Patient Null – Daniel Kalla

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Kein Buch könnte aktueller als „Patient Null“ sein. Im Thriller geht es um eine Seuche bzw. eine Pest, die wiederaufgetaucht ist. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Dr. Alana Vaugn, eine Expertin für Infektionskrankheiten bei der NATO. Ein Anruf erreicht sie, dass sie sich schnell möglichst nach Genua in Italien begeben muss, da sie eine schwerkranke Frau untersuchen muss. Nach einer Untersuchung stellt Alana fest, dass die Patientin Symptome einer neuen aggressiven Lungenkrankheit aufweist. Dazu kommt noch, dass das Virus gegen Antibiotika resistent ist. Handelt es sich hierbei um einen Bioterrorismus? Die Zeit rennt davon. Alena schließt sich mit Byron Menke von der WHO zusammen und die Beiden machen sich auf die Suche nach dem Ursprung des Virus, dem Patienten Null. Das Virus/die Pest breitet sich immer mehr aus und Alana & Byron stoßen auf ein Kloster und ein Tagebuch aus dem Mittelalter. Im Tagebuch treffen sie auf eine heiße Spur. Eine Erklärung für alles? Kann es den beiden gelingen, die Ausbreitung zu stoppen?

Das Buch startet sehr dramatisch. Ein Virus? Woher kommt es? Warum sterben so viele Menschen auf eine derartige grausame Art und Weise? Viele Fragen, keine Antworten. Das Virus breitet sich schnell aus, und schnell kam mir die gegenwärtige Lage mit dem Corona Virus in den Kopf. Jedoch erweist sich das Virus bzw. die Pest im Buch viel grausamer. Menschen sterben in kürzester Zeit und erleben einen qualvollen Tod. Wir fiebern mit der Protagonistin mit und dann begegnen uns beim Lesen die Tagebucheinträge aus dem Mittelalter, welche mir total gefallen haben, da sie sehr authentisch sind. Die Tagebucheinträge stammen von einem Bader, der die Pest in Genua erlebt hat. Die Art von Alana hat mich total gepackt, da sie direkt und durchhaltungsfähig ist. Wenn jemand ihr im Weg steht, sucht sie sich eine andere Möglichkeit, die Menschheit vor der Pest zu bewahren. Des Weiteren zeigt sich auch eine liebesvolle Seite der Protagonistin, die sich nach Liebe und Hoffnung sehnt. Dies stellt die Protagonistin im Gesamten richtig gut und authentisch dar. Kann sie sich Byron von der WHO oder ihrer ehemaligen großer Liebe Nico öffnen? Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden somit auch zum Mittelpunkt der Story und damit zeigt der Autor, dass diese in so einer schwierigen Zeit sich als wichtig erweisen.

Ich fand den Verlauf der Handlung richtig gut, nur das Ende kam mir zu abruft und zu schnell. Da könnte der Autor das Ende bisschen ausführlicher entwerfen, da ich total gefesselt war und auf einmal die Geschichte zu Ende ging. Irgendwie schade.

Der Autor Daniel Kalla trifft mit „Patient Null“ den Nerv unserer Zeit und thematisiert eine realitätsnahe Ausbreitung einer Pest. Mit zwei gut ausgearbeiteten Charakteren begeben wir uns auf eine spannende Reise auf der Suche zu Patient Null.

Bis Zum Ende – Remigiusz Mroz

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Nachdem ich ein Werk des Autors in Polnisch gelesen habe, habe ich mich umso mehr gefreut, ein ins Deutsch übersetztes Buch zu lesen. Im Thriller „Bis Zum Ende“ wird Kasandras Sohn entführt und ihre einzige Möglichkeit, ihren Sohn aufzusuchen, ist die Hilfe von Damian Wern. Ob Damian ihr hilft? Eine schwierige Entscheidung. In der Vergangenheit sollte Kassandra Damian helfen seine Verlobte Ewa zu finden und dabei hinterging Kassandra Damian. Doch Damian will einen Vorteil aus Kassandra ziehen, indem er darauf hofft, dass Kassandra die Existenz von Ewa bestätigt. Die beiden Charaktere schließen einen Deal. Sie kommen der Wahrheit näher, und plötzlich landet Kasandra in einem Frauengefängnis, während Damian auf einmal seiner vermissten Verlobten Ewa gegenübersteht.  

