Das Dorf der toten Seelen

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Eine skandinavische Umsetzung der Kultserie „Stranger Things“?

In „Das Dorf der toten Seelen“ fahren fünf Personen in ein verlassenes Dorf namens Silvertjärn im Wald von Norrland. Der Ort weißt eine mysteriöse Vergangenheit auf. Vor knapp 60 Jahren verschwanden plötzlich alle Bewohner. Die Protagonistin Alice hatte eine Großmutter, die kurz vor dem Verschwinden den Bewohner, aus dem Dorf gezogen ist. Deswegen möchte sie herausfinden, was wirklich damals geschehen ist und entscheidet sich mit ihrem Team eine Dokumentation über Silvertjärn zu drehen. Angekommen am Ort merken alle Charaktere, dass im Dort seltsame Dinge passieren. Ihre Handys haben kein Empfang und während ihrer Erkundschaften spielen ihre Walkie-Talkies verrückt. Ein heiseres Lachen ist zu hören. Kann es sein, dass das Team nicht alleine ist? Werden sie beobachtet? Kann man diesen Ort überhaupt lebend wieder verlassen?

Der Thriller weist einen netten und ruhigen Einstieg in die Geschichte auf. Man erfährt näheres zu Tone, Robert, Max, Alice und Enny. Jeder der Charakter ist verschieden und erhält in diesem Thriller eine andere Aufgabe. Bis die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt, muss man bisschen sich gedulden. Das Szenario und der Handlungsort wird von der Autorin lebendig und authentisch gestaltet. Dies war auch meines Erachtens ein großes Highlight in diesem Thriller. Das Prinzip der Zeitsprünge lässt sich in diesem Thriller wiederfinden. Neben der Handlung darf der Leser in die Vergangenheit reisen und die Entwicklung des Dorfes durch die Perspektive von Elsa (Urgroßmutter der Protagonistin) und Aina mitverfolgen. Dadurch erhält man einen genaueren Blick über das Dorf und die Handlung.

Allgemein finde ich die Grundidee des Buches ganz gut, auch wenn sie nicht neu ist. Insbesondere durch die Ich-Perspektive lässt sich eine bessere Nähe zur Handlung erstellen. Einzelne Stellen im Buch können den ein oder anderen gruseln. Die Spannung kommt auf jeden Fall nicht zu kurz. Je näher man in das Dorf mit den Charakteren eintaucht, desto spannender wird es. Bezüglich der Charaktere habe ich festgestellt, dass diese an manchen Stellen recht unvernünftig und unlogisch gehandelt haben. So konnte ich bei drei Charakteren keine Tiefgründigkeit dieser erkennen, da diese recht oberflächlich die Handlung begleitet haben.

Sonst kann ich nur sagen, dass „Das Dorf der toten Seelen“ ein ordentliches Debüt der Autorin ist. Die unheimliche Atmosphäre im Buch ist wirklich positiv hervorzuheben und stellte für mich das große Highlight in diesem Buch dar. Wer kein großen Wert auf detaillierte Charaktere legt, der kann sich dieses düsteren Thriller gerne durchlesen.

ES – Stephen King

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Du gehst die Straße in der Kleinstadt Derry entlang und plötzlich hörst du jemanden im Gulli sprechen. Ein Clown. Er ist nach 28 Jahren endlich wiedererwacht. Er hat Hunger und muss fressen. Auf den ersten Blick scheint der Clown nett und liebesvoll zu sein. Doch das ist er nicht. Ein kleiner Junge wird ermordet. Der „Club der Verlierer“, bestehend aus sieben Freunden, wollen der Sache auf den Grund gehen. Ob das eine gute Idee ist? Das steht in den Wolken …

