Alles was wir sind – Lara Prescott

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Im Roman „Alles was wir sind“ begeben wir uns in die jetzige russische Hauptstadt Moskau. Wir begegnen Olga, einer Geliebten von einem Mann namens Boris. Sie wird verhaftet, da der Staat verhindern möchte, dass Boris Roman „Doctor Shiwago“ publiziert wird. Parallel dazu will die amerikanische CIA mit einer besonderen Waffe namens „Doctor Shiwago“ den Widerstand in der Sowjetunion wecken. Dafür wird die junge Frau namens Irina angeworben und ausgebildet. Doch innerhalb kurzer Zeit erfährt sie ein böses Geheimnis. Es beginnt eine rasante Jagd nach einem Buch, welches alles auf der Welt verändern soll.

„Doctor Shiwago“ gehört schon zu den Klassikern der des 20 Jahrhunderts. In diesem Roman von der Autorin Prescott wird ein Augenmerk auf dieses Werk gelegt. Man erfährt sehr viel darüber, wie es überhaupt dazugekommen ist. Viel wichtiger jedoch sind die Frauen, die daran beteiligt waren. Dadurch erhält man als Leser eine vollkommend neue Perspektive auf die Historie. Dennoch finde ich, dass auch wenn für mich „Doctor Shiwago“ bekannt war, kann ich mir vorstellen, dass Leser*in mit keiner Kenntnis zum Werk, eventuell Schwierigkeiten haben werden, da die Hintergrundinformationen fehlen.

Zudem merkt man, dass die Autorin enorm viel recherchiert hat. Ihr gelingt es auf den guten 450 Seiten die damalige Zeit durch einen sehr bildhaften Schreibstil aufs kleinste Detail genau zu beschreiben. Für mich war es eine grandiose Zeitreise. Dabei wird die Geschichte aus vielen Perspektiven erzählt, welche meiner Ansicht nach, auch übersichtlich gestaltet worden sind. Man hatte immer klar im Blick, wo und was passiert. Schlussendlich kann ich noch sagen, dass dieser Roman eine gute Mischung aus verschiedenen Genres ist. Teilweise wird es spannend wie in einem Thriller oder Kriminalroman und kurz ein Kapitel später lässt uns die Autorin eine Liebesgeschichte am eigenen Leib fühlen.

Fazit: Rundum ein sehr interessanter sowie gut recherchierter Roman, der mir tolle Lesestunden beschert hat. Der Autorin ist es wirklich gelungen die damalige Zeit detailliert zu beschreiben. (4/5)

Glaube mir – Alice Feeney

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Letztes Jahr habe ich die Autorin Alice Feeney anhand ihrer damaligen Neuerscheinung „Ich weiß wer du bist“ entdeckt. Nun hat sie einen weiteren Standalone-Thriller mit dem Titel „Glaube mir“ publiziert. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten wird.

In diesem Buch geht es um Anna und Jake. Anna hat endlich ihr Karrierenziel erreicht und wurde bei BBC als Moderatorin eingestellt. Dafür musste sie über Leichen gehen, sodass auch ihre Beziehung zu Jake zerbrochen ist. Als sie dann über einen Mord in Blackdown berichten muss, zögert sie, da sie in dieser Stadt aufgewachsen ist. Zudem kennt sie das Opfer. Anderseits hatte auch Jake nie daran geglaubt, dass er in Blackdown landen wird. Als er für einen Fall berufen wird, merkt er schnell, dass er auch das Opfer kennt – sogar sehr gut. Das Opfer war nämlich seine neue Geliebte. Wer steckt hinter dem Mord?

