Gwendys Zauberfeder – Richard Chizmar

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Es kommt wieder das Schreckliche in die kleine Stadt Castle Rock zurück.

Sherrif Ridgewicks und sein Team machen sich auf die Suche nach einem Mädchen, welches vermisst wird. Dabei geht es um jede Sekunde, da es sonst passieren kann, dass das Team das Mädchen nicht wiederfindet. Parallel dazu ist die Gwendy Peterson schon Kongressabgeordnetin in Washington geworden. Vor 25 Jahren kam sie in Kontakt mit einem mysteriösen Mann, der ihr einen Wunschkasten anvertraut hat. Fluch oder Segen? Jetzt ist der Kasten wie aus dem Nichts wiederaufgetaucht. Der Kasten führt Gwendy nach Hause, wo die Hoffnung besteht, dass sie das vermisste Mädchen findet und den Entführer zur Strecke bringt.

Dies ist der zweite Band um Gwendys Wunschkasten, sodass es hier empfehlenswert ist, den ersten Band vorher zu lesen, um Hintergrundinformationen und die allgemeine Rahmenhandlung besser zu verstehen. Im Vergleich zum ersten Band schrieb Chizmar allein diesen zweiten Band, sodass ich gespannt war, wie er die Forsetzung zu Gwendy umgesetzt hat.

Teilweise hatte ich das Gefühl beim Lesen das der Wunschkasten aber auch das Verschwinden des Mädchens total im Buch in den Hintergrund gerückt sind. Vielmehr empfand ich, dass der Autor bei diesem Buch den Fokus auf das alleinige Erzählen sowie die Darstellung der Protagonistin Gwendys gelegt hat. Aber auch bei ihrer Ausarbeitung fand ich, dass sie im ersten Band viel besser ausgearbeitet worden ist.

Spannungstechnisch passiert in diesem Buch sehr wenig. Ich hätte mir das gewisse Etwas gewünscht, dass mich nach dem Lesen immer noch beeindruckt. Zudem war das Buch sehr vorhersehbar, da man das Ende schon eigentlich nach 80 Seiten antizipieren konnte. So habe ich mir wenigstens einen kleinen Hauch an Horror bzw. mystischen Elementen gewünscht, da es halt wieder um diesen besonderen Wunschkasten geht. Davon war leider in diesem Buch nichts vorzufinden, da wie erwähnt der Wunschkasten/Feder und alles damit Verbundene irgendwie indirekt thematisiert worden sind. Schade!

Fazit: Für mich persönlich war dieser Folgeband zu Gwendy eine Enttäuschung, da ich mir von diesem Buch viel mehr erhofft habe. Somit blicke ich auch mit traurigen Augen auf dieses Buch zurück, da dieses vorhandene Potential hinter dieser Idee einfach nicht genutzt worden ist. (2/5)

Die Tote mit der roten Strähne – Kathleen Kant

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Das Cover dieses Buch ist schon ein wahrer Hingucker. Deswegen war dies der Grund, warum ich mir diesen Thriller angeschaut habe und dann folglich gelesen habe.

In diesem Buch geht es in die Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt nach Texas. In Texas arbeitet nun Detective Betty Rhyzyk, die aus New York City stammt und nun hier in Texas gelandet ist. Auffällig ist die Protagonistin mit ihren roten Haaren, ihrer polnischen Herkunft sowie ihrer Sexualität, sodass sie auf ihrer neuen Arbeitsstelle für viel Wind sorgt. Direkt beim ersten Einsatz, bei der sie die Ermittlungen leitet, läuft alles schief. Menschen kommen ums Leben und der Drogenboss entkommt. Betty will sich rächen, um ihren Ruf wiederherzustellen. Doch dann erhält sie ein Paket mit einem blutigen Inhalt. Als wäre dies nicht schlimm genug, hinterließ jemand eine rote Locke auf ihrem Bett – jemand der mächtig ist und furchterregender als alles was sich Betty vorstellen kann. Was geschieht hier?