„Es“ ist nun das längste Buch, was ich bisher gelesen habe. Mit den guten 1500 Seiten gelingt es Stephen King ein tollen Horrorroman zu entwerfen. Das Buch hat sich sehr gut und flüssig gelesen. King weist, wie in den anderen Büchern, einen tollen bildhaften und komplexen Schreibstil auf. So ist das Buch vom Aufbau auch komplex. Der Leser erlebt viele Zeitsprünge zwischen der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft, wodurch man viele Sichtweisen auf die Handlung erhält. Die Charaktere entwirft Stephen King mal wieder detailliert und lebendig, die durch das Buch hinweg, eine tolle Entwicklung aufweisen. Er ist ein Meister in diesem Gebiet! Sehr abwechslungsreich und gelungen fand ich, dass man zu Beginn die Handlung durch die Augen eines Kindes wahrnimmt, gefolgt durch die Sichtweise eines Erwachsenden im weiteren Verlauf des Romans. Wie in „Der Outsider“ ist die Kleinstadt sehr atmosphärisch beschrieben worden.

Ich finde den Tiefgang im Buch sehr bemerkenswert. Der Appell, dass die Freundschaft das A und O ist, ist einfach wunderbar in diesem Buch vermittelt worden. Auch wenn das Buch zur Unterhaltung dient, gelingt es King teils weitere philosophische Botschaften im Werk zu verstecken. Einzelne Passagen im Buch erweisen sich im Roman sehr zäh. Diese nahm ich in einer derartig komplexen Geschichte nicht negativ auf, da ich der Meinung bin, dass bei einem Roman dieser Länge, keine konstante Spannung vorhanden sein kann. Ruhige Momente und Nebengeschichten gehören einfach dazu.

„Es“ ist einfach ein „Must-Read“. Und ich bin froh ein derartig langes und spannendes Buch gelesen zu haben.

Der Fahrer – Andreas Winkelmann

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Stell dir vor, du bist nachts auf dem Weg nach Hause und dein Weg endet nicht in deiner gemütlichen Wohnung, sondern in den Armen eines Serienkillers.

Wir befinden uns in der Hansestadt Hamburg und für den Protagonisten Jens Kerner und Rebecca beginnt ein neuer Fall. Ein neuer Serienmörder entführt hauptsächlich junge Frauen und tötet diese. Die einzige Gemeinsamkeit der Opfer: Sie benutzten alle den neuen Fahrdienst MyDriver. Ein reiner Zufall oder doch eine heiße Spur? Die Zeit rennt davon und Jens, Rebecca und ihr Team suchen nach einer Lösung. Zu Beginn ohne jeglichen Erfolg. Doch dann tauchen merkwürdige leuchtende Hashtags mit den Wörtern #findemich auf. Erst auf den Autos, dann an vielen anderen Orten. Die Ermittler arbeiten unter Hochdruck und Jens merkt, dass er vom Serienkiller persönlich herausgefordert wird.

Der Thriller beginnt mit dem Geburtstag des Protagonisten. Alles scheint in Ordnung zu sein, doch dann läuft alles aus dem Ruder. Dem Autor ist es sehr gelungen, einen grandiosen Einstieg in den Thriller zu entwerfen. Ich habe mich direkt mit den Charakteren wohlgefühlt und erstaunlicherweise fand ich das gesamte Team um Jens Kerner und Rebecca sympathisch. Es hat mir insbesondere Spaß gemacht, die Nebencharaktere wie z.B. Carina kennenzulernen, da diese das Ermittlerduo gut ergänzten. Ich war von Beginn an gefesselt und die Spannung war bis zum Schluss vorhanden. Ich muss ehrlich sagen, dass ich an keiner Stelle in diesem Buch gelangweilt wurde. Die Kapitel sind knackig geschrieben und in keiner Weise werden Situationen unnötig in die Länge gezogen. Ich finde es gut, dass der Autor mit dem Leser spielt. Er hat ein gelungenes Talent, den Leser in eine falsche Richtung zu leiten und mit zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen den Leser zum Staunen zu bringen. Folglich muss ich sagen, dass ich an diesem Buch nichts zu kritisieren habe. Das kommt selten vor!