Ich konnte gut in den Thriller einsteigen und fand die beiden Protagonisten Damian und Kasandra recht sympathisch. Schnell merkte ich, dass die Beiden eine tiefere Vergangenheit und vergangene Ereignisse verbindet. Aber inwiefern? Schnell habe ich gegoogelt und herausgefunden, dass es einen ersten Band um Damian und Kasandra gibt. Das war mir vorher nicht bewusst und ich habe durchgängig beim Lesen gemerkt, dass mir der Input aus dem ersten Band sehr gefehlt hat. Es kommen einzelne Szenen auf, bei dem einzelne Vorfälle angesprochen werden, die im ersten Band vorkamen und ich folglich mit denen nichts anfangen konnte.

Trotzdem habe ich weitergelesen. Ich fand den Wechsel der Perspektiven zwischen den Protagonisten einfach zu gut. Insbesondere Kasandras Perspektive aus dem Frauengefängnis fand ich interessant und grausam. Da kann man doch nur psychisch zusammenbrechen… Außerdem merkt man bei Kasandra wie unglücklich sie mit ihrem Leben ist und welche belastende Vergangenheit sie aufweist. Der andere Protagonist Damian weist ein Problem mit seiner eigenen Psyche auf.

Im Buch lassen sich überspitzte Verschwörungstheorien finden, die sich regelrecht im Kreis drehen. Damit hatte ich das Gefühl, dass die Haupthandlung in den Hintergrund gerückt ist. Dennoch finde ich die Message, die mit dem Buch durch den Autor hervorgeht sehr wichtig.

Schlussendlich bleibt mir zu sagen, es wäre wichtig im Buch vorzumerken, dass man den ersten Band um Damian und Kasandra lesen muss, um die gesamte Rahmenhandlung besser zu verstehen. Die Geschichte hat an sich ein sehr interessantes Thema, welches aber nur teilweise gut umgesetzt wird. Dennoch finde ich, dass Remiguisz Mroz mit diesem Buch ein indirektes Thema (Frauengewalt) in den Vordergrund rückt, welches in der Öffentlichkeit viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Cthulhus Ruf – Lovecraft

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Der Autor H.P. Lovecraft gehört zu den Legenden der modernen Horrorliteratur. Deswegen präsentiert Phantastik-Experte Andreas Fliedner in diesem Buch vierzehn Erzählungen von Lovecraft. Die Sammlung der Horrorgeschichten ist in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil des Buches „Die Straße nach Arkham: Klassisches und modernes Grauen“ begegnen uns hauptsächlich im weitesten Sinne plausible Geschichten aus dem Alltag. Im zweiten Teil „Schwarze Ozeane der Unendlichkeit: Kosmischer und irdischer Horror“ werden wir hingegen in eine fantastische Welt mit mysteriösen Vorfällen und Charakteren entführt. Der letzte Teil „Das Tor der Träume: Poetische Schrecken und Bekenntnisse“ befasst sich mit der Mentalität des Menschen.

Ich konnte sehr gut in das Buch einsteigen, da ich durch Lovecrafts Lebenslauf einen tollen Blick in sein Leben erhalten habe. Durch das Verzeichnis am Anfang des Buches erhält man einen tollen Überblick über die einzelnen Geschichten.  Ich fand es sehr gelungen, dass das Buch erlaubt, dass man die Geschichten querbeet lesen kann. Hat man keine Lust auf eine Alltagsgeschichte, kann man in die tiefsten Abgründe einer dystopischen bzw. fantastischen Welt entfliehen. Jede (Kurz-) Geschichte ist in ihrer Handlung außergewöhnlich und weist einen differenzierten Horroraspekt auf. Lovecraft spielt mit unseren Ängsten und macht uns kleinschrittig mit dem dunklen Unbekannten vertraut. Jeder einzelne Sinn des Menschen wird angesprochen. Des Weiteren hat mich der Schreibstil beeindruckt, da eher eine „alte“ Sprache mit verschalteten Sätzen vorliegt und der größte Teil der Geschichten aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Damit entwickelt man das Gefühl, als säße man auf der Schulter des Erzählers.

