Takeover – Jussi Adler-Olsen

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Peter de Boer ist CEO eines Unternehmens, dass darauf spezialisiert ist, andere Firmen in den Ruin zu treiben. Zufällig stellt der erfahrene Chef eine Halbindonesierin namens Nicky Landsaat als Marketing-Trainee in seiner Firma ein. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden Charakteren ein mächtiges Vertrauen. Während dessen wird Peter vom irakischen Geheimdienst beauftragt, einen großen Ölkonzern zu zerstören. Peter entscheidet sich dagegen. Ein fataler Fehler? Beide Charaktere geraten in eine furchtbare Verschwörung, geprägt durch Geld, Politik, Terrorismus und Kriminalität.

Bisher habe ich kein Werk von Adler-Olsen gelesen und war sehr gespannt, was mich hier erwarten wird. Schnell merkt man, dass der Autor sich gut Zeit lässt, beide Hauptcharaktere in die Geschichte einzuführen. Man erfährt viel über das Leben von Peter und Nicky. Auch Randinformation wie z.B. die Familie werden zur Thematik. Meines Erachtens war dies hier „too much“. Deswegen haben mich auch die ersten 180 Seiten hinsichtlich der Thematik gelangweilt. Doch irgendwann ab Seite 220 kam ein großer Durchbruch. Es kam nach und nach eine gute Spannung auf und verschiedene Aufdeckungen wie Intrigen, geheime Ereignisse aus der Vergangenheit (…) wurden offenbart und so konnte mich ab diesem Zeitpunkt die Geschichte beeindrucken. So sorgten auch zahlreiche Wendungen und erschütternde Ereignisse im Handlungsstrang für Abwechslung und eine rasante Geschichte bis zum Schluss. Neben der Haupthandlung nimmt die Romantik eine wichtige Rolle im Buch ein, sodass das Buch im Gesamten gut abgerundet worden ist. Schön fand ich, dass trotz der unterschiedlichen Lebens- und Denkweisen der Hauptcharaktere, eine gewisse Harmonie zwischen beiden vorliegt.

Ich kann nur sagen, dass mich im Thriller „Takeover“ von Adler-Olsen der Anfang sehr gestört hat. Es war sehr langatmig und langweilig. Dennoch konnte mich das Buch mit einer hervorragenden Story ab dem zweiten Drittel begeistern. Insgesamt ist es ein guter politischer Verschwörungsthriller.

Das erste Geheimnis – Kai Erik

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An der finnischen Universität Turku unterrichtet der Professor Mickel Backman Literatur. In einer Literaturstunde wird der Protagonist mit einem düsteren Kapitel seiner Vergangenheit konfrontiert. Ein Student namens Pasi nahm sich zur Aufgabe, über einen Lyriker namens Granlund zu forschen. Granlunds Texte wurden jedoch niemals veröffentlicht. Warum? Granlunds Name stand immer mit mysteriösen Todesfällen, Depressionen und Selbstmorden in Verbindung. Die Erwähnung von Granlund heißt nichts Gutes für Pesi und Mickel Backman mit seiner Familie. Es treten Schicksalsschläge auf…. Das Unglück klopft an der Tür…

In diesem Thriller entflieht man als Leser nach Finnland, in eine deprimierende Universitätsstadt namens Abo. Schnell merkt man, dass in diesem Thriller Freude und Spaß nie aufkommen wird. Von Anfang an herrscht eine deprimierende und triste Stimmung. Nachdem Backman mit Granlund konfrontiert wird, merkt man, dass das Unglück seinen Lauf nimmt. Parallel dazu, entgleist das Leben eines Studenten namens Calle Hollender, der immer mehr Pech in seinem Leben hat. Beginnend mit der Verspätung eines Zuges bis zum Ende seiner Beziehung. Und so muss ich sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass der Hauptfokus weniger auf den Autor Grundland und seine Werke gelegt worden ist, sondern eher die Abgründe, die Depressionen, die Hoffnungslosigkeit und der triste Alltag der Charaktere bzw. Figuren als Hauptthema genommen wurde. So empfand ich auch, dass die Idee des „bösen Manuskripts“ in keiner Weise sein Potential entfalten hat. Deswegen kam im Buch sehr wenig Spannung auf und ich habe mich des Öfteren im Buch gelangweilt. Dennoch kann der Autor mit einem angenehmen und fließenden Schreibstil überzeugen.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich seit langem kein derartiges tristes und deprimierendes Buch gelesen habe. Es kam sehr wenig Spannung auf und die Idee mit dem Manuskript, die insbesondere im Klappentext aufgegriffen wird, wird in keiner Weise entfalten und gut thematisiert. Trotzdem war es interessant, ein „anderes“ Buch wie dieses zu lesen.

