Der grillende Killer – Chang Kuo-Li

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Zuletzt erschien im Droemer Knaur Verlag der Thriller „Der grillende Killer“ vom asiatischen Autor Chang Kuo-Li. Bisher habe ich recht wenige asiatische Thriller gelesen, sodass ich mich auf dieses Buch gefreut habe.

Handlungstechnisch geht es um den Kommissar Wu aus Taipeh, der zwölf Tage vor seiner Pensionierung seinen letzten Fall bekommt. In diesem Fall geht es um den Suizid eines Marineoffiziers. Wu glaubt, dass es kein Suizid war, sondern eiskalter Mord. Als dann paar Tage später in Rom ein weiterer taiwanischer Würdeträger umgebracht wird, ist Wu fest überzeugt, dass hinter den Morden etwas viel größeres steckt. Parallel dazu freut sich ein Scharfschütze in Rom, dass er seinen Job reibungslos erledigt hat und endlich wieder in seinen Imbiss zurückkehren kann. Doch daraus wird nichts, da er flüchten muss.

Wie man sich schon denken kann, wird die Geschichte in zwei verschiedenen Hauptsträngen erzählt. Einerseits verfolgen wir Wus Ermittlungsarbeit, die durch den Autor meiner Meinung nach sehr detailliert gestaltet worden ist. So merkte ich, dass bei diesem Handlungsstrang der Fokus eindeutig auf den Krimielementen gelegt worden ist. Deswegen kommt man als Leser hier viel ruhiger voran.

Ganz anders ist es beim Handlungsstrang von Alex. Hier gestaltet der Autor einen spannenden sowie actionreichen Handlungsverlauf. Schlag auf Schlag passieren Ereignisse, sodass man als Leser kaum hinterherkommt. Deswegen ist dieser Handlungsstrang auch eher dem Thriller-Genre zuzuordnen. Folglich muss ich sagen, dass in diesem Fall die Mischung es ausgemacht hat. Es wurde mal richtig actionreich und dann wieder ruhiger, sodass ich das Gefühl hatte, dass man durch das Buch richtig gut durchgekommen ist.

Zu den Figuren fiel es mir schwer eine Bindung aufzubauen, da sie für mich sehr distanziert wirkten. Nichtdestotrotz fand ich die Charakterausarbeitung für diesen knappen 320-seitigen Thriller vollkommend ausreichend. Man hat genügend Informationen bekommen, sodass man sich an der Seite der Figuren auf die Handlung einlassen konnte. Der Geschichte wird an manchen Stellen schwarzer Humor beigefügt, wodurch das Buch einen viel lockeren Eindruck hinterlässt. Aus diesem Grund ist es folglich ein Buch aus genügend Spannung, einem guten Erzählprinzip sowie Witz und Humor. Als wäre dies nicht genug, wird, wie im Roman „Butter“, Essen sehr gerne als Thema aufgegriffen! Deswegen sollten sie das Buch lieber nicht hungrig lesen.

Zu guter letzt gehe ich davon aus, dass noch viel kürzere Kapitel, dem Buch noch einen positiveren Schub geben würden. Dies ist jedoch Kritik auf hohem Niveau.

Fazit: Dem Autor gelingt es ein vielseitigen Thriller zu schreiben, der eine humorvolle Note aufweist. Mir hat das Erzählprinzip in diesem Buch gut gefallen, sodass mein Lesefluss gut war. Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen, aufgerundet auf vier Sterne!

Roxy – N./J. Shusterman

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Von den beiden Autoren habe ich bis dato kein Werk gelesen. Dennoch habe ich in der Community mitbekommen, dass besonders das Werk „Dry“ positive Resonanz erhalten hat.