Ich kann sagen, dass dieses Buch einen guten Einblick in die grauenhaften Erzählungen des Autors Lovecraft liefert. Einzelne Gruselmomente waren vorzufinden. Ich kann nur sagen, dieses Buch eignet sich für die Leser, die Gruselgeschichten mögen.

Ich Bin Die Rache – Ethan Cross

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Schon lange habe ich das Lesen des sechsten und letzten Teils der Shepherd-Reihe vor mich hingeschoben, da ich nicht wollte, dass eine derartig tolle Reihe um Marcus Williams und Francis Ackermann Jr. endet. In „Ich bin die Rache“ gerät Maggie in die Hände eines Serienkillers mit dem Namen „The Taker“. Der Grund für ihre Entführung? Sie war auf der Suche nach dem „Taker,“, da er ihren Bruder, als sie noch ein Kind war, entführt hat. Dabei kam Maggie an ihren persönlichen Grenzen.

 Die Suche nach Maggie wird direkt von Ackermann und Marcus aufgenommen und sie führt die beiden Protagonisten nach New Mexico, in ein Reservat von Indianern. Doch die Rettung ist nicht einfach. Um den „Taker“ aus seinem Versteck zu locken, muss Ackermann einen Krieg anstiften. Nur so kann die Aufmerksamkeit des Serientäters geweckt werden. Es entwickelt sich ein Krieg. Ein Krieg mit vielen Opfern. Auf beiden Seiten.

Ethan Cross konnte mich von Anfang an mit einem grandiosen Schreibstil beeindrucken, da dieser flüssig, fesselnd und voller Spannung ist. Ich habe mich direkt in diesem Buch wohlgefühlt, da der Autor wie in den vorherigen Teilen eine tolle Atmosphäre kreiert hat. Francis Ackermann Jr., der typische Antiheld begegnet uns direkt am Anfang und man erkennt, was er für eine tolle Charakterentwicklung innerhalb der ganzen Bände durchgemacht hat. Insbesondere sein Sarkasmus in einzelnen Situationen ist nicht zu ersetzen. Marcus Williams agiert in seinen Handlungszügen wieder authentisch. Die beiden Brüder sind einfach nicht zu ersetzen.

In diesem sechsten Band war auffällig, dass man als Leser Einblicke in die Vergangenheit erhalten hat. Damit sind hauptsächlich Schlüsselmomente aus den vorherigen Bänden gemeint, die dem Buch eine schöne Tiefe gaben. Des Weiteren gab es Einblicke in die Vergangenheit von „The Taker“, um seine Entwicklung besser zu verstehen. Ein weiterer positiverer Aspekt, den ich bisher noch nicht so stark in Ethan Cross Büchern wahrgenommen habe, ist, dass der Autor hier einen Fokus auf ein kleines Spektrum von Handlungsorten gelegt hat. Ungewöhnlich, aber gut. Das einzige was mich am letzten Teil gestört hat, war das sehr hohe Pensum der Kampfhandlungen. Auf Dauer passte diese nicht zum Abschlussband.

Ethan Cross beendet die Shepherd-Reihe mit einem tollen sechsten Teil. Eine tolle Geschichte geht zu Ende…. Aber zum Glück gibt es vom Autor eine neue Reihe mit einem stärkeren Fokus auf Francis Ackermann JR. Ich freue mich!