Zuletzt las ich den Thriller „Tote Schweigen Nie“, in dem die Protagonistin auch polnischen Wurzeln wie ich aufwies, und war hier schon erstaunt, dass Betty es auch tut. Dadurch entstand für mich eine komplett andere Beziehung zur Protagonistin. Betty als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Sie entspricht nicht dem 0815 Schema und weist starke Charaktereigenschaften auf. Sie stößt aufgrund ihrer Sexualität (lesbisch) auf viele Probleme in ihrem Job sowie Umfeld. Deswegen ist sie tough, kann aber auch sentimentale Seiten offenbaren, wenn sie sich bei ihrer Freundin befindet. Zudem hat sie ein sehr makabren aber unterhaltsamen Humor, welcher gut im Buch zur Geltung kommt. So kann ich sagen, dass ich mit Betty total warm wurde und mir ihre Rolle im Buch sehr gefallen hat. Im Gegenzug werden jedoch die anderen Figuren im Buch wie Bettys Kollegen eher einseitig beschrieben.

In der Story spielen besonders Drogen und Geld eine wichtige Rolle. Man stelle sich einfach vor, dass die Handlung an sich eine „Breaking Bad“ – Stimmung aufwies. Es werden brutale Szenen beschrieben, Kämpfe werden temporeich beschrieben und man erhält genügend Einblicke in die Ermittlungsarbeit. Nebenbei herrscht eine tolle Spannung, die besonders durch gute Wendungen aufrechterhalten wird. Zum Schluss gewinnt das Buch eine enorme Spannung, wodurch ich es mir ab da sehr schwer fiel das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit: Für mich ist dieses Buch ein rundum gelungener Thriller, der eine gute Spannung, eine gut ausgearbeitete Protagonistin sowie ein grandioses Ende aufweist. Aufgrund kleiner Startprobleme bewerte ich das Buch mit insgesamt 4 Sternen!

Plötzlich Rebell – Julia Kagawa

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Die Reihe „Plötzlich Fee“ war mir bis dato noch nicht bekannt, sodass ich in dieses Buch ohne Vorerfahrung eingestiegen bin. Zudem hat mich der Klappentext angesprochen, wodurch ich mich auf dieses Buch sehr gefreut habe.

In diesem ersten Band geht es um Robin Goodfellow, der auch unter dem Namen „Puck“ bekannt ist. Eigentlich eilt ihm ein schlechter Ruf voraus, da ihn die Menschen sowie die Feenwelt als Verräter, Narr etc. betitelten. Doch so ist Robin nicht. Er ist der treuste Gefährte der Königin Meghan sowie von ihrem Prinzgemahl Ash. Eines Tages erfährt er, dass eine neue Bedrohung das Feenreich und alles damit Verbundene existiert. Eine Bedrohung, welche zwischen der Menschen- und Feenwelt existiert und die vergessenen Feen jagt. Eine Bedrohung, die der schlimmste Albtraum jedes Menschen sowie jeder Fee sein kann. Eine Bedrohung, die vernichtet werden muss.

Wie erwähnt, bin ich in diesen Fantasyroman ohne jegliche Vorkenntnisse eingestiegen. Trotz der Umstände hatte ich keinerlei Probleme um mich mit den unterschiedlichen Figuren wie Puck, Nyx, Kierran etc. vertraut zu machen, da man auch als neuer Leser*in die wichtigsten Informationen an die Hand bekommt. Aber auch Nebenfiguren wie die Monster, die bekämpft werden müssen, werden richtig toll beschrieben. So finde ich auch die Namensauswahl einzelner Figuren, Tiere, Wesen etc. wie „Kohlenfresser“ sehr gelungen, da dadurch eine humorvolle Note mit ins Buch integriert wird.