In dem neuerschienen Buch geht es um Isaac, welcher komplett Roxy verfallen ist. Roxy ist jedoch keine Person, sondern eine Droge. Doch dies merkt Isaac nicht und sieht in Roxy die Rettung all seiner Probleme. Denn Roxy ist nicht nur für ihn da, sondern auch für viele weitere Menschen. Aber Roxy ist dies nicht genug. Sie will zeigen, wie tödlich sie wirklich ist.
Begeben sie sich auf eine Reise, wo man selbst als Leser nicht weiß, was Fiktion und was Realität ist.

Vorab spreche ich für dieses Buch eine Trigger-Warnung aus, da in diesem Roman Themen wie Sucht nach Drogen oder Abhängigkeit in den Fokus rücken.

Ich bin durchaus gut in das Buch gestartet, da ich die unterschiedlichen Erzählperspektiven sehr übersichtlich empand. Sehr außergewönlich fand ich die Personifikation der Drogen wie zum Beispiel anhand von Roxy und Co. Dadurch war das Thema noch authentischer aufgegriffen worden. Zudem waren einzelne Kapitel namens „Intermezzo“ in das Buch eingefügt, welche teilweise eine Aufklärungsaufgaben hatten.

Die Plotidee fand ich somit gut gestaltet. Ich hätte mir zum Ende hin noch einbisschen mehr Spannung und Twists erwartet, jedoch ist dies nur eine reine Kritik auf hohem Niveau. Isaac aber auch Ivy haben die Autoren sehr realistisch dargestellt, sodass ich ihre Denk- und Handlungsweisen im größten Teil (im weiteren Sinne) verstanden habe. Dabei muss aber beachtet werden, dass es wirklich ein sensibles Thema ist, welches in meinen Augen in der Gesellschaft zu leicht auf die Schulter genommen wird. Es muss aufgeklärt werden und dies tut das Buch gut – besonders im Nachwort.

Fazit: Das Autorenduo thematisieren in ihrem neuen Buch ein sehr wichtiges Thema und stellen anhand Isaac aber auch Ivy die Konsequenzen von Drogen authentisch dar. Das Buch hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht! Ich bewerte das Buch mit starken vier Sternen und spreche eine Leseempfehlung aus! 

Die Tochter – Rose Klay

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Im Thriller „Die Tochter“ geht es um Kathi, der leider in letzter Zeit schreckliche Dinge wiederfahren sind. Das ganze Viertel weiß Bescheid, sodass sie schnell zu einer Außenseiterin wurde. Als wäre dies nicht schlimm genug, benimmt sich ihre Tochter Lucy auf einmal komisch. Ein Tag später verschwindet ein Mädchen aus Lucys Schule, die Lucy gemobbt hat … und ausgerechnet hat Kathi das Mädchen zuletzt gesehen. Kathi hat Angst, dass die Geister der Vergangenheit sie zurückholen werden. Währenddessen merkt die Protagonistin nicht, dass sie nach und nach die Kontrolle verliert…

Zuerst kann ich sagen, dass ich durch einen sehr einfachen Schreibstil sehr gut durch das Buch durchgekommen bin. Zudem weisen die Kapitel eine angenehme Länge auf, sodass sich die Handlungsszenen an keiner Stelle zu sehr in die Länge ziehen.

Das Buch war von der Idee her für mich sehr erfrischend, da die schreckliche Thematik namens „Mobbing bzw. Bullying“ im Buch im Fokus steht und ich bislang wenige Bücher mit einer derartigen Thematik gelesen habe. An Kathi konnte mich recht schnell gewöhnen, da ich ihre Sorgen total nachvollziehen konnte. Diese wurden durch den Ich-Schreibstil darüber hinaus verstärkt.

Spannungstechnisch entwickelt sich das Buch meiner Meinung nach gut, auch wenn es an manchen Stellen vom Handlungsverlauf ein bisschen überzogen war. Zudem kam mir das Ende zu kurz, da ich im Eifer des Gefechts so im Buch drin war, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass das Buch zu Ende ist. Hier hätte man meiner Meinung nach, das Ende noch ein bisschen ausführlicher beschreiben können.

