphäre, die einfach beim Lesen durch die Beschreibungen des Dorfes, des Hauses und des Waldes aufkommt. Dies wird insbesondere durch das Setting – abgelegenen Hauses in der Nähe des Waldes und des typischen Wetters auf der walisischen Halbinsel verstärkt.

Insgesamt kann ich diesen Thriller sehr empfehlen, da er mich sehr positiv überraschen konnte. Es liegt eine gelungene Mischung aus unvorhersehbaren Wendungen, Aberglaubens, toller Atmosphäre, Gruselmomenten und einem spannenden Handlungsverlauf vor. Für die Herbstzeit sehr passend !