Abgrund – Yrsa Sigurdardottir

Endlich durfte ich meinen ersten isländischen Thriller lesen. Im Thriller „Abgrund“ wird ein Toter auf einer alten Hinrichtungsstätte in einem Lavafeld nahe des Präsidentensitzes gefunden. Handelt es sich hierbei um einen Selbstmord? Als wäre der Anblick nicht grausam genug, findet Kommissar Huldar mit seiner Crew eine ominöse Nachricht, die mit einem Nagel in die Brust des Toten gerammt ist. Die Ermittlungen laufen. Plötzlich wird ein kleiner Junge in der Wohnung des Toten gefunden. Der Junge – schwer traumatisiert ohne jegliche Erinnerung. Wo sind seine Eltern? Psychologin Freyja und Kommissar Huldar begeben sich auf die Suche nach einem schwer fassenden Verbrecher sowie nach den Eltern des kleinen Jungen. Alles ein reiner Zufall, oder doch ein gemeinsamer Zusammenhang?

Das Buch startet sehr spannend und die beiden Protagonisten, Hulder und Freyja, wirkten direkt auf mich sympathisch. Wie sich die Geschichte dann entwickelt, hat mir total gefallen. Wie kann man einen Mord aufklären, wenn ein vierjähriger Junge der einzige Anhaltspunkt ist? Die Autorin kreiert eine einfühlsame Atmosphäre und lässt die Ermittler vorerst im Dunkeln ermitteln. Nach und nach kommen einzelne Bruchstücke zusammen. Abseits der Ermittlungen lernen wir weitere Personen, die aus einer bestimmten Freundesgruppe stammen, kennen, die in Verbindung zum Toten standen. Geheimnisse über die Gruppe kommen ans Licht und nach und nach macht die ganze Geschichte immer mehr Sinn.

Da es bei dem Buch um den vierten Teil einer Reihe handelt, kann ich nichts Genaueres zu der Charakterentwicklung sagen. Dennoch habe ich festgestellt, dass die Charaktere gut ausgearbeitet sind. Auf jeden Fall sind die isländischen Namen recht ungewöhnlich.

Ich kann nur sagen, dass der Thriller ein Lesehighlight für mich war, da man bis zum Schluss als Leser nicht genau wusste, was sich hinter diesem komplexen Gesamtkonstrukt versteckt. Ich konnte sehr gut miträtseln und mitfiebern.

One Of Us Is Lying

(Unbezahlte Werbung) Amerika. Die Geschichte führt uns in eine Highschool. In den Vordergrund rücken fünf Charaktere, die an einem Nachmittag zum Nachsitzen eingeladen werden. Nate, der immer noch als Drogendealer betitelt wird; Cooper, der Baseballspieler; die wunderschöne Addy; das Superhirn Brownyn und zu guter Letzt Simon, der eine Gossip-App entwickelt hat, mit der er viele Geheimnisse der Schüler*innen der Highschool offenbart. Beim Nachsitzen läuft es doch dann anders als geplant, auf dem Schulgelände stoßen zwei Autos zusammen, und kurz danach bricht Simon zusammen. Im Krankenhaus kann Ihm niemand mehr helfen, und Simon stirbt. Die Polizei geht von einem Mord aus. Warum? Das Opfer wollte am nächsten Tag einen Post, der Wahrheiten über die anderen „nachsitzenden“ Schüler*innen offenbart, posten. Jeder der vier Charaktere hat was zu verbergen und steht somit im Fokus der Polizei.