Dieser Thriller hat eine umfassende sowie vielschichtige Story zu bieten, die durch die Autorin spannend erzählt wird. Durch ein wechselndes Erzählprinzip zwischen Jake und Anna begibt man sich als Leser in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche. Wir verfolgen die Geschichte der beiden Protagonisten, indem wir nach und nach tiefer in ihr Leben reinblicken. Dabei erhält man als Leser durch Rückblenden in die Vergangenheit wichtige Informationen, die man für das Lösen des Falls benötigt. Zudem kommt noch die Perspektive des Mörders/Mörderin dazu, die dem Buch die nötige Spannung gibt. Ehrlicherweise muss ich auch direkt sagen, dass mich das Ende positiv schockiert hat.

Apropos Spannung: Diese wird durch eine konstante bedrohliche Stimmung erzeugt sowie durch unvorhersehbare Wendungen, die man als Leser nicht antizipieren kann. Außerdem fand ich es gelungen, dass man zu den beiden Protagonisten so gesehen keine Bindung aufbauen konnte, da man ja von Anfang an nicht weiß, wer hinter dem Mord steckt. Dadurch steht man als Leser in einem direkten Konflikt mit den beiden Figuren, was mir persönlich richtig gut gefallen hat. So erhält man auch zu den beiden Figuren die nötigen Hintergrundinformationen, damit eine gewisse Tiefe hinsichtlich der Ausarbeitung vorliegt. Eine Sache hat mich jedoch ein bisschen gestört. Die vorhergenannten Zeitsprünge werden durch einen Absatz gekennzeichnet, wie auch normale Handlungswechsel. Besonders wenn man das Buch abends liest und jetzt nicht die beste Konzentration mit sich bringt, kann man leicht durcheinanderkommen. Hier würde ein Symbol, wie ich es in anderen Büchern wahrgenommen habe, vom Vorteil sein.

Fazit: Mit „Glaube mir“ verfasst Alice Feeney mal wieder einen hochinteressanten Thriller, bei welchem man als Leser selbst nicht so richtig weiß, wem man Glauben schenken kann. Das Buch ist zudem mit der nötigen Spannung und einem gelungenen Erzählprinzip versehen. So bewerte ich das Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Very Bad Kings (BD.1) – Jane S. Wonda

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Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an ein Buch aus dem Dark Romance Genre gewagt. Im Auftaktband der neuen Reihe von Jane S. Wonda geht es an die Kingston University. Mable ist einer der Stipendiatin, die jedes Jahr an dieser Universität angenommen werden. Doch hinter der vermeintlichen Universität verbirgt sich etwas sehr Gefährliches. Die Kings – fünf brandgefährliche Studenten, die jeden ihren Willen bekommen werden. Hinterrücks wird ein unmoralisches Spiel gespielt. Aber als dies Mable merkt, ist schon alles zu spät. Wird sich Mable gegen die Kings durchsetzen können? Und wie weit wird sie für ihren Traum gehen?

Beginnend mit dem Setting kann ich sagen, dass dieses mir richtig gut gefallen hat. Der Autorin gelingt es von Anfang an die Lebendigkeit der Universität an den Leser zu bringen. Da ich selber noch Student bin, fühlte ich mich dementsprechend auch so, als ob ich vor Ort wäre. Wie man es von den vorherigen Büchern kennt, konzipiert die Autorin ihre Erzählweise anhand von wechselnden Perspektiven. Neben Mable dürfen wir auch in die Perspektiven von einigen Kings eintauchen. Dies hat mir gut gefallen, da man somit einen Einblick in beide Welten erhalten kann.

Besonders die Darstellung der Kings sticht positiv heraus. Auch wenn ich an manchen Stellen ich mir eine gewissere Tiefe erwünscht hätte, fand ich die Kings von ihrer Konstruktion her richtig gut, da sie gut in den Plot gepasst haben. Hier freue ich mich schon in den nächsten Bänden auf die weitere Offenbarung ihre Geheimnisse sowie das nähere Kennenlernen der anderen Kings, die in diesem Band eher im Hintergrund standen. Im Vergleich zu Mable wirken sie selbstsicher und dominant. Mable hingegen ist eher das zurückhaltende, wenn auch zu naive Mädchen, welches aber auch eine charakterstarke Art und Weise offenbaren kann. Gerade ihre Konfrontationen mit den Kings waren für mich in diesem Buch sehr amüsant zu lesen. Aber auch andere Figuren wie Heather passen hervorragend in dieses Buch. Spannend ist auf jeden Fall das Buch auch und die Spannung hält steigert sich durch gelungenen Plottwists zum Ende des Buches hin auch.