„Der Fahrer“ ist für mich ein sehr gelungener Thriller im Jahr 2020. Die Geschichte ist authentisch, spannend und fesselnd. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet worden und sie sorgen für ein tolles Lesevergnügen. Respekt, was der Autor hier auf die Beine gestellt hat. Es bleibt mir zu sagen: Ich empfehle jedem Thriller-Fan dieses Buch zu lesen!

Dunkel – Ragnar Jonasson

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Fazit: „Dunkel“ ist ein sehr gelungener Thriller, der sich hinsichtlich der Zeitchronologie und der Geschichte von zahlreichen anderen Thriller abgrenzt. Dem Autor Ragnar Jonasson gelingt es ein neues Thrillerkonzept zu erstellen. Es herrscht eine düstere deprimierende Atmosphäre, die durch die zahlreichen Landschaftsbeschreibungen des Handlungsort Island untermauert wird. Ich war am Ende begeistert, und ich kann nur sagen, dass „Dunkel“ ein tolles Highlight für das Jahr 2020 ist!

Am meisten hat mich dieser erste Band der Thriller-Reihe hinsichtlich der Erzählchronologie interessiert. Der erste Band spielt am Ende von Huldas Karriere als Ermittlerin. Doch die Handlung des zweiten Bandes findet 15 Jahre früher statt. Ein derartiges Zeitkonzept war bisher für mich total neu und ich war gespannt, wie es auf mich wirken wird. Deswegen habe ich diese Rezension hinsichtlich der Chronologie auch umgeändert.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich sehr gut, da man durch den Autor direkt an die Hand genommen wird. Wir begegnen direkt Hulda, die einen sehr sympathischen Charakter hat. Ich empfand mit der Protagonistin regelrecht Mitleid, da sie sich in ihrem Präsidium alleine durchkämpfen muss und jeder gegen sie ist. Mir würde es mehr gefallen, wenn wir einen näheren Einblick in das Präsidium und die Nebencharaktere erhalten würden, da diese nicht tiefgründig gestaltet worden sind. Der Begriff der Einsamkeit ist in Huldas Leben großgeschrieben, da sie auch ihren Mann sowie ihre Tochter früh verloren hat. Diesbezüglich bin sehr gespannt, was wir als Leser im zweiten Band „Insel“ hinsichtlich ihres näheren Umfeld erfahren werden. Die Geschichte ist in kurze Kapitel unterteilt, wodurch ich das Buch gut durchlesen konnte und eine tolle Spannung entstand. Insbesondere durch das Ende der Geschichte halte ich fest, dass die Geschichte einfach toll ist. Das Ende hat mich zeitgleich erstaunt und geschockt.

Im Thriller „Dunkel“ entfliehen wir ins schöne Island. Wir begegnen, der fast pensionierten Kommissarin, Hulda. Sie soll nun frühzeitig in den Ruhestand gehen, da ihr Chef Magnus, einen neuen jüngeren Kollegen einstellen möchte. Für ihren letzten Fall darf die Protagonistin sich einen Cold Case aussuchen. Sie greift einen Fall auf, bei dem eine Frau an der Bucht von Reykjavik tot aufgefunden wurde. Dieser Fall weckt Huldas Aufmerksamkeit, da sie bei Ermittlungen auf zahlreiche Rätsel stößt, die die Protagonistin in einem Kampf um die Wahrheit in ein Gefecht um Leben und Tod bringen.

Die Stimme des Zorns – Ethan Cross

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In „Die Stimme des Zorns“ begegnen wir mal wieder Francis Ackermann Jr., den wir aus der Shepherd Reihe schon kennen. Der Protagonist Francis wird bei der FBI als Sonderermittler eingestellt. Die Lust auf Schmerzen und Qual hat er immer noch und so hilft der berüchtigte Serienkiller dem FBI, grausame Verbrecher zu schnappen. Im ersten Fall macht sich Francis mit Agentin Nadia Shirazi auf die Suche nach dem „Alien“. Der „Alien“ tötet Menschen, seziert sie und hinterlässt die Leichen in Kornkreisen. Begegnet Ackermann endlich einem würdigen Gegner?