Der Autorin gelingt es die Welten sehr detailliert sowie bildhaft zu beschreiben. Mir fiel es enorm leicht, mich in ein buntes Kopfkino zu bewegen, da jeder der Handlungsorte umfangreich beschrieben wird. Somit begibt man sich als Leser auf eine sehr abenteuerreiche Reise mit den Figuren.

Vom Spannungsaufbau ist der Roman solide aufgebaut. Damit ist gemeint, dass die Spannung teils langsam zum Ende hin aufgebaut ist und so man sich vor allem am Anfang gedulden muss, da hier der Fokus eindeutig auf das Vorstellen der Rahmenhandlung gelegt wird. Das Ende war meiner Ansicht nach schlüssig, entsprach jedoch eher einem 0815 Ende. Mir fehlte einfach der WOW-Moment!

Fazit: Ein gelungener Auftakt um Puck und seine Freunde. Mir hat das Abenteuer durch die bildhaftbeschriebene Welt gut gefallen, sodass ich die Reihe weiterverfolgen möchte! (4/5)

Erde 0 – Micaiah Johnson

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Die Theorie von Parallelwelten ist zurzeit für Physiker eine der wichtigsten Forschungsschwerpunkte. Persönlich interessiert mich dieses Thema auch sehr, da ich allgemein das Universum und alles damit verbundene sehr faszinierend finde. Dass Parallelwelten Existenz sind, ist für den Menschen heutzutage noch surreal, aber was wäre wenn Parallelwelten wirklich existieren würden?

Das Thema von Parallelwelten sowie die Frage nach der eigenen Existenz werden in diesem Roman aufgegriffen. Es geht in diesem Roman um Cara, welche in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und ein neues Leben beginnen möchte. Sie trifft auf den Wissenschaftler Adam, welcher Probanden aus ärmlichen Verhältnissen sucht, um diese in Parallelwelten zu entsenden. Die einzige Bedingung: Die Probanden müssen in den Parallelwelten bereits tot sein. Cara nimmt die Aufgabe an, da sie für Adam viele Informationen über die andere Welten aufsammeln muss. Doch in einer Welt trifft sie auf Adam, welcher in der anderen Welt als dyktatorischer Herrscher vorzufinden ist. Kann Cara wirklich Adam und seinen Plänen trauen?

Die Geschichte und den damit verbundenen Handlungsverlauf fand ich extrem gut gelungen. Die Geschichte ist vollgepackt mit Spannung, Unterhaltung und Tiefgründigkeit. Der Autorin gelingt es das Thema und den Hintergrundgedanken detailliert und bildhaft vorzustellen. Für mich waren die Sprünge in die Parallelwelten sehr übersichtlich und schlüssig beschrieben worden. Mir ist es gelungen, in das Erzählkonstrukt, welches von der Autorin entworfen ist, mich hineinzuversetzen. Top top!

Auf der anderen Seite fiel es mir schwer, sich mit den Figuren vertraut zu machen. Ich konnte leider zu Cara als Protagonistin sowie den anderen Nebenfiguren nicht so richtig eine Bindung aufbauen. Ich empfand als ob eine Barriere zwischen mir und den Figuren herrschte, sodass sie nicht greifbar waren. Zudem könnte die Ausarbeitung der Figuren noch intensiver sein. Schade !

Neben dem Aufgreifen von dem Thema der Parallelwelten thematisiert die Autorin Aspekte wie die Selbstfindung eines Individuums, Armut sowie Diversity. Diese Thememschwerpunkte werden anhand der Figuren aber auch durch die Handlung gut umgesetzt. Das hat mir gut gefallen!

Fazit: Von der Plotidee sowie den Themen, die in diesem Roman besprochen werden, konnte mich dieses Buch positiv überraschen. Leider sehe ich persönlich viele Schwächen in der Figurengestaltung, da hier Luft nach oben ist. Deswegen bewerte ich dieses Buch mit 3,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Wer das Feuer entfacht – Paula Hawkins

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Auf die Autorin Paula Hawkins wurde ich durch ihre Romane „Girl on the train“ sowie „Into the water“ aufmerksam. Es ging teilweise so ein Hype um ihre Bücher rum, sodass ich mich als großer Thriller-Fan selbst von der Autorin überzeugen musste. Deswegen wollte ich mir direkt ihren neuen Roman anschauen.