Fazit: Für mich war dies ein gelungener Auftakt in eine neue Reihe. Der miese Cliffhanger am Ende des Buches verleiht den Leser einfach weiterzulesen. Ich bin schon auf den zweiten Band gespannt und freue mich auf das Wiedersehen an der Kingston University. So bewerte ich das Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Into Dark Waters – Astrid Schulte

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Auf die Autorin von diesem dystopischen Roman wurde ich schon letzten Jahres durch ihren älteren Roman „Four Dead Queens“ aufmerksam gemacht. Da der ältere Roman auf positive Resonanz gestoßen ist, wollte ich mich selbst von der Autorin überzeugen und ihr neue Werk mit dem Titel „Into Dark Waters“ lesen.

In diesem Buch entwirft die Autorin ein dystopisches Szenarion, in welchem unsere heutige Welt fast nur aus Wasser besteht. Vor 500 Jahren hat nämlich eine Flut zerstört, jedoch verbergen sich in den versunkenen Städten noch zahlreiche Schätze. In diesem Buch begegnen wir Tempest. Ihre Schwester ist vor etlichen Jahren verstorben, sodass Tempest als Taucherin täglich versucht ihre Schwester zurück ins Leben zu holen. Aber der Preis ist hoch und die Wiederbelebung dauert lediglich 24 Stunden. Aber Tempest will es unbedingt wissen – wissen, was wirklich mit ihren Eltern passiert ist. Denn die Wahrheit weißt nur ihre Schwester. Und das Geheimnis wird vieles verändern.

Mir hat von Anfang an das rasante Tempo in diesem Buch gefallen. Die Handlung spielt innerhalb von 48 Stunden, sodass in diesem Roman die Situationen Schlag auf Schlag passieren. Dadurch entsteht auch unterschwellig eine gute Spannung, die sich bis zum Ende des Buches kontinuierlich zieht.

Beim Lesen habe ich zudem gemerkt, dass die Autorin verschiedene Genres ineinander mischt. Für mich war es etwas komplett Neues, da ich es bisher in dieser Form nicht wahrgenommen habe. An manchen Stellen ähnelt es einem Fantasyroman, dann findet man Passagen, wie man sie in einem interessanten Kriminalroman wiederfindet und dann erfolgt wieder der Sprung zur Dystopie. Rundum empfand ich dieses Konzept der Genremischung als richtig gut. Im Worldbuilding zeigt die Autorin Stärken. Mir hat ihr Worldbuilding trotz einigen Unreinheiten, welche am Ende mir ein paar offene Fragen hinterlassen haben, gut gefallen. Ich konnte mich in diese dystopische Welt gut hineinversetzen und zudem fand ich die Idee einer Unterwasserwelt frisch. Diese beschreibt die Autorin sehr bildlich.

Die Figuren wie Tempest, Elysea und Co. fand ich von ihrer Gestaltung nicht so tiefgründig ausgearbeitet worden, wie erwartet. Auch wenn ich fast alle Figuren total mochte, konnte ich zu den Figuren leider nach den 450 Seiten immer noch keine Bindung aufbauen. Sie wirkten mir zu distanziert. Dies finde ich sehr schade, da eine tiefgründige Ausarbeitung den Figuren sowie dem ganzen Buch einen noch positiveren Schub geben würde. Deswegen kann man besonders bei der Charaktergestaltung ein nichtgenutztes Potential erkennen.