Achtzehn – Anton Berg

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Schweden, ein korrupter und geheimnisvoller Staat? Im Mittelpunkt befindet sich der Journalist Axel Sköld. Zufälligerweise stößt er bei einer Recherche auf einen sehr ungewöhnlichen Zusammenhang zwischen zwei Todesfällen und dem Olof-Palme-Mord. Nach und nach steigert sich der Protagonist in die Recherche und gräbt in der schwedischen Vergangenheit nach. Dabei stößt er auf einen Königsmord. Axel entwickelt Verschwörungstheorien. Er glaubt an eine skrupellose Geheimgesellschaft, die unter dem Radar Einfluss auf die Politiker und die Wirtschaft ausübt. Kann sich ein namensloser Journalist gegen eine derartig hohe Macht widersetzen? Dabei merkt Axel aber nicht, dass er sich mit seinen Recherchen schnell ins Lebensgefahr begibt.

Achtzehn – Was hat es mit diesem Thriller-Titel auf sich? Kurios stürzte ich mich auf diesen Thriller. Der Thriller beginnt recht wenig spannend, da man sich der Leser zuerst mit der Handlung und den Rahmenbedingungen vertraut macht. Auf den ersten Blick erscheint die Personenanzahl im Thriller als sehr hoch. Jedoch hatte ich damit keine Probleme, da die Charaktere sorgfältig eingeführt werden. Neben der Perspektive von Axel, dem Protagonisten, springen wir auch auf die Seite der „Bösen“ und den Politikern. Die Handlung wird dadurch abwechslungsreich gestaltet. Die Spannung kommt auf und man taucht in die tiefsten Machenschaften Schwedens ein.

Ein namensloser Journalist kämpft gegen eine derartig große Macht. Und er macht es gut. Axel ist ein sympathischer und zielstrebiger Charakter, der trotz Grenzen, diese überschreitet. Stina, seine beste Freundin, ergänzt ihn in seinen Ermittlungen und dient ihm als eine gute Stütze. Das Szenario an sich, ist schon in manchen Büchern vorhanden gewesen. Dennoch finde ich, dass es hier wunderbar auf eine eigene Art und Weise umgesetzt worden ist. Beim Lesen verliert man den Fokus auf das Geschehen nicht, und der Spannungsbogen ist konstant. Im weiteren Verlauf des Thrillers wird es zu einem Katz und Maus Spiel. Man fiebert mit, und hofft endlich, dass man hinsichtlich des Titels und den Verschwörungen aufgeklärt wird. Ich kann nur sagen, man wird nicht enttäuscht.

Achtzehn ist auf jeden Fall ein authentischer Thriller, der für ein gutes Lesevergnügen sorgt. Der Thriller eignet sich für Leser, die gerne politische und nicht brutale Thriller lesen.

Meine Liebe Familie – Sarah Alderson

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Die Protagonistin Ava führt mit ihrem Mann und den Kindern ein beneidenswertes Leben. Eines Abends trifft sich Ava mit ihrer Freundin. Nach einem gemütlichen Abend begibt sie sich auf den Heimweg und kommt zuhause an. Doch dann, paar Minuten nach ihrer Ankunft, dringen zwei maskierte Männer in ihre Villa ein und bedrohen ihre Tochter June. Alles ging zu schnell und Ava wacht schwer verletzt im Krankenhaus auf. Ihre 12-jährige Tochter liegt im Koma. Ein Alptraum beginnt. Ava merkt schnell, dass es sich bei diesem Überfall nicht um ein Zufall gehandelt hat. Sie macht sich auf den Weg, um herauszufinden, was wirklich alles an diesem Abend passiert ist. Nur wem kann Ava vertrauen, wenn sie selbst ein Geheimnis tief in sich trägt?

Nachdem ich „Meine beste Freundin“ von Sarah Alderson gelesen habe und der Thriller mir total gefallen hat, habe ich mich umso mehr gefreut, dieses Buch zu lesen. Man steigt sehr leicht in den Thriller ein und macht sich mit Ava vertraut. Kurz darauf passiert direkt der Überfall und Ava beginnt, das Geheimnis der Nacht aufzudecken. Als Leser merkt man, dass jedes einzige Mitglied der Familie von Ava, ein Geheimnis verbirgt. Und das fand ich faszinierend. Nach und nach erfährt man immer mehr Einzelheiten über Personen. Ich konnte sehr lange nicht ahnen, aus welchen Gründen der Überfall stattgefunden hat. So kam mir die Auflösung der ganzen Geschichte auch unerwartet, da die Lösung der ganzen Story erst auf den letzten Seiten offenbart wird.