In ihrem neuen Buch geht es um einen Mord an einem Mann namens Daniel. Seine Leiche wird auf einem Hausboot zufällig gefunden. Direkt geraten drei Frauen in den Fokus der Mordermittlungen: Laura, die vorherige Nacht eine Nacht mit ihm verbracht hat; Carla, die Tante von Daniel, welche seit paar Wochen sich in einer tiefen Trauer befindet; und Miriam, die Nachbarin, welche als Erste auf die Leiche von Daniel stieß. Es sind drei Frauen mit einer unterschiedlichen Geschichte sowie jeweils einer anderen Beziehung zu Daniel. Drei Frauen, die jeweils auch ein Motiv haben. Man weiß ja, dass wenn es um Rache geht, sind selbst gute Menschen zu grausamen Taten fähig. Also wer war es?

Kurz und knapp vorab gesagt: Das Buch war für mich ein totaler Flop! Dabei muss man aber sagen, dass ich mit enorm hohen Erwartungen an das Buch rangegangen bin.

In diesen Roman bin ich mit enormen Schwierigkeiten eingestiegen. Ich fand die Perspektivwechsel von Anfang an sehr schwierig gestaltet. Auch wenn mir klar war, welche Figur welche Rolle einnimmt, musste ich sehr oft im Buch in den Kapiteln zurückblättern, um mir noch einmal den Kontext zu erschließen, da oft neuer informativer Input kam.

Außerdem empfand ich, dass die Figuren durch die Autorin sehr monoton entworfen worden sind. Mir fiel es enorm schwer, mich irgendwie in die Figuren hineinzuversetzen – ihre Gefühle und Handlungszüge zu verstehen. Auch wenn jede der Figuren ein trauriges Schicksal aufwies, besonders das von Laura, wirkte es für mich zu sehr konstruiert und nicht authentisch genug. So konnte mich auch die Story irgendwie in keiner Weise fesseln, da ich den Handlungsverlauf unspektakulär und zum Ende hin sehr vorhersehbar empfand. Es war für mich als Thriller-Leser einfach zu ruhig.

Teilweise war es mir eigentlich egal, wie das Buch ausgegangen ist. Zudem empfand ich, dass das Buch keine Sogwirkung aufwies, sodass ich des Öfteren nicht die Lust hatte, zu diesem Buch zu greifen. Es war für mich persönlich eher eine Lesequal als eine Lesefreude.

Fazit: Für mich persönlich war dieses Buch leider der Flop des Jahres. Meine Erwartungen an das Buch wurde leider nicht erfüllt, da ich die Figuren nicht mochte und nicht gut entworfen fand. Außerdem fand ich die Geschichte recht monoton gestaltet, da ich mir mehr Wendungen und viel mehr (Erzähl-)Tempo gewünscht hätte. So bewerte ich dieses Buch mit 1.5 Sternen, Tendenz nach oben. Schade! Dennoch denke ich, dass Leser*innen, die ruhige Spannungsromane mögen, mit diesem Buch was anfangen können.