Fazit: Auch, wenn ich an manchen Stellen etwas zu kritisieren habe, kann ich schlussendlich sagen, dass mich das Buch gut unterhalten hat. Die Idee einer dystopischen Unterwasserwelt wirkt auf mich recht neu und frisch. Rundum ein guter dystopischer Roman mit der nötigen Spannung versehen, jedoch einem nicht genutzten Potential in der Figurenausarbeitung. Deswegen vergebe ich 3,5 Sterne Tendenz nach oben!

Eskalation – Nora Benrath

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An dem heutigen schönen Freitag dachte ich mir, dass ich nachdem den neuen Stephen King Roman beendet habe, direkt ein neues Buch anfange. Hiermit habe ich mich für den Thriller „Eskalation“ entschieden, der vor paar Wochen erschienen ist. In diesem Buch geht es um Dina Martin, die allein auf der Autobahn unterwegs ist. Plötzlich taucht ein Wagen hinter ihr auf, der ihr besonders bedrohlich nah auffährt. „Abfahren“ kommandiert eine Stimme sie. Nach der Kurve sieht die Protagonistin wie aus dem Nichts ein rotes Licht aufflammen: „Halt Polizei“. Dina ahnt nicht böses – bis der Schuss ertönt. Ein Albtraum beginnt.

In das Buch bin ich aufgrund des direkt Einstiegs in die Handlung total gut eingestiegen. Als Leser befindet man sich direkt bei Dina und es wird spannend. Aber nicht nur die Perspektive von Dina kann man als Leser verfolgen. Wir erhalten Einblicke in die Perspektive von den zuständigen Ermittlern, Polizisten und Angehörigen von Dina. Dadurch wird die Handlung vielseitig betrachtet und als Leser hat man viel Freiraum, um Spekulationen über den Täter/die Täterin aufzustellen. Auch wenn ich dies gut fand, fand ich wiederum die Charakterausarbeitung recht flach. Hier sehe ich auf jeden Fall noch viel Potenzial nach oben, da ich eigentlich nur von Dina ein recht ausführliches Bild erlangt habe. Zudem bin ich der Meinung, dass an mancher Stelle noch mehr Tiefe in den psychologischen Aspekten vom Vorteil wäre.

So entwickelte sich die Handlung rasant, dass ich nicht so gut hinterherkam. Doch als ich mich dann gefangen habe, war das Buch auf einmal zu Ende. Hier bin ich der Meinung, dass dem Buch es gutgetan hätte, wenn man zu Beginn sowie am Ende noch teilweise ausführlicher einzelne Situationen aufgreifen würde, weil es meines Erachtens nach, der Thriller jetzt sehr abgehackt wirkt. Zudem fand ich das Ende unspektakulär.

Fazit: Der Thriller weist sehr gute Ansätze auf, welche aber meiner Meinung nach, von der Idee her nicht komplett ausgeschöpft worden sind. Besonders bei den psychologischen Aspekten sehe ich viel Luft nach oben. Dina wirkte mir sympathisch und in ihrer Gestaltung gut. Bei den weiteren Figuren war mir die Ausarbeitung zu flach. Sonst herrscht im Buch eine gute Spannung, die fast kontinuierlich vorzufinden ist. Deswegen bewerte ich das Buch mit 3 Sternen, Tendenz nach unten.

Billy Summers – Stephen King

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Viele Leser*innen die an Stephen King denken, assoziieren mit dem weltberühmten Autor direkt das Horrorgenre. Vorab kann ich sagen, dass dieses Buch keinerlei Horroraspekte aufweist, da King in seinem neuen Roman andere Schwerpunkte setzt. Zu der Gruppe gehörte ich eine Zeit lang auch, aber dann habe ich von King „Die Leiche“ gelesen und wusste das King auch über andere Themen schreiben kann. Folglich war mir schon vorher irgendwie vorhersehbar, dass sein neuer Roman „Billy Summers“ etwas ruhiger sein wird… aber so ruhig wie es dann kam, hat mich das Buch sogar an vielen Stellen gelangweilt.