Wie jeder weiß, bin ich ein großer Fan der Shepherd-Reihe gewesen, da diese Reihe zu meiner liebsten Thriller-reihe gehört und der Grund war, wieso ich überhaupt mit dem Lesen von Thrillern angefangen habe. Francis Ackermann Jr. hat nun einen neuen Lebenssinn. Ich war sehr gespannt, inwiefern der Protagonist sich in seiner Solokarriere beim FBI schlagen wird. Francis Ackermann Jr. hat sich charaktertechnisch stark geändert. Er weist einen dunklen Humor auf und sein konsequentes direktes Handeln ist weiterhin vorhanden. Dennoch muss ich sagen, dass im Buch zahlreiche vergangene Situationen aus der Shepherd Reihe angesprochen werden, wodurch ich insbesondere den „neuen“ Leser empfehle, erst die Reihe um Markus und den Protagonisten Francis Ackermann Jr. zu lesen, um die Entwicklung von Francis besser zu verstehen. Francis weist eine erhebliche Charakterentwicklung auf, wodurch man auch sehr viele Unterschiede zwischen dem ersten Shephard Band und „Die Stimme des Zorns“ erkennen kann.

Ehrlich gesagt, habe ich viel mehr von der Handlung erwartet. Die Story erweist sich als recht unrealistisch und sehr zäh. Mir fehlte einfach die „Ethan Cross-Spannung“, die ich aus den anderen Bücher kenne. Des Weiteren fand ich schade, dass Ackermanns Ermittlerpartnerin Nadia charaktertechnisch recht oberflächlich gestaltet worden ist. In diesem Fall würde ich es bevorzugen, wenn man sie tiefgründiger kennenlernen würde. Da erhoffe ich mir, dass im zweiten Band, wir die Gelegenheit erhalten, Nadia besser kennenzulernen. Ethan Cross hat mal wieder einen tollen flüssigen Schreibstil. Ich war auf jeden Fall schnell mit dem Buch durch.

Ich muss sagen: „Die Stimme des Zorns“ ist eine ganz unrealistische aber nette Geschichte mit einer langatmigen Handlung. Natürlich lässt sich das Buch unabhängig der Shepherd-Reihe lesen, jedoch würde ich empfehlen, die Reihe vorher zu lesen um den wunderbaren Francis Ackermann Jr. besser kennenzulernen.

One Of Us Is Next – Karen M McManus

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Die Autorin Karen M. McManus konnte mich mit „One of us is lying“ im weitesten Sinne überzeugen und so freute ich mich auf „One of Us is Next“. Wir befinden uns wieder im schönen Bayview High. Seitdem Simon Kellerher verstorben ist, ist nichts Großartiges im Örtchen und in der Schule der Bayview Four passiert. Doch dann taucht ein neues anonymes Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel auf, welches in der Schule die Runde dreht. Jeder ist verpflichtet mitzuspielen. Wer nicht mitspielt, wird bloßgestellt. Maeves, Brownyns Schwester, die wir schon aus „One Of Us Is Lying“ kennen, wird nominiert und weigert sich mitzumachen. Und dann, wie aus dem Nichts, tauchen, die Polizei und die Reporter auf. Es gibt nämlich wieder einen Toten. Nicht neues an der Bayview High oder?