Ich fand es gut, dass wir direkt mit der Rahmenhandlung und dem Todesfall ins Geschehen starten. Die Geschichte wird jeweils aus der Perspektive jedes Verdächtigen geschildert. Dies ist abwechslungsreich und man kann jeden Charakter besser kennenlernen. Es entsteht ein vielschichtiges Konstrukt jedes Charakters, da man tiefe persönliche Geheimnisse und Gedankengänge erfährt. Man fiebert mit, man hinterfragt: „Wer ist am Tod von Simon Schuld?“ Und danach ging es wie aus dem Nichts bergab. Das Buch wurde zu sehr in die Länge gezogen. Monotonität und Langweile kam auf.  Der Spannungsbogen hat sich dann wieder im letzten Drittel gefangen. Man erkennt zum Schluss wie einzelne Stellen zusammenhängen und meiner Meinung nach, konnte man den weiteren Verlauf der Handlung vorausahnen. Trotzdem haben sich die letzten Seiten gut gelesen. Die Charakterentwicklung insbesondere die Selbstfindungsprozesse der einzelnen Personen stellen für mich ein Highlight in diesem Buch dar. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der sich leicht liest.

„One of us is lying“ ist auf jeden Fall ein Buch, welches sich zu lesen lohnt. Trotz einer gewissen Monotonität im Mittelfeld, konnte mich das Jugendbuch noch fesseln könne. Eine Leseempfehlung für die Leser, die wenige Thriller lesen. Thrillerliebhaber können hier eventuell enttäuscht werden.

Secret Protector – Andrew Lane

(Unbezahlte Werbung)

Lukas Crowes erster Einsatz als Secret Protector steht an. Vor seinen Augen wird der Bruder der Profi-Gamerin Una entführt. Lucas reagiert schnell und nimmt die Verfolgungsjagd auf. Doch Lucas gelingt es nicht, die Kidnapper zu fassen. Kurz danach schicken die Entführer ihre Forderung: Die Profi-Gamerin Una muss bei einer Gaming-Weltmeisterschaft im Dubai absichtlich verlieren. Wenn sie dies nicht zu tut, wird ihr Bruder sterben. Nun hängt auch alles von Lukas ab: Wird er seinen ersten Einsatz als Secret Protector bewältigen können und Unas Bruder retten?

Der Autor Andrew Lane entwirft einen guten ersten Teil um den Protagonisten Lukas. Lukas ist ein sehr vielseitiger Charakter, der mit seinem recht jungen Alter sehr weise handelt. Neben seinen zu klugen Entscheidungen, weist der Protagonist einen netten Humor auf. An seiner Seite verfolgen wir das Geschehen um die Entführung des Bruders von Una sowie seinen Einsatz als Secret Protector. Es findet kein Perspektivwechsel statt. Persönlich schade fand ich, dass wir sehr wenig um Lukas Leben erfahren haben. Wie kam es dazu, dass er zum Secret Protector wurde? Wo hat er seine Ausbildung absolviert? Aus diesem Grund konnte ich zu ihm keine nähere Bindung aufbauen. Auch seine „Glücksträhne“ in seinen Ermittlungen war einfach zu unrealistisch, wodurch auch man vorausahnen konnte, wie sich der Verlauf der Handlung weiterentwickelt.

So beginnt auch der Jugendroman sehr actionreich. Schnell merkt man, dass die Handlung an manchen Stellen recht unrealistisch erscheint. Verfolgungsjagden um die halbe Welt, das Leben als Geheimagent und recht monotone Ermittlungen sind typisch für diesen Jugendroman. Trotzdem fand ich schön, dass die Handlung eine konstante Spannung aufwies und ein roter Faden vorlag. Das Buch ähnelt somit einem typischen spannenden „Action-Film“.

Ich kann nur sagen, dass trotz meiner Kritikpunkte, „Secret Protector“ ein gutes Buch für die vorgesehene Zielgruppe, also Jugendliche, ist, da die Ereignisse einfach Schlag auf Schlag passieren. Dennoch fand ich das Gesamtbuch einfach „zu perfekt“.