Thematisch geht es um Billy einen Kriegsveteranen. Zurzeit ist er Auftragskiller, damit er täglich um die Runden kommt. Aber sein nächster Job, soll auch sein Letzter sein. Danach will er endlich ein neues Leben beginnen. Beim Ausführen des Jobs merkt er jedoch, dass er selbst das Ziel von mächtigen Hintermännern wird. Während seiner Flucht stößt er auf ein Opfer einer Gruppenvergewaltigung namens Alice. Billy steht jetzt vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er den friedlichen Weg der Gerechtigkeit gehen, oder sehnt sich seine Seele nach Rache?

Die letzten drei Tage habe ich damit verbracht diesen Roman zu vorabzulesen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich seit Anfang April auf dieses Buch hin gefiebert habe. In dieses Buch bin ich mit keinerlei Problemen eingestiegen. Auch an Stephen Kings gängigen und bekannten Schreibstil konnte ich mich gewöhnen. So habe ich die Geschichte mit viel Interesse verfolgt und gemerkt, dass dieser Roman von King eher ruhig verläuft. Hierbei lässt sich sagen, dass sich King wirklich alle Zeit der Welt lässt, damit der Leser einen ausführlichen Blick in die Welt vom Kriegsveteran Billy erhält. Teilweise war dies gut aber anderseits habe ich nach dem Lesen immer noch das Gefühl, dass ich Billy geschweige die anderen Figuren kennengelernt habe. Zudem fehlte mir es schwer eine Bindung zu den Figuren aufzubauen, sodass kontinuierlich eine Distanz zwischen mir als Leser und den Figuren herrschte.

Wie erwähnt, baut sich der Spannungsbogen sehr langsam auf. Erst ab der 310 Seite kommt meiner Meinung nach erst die nötige Spannung auf, die ich von diesem Buch erwartet habe. Da könnte ich direkt behaupten, dass man so die ersten 200 Seiten des Buches streichen konnte, da diese wirklich für mich langatmig zu Lesen waren. Außerdem greift der Klappentext Informationen auf, die erst ab der Hälfte des Buches passieren. Schwierig, schwierig…. Zum Schluss hin bekommt das Buch einen minimalen positiven Schub, sodass ich zumindest sagen kann, dass ich das Ende des Buches ordentlich fand. So vermittelt King aber auch interessante Werte durch das Buch.

Fazit: Für mich ist Stephen Kings neuer Roman „Billy Summers“ gleichzeitig der schlechteste Roman, welchen ich vom Autor gelesen habe. Meiner Meinung nach, konnte ich in diesem Buch keinerlei eine große Spannung verspüren sowie waren die Figuren für mich nicht greifbar. So konnte man das Buch an vielen Stellen kürzen. Dennoch kann ich mir natürlich vorstellen, dass dieses Buch anderen Leser*innen gefallen wird! (2/5)

Wild Card – Tade Thompson

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Im neu erschienenen Thriller „Wild Card“ geht es um Weston Kogi, der nach langen Jahren aus England wieder nach Westafrika, zu seinen Wurzeln reist. Seine Tante ist verstorben, sodass eine Beerdigung stattfindet. Vor Ort macht er den Fehler, dass er allen rumerzählt, dass er in London ein Detektiv sei. Dies stimmt leider nicht, da er nur ein Wachmann in einem herkömmlichen Einkaufszentrum ist. Nichtsdestotrotz gelangt er in den Fokus von Rebellengruppierungen, sodass er für sie einen Mord an einem Politiker aufklären muss. Als wäre es nicht schlimm genug, mischt sich der Geheimdienst in diese Angelegenheit ein. Für Weston Kogi bleibt nur eine Möglichkeit hier heil rauszukommen: Er muss die Gruppierungen gegeneinander ausspielen.