Du gehörst uns – JP Delaney

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JP Delaney könnte mich letztes Jahr mit seinem Thriller „Tot bist du perfekt“ überzeugen, sodass dieses Buch schon Anfang des Jahres auf meiner „To-Read“-Liste stand. In diesem Buch geht es um Pete und Maddie, die den zweijährigen Theo großziehen. Plötzlich steht eines Tages ein Mann namens Miles vor seiner Haustür und behauptet, dass Theo sein leiblicher Sohn sei, da sein Sohn Daniel nach der Geburt mit ihm vertauscht worden wäre. Pete und Maddie sind geschockt und beschliessen einen friedlichen Weg zu gehen, sodass sie Miles und seiner Frau Lucy erlauben ein Teil an Theos Leben zu sein. Doch dann merkt Pete, dass Miles mit falschen Karten spielt und es kommt was Verstörendes ans Tageslicht…

Uff…. War das ein Buch mit einer Achterbahn voller Gefühle. Schon lange hat mich ein Buch hinsichtlich meiner Gefühle und Gedanken nicht so durcheinander gebracht. Wut, Hass, Trauer sowie Freue waren alles Gefühle, die ich in beim Lesen dieses Buches hatte.

Die Geschichte ist finde ich mit viel Glaubwürdigkeit erzählt worden. Durch eine wechselnde Erzählperspektive zwischen Maddie und Pete, den Eltern von Theo, verfolgen wir als Leser das Drama. Dabei ist es dem Autor sehr gelungen beide Elternteile sehr authentisch zu entwerfen. Ich konnte mich besonders in Pete versetzen und seine Hilflosigkeit an manchen Stellen total spüren. Das Schicksal was den Eltern in diesem Buch wiederfährt, ist einfach sehr belastend, sodass man es am liebsten nicht an der eigenen Haut erfahren möchte. Für so einen Stress braucht man starke Nerven und das hat man wirklich anhand Pete und Maddie gespürt. Zu den Antagonisten, Miles und seiner Frau Lucy kann ich nur kurz sagen, dass ich Miles einfach gehasst habe. Ich gehe jetzt nicht auf kleinere Details ein, da ich sonst zu viel von Handlung vorweggreifen würde.

Auch wenn dem Buch das Genre „Thriller“ zugeordnet worden ist, war es meiner Ansicht nach, im engeren Sinne kein klassischer Thriller, da es wenige actionreiche Momente gab. Viel mehr ist es ein Familiendrama bzw im weiten Sinne ein Familienthriller, da hier wirklich der Schwerpunkt auf die Familien, Psychoterror, Verrat und Hinterhalt gelegt wird. Spannend ist die Geschichte auf jeden Fall, da man nie so richtig weiß, was als nächstes passieren wird. Dieses Buch ist wirklich an vielen Stellen unvorhersehbar. Zu guter Letzt möchte ich noch auf den Aufbau des Buches zu sprechen kommen. Dieser ist dem Autor sehr gelungen, da neben der doppelten Erzählperspektive, man als Leser Einblicke in Protokolle sowie Foren (Chat-Verläufe) erhält. Somit ist dieses Buch sehr abwechslungsreich!

Fazit: Ein Drama, welches unter die Haut geht. Mich konnte dieses Buch gut unterhalten, da ich mit Pete und Maddie total mitgefiebert habe… und glaubt mir, so ein Schicksal zu haben…. das will niemand. In diesem Sinne spreche ich eine Leseempfehlung für alle Fans von der Art von Büchern aus, die gerne Familiendramen lesen. Ich bewerte das Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach oben.

Pirlo (Gegen alle Regeln) – Ingo Bott

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Mit dem ersten Band zu charismatischen Strafverteidiger Pirlo stürzt man sich als Leser in einen sehr brisanten Fall. Doch Pirlos Karriere begann nicht leicht, da er erst seinen Job verloren hat und zudem Kontakte zu einem brutalen Clan hat, in welchem seine eigenen Brüder mitagieren. Und so muss Pirlo seine Schulden begleichen, indem er seinen letzten Fall als Strafverteidiger gewinnt. Es ist ein brutaler Fall, bei dem eine Frau angeblich ihren Mann niedergestochen hat. Alle Indizien sprechen für die Verurteilung der Frau, doch Pirlo glaubt an ihre Unschuld. Um diese Unschuld zu beweisen, muss Pirlo über Wege gehen, die er nie vorher genommen hat. Wird er ihre Unschuld beweisen können?