Unbarmherzig – Marcus Kleinknecht

(Unbezahlte Werbung)

Ein Hamburg-Thriller für einen ruhigen Abend. Die Fotografin Charlotte und der Reporter Jan führen eine Beziehung, die gegenwärtig in einer Krise steckt. Als wäre es nicht schlimm genug, wird ihr Arbeitgeber, das Hamburger Tageblatt, eingestellt werden. Charlotte wird schweigsam, und Jan stürzt sich auf eine neue Recherche. Vor 20 Jahren fand ein Mord statt, der bisher ungeklärt war. Jan kommt immer näher der Wahrheit. Aus diesem Grund geriet seine Freundin Charlotte ins Visier des Täters. Jan muss den Fall lösen, bevor es für die Frau seines Lebens zu spät ist.

„Unbarmherzig“ ist ein atmosphärischer Hamburg-Thriller mit keinen direkten Ermittlern im Vordergrund. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Jan, einen sehr sympathischen Protagonisten und um Charlotte, die auf jeden Fall kein Sympathieträger ist und sich in ihrer Handlungsweise nur auf das eigene Wohl konzentriert, ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen. Neben dem Paar, erhalten wir einen Einblick in die Welt des Täters, der seine Triebe zum Morden nicht stillen kann. Alle Personen wirkten authentisch und lebendig. Spannung pur.

Dem Autor gelingt es auf eine gute Art und Wiese, insbesondere durch den Einblick in die Gedankenwelt des Täters, den Leser ins Geschehen einzubringen. Jan gerät immer mehr an die Wahrheit und einzelne Mosaiksteinchen werden nach und nach zusammengesetzt. Auch wenn Jan kein direkter Ermittler ist, ist seine Vorgehensweise im Buch spannend zu verfolgen. Die Spannung verfiel in der Mitte des Buches und kam durch gute Wendungen im letzten Drittel und durch ein unvorhersehbares Ende wieder auf.

Der Schreibstil des Autors liest sich gut. Ihm gelingt es durch einen detaillierten Schreibstil den Leser in ein schönes Hamburg zu entführen. Man entwickelt das Gefühl, als ob man direkt vor Ort sei.

Unbarmherzig ist auf jeden Fall ein atmosphärischer Krimi, mit einem sympathischen Protagonisten im Vordergrund und einem fast durchgängigen Spannungsbogen. Nichtsdestotrotz blieben mir einzelne Fragen zu z.B. Charlotte offen.

Der Bodyguard – Sonja Rüther

(Unbezahlte Werbung) Im Fokus steht ein Personenschützer namens Mike. Er ist neu in einem Sicherheitsteam der Familie des schwerreichen Industriellen Peter van Halland. Sein Auftrag: Er soll Lynn beschützen, eine attraktive junge Frau, die das Leben einer wohlhabenden jungen Frau genießt. Aus einem einfachen Job wird eine Herausforderung. Nach einem Treffen mit Lynn verliebt sich der Personenschützer in sie. Sie erwidert seine Liebe. Als die Sicherheitsstufe wegen verdächtiger Ereignisse erhöht wird, unterschätzt Maik die Gefahr und muss zusehen, wie Lynn entführt wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ist Lynn noch zu retten? Was hat es mit der Entführung zu tun?
Was auf den ersten Blick nach einem harten Thriller scheint, verkörpert jedoch eine gelungene Mischung aus einer Liebesgeschichte verknüpft mit vielen Spannungselementen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich sehr lange gebraucht habe, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Teilweise habe ich mich auch gewundert, dass in einem Thriller ein Kapitel mehr als vierzig Seiten aufweist. Aber irgendwie hat dies in diesem Buch dazu gepasst, da man so viel Input brauchte, um sich mit der Story vertraut zu machen.
Die Geschichte weist auch am Anfang sehr wenig Spannung auf. So lässt sich dennoch sagen, dass die Autorin den Blick auf die Einführung der Charaktere legt. Und die Charaktere sind einfach wunderbar ausgearbeitet worden. Maik hat mir als Person und in seinen Handlungszügen total gefallen. Natürlich kann man nachvollziehen, dass er aufgrund seiner Emotionen sich anders verhält, aber dennoch ist er als Ganzes, total gut durch die Autorin entworfen worden. Lynn ergänzt ihn, sowie die Story sehr gut. Die Story wurde dann ab der Mitte spannend, da man mit der Entführung mitfieberte.
Aber das was mir am meisten an diesem Thriller gefallen hat, war, das als Protagonist nicht ein Ermittler war, sondern ein Bodyguard. Dies war eine gute Abwechslung zu den ganzen Ermittlern. Nicht falsch verstehen, es gibt so viele gute Ermittlercharaktere im Thrillergenre!
Ich finde, dass die Autorin einen guten Thriller geschrieben hat, welcher in seiner ganzen Struktur einfach positiv anders ist. Es ist zusammengefasst, eine gelungene Mischung aus Liebe und Thriller