Fazit: Mit „Die Tochter“ konzipiert die Autorin einen Thriller, welchen man sehr gut lesen kann und für zwischendurch sehr geeignet ist. Auch wenn ich einige Kritikpunkte habe, habe ich den Thriller gerne gelesen. Somit bewerte ich das Buch mit starken 3 Sternen!

Die Jagd – Sasha Filipenko

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Sasha Filipenko konnte mich die letzten beiden Jahre mit seinen zwei Werken „Rote Kreuze“ und „Der ehemalige Sohn“ sehr begeistern! Für mich stand somit fest, dass ich seinen neuen Roman mit dem Titel „Die Jagd“ mir zulegen musste!

In diesem Buch geht es um einen Journalisten, der zu viel weißt; einen Sohn, der seinen Vater verrät sowie einen Oligarchen, der keine Gnade kennt & einen Schreiberlerlingen, der nur sein Ziel im Kopf hat. Als wäre diese Konstellation nicht zu konfliktreich, können die Medien im Land das Leben einer einzelnen Person wie aus dem Nichts zerstören. Ein neues gesellschaftskritisches Abenteuer des Autors beginnt!

Sasha Filipenko ist in meinen Augen wieder gelungen den gesellschaftlichen Nerv der Zeit mit seinem neuem Buch zu treffen. Ihm gelingt es die gesellschaftlichen sowie politischen Verhältnisse im Buch aber auch in der Realität auf eine sehr spannende und nicht trockene Art darzustellen. Wenn man dann noch zwischen den Zeilen liest und ein Wissen über einzelne politische Themen hat, findet man schon viele Parallelen – zudem kann man sich denken, wer hinter dem „Imperator“ steht.

Anhand der Hauptfiguren erkennt man, wie ein normales Leben zerstört werden kann. Es ist erschütternd, teils nervenzerreißend. Dennoch war es nicht so nervenzerreißend, wie es bei seinen vorherigen Büchern – besonders „Rote Kreuze“ – der Fall war. Nichtsdestotrotz ist es ein lesenswertes Buch, das zudem keine leichte Lektüre ist. Darüber hinaus weist Filipenko mal wieder einen sehr flüssigen Schreibstil auf.

Fazit: Wer auf einen gesellschaftskritischen Roman mit einer politischen Unternote Lust hat, sollte sich die Bücher des Autors anschauen. „Die Jagd“ trifft meiner Meinung nach wieder den Nagel auf den Kopf und ist ein Buch, welches dem ein oder den anderen die Augen öffnet wird. Von mir gibt es starke vier Sterne!

Das Loft – Linus Geschke

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Linus Geschke konnte mich in den letzten Jahren mit seiner Born-Reihe begesitern. Umso mehr habe ich nun auf den psychologischen Stand-Alone Thriller mit dem Titel „Das Loft“ gefreut, welcher nun im Februar erschienen ist.

In diesem Buch geht es um den Tod eines Mannes namens Henning. Die Ermittler*innen traffen ein und stellten fest, dass alle Indizien auf Sarah und Marc hinführen, welche zusammen mit Henning gewohnt haben. War es einer der Beiden oder sogar die Beiden zusammen? Viele Fragen – keine Antworten. Folglich werden Sarah und Marc befragt und jeder der Beiden erzählt seine eigene Geschichte. Welche ist wahr und welche ist falsch? Oder sind die beiden Geschichten falsch?

Mit dem Thriller „Das Loft“ hat Geschke mal wieder gezeigt, dass er geniale Thriller schreiben kann. Ich finde, dass es ihm grandios gelungen ist, die einzelnen Perspektiven der Figuren darzustellen. Man taucht Kapitel für Kapitel in die Psyche der einzelnen Figuren, kann sich nach und nach eine Meinung bilden und folglich einzelne Hypothesen aufstellen, welche der Figuren mit falschen Karten spielt. Neben dem ganzen Eintauchen in die Figuren sind einzelne Kapitel zu verorten, welche aus der Sicht der Ermittler geschildert werden. Dieser Wechsel der Perspektiven sowie auch des Schreibstils war unfassbar gut, da ich das Gefühl hatte, dass man somit viel besser durch das Buch durchkam und eine gewisse Struktur hatte. Toll!