Vom Handlungsverlauf hat mich dieses Buch an Schwiecker/Tsokos Roman „Die siebte Zeugin“ aus diesem Jahr erinnert. In dem Buch verfolgen wir als Leser den chaotischen aber sehr sympathischen Strafverteidiger Pirlo, der an seiner Seite tatkräftig Unterstützung von seiner Kollegin Sophie hat. Dabei merkt man wie engagiert Pirlo und Sophie versuchen auf allen Wegen die Unschuld der jungen Frau zu beweisen. Beide Figuren waren meiner Ansicht nach sehr sympathisch entworfen worden und ich hatte nach dem Lesen das Gefühl, dass man die beiden Figuren umfangreich kennenlernen durfte. Besonders Pirlos indirekte Zugehörigkeit zu dem Clan, machen das Buch interessant. Zudem fand ich schön, dass man zu Sophie auch viele Hintergrundinformationen wie z.B. über ihr Elternhaus erfahren hat, da ich oft das Problem mit derartigen Figuren hatte, dass diese nur sehr einseitig beleuchtet worden sind. Folglich kann man auch sagen, dass auch zwischen den Figuren eine sehr interessante Dynamik – auf Basis der unterschiedlichen Backgrounds – vorliegt, sodass ich sehr gespannt bin, was uns als Leser in dem Folgeband im nächsten Jahr erwarten wird.

Was mir am meisten an diesem Buch gefallen hat, waren die Gerichtsverhandlungen. Auch wenn ich bisher nur bei einer Verhandlung war, waren die beschriebenen Gerichtsverhandlungen meiner Meinung nach sehr authentisch entworfen worden. Dies ist auch ganz einfach damit zu begründen, dass der Autor selbst in dieser Branche tätig ist. Deswegen lassen sich in diesem Buch auch sehr wenige actionreiche Momente vorfinden, da wie gesagt der Fokus hier auf den Gerichtsverhandlungen liegt. So kann man dann auch sagen, dass trockener Materie man trotzdem gut durch das Buch durchkommt, da der Autor den Fall wirklich spannend entworfen hat. Der Schreibstil des Autors ist gekennzeichnet durch kurze Sätze, was ich persönlich sehr mag. Dadurch hat man ein höheres Erzähltempo!

Fazit: Ein frischer Justizkrimi mit zwei sehr dynamischen und sympathischen Figuren, der wirklich lesenswert ist. Besonders das Ende macht schon Lust auf den zweiten Fall, da man als Leser mal wieder einen miesen Cliffhanger geliefert bekommt. Ich bewerte dieses Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Skyward – Brandon Sanderson

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Die junge Spensa führte bisher ein recht gefährliches Leben. Seit vielen Jahren wird ihre Welt von den Krell angegriffen. Nur eine Raumschiffflotte steht zwischen den übrigen Menschen sowie Krells, die man sich als Aliens vorstellen kann. Um die Ankunft der Aliens zu verhindern, möchte die Protagonistin Spensa als Pilotin dienen. Doch ihre Chancen dafür sehen sehr schlecht aus, da ihr Vater bei der Raumschiffflotte als ein Verräter angesehen wird, weil er in der Vergangenheit sein Team im Stich gelassen hat. Und so möchte sich Spensa durch die Prüfungen durchkämpfen, um ihrer Heimat zu dienen sowie ihren Familienruf rein zu waschen.

Das Lesen von Sci-Fi Büchern hat sich in dem letzten Jahr bei mir enorm gesteigert, da ich es total einzigartig finde, den Kosmos und alles damit Verbundene zu entdecken. Somit habe ich mich sehr gefreut, sich in das Abenteuer mit Spensa zu stürzen.