Meine Beste Freundin – Sarah Alderson

(Unbezahlte Werbung)

Die Freundschaft zwischen Lizzie und Becca ist während den Jahren verfolgen. Trotz einer Onlinefreundschaft, beachtete Becca Lizzie nicht mehr und verschwand nach einem tragischen Unfall komplett aus Lizzies Leben. Lizzie fängt von vorne an und installiert sich die Dating-App Tinder, wo sie plötzlich von Beccas attraktiven Exfreund James zum Essen eingeladen wird. Während dessen findet sie im Internet viel über Beccas neues Leben heraus – Designstudio, erfolgreicher Ehemann, süßes Baby. Sicher sollte Becca nun dagegen nichts haben, wenn Lizzie James datet. Doch mit Freunden wie Becca braucht Lizzie keine Feinde.

„Du glaubst, du weißt alles über sie. Du hast nicht die geringste Ahnung“.

Dieser Thriller ist durchgängig aus der Sicht der Protagonistin Lizzie geschrieben worden, wodurch wir als Leser in ihre Gedankenwelt entfliehen können. Als Leser bemitleidet man die sympathische Lizzie, da sie die Rolle eines Opfers in der ganzen Handlung einnimmt. Schön finde ich, dass man als Leser im zweiten Teil auch einen Blick in die Gedanken von Becca erhält. Folglich erhält man zwei Sichtweisen zur Handlung, was den ganzen Thriller spannender macht. Schnell entwickelt man das Gefühl, dass irgendwas an der ganzen Geschichte einer Lüge ähnelt.

Ich finde Sarahs Aldersons Schreibstil bewundernswert. Er konnte mich total fesseln und liest sich sehr flüssig. Ihr gelingt es dadurch einen fesselnden Thriller zu entwerfen, den ich an einem Tag durchgelesen habe. Insbesondere die Wendungen, die im Thriller zahlreich vorhanden sind, sorgten für einen abwechslungsreichen Handlungsstrang. Am Ende wurden alle offenen Fragen beantwortet, sodass das Buch im Allgemeinen sehr gelungen ist. Sarahs Alderson Thriller „Meine beste Freundin“ ist auf jeden Fall ein weiterer Geheimtipp für alle Thrillerliebhaber.

Blackcoat Rebellion – Das Los der Drei – Aimee Carter

(Unbezahlte Werbung) Kitty Doe steht vor einer wichtigen Entscheidung. Entweder sie führt das Leben als eine III fort, in dem alle auf sie negativ herabblicken, oder ein Leben als eine VII, in dem sie ein Teil der einflussreichsten und wohlhabendsten Familie wäre. Als Bedingung für die VII muss die Protagonistin in die Rolle von Lily Hart schlüpfen, der Nichte des Premierministers, da Lily verschwunden ist. Wer würde bei so einer Entscheidung nein sagen? Kitty hofft für sich und ihren Freund Benji auf eine bessere Zukunft. Leider merkt Kitty viel zu spät, dass sie in ein Spiel aus Intrigen gerät. Wer ist wirklich für Lilys Verschwinden verantwortlich? Ein Leben in der Hart-Familie beginnt, indem das hauptsächliche Ziel, das Überleben ist.