Spannend ist das Buch auf jeden Fall, da wie erwähnt man Stück für Stück mehr über das Leben von Sarah, Marc sowie Henning erfährt. Es erwarten den Leser*in zahlreiche Twists, die der Autor an den richtigen Stellen in das Buch integriert hat. Somit hat der Autor im Allgemeinen ein tolles Gesamtkonstrukt entworfen!
Mehr bleibt mir nichts zu sagen, als dass ihr diesen Thriller lesen müsst!

Fazit: Für diesen Titel spreche ich auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus, da das Buch spannend sowie vielseitig ist. Es hat Spaß gemacht, in die Psyche der einzelnen Figuren aufzutauchen und das Mysterium um Henning zu lösen! Von mir gibt es 5 Sterne!

Home. Haus der bösen Schatten – Riley Sager

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Auf den Thriller „Home – Haus der bösen Schatten“ habe ich mich sehr gefreut, da ich auf Grundlage der schon zahlreichen Rezensionen, nur positive Meinungen zu diesem Buch gelesen habe. Nun war ich gespannt, was mich bei diesem Thriller erwartet.

In diesem Buch geht es um Maggie, die vor etlichen Jahren mit ihrer Familie aus einem Haus geflohen ist. Damals ist angeblich was Schreckliches passiert – Maggie erinnert sich aber an nichts mehr. Nach 25 Jahren erbt nun Maggie dieses Haus. Sie begibt sich zurück in das Haus, um herauszufinden, was wirklich damals passiert ist. Vor Ort passieren wie aus dem Nichts schreckliche Ereignisse, die teilweise nur paranormal zu erklären wären. Maggie verstrickt sich immer intensiver in das Haus … so intensiv, dass das Böse langsam nach ihr greift.

Den Autor dieses Buches kannte ich bisher nicht und bereue es. Mit seinem neuen Buch entwirft Riley Sager einen sehr spannenden sowie mysteriösen Thriller, der an vielen Stellen dem Leser*in unter die Haut gehen wird. Durch ein sehr detailliert beschriebenes Setting gelingt es dem Autor eine sehr düstere Atmosphäre zu entwerfen, welche fast im ganzen Buch zu verorten wäre. Die düstere Atmosphäre wird besonders durch die unheimlichen und zwielichtigen Nebenfiguren verstärkt. Zu dem ganzen Konstrukt fügt der Autor zahlreiche Gruselszenen ein, wodurch man als Leser selber nicht weiß, was Fiktion und was Realität ist.

Neben der Haupthandlung um den Plot im Haus gibt es Kapitel aus Maggies Vergangenheit. In diesen erfährt man wie die Protagonistin mit ihrer Familie aufgewachsen ist. Zudem liegen die Kapitel aus der Vergangenheit aus der Sicht von Maggies Vater vor. Dadurch erhält man eine weitere Perspektive.

Wie schon angedeutet, gelingt es dem Autor einen sehr spannenden Thriller zu verfassen. Besonders beim Einbau von Wendungen zeigt sich der Autor von seiner starken Seite. Diese waren hervorragend gewählt und an den richtigen Stellen platziert. Darüber hinaus liegt in diesem Buch ein sehr flüssiger Schreibstil vor.

Fazit: „Home – Haus der böen Schatten“ ist ein gut konzipierter sowie spannender Thriller, der darüber hinweg zahlreiche Gruselmomente beinhaltet. Ich wurde hervorragend unterhalten, sodass ich das Buch mit starken 4,5 Sternen bewerten kann. Leseempfehlung!