Thriller mit einem Handlungsort in einer afrikanischen Stadt habe ich bisher noch nicht gelesen, sodass ich total neugierig war, wie sich die Handlung entwickeln wird. Als Leser befinden wir uns in Nigeria, einem Land, in welchem es nicht den rechten Dingen zu sich geht. Korruption, Morde und Gewalt stehen tagtäglich an der höchsten Ordnung. Und dies ist nicht nur eine Fiktion. Der Autor nimmt kein Blatt vor dem Mund und spiegelt mit grauenhaften Beschreibungen von Folterszenen, Krankheiten und elendiger Armut die heutige Realität des Landes. Deswegen ist dieses Buch auch nichts für Leser, die mit derartigen Themen Schwierigkeiten haben.

An der Seite von dem Protagonisten Weston Kogi stürzen wir uns in ein actionreiches Thriller-Abenteuer. Schon von der ersten Seite an, wird es wild. Diese “wilde“ Atmosphäre kommt durchgängig zur Geltung. Somit liegt auch der Fokus auf den Beschreibungen der Umstände, viel weniger auf einem Entwurf einer durchgängigen Spannung. Natürlich kommt an manchen Stellen durch unvorhersehbaren Wendungen die nötige Spannung auf – diese hält sich aber abseits dieser Momente in Grenzen. Für mich war es trotzdem ein rasantes aber dennoch trauriges Leseabenteuer, da es schon zum Denken anregt, weswegen manche Menschen alles haben und manche in derartigen Verhältnisse leben – wie es im Buch geschildert wird. Dennoch fand ich die Gestaltung von Weston gelungen, da er mir sympathisch wirkte und man im Allgemeinen auch etwas über seine Stammeszugehörigkeit erfahren konnte.

Fazit: „Wild Card“ ist ein Thriller nur für starke Nerven. Mit brutalen Beschreibungen stürzt man sich als Leser in ein rasantes Leseabenteuer im wilden Westafrika. Für mich persönlich war es auf jeden Fall etwas Neues, sodass ich auf diesen Thriller mit großen Respekt zurückblicke. (4/5)

Sei still, mein Kind – Johanna Holmström

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Robin ist Kinderpsychologin und hat sich ein gutes Leben aufgebaut. Nach 12 Jahren kehrt sie in ihren Heimatort: Vrakören, eine abgelegene Villenkolonie vor den Toren Helsinkis, zurück. Vor 12 Jahren kam Robins Bruder Lukas grauenhaft ums Leben. Seitdem hat sie auch ihre Mutter vor Ort nicht besucht. Vor Ort merkt sie, dass die Bewohner sie mit einer abgeneigten Haltung begegnen. Ihre Mutter? Eine Feindin im Ort. Aber nicht nur die Siedlung scheint schräg zu sein. Auch im Wald, der die Siedlung umgibt, scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Als dann Robin merkt, dass sie verfolgt wird und knapp dem Tod entkommt, merkt Robin, dass sie alle mögliche Grenzen überschreiten muss, um die Wahrheit herauszufinden.

In diesem Thriller herrscht von Anfang an, eine sehr düstere aber auch melancholische Stimmung. Diese entsteht besonders durch die Tristheit von Robins Mutter, durch die geheimnisvollen Bewohner der Stadt sowie eines unbekannten Mannes. Zudem beschreibt die Autorin die Szenerie sowie das Dorf sehr detailliert, wodurch mein Kopfkino angeregt worden ist. Diese Atmosphäre kommt wirklich zur Geltung, sodass an dem heutigen regnerischen Tag, der Thriller mir umso mehr gefallen hat.