Blackcoat Rebellion ist ein toller dystopischer Roman mit einer authentischen Klassengesellschaft im Vordergrund. Jeder Mensch hat auf seinem Nacken eine Ziffer, die den jeweiligen Rang in der Gesellschaft offenbart. Menschen mit einer Eins haben keine Chance auf ein gutes Leben, die Ziffer Sechs ist der höchste Rang und gewährt den Menschen ein wohlhabendes Leben mit keinen Sorgen. Die Zahl Sieben kann nur die Hart-Familie tragen. Fairness und Gerechtigkeit lässt sich in Amerika, dem Handlungsort, nicht wiederfinden. Die Regierung ist grausam und teilweise korrupt. Wir lernen als Leser die Familie Hart immer näher kennen, und merken, dass der Begriff der Familie hier fehl am Platz ist. Intrigen, Machtkämpfe und Geheimnisse gehören zum Bild der Harts. Durchgängig verfolgen wir die Handlung an der Seite der Protagonistin Kitty. Kitty wächst dem Leser schnell ans Herz. Sie weist einen ängstlichen, hilfsbereiten und zurückhaltenden Charakter auf, da sie sich vorsichtig den Hart-Familienmitgliedern öffnet. Ein lobenswerter Charakter war Knox, der mir total gefallen hat. Außerdem weißt man beim Lesen nicht, welchem Mitglied der Hartfamilie man aufs Wort trauen kann, da jeder von ihnen, seine persönlichen Interessen verfolgt.

Leider wurde das Potential der Geschichte nicht komplett genutzt. Einzelne Aspekte, wie die Entfaltung des Charakters der Protagonistin oder die Rahmenhandlung, kamen mir zu kurz. Ich fände es gelungener, wenn man als Leser den Handlungsort nähen kennenlernen könnte. Dadurch wirkte die Geschichte als Gesamtkonstrukt nicht in sich geschlossen. Aus diesem Grund erhoffe ich mir, dass im zweiten Band dies vorzufinden sein wird und die Geschichte ihr Potential entfaltet. Der Schreibstil der Autorin erweist sich als gut, und liest sich flüssig.

„Blackcoat Rebellion – Das Los der Drei“ ist ein solider Auftakt in die Trilogie der Autorin. Die Autorin entwirft einen guten dystopischen Roman mit einer interessanten Thematik. Ich freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil dieser Trilogie.

Neon – Er Tötet Dich – G.S. Locke

In Birmingham treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Er tötet Frauen und arrangiert ihre Leichen in Neon-Art-Installationen. Detective Matt Jackson nimmt die Ermittlungen auf, bis zum den Zeitpunkt als seine Frau Polly selbst Opfer des Serienkillers wird. Er bricht zusammen und wird vom Fall abgezogen. Schnell kommt er wieder auf die Beine, und beauftragt eine Auftragsmörderin zur gemeinsamen Ermittlung. Normale moralische Methoden sind hier fehl am Platz. Gelingt es den Beiden den Serienkiller zu fassen?

Bei diesem Buch hat mich vorerst auf jeden Fall das Cover total angesprochen. Als Leser steigt man schnell in das Geschehen ein. Das Buch ist von Beginn im Perspektivwechsel zwischen dem Detective Matt Jackson, der Auftragskillerin Iris sowie dem Serienkiller, geschrieben. Recht ungewöhnlich, aber man erfährt nach 50 Seiten, welcher Charakter die Rolle des Serienkillers einnimmt. Ich hatte dann das Gefühl, dass das Buch mich nicht fesseln können wird, wenn man schon weiß, wer hinter den Morden steht. Dennoch muss ich sagen, dass im Buch doch eine gewisse Spannung vorhanden war, da die Mordserie weitergeführt worden ist und es interessant war, wie der Täter seine weiteren Züge planen wird. Deswegen war es so gesehen, ein Katz und Maus Spiel zwischen den drei Charakteren.