A river of royal blood (Band 1) – Amanda Joy

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Es war mal wieder Zeit für einen Fantasyroman. Diesmal habe ich mich für den ersten Teil der „A River of Royal Blood“-Reihe entschieden. In diesem Buch geht es um zwei rivalisierende Schwestern, welche um den Thron des Landes kämpfen. Eins ist dabei klar: Eine der Schwestern wird von der anderen getötet werden müssen. Beide Schwestern haben unterschiedliche Magien. Während Isa das Licht und die Gedanken manipulieren kann, fürchtet sich Eva vor ihrer Blut-und-Knochen Magie. Ein großer Kampf beginnt, welchen der ein oder andere Mensch dieser Welt nicht so leicht vergessen wird.

In diesem Buch begeben wir uns auf die Reise an Evas Seite. Eva versucht nach und nach ihre Kräfte zu entwickeln, bevor der Tag des finalen Kampfes anstehen wird. Für mich als einen Leser, welcher recht wenige Fantasy-Bücher liest, kann ich behaupten, dass mir das Worldbuilding um Akhimar sowie deren vier Rassen – Fey, Menschen, Blutsvettern & Khimaer – sehr gut gefallen hat. Neben der Haupthandlung nimmt sich die Autorin Zeit, damit man als Leser genügend Einblicke in diese Welt erhält. Hier freue ich mich schon auf die weiteren Bänder, um noch mich intensiver mit dem Worldbuilding auseinandersetzen zu können.

Spannungstechnisch war die Geschichte gut. Als hauptsächlicher Thriller- sowie Krimi-Leser entwickelte ich im Laufe der Zeit immer hohe Erwartungen hinsichtlich der Spannungsgestaltung in Büchern. Hier kann ich sagen, dass meine Erwartungen für einen Fantasy-Roman vollkommend erfüllt worden sind. Es hat Spaß gemacht die einzelnen Wendungen im Buch zu erfahren. Besonders das Ende war sehr gelungen, sodass ich schon auf den nächsten Band gespannt bin! Schreibstiltechnisch habe ich auch nichts auszusetzen – außer, dass ich lange Kapitellänge nicht so mag. Dies ist natürlich aber subjektiv.

Fazit: Mir hat der Auftakt um diese Reihe ganz gut gefallen, sodass ich mich schon auf den kommenden Band freue. Das Worldbuilding sowie die Spannungsgestaltung waren gut! Ich bewerte das Buch mit 4 Sternen!

Lost – Leona Deakin

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Dass dies der zweite Band um die Profilerin August Bloom ist, wusste ich nicht. Als das Buch aber ankam, war ich sehr überrascht. Den ersten Band um Bloom mit dem Titel „Mind Games“ fand ich verwirrend, sodass ich jetzt gespannt war, was mich hier erwarten wird.

Im zweiten Band begeben wir uns als Leser*in auf eine Gala nahe Plymouth. Wie aus dem Nichts kommt es zu einer schweren Bombenexplosion. Die Verletzten werden in die nächstliegende Klinik gebracht. Doch einer der Verletzten namens Harry, ehemaliger Captain, ist unauffindbar. Harrys Freundin Karene ist fassungslos und sucht sich Dr. Augusta Bloom zur Hilfe. Dann wird Harry gefunden, jedoch kann er sich nicht an die Ereignisse aus den letzten vier Jahren erinnert. Es erscheint, als ob jemand sein Gedächtnis gelöscht hat. Doch warum? Was wusste Harry, was nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte?

Guten Gewissens kann ich behaupten, dass mir der zweite Band um Bloom viel besser als der erste Band gefallen hat. Die Handlung ist klar strukturiert und es kommt an keiner Stelle zu verwirrenden Momenten. Die Plotidee ist der Autorin auf jeden Fall gelungen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Mysterium um Harrys Gedächtnis sowie die Entlüftung der einzelnen Geheimnisse zu lösen. So wird die Geschichte durch die Autorin mit viel Spannung erzählt. Durch recht kurze Kapitel kam ich sehr gut durch das Buch durch, sodass ich das Buch insgesamt problemlos und in einem guten Tempo lesen konnte.