Und auf einmal diese Stille – Garreth M. Graff

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Wenn man an den 11 September 2001 denkt, kriegt man Gänsehaut. Kein anderer Tag hat die Vereinigten Staaten von Amerika härter getroffen wie dieser. Die Bilder, die Geschichten, die Konsequenzen. Reiner Horror. Dennoch kann ich nicht glauben, dass dies schon knapp zwanzig Jahre her ist. In diesem Buch wird 9/11 vom Autor wieder aufgegriffen. Garrett M. Graff hat alle Dokumente, Interviews, Tonspuren und Erzählungen von Zeugen, Überlebenden und Einsatzkräften gesammelt und in diesem Buch verfasst.

Als dieses schreckliche Ereignis passiert ist, war ich noch recht klein und mir war noch nicht ganz bewusst, wie die Welt funktioniert. Mit dem Älterwerden wurde mir zu diesem Ereignis immer mehr klar und ich verstand was vor knapp zwanzig Jahren passiert ist. Eine grauenhafte Tragödie. Der Autor stellt den Verlauf dieser Tragödie chronologisch dar und lässt, wie oben erläutert, verschiedene Personen und somit verschiedene Sichtweisen zu Wort kommen. Lehrer*innen, Journalisten, Fluglots*innen, alle diese Person, erzählen in kurzen Passagen, wie sie dieses Ereignis wahrnahmen. Auch wenn dieses Buch eher ein Sachbuch ist, hat mich dieses Buch sehr gerührt. Emotional tief ins Herz getroffen. Ich war sprachlos, erschüttert und fassungslos. Und zugleich wurde ich durch das Buch gefesselt. Ich wollte jede einzelne Sichtweise kennenlernen, verstehen und nachvollziehen.

Ich finde, dass dieses Buch sehr lesenswert ist und nochmal zeigt, dass Liebe viel stärker als Hass ist und es notwendig ist, grausame Ereignisse wie diese, nicht zu vergessen, jedoch zu versuchen, es in der Zukunft vorzubeugen. Eine klare Leseempfehlung!

Bluthölle – Chris Carter

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Im Thriller „Bluthölle“ vom Bestsellerautor Chris Carter geht es um ein besonderes Tagebuch. Die Taschendiebin Angela Wood hatte einen guten Tag, da sie viele Geldbörsen klauen konnte. Als sie in einer Bar einen leckeren Cocktail trinkt, fällt ihr ein rüpelhafter Gast auf. Um ihm eine Lektion zu erteilen, steht Angela auf und entwendet diesem Mann seine Tasche. In dieser Tasche ist nur ein Tagebuch. Ein schwerer Fehler. Im Tagebuch sind Skizzen und Fotos von verschiedenen Foltermorden. 16 Polaroids der Opfer, 16 DNA Analysen. Angela gerät in Panik und steckt das Tagebuch dem LAPD zu. Beim LAPD entdeckt der Profiler Robert Unter und sein Kollege Carlos Garcia sofort, dass der Mörder, ein Experte auf seinem Fachgebiet ist. Eine grausame Jagd beginnt, bis der Mörder sich selbst zum Wort meldet.

Bei diesem Buch handelt es sich um den 11. Fall von Robert Hunter und Carlos Garcia. Auch wenn ich nicht alle Vorgänger gelesen habe, konnte ich in das Buch gut einsteigen. Sofort stach mir der sympathische Profiler Robert Hunter ins Auge, mit dem der Autor einen genialen Ermittler entworfen hat. Auf der anderen Seite haben wir einen brutalen, skrupellosen Killer, der vor keiner gewaltigen Tat zurückschreckt. Dieser gefiel mir sehr gut und stellte einen nachvollziehbaren Antagonisten dar. So hat mir auch Angela als Figur gefallen, da sie trotz ihrer pubertären frechen Art, einen weichen liebenswerten Kern besitzt.