Trotz zahlreicher Figuren bin ich gut in das Buch eingestiegen. Ich finde, dass es dem Autor gut gelungen ist, den Leser in das Buch einzuführen. Die Flugschule, der Planet der Menschen namens Detritus und die allgemeinen Rahmenbedingungen werden nach und nach detailliert eingeführt. Folglich kann man sich als Leser durch das Buch hinweg ein umfassendes Bild über das Setting bilden. Zudem unterstützen die Zeichnungen der Raumschiffe das Kopfkino gut.

Zu der Protagonistin Spensa ist mir aufgefallen, dass sie das erste Viertel des Buches recht nervige Charaktereigenschaften aufwies. Sie neigte sehr dazu andere Mitmenschen zu provozieren und hat jede Kleinigkeit persönlich genommen. Hierbei lässt sich sagen, dass diese jedoch eine Entwicklung durchlebt, welche spannend zu verfolgen ist und mich am Ende des Buches auch mit einem guten Gewissen zurückgelassen hat. Besonders ihre Selbstgespräche erweisen sich zudem als sehr interessant, da diese auch Entwicklungsdurchläufe durchleben. Dadurch lernt man Spensa umfangreich kennen. Außerdem um nicht zu viel zu verraten, ist eine künstliche Intelligenz im Buch vertreten, welche dem Buch eine humorvolle Note verpasst. Genial!

Von der Spannung her ist das Buch gut entworfen worden. Dabei lässt sich sagen, dass die Spannung exponentiell wächst. Besonders das Ende öffnet einen großen Spielraum sowie Potential für einen weiteren Band. Wir bleiben gespannt!

Fazit: Mit „Skyward – Der Ruf der Sterne“ entwirft der Autor einen sehr spannenden Sci-Fi Roman, welcher besonders durch das Worldbuilding sowie die Entwicklung der Protagonistin hervorsticht. Humor, Spannung und eine Bildhaftigkeit des Erzählten lassen sich alles in diesem Buch verorten. Somit bewerte ich das Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Doom Creek – Alan Carter

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Bei dem Thriller „Doom Creek“ handelt es sich um den zweiten Fall für Chester und Latifa. Spielend in Neuseeland erwartet das Ermittlerduo gleich doppelter Stress. Ein Horde US-Amerikaner entscheidet sich dazu, Land in Neuseeland zu erwerben, um auf diesem Land ein kleines Reich für Arier zu errichten. Dort wollen die Menschen bis zum Ende der Menschheit aussitzen. Als wäre dies nicht schlimm genug, taucht zudem noch eine Leiche auf, die Indizien hinsichtlich eines Cold Cases sowie zahlreicher weiterer Morde aufweist. Ein doppelter Stress beginnt.

Australische Thriller sind schon was Besonderes. Mit neuseeländischen Thriller hatte ich bisher sehr wenig Kontakt, sodass ich mit viel Begeisterung diesem Thriller begegnet bin, da Neuseeland als Land noch auf meiner Reiseliste steht.

In das Buch bin ich mit leichten Startproblemen eingestiegen. Schon ein gutes Viertel des Buches habe ich gebraucht, um mich mit den Figuren vertraut zu machen. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass mir enorm viel Hintergrundwissen zu den Figuren sowie Beziehungen gefehlt hat, sodass es bei meinem Lesefluss des Öfteren zu „HÄ? –Momenten“ kam. Deswegen schlage ich Euch direkt jetzt vor, sich mit dem ersten Band vertraut zu machen, damit ihr keine Probleme mit den Figuren wie ich habt.

Vom Schreibstil her fand ich das Buch aber grandios. Der Autor beschreibt die Szenerie von Neuseeland sehr bildhaft und atmosphärisch, sodass ich enormes Fernweh schon hatte. Aber auch Spannung gelingt es dem Autor gut hervorzubringen, indem er auf kurze, schnelle Sätze zurückgreift. Dadurch entsteht auch ein gutes Tempo, welches zum gesamten Plot gut passt. Außerdem fand ich den doppelten Fall spannend, da es einerseits um den cold case, aber anderseits auch um den Konflikt mit den US-Amerikanern. Indirekt wird hiermit auch ein gesellschaftlicher Konflikt angesprochen, welcher in diesem Buch interessant umgesetzt worden ist. Schlussendlich kann ich sagen, dass das Buch mir ganz gut gefallen hat und ich mir bald den ersten Band nochmal zur Gemüte ziehen möchte.