Vorab finde ich toll, dass das Cover so gut an die Reihe anschließt. Beim Lesen der ersten Seiten fällt auf, dass hauptsächlich neue Charaktere im Mittelpunkt stehen. Auch wenn uns einzelne Charaktere aus dem ersten Band bekannt sind, lernen wir diese viel näher kennen. Ich fand es schön, dass Brownyns Schwester von den Bayview Four, eine wichtige Rolle zugeschrieben bekommen hat. Dennoch kommen die alten Protagonisten der Bayview Four auch zum Wort und man kriegt einen guten Überblick über ihr gegenwärtiges Leben. Insbesondere fand ich toll, dass man näheres zu Colleen und seiner Sportkarriere erfahren konnte. Eine insgesamt tolle Mischung aus Neuem und Altem. Allgemein kann ich sagen, dass mir beim Lesen die Spannung und der Nervenkitzel sehr gefehlt hat. Mich konnte leider die Geschichte nicht so fesseln wie bei „One of us is lying“. Sie wirkte auf mich eher langweilig. Allgemein empfand ich die Auflösung zu weit hergeholt. So muss ich auch leider kritisieren, dass ich das Wahrheit oder Pflicht Spiel im Buch eine sehr monotone Rolle hatte, da es irgendwann stoppte. In dieser Hinsicht habe ich viel mehr erwartet. Dennoch überzeugt die Autorin mit einem schlichten und flüssigen Schreibstil, wodurch ich gut durch das Buch durchkam.

Allgemein lässt sich sagen, dass „One of us is next“ nicht an „One of us is lying“ rankommt. Trotz einer gelungenen Mischung aus neuen und alten Charakteren, empfand ich die Geschichte sehr monoton ohne jegliche Spannung.

Blutmond – Katrine Engberg

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Der Thriller „Blutmond“ entführt uns in die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Während sich im geologischen Museum die Stars der internationalen Modewelt für die kommende Copenhagen Fashion Week warm feiern, bricht ein bekannter Modedesigner vor dem Museum zusammen. Er ist tot. Wie konnte Alpha Bartholdy sterben und wer ist der Täter? Der Protagonist & Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner nehmen die Ermittlungen zum Fall auf. Aber was hat es mit Johannes, Jeppes besten Freund auf sich, der nach dem Mord von Alpha spurlos verschwunden ist? Ist Johannes der Täter?

Bei „Blutmond“ handelt es sich um einen zweiten Krimi aus der Kørner & Werner Reihe und man braucht kein Vorwissen aus dem ersten Band „Krokodilwächter“. Ich konnte gut in die Geschichte einsteigen und schnell merkt man, dass es zahlreiche potentielle Mörder gibt, die für den Tod von Alpha Bartholdy verantwortlich sind. Dies macht die Handlung hinsichtlich der Ermittlungen interessant. Jeppe und Anette sind sehr sympathische Charaktere, die mich von Beginn an überzeugen konnten. Diese wurden vielschichtig entworfen, wodurch man einen detaillierten Einblick in das Leben von verschiedenen Charaktere erhalten hat. Insbesondere Anettes gesundheitliche Probleme verliehen Anette viel Authentizität.

 Persönlich finde ich, dass der Autorin Engberg ein sehr komplexer Thriller gelingt. Dennoch ist zu hinterfragen, inwiefern „Blutmond“ einem Thriller ähnelt. Hierzu fiel mir auf, dass das Buch zu wenig „Thrill“ beinhaltete und an manchen Stellen, trotz guten Wendungen im Handlungsstrang, zu zäh war. Der Begriff des „Kriminalromans“ würde meiner Ansicht nach, „Blutmond“ besser kategorisieren. So kann man auch sagen, dass das Buch eine geringe bis keine Anzahl an großen Gewaltszenen und Bluttaten aufweist.

„Blutmond“ ist ein sehr sympathisch erzählendes Buch mit einer schönen skandinavischen Atmosphäre und sehr gut ausgearbeiteten Charakteren. „Glasflügel“, den dritten Teil der Kørner & Werner Reihe werde ich auf jeden Fall lesen.