An Seite von Robin versuchen wir herauszufinden, was wirklich im Dorf sowie dem angrenzenden Wald passiert. Da Robin durchgängig auf Abneigung der Bewohner trifft, sodass Hilfe jeglicher Art der Protagonistin verwehrt bleibt, hat es mir Spaß gemacht, mit Robin die Lösung zu finden. Robin mochte ich zu Beginn des Buches gar nicht, da mir ihre Einstellung zum Leben nicht gefallen hat. Aber je mehr ich im Buch vorangeschritten bin, desto mehr konnte ich mich mit Robin anfreunden können und ihre Denkweisen besser nachvollziehen können. Vom Spannungsaufbau legt das Buch den Fokus weniger auf actionreiche Szenen, sondern mehr auf unvorhersehbaren Wendungen sowie Intrigen und Verrat. Deswegen ist das Buch eher ruhiger gestaltet worden. Zudem sind die Kapitel meines Erachtens nach zu lang gestaltet worden. Dadurch zieht sich die Handlung bzw. einzelne Szenen zu sehr. Des Weiteren fanden ab und zu in Kapiteln Zeitwechsel, welche ich unübersichtlich fand. Schade, weil mir das Buch wirklich sehr gut gefallen hat.

Fazit: Es herrscht eine richtig tolle Atmosphäre im Buch vor und der Plot ist durch die Autorin hervorragend konzipiert worden. Würden letztere Kritikpunkte nicht meinen Leseeinfluss beeinflussen, würde ich das Buch eindeutig als Lesehighlight einstufen und dem Thriller 5 Sterne geben. Nichtdestotrotz ist es wert, dieses Buch zu lesen! (4/5)

Die Erbin des Windes – Lucynda Flynn

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Mit „Die Erbin des Windes“ stürzte ich mich in ein neues Fantasyabenteuer. In diesem Buch geht es um Likah, die mit Zwillingen einen letzten großen Diebstahl durchführen müssen. Stattdessen läuft der Plan schief und sie landen vor Gericht. Ausgegangen von einer Strafe, wird Likah über ein Angebot erschüttert: Likah soll sich vom Herrscher Armin in der Magie der ersten Sprache belehrt werden. Sie geht den Deal ein und begibt sich auf den Hof. Trotz vielen Intrigen und Machtspielen bleibt sie dabei. Doch als sie den wahren Grund herausfindet, warum Armin sie wirklich als Schülerin zu sich gebracht hat, stellt sie alles infrage, woran sie jemals geglaubt hat.

In das Buch bin ich aufgrund eines spannenden Einstiegs gut gestartet. Und so hat das Buch gut angefangen. Die Figuren sind alle sehr übersichtlich gestaltet worden, sodass man alle Figuren gut unterscheiden kann. Mit Likah als Protagonistin konnte ich mich schon von Beginn an anfreunden. Der Autorin gelingt es die Figur aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, sodass man Likah gut kennenlernen konnte. Auch wenn man etwas über ihre Vergangenheit erfährt, war mir persönlich es zu wenig. Hier ist noch Luft nach oben. Apropos Tiefgründigkeit: Beim Woldbuilding hätte ich mir an manchen Stellen auch mehr Tiefe gewünscht, um die Rahmenbedingungen etc. besser kennenzulernen. Auch wenn sich dies alles schlecht anhört, ist dies aber nicht so. Es gibt viele Szenen, die mir ein tolles Kopfkino angeregt haben – besonders die Szenen als Likah neue Ortschaften erkundet. Dennoch wird hier, wie erwähnt, das volle Potential nicht ausgeschöpft.

Sonst lässt sich sagen, dass die Geschichte eine gute Spannung aufweist. Ich habe mit viel Spaß die Geschichte verfolgt, um herauszufinden, was es mit Likah auf sich hat. Auch der zweite Handlungsstrang aus der Perspektive einer anderen Figur weist die nötige Spannung auf.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich super lesen. Zudem weisen die Kapitel die optimale Länge auf – nicht zu kurz, nicht zu langatmig. Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ein Folgeband erscheinen würde, da man die Geschichte gut fortführen könnte.