Fazit: Insgesamt ist der Thriller „Doom Creek“ ein guter Thriller, welcher besonders durch den Schreibstil aber auch Plot bei mir punkten konnte. Das Problem mit den Charakteren geht somit auch auf meine Kappe. Somit bewerte ich das Buch mit 3,5 Sternen, Tendenz nach oben.

Tote schweigen nie – A.K. Turner

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Im neuen Thriller von A.K. Turner steht die ungewöhnliche Londonerin Cassie Reven im Mittelpunkt, welche Assistentin der Rechtsmedizin ist. Durch ihren auffälligen Gothic-Look sorgt sie in ihrer Abteilung für Aufsehen. Zudem ist sie überzeugt, dass sie mit den Toten, die auf ihrem Tisch landen, sprechen kann. Eines Tages landet ihre alte Mentorin Mrs. Edwards auf ihrem Tisch. Angeblich sei es ein Unfall gewesen, jedoch ist Cassie davon überzeugt, dass sie ermordet worden ist. Außerdem wird eine kostspielige forensische Obduktion abgelehnt. Cassie versteht die Welt nicht und DS Ermittlerin Phyllida Flyte wird auch noch zu Cassies Problem.

Beginnend mit der Hauptfigur Cassie kann man sagen, dass die Autorin eine sehr ungewöhnliche Protagonistin in den Fokus stellt, die nicht der Norm eigentlich entspricht. Teilweise hat sie mich an die Figur Mara Billinsky, die vom Autor Leo Born erschaffen worden ist, erinnert. Cassie als Figur hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eine toughe Frau und weiß, dass sie mit viel Anstrengung das erhält, was sie möchte. Zudem finde ich es irgendwie toll, dass sie polnische Wurzeln aufweist, sodass ich mich ihr sehr nah gefühlt habe. Besonders die Szenen bei ihrer Großmutter erinnern mich sehr stark an meine Zeit in Polen. Aber auch DS Flyte passt sehr gut in die Geschichte, da sie auf den ersten Blick das komplette Gegenstück zu Cassie darstellt.

Die Geschichte fand ich von der Autorin gut entworfen. Hauptsächlich verfolgt man die Geschichte aus Cassies Sicht, in den man sie von ihrer Arbeits- aber auch privaten Seite kennenlernen kann. Die Szenen in den Kapiteln, wo sie mit den Toten spricht, waren schon sehr amüsant zu lesen, weil es meiner Ansicht nach, einfach mal was „Anderes“ war. Die Kapitel, welche DS Flyte erhalten hat, waren auch gut entworfen, da hier wirklich der Schwerpunkt auf die Ermittlungen gelegt worden ist. Aus diesem Grund fand ich die Mischung auf beiden Perspektiven gelungen.

Da es ein Thriller ist, habe ich auch Nervenkitzel erwartet. Auch wenn in diesem Buch meiner Meinung nach der Schwerpunkt eher auf den Ermittlungen liegt, fand man doch als Leser viele Thrill-Momente. Diese haben natürlich die Spannung dann verstärkt. Schlussendlich erwartet dann den Leser noch ein grandioses Finale und ein Ausblick auf den zweiten Band, der hoffentlich bald erscheinen wird.

Fazit: Mit dem Thriller „Tote schweigen nie“ entwirft A.K. Turner einen sehr spannenden Thriller mit einer außergewöhnlichen Protagonistin im Vordergrund. Mich hat der Auftakt sehr unterhalten, sodass ich mich auf den zweiten Band einfach nur freuen kann! (5/5)