Die Geschichte konnte mich von Beginn an fesseln. Ich wollte einfach unbedingt mehr über dieses Tagebuch erfahren.  Mit jedem Kapitel hatte ich das Gefühl, dass der Thriller immer spannender wurde. Kurze Kapitel mit jeweils einem neuen Cliffhanger waren dafür ausschlaggebend, dass ich das Buch schlecht aus der Hand legen konnte, da mir mein Kopf sagte: „Du musst wissen, was im nächsten Kapitel passieren wird!!!“ Wie kann man einfach einen Leser so quälen? Einfach spitze!

Mich hat „Bluthölle“ auf jeden Fall sehr überzeugt. Die Spannung war durchgehend dar, die Charaktere sind super, die Story ist einzigartig. Ich will mehr!

River Of Violence – Tess Sharpe

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Möchte man ein Drogen- und Waffenimperium übernehmen? Die Protagonistin Harley McKenna steht nämlich vor dieser schweren Entscheidung. Ihr Vater Duke ist der gefährlichste Mann in der Gegend. Zurzeit arbeitet Harley für ihn, unterstützt seine Arbeiten und soll irgendwann die Nachfolgerin sein. Doch das Problem ist, dass Harley das alles einfach nicht möchte. Gleichzeitig wird die die größte Konkurrenz im Drogengeschäft, die Springfield Familie, zur Plage. Welchem Ziel soll Harley nachgehen? Familie oder doch die Freiheit?

Dieser Thriller verläuft auf zwei Handlungsebenen. Neben dem Konflikt zwischen den McKennas und Springfields springen wir zeitlich in die Vergangenheit und lernen immer mehr Harley kennen. Wir erfahren, wie sie zu dem wurde, was sie nun ist. Ihre ersten Morde, die erste Liebe und vergangene familiäre Konflikte rücken somit in den Mittelpunkt. Schnell merkt man, dass Harleys Werdegang kein Kinderspiel war. Das Überleben stand für sie täglich an der Tagesordnung. Dadurch erhält man ein gutes Gesamtbild der Protagonistin. So weist Harley einfach eine starke Frauenrolle auf.  Die weiteren Charaktere sind recht distanziert und man erfährt recht wenig über sie. Dennoch wuchs mir Harleys Onkel ans Herz, da er trotz einiger Macken, eine fürsorgliche Person darstellt. Die Geschichte ist im Allgemeinen sehr brutal und blutig ist. Aber was erwartet man halt von einem imperialischen Drogenbaron?

Die Autorin Tess Sharpe überzeugt mit einer realistischen Geschichte mit authentischen Beschreibungen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie in der Gegend aufgewachsen ist. Der Schreibstil war flüssig und ich bin durch die Seiten geflogen. Mich hat nun im Ganzen irgendwie gestört, dass durch die Rückblenden der Konflikt der beiden Familien untergangen ist. Ich empfand eher, dass die Entwicklung von Harley im Fokus stand. Nicht falsch verstehen, ich empfand die Entwicklung grandios, aber wer hier den Konflikt der beiden Familie als Hauptaspekt sieht, der kann eventuell enttäuscht werden.

Schlussendlich kann ich sagen: Für mich stellt die Autorin im Thriller „River of Violence“ eine starke Protagonistin in den Mittelpunkt. Das Buch beschreibt ihren schweren Werdegang zu der Person, die nun sie mal jetzt ist, einfach hervorragend. Nebenbei sorgen blutige Szenen und der Konflikt für eine gute Spannung.

American Spy – Lauren Wilkinson

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Kann man nach einer erfolgreichen Spionagekarriere weiterhin ein friedliches Leben führen? Die Protagonistin Marie Mitchell wird in einer Nacht im Schlaf von einem bewaffneten Mann überrascht und kann nur knapp entkommen. Sie merkt, dass sie in den USA nicht mehr sicher ist. Ab dem Jahre 1986 arbeitete nämlich die Protagonistin als Geheimagentin beim FBI. Leider kann sie nicht hautnah bei den spannendsten Fällen dabei sein, da ihre Aufgaben hauptsächlich Papierkram sind. Doch dann erhält sie das Angebot, den Präsidenten von Burkina Faso auszuspionieren. Für Marie ändert sich alles. Sie rückt selber in das Fadenkreuz des Geheimdienstes. Eine neue Sicht auf den Kalten Krieg wird offenbart.