Die Handlung ist in Tage unterteilt, und nebenbei gibt es Kapitel, die in der Vergangenheit stattfinden. Durch diese erfährt man besser, inwiefern die Beziehungen einzelner Charaktere zueinander durch die Vergangenheit geprägt sind. Diese halfen mir, um einzelne Charaktere besser wahrzunehmen. Die Story ähnelt auf jeden Fall einem Hollywoodfilm. Das Buch nimmt uns direkt an die Hand und lässt uns bis zum Schluss nicht los. Wie auch im Thriller „Meine beste Freundin“ hat Sarah Alderson einen tollen Schreibstil. Mich hat insbesondere das Wechselspiel zwischen den kurzen und längeren Kapiteln sehr gefallen.

Sarah Alderson zeigt mit diesem Thriller, dass sie spannende und fesselnde Thriller schreiben kann. Da bleibt nur die Frage offen, welchen nächsten Thriller der Autorin werde ich lesen dürfen?

Marta Schläft – Romy Hausmann

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Marta Schläft- Das Thriller-Highlight des Jahres 2020?

In Romy Hausmanns neuem Thriller „Marta Schläft“ begegnen wir Nadja, die nach einem grausamen Vorfall in ihrer Jugendzeit sieben Jahre im Gefängnis sitzen musste. Nun möchte sie wieder zurück in den Alltag reinkommen. Ihr Leben ist zurzeit durch eine Einsamkeit geprägt und ihren Bruder Janek hat sie seit einer Ewigkeit nicht gesehen. Doch dann nimmt Nadjas Leben eine Wendung. Ihre ehemalige Freundin Laura bittet sie um Hilfe. Ein Mord in einem abgelegenen Haus. Und Nadja wird zum perfekten Opfer und zeitgleich zum perfekten Täter.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr schwer gefallen. Ich hatte Schwierigkeiten mit den verschiedenen Handlungs- und Zeitsträngen zurecht zu kommen, da diese sprunghaft innerhalb eines Kapitels passieren. Außerdem wiesen diese keine direkte Verbindung zueinander auf. Teilweise musste ich einzelne Seiten doppelt lesen. Die Spannung war noch in keiner Weise vorzufinden. Und das Durchhalten hat sich gelohnt. Nach und nach verlaufen die Handlungen ineinander über und man erhielt einen besseren Überblick über die ganze Geschichte. Ab der Hälfte konnte mich die Geschichte dann fesseln. Man stellt Spekulationen zur Geschichte auf, die im weiteren Verlauf der Geschichte durch gute Wendungen zerstört wurden. Auch ist das Ende im Thriller zu loben, da dieser alle meine offenen Fragen beantwortet hat. Jedoch hätte ich mir an dieser Stelle, einen explosiveren Schluss erwartet. Romy Hausmann hat einen einfachen Schreibstil, den man leicht lesen kann. Ihr gelingt es durch eine bildhafte Erzählweise eine gute Atmosphäre im Buch zu kreieren.

Ein Lob geht an die Autorin, die differenzierte und facettenreihe Charaktere entwickelt hat. Insbesondere der Charakter von Nadja hat mir sehr gut gefallen. Sie lässt sich einfach in keiner Weise durchschauen und es hat mir Spaß gemacht, ihre Vergangenheit immer besser kennenzulernen. Außerdem wäre der Charakter von Gero positiv hervorzuheben.

Zum Schluss kann ich sagen, dass „Marta Schläft“ ein sehr komplexer Thriller ist, der mich viele Nerven gekostet hat. Dennoch hat es sich gelohnt, ihn zu lesen, da er im Gesamten sehr gut durch die Autorin durchdacht ist. Mir hat nur der „Thrill“ ein wenig gefehlt, da ich das Buch eher als ein Drama wahrnahm.