Mit der Figurengestaltung tat ich mich in diesem Buch schwer. Schon im ersten Band fand ich, dass ich zu Bloom sowie zu ihrem Partner keine Bindung aufbauen konnte. Ich hatte das Gefühl, dass sie recht distanziert zum Leser war. Darüber hinaus habe ich auch über sie als Figur sowie ihre Vergangenheit wenig erfahren, sodass mir die Bindung an sie schwergefallen ist. Diese Kritik muss ich leider auch an diesem Band äußern, da ich Bloom als Protagonistin noch nicht ganz durchblickt habe – jedoch besser als auf Basis des ersten Bandes. Diesbezüglich bin ich gespannt, ob in einem dritten Band, man Bloom und Co. noch näher kennenlernen darf.

Wie vorher erwähnt, entwickelt sich die Handlung mit viel Spannung. Im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass die Spannungskurve abgeflacht ist, sich jedoch zum Ende hin, gefangen hat. Zudem zeigt sich dieses Buch auch von einer guten tiefgründigen psychologischen Seite.

Fazit: Mit „Lost“ konzipiert die Autorin einen viel besser strukturierten sowie spannenden Thriller als im Vergleich zum ersten Band. Auch wenn ich mich zu 100% mit der Figurengestaltung zufriedengebe, blicke ich dennoch guten Gewissens auf dieses Buch zurück. Ich bewerte das Buch mit starken 3,5 Sternen mit einer Tendenz nach oben.

Die Stiefmutter – Rebecca Fleet

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Den neuerschienenen Thriller „Die Stiefmutter“ habe ich mit seit der neuen Vorschau des Goldmanns-Verlag vorgemerkt, da ich sowohl das Cover sowie den Klappentext als gelungen empfand.

In diesem Buch geht es um das Paar Alex und Nathalie. Nachdem Alex seine erste Frau verloren hat, traf Alex auf Nathalie. Sie half ihm den Verlust zu verkraften und ihm wieder auf die Beine zu kommen. Eines Abends bricht ein Feuer in deren gemeinsamen Wohnung aus – Alex Tochter Jade überlebt es nur knapp. Im Krankenhaus offenbart Jade, dass ein Mann an demselben Abend im Haus war. Nathalie bestreitet jedoch Jades Aussage. Was hat es mit diesem Mann auf sich und wem kann Alex mehr vertrauen?
Meine Erwartungen an dieses Buch wurden leider nur teilweise erfüllt. Das Buch beginnt gut, da es von Anfang an die nötige Spannung aufweist. Man lernt Nathalie sowie Alex auf der Basis ihrer Erzählperspektiven kennen. Dadurch kann man schon einzelne Vermutungen über den Brand sowie die Motive aufstellen. So war alles bis dato gut. Mich störte bei diesem Buch dann aber, dass die Kapitellängen ins unermessliche gezogen worden sind. Folglich kam es nicht zu knackig spannenden Kapiteln, sondern einzelne Szenen sowie Handlungen wurden sehr in die Länge gezogen. Dies hatte dann wiederum einen negativen Einfluss auf meinen Leseprozess.

Zu den Kapiteln wird das Buch dann wiederum von der Autorin in Teile aufgeteilt, welche als eine zeitliche Abgrenzung angesehen werden sollen. In einzelnen Teilen springt man als Leser*in die Vergangenheit und lernt Nathalie, ihr Umfeld sowie ihren Alltag kennen. Diese Rückblicke waren meiner Ansicht nach gut, umso einerseits Nathalie besser kennenzulernen sowie anderseits einen tieferen Input zu der Handlung zu erlangen.