Ich habe mich sehr auf diesen Thriller gefreut, da er dem Spionagegenre zugeordnet werden kann. Leider konnte ich nach paar Kapiteln vorausahnen, dass es sich bei diesem Buch, um keinen Thriller handelt. Es waren einfach zu wenige „Thrillelemente“ vorhanden. So hat mich auch die Erzählweise des Buches gestört, da es in einer „Erzählform“ dargestellt wird. Die Protagonistin erzählt nach und nach ihren Söhnen über ihr geheimnisvolle Leben als Geheimagentin. Auch wenn die Handlung aus der Ich-Perspektive geschildert wird, konnte ich keinerlei Bindung zu der Protagonistin aufbauen. Außerdem waren viele Handlungen und Entscheidungen für mich unlogisch. Viele Fragen blieben mir bis zum Ende auch offen.

Deswegen kann ich auch sagen, dass „American Spy“ für mich eher ein Familiendrama darstellt anstatt eines Thrillers. Ich hatte das Gefühl, dass die Protagonistin mit ihren Schilderungen eher ein Trauma verarbeitet. Außerdem kritisiert die Protagonistin das Denksystem in der USA gut, da sie sich äußert, dass Randgruppen nur eine kleine Chance auf einen Erfolg in ihrem Leben haben.

Ich kann nur sagen, dass „American Fly“ kein actionreicher Thriller ist und der Begriff des Thrillers hier fehl am Platz ist. Auch wenn die Handlung für mich eher ein Flop ist, finde ich die Botschaft die hinter diesem Werk steht, sehr wichtig.

Der letzte seiner Art – Andreas Eschbach

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Kann man dauerhaft mit einem Geheimnis leben?

Duane Fitzgerald hat ein großes Geheimnis. Er hat nicht nur dieses Geheimnis, nein, er ist dieses Geheimnis. Nun wohnt er in einem kleinen abseits gelegenen Dorf in Irland und beschäftigt sich in Ruhe und Frieden mit philosophischen Werken. Schnell merkt er, dass ihn jemand entdeckt hat und ihm bereits auf der Spur ist. Aber was hat der Protagonist zu verbergen? Duane hat man übermenschliche Kräfte versprochen. Leider ist es den Wissenschaftlern und dem Militär die Operation nicht gelungen und somit wurde er zum Invaliden. Es ist ein Fehlversuch eines geheimen militärischen Experiments. Ein fehlgeschlagener Cyborg.

Das Buch gehört zu den ruhigen Thrillerbücher, da Blutvergießen und Brutalität fehl am Platz sind. Dem Autor gelingt es einen detailreichen biomodifizierten Protagonisten in die Handlung setzen, der trotz einer Modifizierung seines Daseins noch Emotionen und Fürsorge verspürt. Es war sehr interessant zu lesen, wie der Autor diese Figur ausführlich beschreibt, wodurch man sich ihn als Leser bildlich exzellent vorstellen kann. Ein Beispiel dazu wäre, die Anfangsszene, indem Duane merkt, dass etwas schief an seinem Körper ist. Wir begleiten ihm auf der Suche nach einer Lösung. Fragen kommen auf: Wer verfolgt ihn? Warum wurde seine Ruhe gebrochen? Dabei nehmen wir die Ich-Perspektive ein, wodurch man hautnah am Protagonisten ist. Dadurch entsteht eine gute Spannung. Jedoch verfiel mir die Spannung ab der Mitte, da mir der Verlauf der Handlung absehbar war. Somit wirkte die Geschichte ab der Mitte dann auch recht oberflächlich. Zum Schluss konnten das emotionale Ende sowie die erkennbare psychische Entwicklung von Duane überzeugen.

Auch wenn es sich hier eher um einen Sci-Fi Thriller handelt, kann dieses Buch die pure Realität irgendwann darstellen. Duane als Protagonist hat mir aufgrund seiner Metamorphose gefallen. Im Ganzen ist das Werk, ein sehr intelligent geschriebenes Buch, das zeigt, dass nicht jeder Thriller voller Action sein muss.