Echtzeit 1 – Feuerbach/Thariot

Drei unabhängige Plots, die dann eine finale Verknüpfung aufweisen? Ja! Darum geht es in „Echtzeit“. Wir begegnen drei differenzierten Charakteren. Einer Putzfrau, einem Hacker und einem Kommissar. Aber erstmal paar Worte zur Rahmenhandlung. Wir befinden uns im schönen Düsseldorf. Europa ist zusammengewachsen. Kurz vor Pfingsten im Jahre 2025 wird in einer Luxussuite ein totes Mädchen aufgefunden. Schnell wird klar, wer hinter diesem Mord steht. Die Zeit rennt davon. Der junge Student Hacker geriet mit seiner Erfindung in den Fokus und wird zum Ziel. Aber warum? Die Putzfrau führt ein Doppelleben. Warum ist ihr Lohn so derartig groß? Der desillusionierte Kommissar arbeitet unter Hochdruck. Alles normale Menschen, die etwas zu verbergen haben. Und die Uhrzeiger tickt… Die Haupthandlung bietet einfach keine Zeit zum Verschnaufen.

Die Hauptthemen des Hörbuches sind Manipulation der Berichterstattungen, Vertuschungen von Beweisen und der Fortschritt in der Technologie. Was ist noch wahr? Was sind Fake-News? Die „Mächtigen“ biegen so die Medien zurecht, so wie es ihnen gegenwärtig passt. Zu den Charakteren kann ich sagen, dass sie sehr gut durchdacht sind und durch individuelle Merkmale gekennzeichnet. Sie wirkten alle sehr sympathisch. Nebencharaktere wie Rosie habe ich beim Hören ins Herz geschlossen. Der Sprecher ist perfekt für das Hörbuch geeignet. Er konnte mich fesseln und seine Stimme konnte man sehr gut verfolgen. Außerdem lässt sich ein konstanter Spannungsbogen wiederfinden.

Es ist ein sehr gelungenes Hörbuch, bei dem man über 10 Stunden mitfiebern kann. Zweiter Teil, ich bin bereit!

Tot Bist du Perfekt – JP Delaney

(Unbezahlte Werbung) Endlich wacht Abbie auf. Doch schnell merkt sie, dass etwas nicht stimmt. An ihrer Seite ist ihr Ehemann Tim und kann nicht glauben, dass er endlich seine Frau wiederhat. Abbie geht davon aus, dass sie einen Unfall hatte. Leider ist es nicht der Fall gewesen. Tim erklärt ihr, dass er sehr lange daran gearbeitet hat, sie wiederzuholen. Doch Abbie ist nicht mehr sie selbst. Ihre Seele wurde in einen Roboter, eine künstliche Intelligenz übertragen. Langsam kommen ihre Erinnerungen wieder hoch. Sie stellt Nachforschungen an. Aber was ist vor fünf Jahren passiert? Ist sie damals schon gestorben? Und wer ist für alles verantwortlich?

Als ich die ersten Seiten des Thrillers gelesen habe, dachte ich mir: Wow das kann ein tolles Buch werden. Der Schreibstil hat mich von Anfang an gepackt. Er ist einfach positiv „anders“, da eine „Du-Perspektive“ vorliegt. Nebenbei gab es immer wieder kurze Kapitel zu Abbies Vergangenheit, um einen besseren Überblick über die Gesamtsituation zu erhalten. Diese werden abseits durch einen dritten Erzähler geschildert. Dadurch bin ich im schnellen Tempo durch die Seiten geflogen. Die Protagonistin Abbie fand ich super entworfen und ich habe sehr mit ihr mitgefiebert, damit endlich die Wahrheit ans Licht kommt. Insbesondere meine abgeneigte Handlung zum Ehemann Tim war ausschlaggebend dafür, dass ich mir erhofft habe, dass alle seine Machenschaften aufgedeckt werden….