Feuer & Gold – Sarah Beth Durst

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In Feuer und Gold begegnet uns eine gute Drachenfantasygeschichte mit vielen Elementen aus „Ocean’s Eleven“. Wir begegnen Sky, einer 16-jährigen, die zu einer berühmten Familie von Drachen in Menschengestalt angehört. Die Wyvern besitzen leider nicht mehr die Fähigkeiten sich in ihre ursprüngliche Drachengestalt zurück zu verwandeln. Sky besitzt nur noch die Fähigkeit Feuer zu speien. Plötzlich verschwindet an einem Tag ihre Mutter und das Leben von Skys Familie nimmt eine drastische Wendung. Der Drachen-Rat beschließt, dass Skys Familie das gesamte Vermögen verliert und einen schlechten gesellschaftlichen Rang erhält. Die Protagonistin möchte dies nicht wahrhaben, und sie entscheidet sich dazu herausfinden, was mit ihrer Mutter passiert ist… Ihr erster Raubzug soll die Wahrheit ans Licht bringen.

„Feuer & Gold“ ist eine gute Geschichte, die vor allem die Freundschaft, Intrigen, Zusammenhalt und Mut gut verkörpert. Sky konnte ich direkt ins Herz schließen, da sie einen sehr humorvollen und zielstrebigen Charakter aufweist. Sie lässt sich nichts sagen und möchte das Verschwinden ihrer Mutter aufklären. Leider konnte mich die Autorin mit den restlichen Charakteren nicht komplett überzeugen, da diese eher oberflächlich gezeichnet sind. Die Rahmenhandlung ist im Gesamtkonzept recht unterhaltsam, wird jedoch nicht detailliert erklärt. Die „Drachenmenschen“ sind in der Gesellschaft anerkannt und führen somit kein geheimnisvolles Leben. Neben der Entführung in eine Fantasywelt baut die Autorin gute Spannungselemente auf, indem sie Sky den Raubzug durchführen lässt. Den Verlauf der Handlung konnte ich leider ab der Hälfte schon sehr voraussehen, da es einfach mir zu offensichtlich war, was als nächstes passieren würde.

Allgemein weist „Feuer & Gold“ viele gute Grundzüge auf. Es lässt sich sehr leicht lesen, wodurch ich auch sagen kann, dass es sich für die jüngeren Leser definitiv zu lesen lohnt . Leser, die sich hier eine Erklärung einer ganzen Fantasywelt erhoffen, werden teils enttäuscht. Dennoch ist das Buch ein sehr unterhaltsames Buch, welches eine leichte humorvolle Geschichte mit Drachen beinhaltet.

Der Outsider – Stephen King

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Stephen Kings Büchern bin ich zuerst mit dem Roman „Joyland“ begegnet und war regelrecht enttäuscht. Trotzdem wollte ich dem King eine zweite Chance geben und somit wagte ich mich an „Der Outsider“ ran. In diesem Buch geht es um einen Fund einer geschändigten Leiche eines elfjährigen Jungen in Flint City. Die Zeugen teilen der Polizei mit, dass es sich beim Täter um Terry Maitland, einen beliebten Englischlehrer und zugleich Coach einer Jugendbaseballmannschaft, handelt. Detective Ralph Anderson ist geschockt, da Terry seinen Sohn trainiert hat. Eine schnelle Festnahme erfolgt. Auch wenn der Verdächtige ein Alibi hat, wird Terry Maitland ins Gefängnis gesteckt. Immer schrecklichere Ereignisse kommen zutage. Kann es sein, dass der Englischlehrer wirklich zwei Gesichter hat? Wie kann man erklären, dass Terry an zwei Orten gleichzeitig war? Reiner Zufall?