Das Spiel – Jan Beck

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Die Opfer wurden mit einem UV-Tattoo markiert. Die Jäger sind bereit.

Mavie ahnt nichts. Auf einer Party wird Mavie auf ihr im Dunkeln leuchtendes Tattoo angesprochen, doch sie hält es für einen Scherz. Als sie doch den Skorpion auf ihrer Haut entdeckt, gerät Mavie in Panik. Sie ist sich dessen nicht bewusst, dass sie als Ziel für ein psychokrankes Spiel ausgewählt worden ist. Parallel dazu, übernehmen die beiden Ermittler Christian Brand und Inge Björk einen Fall, bei dem eine Joggerin im Wald brutal ermordet worden ist. Doch ist dies kein Einzelfall. Eine Mordserie beginnt. Um die Mordserie aufzuklären und den Täter zu finden, müssen die beiden Ermittler die Seiten wechseln und das tödliche Spiel mitspielen.

Für mich war der Thriller „Das Spiel“ von Anfang an, ein spannender Thriller, der einen sehr interessanten Fall und Konzept beinhaltet. Durch die verschiedenen Perspektiven (Mavie, die Ermittler, die Spieler, einen Journalisten und viele weitere) wirkt die Handlung authentisch und lebendig. Jeder der Charaktere weist einen anderen Bezug zum „Spiel“ auf, und dies war auch eine maßgebliche Eigenschaft, die einen positiven Einfluss auf die Gesamthandlung hatte. Ich habe einfach jeden Handlungsstrang aufmerksam verfolgt. Des Weiteren sind mir einzelne Stellen im Buch aufgrund der Brutalität und der hohen Maße an Details sehr unter die Haut gegangen. Einfach toll!  Insbesondere Mavies Lebensgeschichte und ihr Trauma aus der Kinder-/Jugendzeit erwiesen sich als sehr interessant. Dennoch würde ich mir wünschen, dass bei einem Folgeband, die Beziehung zwischen den beiden Ermittlern Brand und Björn, näher beleuchtet wird, da diese recht ungewöhnlich entstanden ist. Deswegen wurde ich mit den Protagonisten auch nicht warm.

Trotzdem konnte mich das Buch im Ganzen durch einen nachvollziehbaren Handlungsverlauf gut fesseln und durch ein blutiges und spektakuläres Ende mich überzeugen. Der Autor überzeugt mit einem flüssigen und spannenden Schreibstil. Abseits der Handlung empfand ich die Ortsangaben und die Zeitangaben als sehr hilfreich, da diese eine gute Orientierung darstellten.

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass „das Spiel“ trotz einer kleinen Schwäche ein toller Thriller ist, der die tiefsten menschlichen Abgründe gut thematisiert. Die verschiedenen Handlungsstränge sorgten für eine hohe Spannung und ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn ein weiterer Band folgen wird, indem Brand und Björk weiterhin zusammen ermitteln und man diese noch besser kennenlernen kann.

Hollow Kingdom – Kira Jane Buxton

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Im Fantasy- und Endzeitroman „Hollow Kingdom“ steht die Welt vor dem Abgrund und ganz Seattle verwandelt sich ein Trümmerfeld, Menschen bringen sich gegenseitig um und das Fernsehprogramm fällt aus. Als dann noch Big Jim ein Auge aus dem Kopf springt und er aufgehört mit seinem Bloodhound Dennis spazieren zu gehen, merkt die Krähe S.T. das etwas nicht stimmt. Die Krähe S.T. beschließt mit Dennis die Ursache für die Katastrophe herauszufinden und begibt sich auf einen Marsch durch das zerstörte Seattle. Eine Reise beginnt…auf der Suche nach einem Medikament…