Das Ermittlerduo ist aufgrund verschiedener Weltansichten recht unstimmig und ungewöhnlich. Matt sehnt sich nach der Rache und ist innerlich zerbrochen, während Iris nur auf das Geschäft fokussiert ist und eine abgeneigte Handlung zu Polizisten aufweist. Auch wenn sie emotionslose und stumpfe Charakterzüge aufweist, wird eine menschliche Seite von ihr, durch die Liebe zu Tieren, offenbart. Beide ergänzen sich in den Ermittlungen recht wenig, jedoch kann man ihre ersten Schritte in den Ermittlungen als gelungen beschreiben. Zu den Beiden lässt sich nur noch sagen, dass diese von dem Autor sehr authentisch entworfen worden sind. Neben den Hauptcharakteren, treten viele weitere Personen auf, die nur eine kleine Rolle im Geschehen einnehmen.

Zahlreiche unvorhersehbare Enthüllungen, welche den Thriller in eine andere Richtung schlugen, sorgten zum Schluss nochmal für eine gewisse Spannung. Der Showdown sowie einzelne Kapitel im Mittelteil haben mich, trotz eines wichtigen Geheimnisses, nicht komplett überzeugen können. Diese wirkten leider zäh.

Schlussendlich kann ich sagen, dass das Buch stark beginnt, jedoch zum Ende hin bisschen abschwächt. Nichtsdestotrotz fand ich die frühen Einblicke in die Welt des Serienkillers gelungen und abwechslungsreich. Neon ist ein Thriller, der für spannende Stunden sorgt.

Text – Dmitry Glukhovsky

Ilja, der Protagonist saß sieben Jahre unschuldig im Straflager. Nun möchte Ilja sein Leben genießen. In Moskau angekommen, erreichen ihn schlechte Nachrichten. Iljas Mutter verstarb vor wenigen Tagen und seine Freundin Vera möchte den Kontakt abbrechen. Seine Lösung findet er im Alkohol. Voller Wut auf den Polizisten Petja, der ihn hinter Gitter gebracht hat, überlegt Ilja seinen nächsten Schritt. Dieser Schritt wird zum Fehler. Eines Abends ersticht der Protagonist den Polizisten. Nun bestimmt das Smartphone des Polizisten sein Leben. Ein gefährliches Spiel beginnt, bei dem Ilja das Risiko eingeht, seine Identität zu verlieren.

Dmitry Glukhovsky, der Autor der Metro-Reihe, stellt einen unsicheren Protagonisten in den Vordergrund, der in einer deprimierenden russischen Gesellschaft aufwächst und lebt. Man verfolgt Iljas Leben nach der Freilassung und es lässt sich nur sagen, die Situation von Ilja tat mir leid. Er ist einsam, ein hoffnungsloser Fall und auf die Hilfe der Gesellschaft ist kein Verlass. Menschlichkeit und Empathie lassen sich nicht finden. Zwei schwere Schicksalsschläge trafen den jungen Mann, die er aufgrund seiner Haft nicht verhindern konnte. Aus diesem Grund sind die Aggression auf den Polizisten selbstverständlich nachvollzuziehen. Natürlich begeht Ilja mit der Ermordung einen großen Fehler, da er sich der Konsequenzen vorher nicht bewusst war.

Sein Leben nahm eine schnelle Wendung. Mit der Mitnahme des Smartphones des Polizisten wirkt Ilja, als ob er einen Identitätsverlust durchlebt. Er steigert sich in die Situation rein und nimmt regelrecht das Leben des Polizisten ein. Verrat, Intrigen und geheime Machenschaften kommen ans Licht. Die Kommunikation zu der Mutter, der Freundin und weiteren Personen werden durch Ilja aufrecht gehalten. Und das war meiner Meinung nach eine kleine Schwäche in diesem Buch. Der Charakter von Ilja verschwand und der Fokus lag nun auf dem Polizisten Petja. Der Leser erfährt durch Chats aus dem Handy die ganze Story des korrupten Polizisten. Dadurch verschwand auch die Spannung. Teilweise bestanden einige Kapitel aus Chatverläufen, die ich recht langweilig aufnahm. Doch dann kam irgendwann die Spannung wieder.  Nichtsdestotrotz finde ich, dass Dmitry ein sehr interessantes Werk kreiert hat. Glukhovsky offenbart eine triste russische Gesellschaft aus einer deprimierten Vergangenheit und einer sich entwickelnden moderne Tragödie. Sein Schreibstil war für mich schwierig. Lange in sich verschaltete Sätze erschwerten mir den Lesefluss.