Doch dann kann man alles unerwartet, aber negativ unerwartet. Die Handlung nahm einen Lauf, der mich eher gelangweilt als gefesselt hat. Es wirkte alles auf einmal durcheinander. Zum Glück konnten ein paar Wendungen im Ende für einen soliden Abschluss sorgen. Außerdem fand ich es schön, dass tiefere Themen wie der Autismus von Addies Sohn Danny zum Thema wurde oder die künstliche Intelligenz, die sowieso zwiespältig zu betrachten ist.

Ich kann nur sagen, dass „Tot bist du perfekt“ am Anfang ein großes Feuerwerk gezündet hat. Doch dann wurde das Potential einer derartig fantastischen Story im Mittelteil nicht komplett umgesetzt. Irgendwie schade. Und zum Schluss ein Appell an Thriller-Liebhaber, dies ist kein blutiger Thriller, sondern eher einer ruhiger.

Zimmer 19 – Marc Raabe

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Wenn man an die Berlinale denkt, stellt man sich ein harmonisches und tolles Filmfest vor. Doch im Jahr 2019 wird es anders sein. Während der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale wird ein brutaler Film gezeigt. In der Hauptrolle: Sinje Keller, die Tochter des Berliner Bürgermeisters Otto Keller. Ist es ein brutaler Film oder doch eine reale Videoaufnahme von der Ermordung der Tochter des Bürgermeisters? Der Protagonist und Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns sind gezwungen unter Hochdruck zu ermitteln. Bei der Befragung des „Kellers Milieu“ weigern sich die Prominenten den Ermittlern zu helfen. Kann es sein, dass der Bürgermeister was zu verbergen hat? Außerdem entdeckt Tom bei einer Videoaufnahme eine mögliche Zeugin, die sehr ähnlich seiner verschwundenen Schwester ähnelt. Kann es sich dabei wirklich um seine verschwundene Schwester handeln? Schlag auf Schlag passiert ein neuer Mord. Und die Psychologin Sita Johanns vermutet, dass es eventuell einen Zusammenhang zwischen ihr und den Opfern gibt. Viele Fragen, keine Antworten. Was nun?

Nachdem ich „Schlüssel 17“ gelesen habe und fasziniert war, bin ich dem zweiten Fall von Tom Babylon mit hohen Erwartungen begegnet. Und ich wurde im keiner Weise enttäuscht. Der Einstieg in den Thriller ist mir leicht gelungen und ich war von Anfang an gefesselt. Ein authentisches Szenario steht im Vordergrund. Die Handlung wird in einem Wechselspiel von Perspektiven durchgeführt. Hauptsächlich betrachten wir aber den Fall aus der Sicht von Tom und Sita. Die Sprünge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit von Sita, erwiesen sich als wichtig und notwendig, um dieses ganze komplexe Handlungskonstrukt besser zu verstehen. Ich fand es schön, dass man nun den Charakter von Sita besser kennenlernen konnte. Sonst sind beide Hauptcharaktere sehr differenziert und authentisch gezeichnet, was dem Thriller positiv hervorhebt. Beide Charaktere haben Geheimnisse und eine emotionale Vergangenheit, was dem Buch die gewisse Tiefe gibt.

Der Verlauf der Handlung war unvorhersehbar und durchgängig spannend. Ich hatte das Gefühl, dass die 500 Seiten ideal für die Handlung waren. Es gab keinen Moment, indem ein Ereignis in die Länge gezogen worden ist. Deswegen konnte mich das Buch, auch durch den einfachen Schreibstil, total fesseln, wodurch ich sagen kann: „Zimmer 19“ ist ein richtig guter Pageturner.

Ich kann nur sagen, dass „Zimmer 19“ ein wunderbarer Thriller ist, der eine Spannung auf einem hohen Niveau verkörpert. Der Zeitwechsel in den Handlungssträngen ist dem Autor gelungen. Ihm gelingt es einen Thriller zu schreiben, der mich zum Schluss fesseln konnte. Ein dramatischer Showdown war dann ausschlaggebend, dass ich mir einen dritten Teil um die Babylon Reihe erhoffe und den Thriller nicht so schnell vergessen werde.