„Pets meets The Walking Dead“? Das hörte sich auf jeden Fall interessant an. Man steigt als Leser sehr einfach in dieses Buch ein und macht sich vor allem mit der Hauptfigur, der Krähe namens S.T. bekannt. Diese erschien mir sehr außergewöhnlich, da sie auch geprägt durch Big Jim, eine schlichte umgangssprachliche Sprache mit Witz und Humor aufweist. Aus diesem Grund musste ich des Öfteren im Buch lachen. Die Reise durch das zerstörte Seattle war im trotz einigen langatmigen Situationen, sehr interessant. Dabei begegnet die Krähe mit Dennis vielen verschiedenen Tieren, die auf ihre Art und Weise speziell sind. Nebenbei kritisiert die Krähe mit tollen bildhaften Beschreibungen das menschliche Verhalten, was auf den ersten Blick sehr absurd erscheint. Schön fand ich, dass abseits der Haupthandlung einzelne Kapitel von weiteren Tieren (Pudel, Eisbär…) eingefügt worden sind, wodurch das Buch im Ganzen total locker und abwechslungsreich im Aufbau war. Trotz der Lockerheit vermittelt das Buch wichtige Botschaften an den Leser und bezieht sich auf gegenwärtige Problematiken der Gesellschaft wie das Konsumverhalten oder den leichtsinnigen Umgang mit den Medien.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich seit langem kein derartig humorvolles und lustiges Buch gelesen habe. Die Stimmung sowie der Stil sind locker und trotz dieser Lockerheit werden in diesem Buch tiefgründiger Themen wie echte Freundschaft oder Vertrauen aufgegriffen.

Die Nanny – Gilly Macmillan

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„Sie ist die Tote im See. Sie ist die Frau an der Tür. Sie ist das Kindermädchen!“

Im Roman „Die Nanny“ begegnen wir der Protagonistin Jocelyn (Jo), die im Luxus aufgewachsen ist. Wärme und Liebe erhielt Jo nur von ihrer Nanny. Als in einer Nacht, die Nanny namens Hannah spurlos verschwindet, bricht für die damals junge Jo die Welt zusammen.

30 Jahre später kehrt Jo zurück nach England zu ihrer Mutter. Leider kann sie immer noch nicht behaupten, dass die Beziehung zu ihrer Mutter gut und vertraulich ist. Eines Tages taucht eine ältere Dame auf, die sich als Hannah, Jo’s alte Nanny vorstellt. Doch Jo’s Mutter (Virginia) glaubt der Frau nicht. Denn Virginia ist sich sicher, dass Hannah vor 30 Jahren ums Leben gekommen ist. Wem soll Jo glauben? Ist das wirklich Hannah oder doch nur eine Schwindlerin? Und wenn Hannah wirklich tot ist, woher weiß diese Frau alles über die Protagonistin? Will überhaupt Jo die Wahrheit erfahren? Denn manchmal lebt es sich leichter mit einer Lüge als mit der bitteren Wahrheit.

Ein sehr interessanter Klappentext hat mich dazu verleitet, dieses Buch zu lesen. Und ich wurde in keiner Weise enttäuscht. Das Buch hat mich von der ersten Seite an, an die Hand genommen und durch eine sehr fesselnde und interessante Story bis an ein grandioses und außergewöhnliches Ende geführt. Die Handlung wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert. Zum einen aus Jo’s und Virginias Sichtweise. Zum anderen aus der Perspektive des Detektives, der parallel zur hauptsächlichen Handlung den Fall um das Verschwinden der Nanny wiederaufnimmt. Dazu kommen spannende Rückblicke über das Leben der Nanny namens Hannah. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto spannender wird es. Nach und nach erfährt man immer mehr über die einzelnen Charaktere sowie die Vergangenheit, bevor die Nanny verschwunden ist. Schlag auf Schlag kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht, die die Protagonistin an jeglicher Wahrheit zweifeln lassen. Wem kann sie noch glauben? Ihre Tochter Ruby erschwert den ganzen Kampf um die Wahrheit zugleich auch. Und so konnte ich sagen, dass ich keiner Figur in irgendeiner Weise getraut habe und somit auch keine Bindung aufbauen konnte. Vielleicht war es das Ziel der Autorin, dass man keinem im Buch trauen sollte… Dies hat mir sehr gut gefallen.

Für mich ist „Die Nanny“ ein toller Familienroman mit vielen Intrigen, der viele Thrillerelemente beinhaltet. Der Schauplatz und die Atmosphäre sind im Roman toll beschrieben worden. Blutig wird es auf jeden Fall nicht, aber spannend umso mehr. Ein tolles Lesevergnügen!