Fazit: „Die Erbin des Windes“ ist ein gelungener Fantasy-Roman, der gute Ansätze aufweist. Auch wenn für mich das Woldbuilding sowie die Protagonisten Gestaltung noch Luft nach oben hat, ist die Geschichte trotzdem stark. Fantasy-Fans können hier auf ihre Kosten kommen. Für mich sind es 3,5 Sterne, Tendenz nach oben.

Mein. Du gehörst nur mir – Thomas Breitung

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Im neu erschienenen Thriller „Mein. Du gehörst nur mir“ wird das Thema Stalking in den Vordergrund gerückt. Im Buch geht es um die berühmte Schriftstellerin Marie Kardisch, die seit einiger Zeit in einem kleinen Häuschen am Waldrand wohnt. In diesem Häuschen schreibt die Autorin ihre Romane und genießt die Zeit für sich selbst. Doch die ganze Situation ist mehr Schein als Sein. Es stellt sich heraus, dass Marie von jemanden beobachtet wird. Es passieren Ereignisse, die eigentlich nur ein Mensch gemacht haben könnte. Als dann ihr Liebhaber noch verschwindet, droht die Situation zu eskalieren. Aber dabei merkt Marie nicht, wie nah die Gefahr ihr wirklich ist!

Beim Lesen habe ich gemerkt, dass dieses Buch von der Grundidee und Thematik her, dem Psychothriller „Ich will dir nah sein“, welcher im Mai diesen Jahres erschienen ist, ähnelt. Aber der Plot geht in eine andere Richtung und das hat mir gut gefallen!

Das Buch fand ich vom Erzählstil sehr gut. Als Leser verfolgen wir das Leben und die Routine der Autorin. Trotz einer distanzierten Erzählweise habe ich mich der Protagonistin sehr nah gefühlt. Nach dem Lesen habe ich auch das Gefühl entwickeln können, dass ich sie ausreichend kennenlernen dürfe. Dennoch bin ich der Meinung, dass ich es noch umso spannender finde, wenn der Autor in diesem Buch auf eine Ich-Perspektive zurückgreifen würde, da man bei dieser Perspektive noch intensiver die Gefühle der Figur nachvollziehen kann. Und das würde sich wirklich hier gut anbieten, da zumindest der Stalker auch aus der Ich-Perspektive schildert.

Apropos Antagonist: Die Abschnitte des Stalkers fand ich unfassbar stark. Nach und nach erfährt man etwas von der Person, was mich als Leser motiviert hat, Theorien hinsichtlich der Auflösung der Identität aufzustellen.

Spannungstechnisch fand ich das Buch im Großen und ganzen gelungen. Auch wenn man schon gröstenteils aus dem Klappentext weiß, was für Vorfälle passieren wären, war ich trotzdem irgendwie gespannt, was als nächstes passieren wird. An mancher Stelle könnte man noch die ein oder andere Wendung noch einbauen – aber es war schon gut! Die nötige Tiefe ist zudem in den Figuren sowie der Handlung gegeben. Besonders positiv fand ich, dass die Konversationen zwischen den Figuren nicht nur auf Smalltalk endeten, sondern auch tiefgründigere Aspekte thematisiert worden sind. Zum Ende hin gewinnt das Buch noch die gewisse Spannung, und wird mit einem nachvollziehbaren und gelungenem Ende beendet.

Fazit: Der Thriller „Mein. Du gehörst nur mir“ ist ein Thriller, der an manchen Stellen unter die Haut geht. Dem Autor gelingt es mit diesem Buch einen spannenden aber tiefgründigen Thriller zu schreiben, der für spannende Lesestunden sorgt. Trotz kleinerer Mängeln, was wirklich Kritik auf hohem Niveau ist, ist das Buch schon stark. Deswegen vergebe ich 4 Sterne Tendenz nach oben!