Auch wenn ich einzelne Schwachpunkte in diesem Buch gefunden habe, kann ich sagen das „Text“ ein sehr interessantes Buch ist, welches den Leser rühren kann. Der Autor schildert ein gutes Bild eines Protagonisten, der verzweifelt nach einem Ausweg aus der Situation sucht.  Freudesgefühle hatte ich bei diesem Buch aufgrund der melancholischen Stimmung nicht, aber ich kann sagen, dass „Text“ ein Roman ist, bei dem man als Leser ein Erlebnis durchlebt, dass einen zum Nachdenken anregt.

Leben – Uwe Laub

Wie aus dem Nichts, verenden weltweit innerhalb kürzester Zeit große Tierpopulationen wie Fledermauskolonien auf der Schwäbischen Alb oder Antilopenherden in Südafrika. Experten schlagen Alarm, denn weitere Spezien sind auch vom Aussterben bedroht. Der junge Pharmareferent Fabian Nowack stößt auf Hinweise, dass selbst der Fortbestand der Menschheit unmittelbar bedroht ist. Die Zeit räumt davon, und die Erde wird wahrscheinlich nie wieder so sein wie zuvor.

Im Thriller geht es hauptsächlich um einen Pilz, der die Tier- sowie die Menschenwelt stark belastet. Dies spiegelt teilweise unsere gegenwärtige Krise mit dem Corona Virus wider. Jedoch kann man sich glücklich schätzen, dass das Corona Virus nicht so aggressiv, wie das der Pilz im Thriller ist. Das Buch startet sehr spannend, da Einzelfälle mit dem Pilz die Menschheit in Erschütterung bringen. Warum sterben die Tiere? Warum werden Menschen auf einmal so schnell alt? Was hat der Pilz damit zu tun? Diese Fragen plagen den Leser.

Die Geschichte dreht sich um den Protagonisten Fabian, der selber, sich seit einigen Tagen schlecht fühlt. Aus diesem Grund besucht er einen Arzt und macht sich auf den Weg zu einer klinischen Studie. Er trifft auf viele Geheimnisse, die eigentlich vor der Menschheit geheim bleiben sollten. Der Protagonist wirkt in seinen Handlungszügen sehr unsicher, und vorsichtig. Dennoch ist er zielstrebig, und versucht die Lösung für das Problem der Menschheit finden. Ich mochte Fabian, da er trotz vielen Rückschlägen weitergemacht hat. Auf der anderen Seite springen wir in der Zeit und begegnen Davina, die schon in der Vergangenheit im tiefsten Dschungel des Amazonas nach dem Heilmittel suchte. Sie wird in der weiteren Handlung eine wichtige Rolle einnehmen.

Die Geschichte ist an sich spannend, jedoch auch schrecklich, wenn man bedenkt, dass ein derartiges Virus unsere Menschheit auf der Erde auslöschen könnte. So wirkt auch die Szenerie im Allgemeinen total authentisch. Die Zeit rennt davon und ich als Leser habe total mitgefiebert. Insbesondere die kurzen Kapitel sorgen für einen guten Spannungsbogen.

Ich finde „Leben“ von Uwe Laub ist ein Thriller, der uns Menschen auch in irgendeiner Weise vom Bösen warnt. Die Story ist authentisch und spannend. Ich denke, dass der Thriller mir lange in Erinnerungen bleiben wird.