Ich muss sagen, Stephen King hat mich nicht enttäuscht und ich habe Lust auf mehr! Das Buch war von Beginn an spannend und herrschte eine tolle, teilweise gruselige Atmosphäre im kleinen Städchen namens Flint City. Mich konnte es so gut fesseln und das große Spektrum an Charakteren denen Detective Ralph, Terry, Bill Samuels und Alec angehören, sind sehr authentisch entworfen worden. Schon lange habe ich eine derartige tiefgründige Charakterausarbeitung in einem Buch nicht wahrgenommen. Aus einem beginnenden Krimibuch entwickelt sich ein grandioser Thriller mit vielen Horrorelementen und Spannung. Ab der Mitte des Buches haben mir die zahlreichen Mystery-Elemente sehr gefallen, die das Buch sehr positiv beeinflusst haben.

Das Buch wies an keiner Stelle zähe Momente auf, wodurch ich es mich durchgehend unterhalten hat. Insbesondere die Vernehmungen der Zeugen zu Beginn des Buches empfand ich sehr abwechslungsreich und gut. Über das Buch hinweg hinterfragt man: Was hat es mit Terry auf sich? War er der Mörder? Oder weist er einen Doppelgänger auf?

King konnte mich mit „Der Outsider“ begeistern und ich kann nur sagen, dass ich weitere Bücher des Autors auf jeden Fall lesen möchte. Ein Hoch auf den King!

Venus – Sophie Nuglisch

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Die 19-jährige Stina ist abends alleine auf dem Weg nach Hause. Dort begegnet sie Leif, der sie abfängt und verschleppt. Leif weist eine schwere Kindheit ohne jegliche elterliche Fürsorge auf. Er ist fest entschlossen aus Stina die Person zu machen, die ihn bedingungslos liebt, immer für ihn da ist, sich um ihn kümmert und ihn nie verlassen würde. Er gibt Stina den Namen Venus, doch Stina wehrt sich und wird Opfer von Leifs Gewaltausbrüchen und Versuchen einer Konditionierung. Stina nimmt sich vor stark zu bleiben, indem sie sich Leif widersetzen möchte. Es beginnt ein Kampf um Stinas Freiheit, ihren Körper und ihrer Identität.

Auf den ersten Seiten werden wir direkt zur Entführung katapultiert. Schnell merkt man als Leser, dass Stina für einen starken und kämpferischen Charakter aufweist. Man kann ihren Kampfwillen um ihre Identitätsbewahrung nur bewundern. Durch die gängige Perspektive der Protagonistin lernt man sie immer besser kennen. Und so lernt man auch Leif näher kennen. Ich muss sagen, dass ich schon lange keinen Charakter wie Leif auf eine derartige Weise verabscheut habe. Natürlich lässt sich es nachvollziehen, dass er in seiner Psyche ein Defizit bezüglich Fürsorge und Liebe aufweist. Aber wie krank kann man bitteschön sein?! Hier würde mich noch ein tieferer Blick in die Gedankenwelt von Leif interessieren, um seine Motive noch näher kennenzulernen. Außerdem wäre es für mich interessant gewesen, herauszufinden, wie sich die Rahmengeschichte entwickelt hat. Fanden Ermittlungen statt? Wie hat Stinas Familie reagiert?

Auf jeden Fall geraten in dieser Geschichte viele schwierige Themen wie Missbrauch, Gewalt (…) in den Mittelpunkt, wodurch man schon an einigen Stellen starke Nerven braucht. Insbesondere die zahlreichen Gewaltszenen können den ein oder anderen regelrecht verstören. Einer derartigen Folter ausgesetzt zu werden – das wünsche ich keinem… Dennoch fällt auf, dass die Autorin die tiefsten Abgründe eines verzweifelten Menschen gut und detailliert darstellt.

Schlussendlich kann ich sagen, dass die Geschichte in „Venus“ mich schon ein bisschen zum Nachdenken gebracht und schockiert hat. In diesem Buch wird der Fokus auf die innen Ansicht der Protagonistin gesetzt, wodurch man eine gute Bindung zu dieser aufbauen kann. Diese Geschichte weist außerdem einen guten Verlauf und einen unvorhersehbaren Schluss auf.