Die Handlung entwickelte sich in meinen Augen sehr ruhig. Natürlich ist dies eine reine persönliche Sache, aber ich kann für mich sagen, dass die Geschichte mich von der Spannung her, nicht so begeistert hat, wie ich es mir zu Beginn an, erhofft habe. Je mehr man dem Schluss kam, desto klarer war es, in welche Richtung sich das Finale bewegen wird und welche Wendungen grob auftreten könnten. Aus diesem Grund fehlten mir einfach die unvorhersehbaren Momente, die mich schockieren würden. Darüber hinaus war für mich die Idee und die Auflösung des Buches nicht allzu neu, da ich schon mal Familienthriller gelesen habe, welche ähnlich ausgegangen sind.

Nichtsdestotrotz kann ich mir aber vorstellen, dass dieses Buch für den ein oder anderen neuen Leser in diesem Genre ein guter Einstieg in diesen Bereich ist. Für mich als hauptsächlichen Thriller-Leser war das Buch ok, aber keins, welches mich gnadenlos umgehauen hat.

Fazit: Der Thriller „Die Stiefmutter“ hat meine Erwartungen leider nur in kleinen Teilen erfüllt. Ich habe aufgrund des Klappentext mir ein sehr spannendes Buch mit einer Sog-Wirkung gewünscht. Dies blieb aber aus, da das Buch mich aufgrund der Spannungsentwicklung, des Verlaufs sowie des Endes einfach nicht umhauen konnte. Schweren Herzens kann ich das Buch leider nur mit zwei Sternen bewerten! Trotzdem ist dieses Buch meiner Meinung nach, ein guter Thriller, um in dieses Buch-Genre einzusteigen!

Ein Präsident verschwindet – Ralf Langroth

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Letztes Jahr hat der Auftaktband um den Protagonisten der Reihe namens Philipp Gerber gut unterhalten, da es für mich mal kein trockener Politik-Thriller war, sondern das Buch spannungstechnisch gut entworfen wurde. Nun erschien der zweite Band um Gerber und ich war gespannt, ob dieser Band, die Erwartungen so wie es beim Auftaktband der Fall war, erfüllen konnte.

Im zweiten Band begeben wir uns ins Jahr 1956 – 11 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Der Verfassungsschutzpräsident John verschwindet plötzlich und taucht nach einiger Zeit wieder in Ost-Berlin auf. Wurde John wirklich entführt, so wie die Gerüchte es meinen? Oder ist es ein reines Missverständnis? Gerber wird nun auf den Fall von Konrad Adenauer angesetzt. Diesmal hat der Fall für Gerber eine persönliche Bedeutung, da seine Geliebte Eva Herden an der Seite von John gesehen wurde. Als dann plötzlich ein Barbesitzer parallel tot aufgefunden wird, gerät Eva in Verdacht, da ihr unterstellt wird, für die Sowjetunion als Agentin tätig zu sein. Gerber macht sich auf die Suche und gerät dabei zwischen die Fronten.

Nach dem Beenden dieses Buches kann ich erneut behaupten, dass der Autor einen spannenden Politik-Thriller entworfen hat, der nicht allzu politisch sowie monoton gestaltet war. Ihm gelingt es einen durchaus spannenden Plot zu entwerfen, welcher besonders gut strukturiert sowie dynamisch gestaltet ist. Besonders gelungen empfand ich zahlreiche Actionszenen, welche dem Buch einen spannenden Actionkick verpasst haben.
Darüber hinaus fand ich gut, dass man noch mehr Gerber kennenlernen durfte. Dadurch konnte ich mich auf Grundlage von Band 1 noch intensiver mit ihm als Figur auseinandersetzen. Zudem blieb er weiterhin, wie in Band 1, authentisch. Er handelte größtenteils sehr logisch sowie nachvollziehbar.

Bezüglich des Settings kann ich wie im ersten Band nur positives berichten. Durch detaillierte Beschreibungen der Ortschaften, die Sprache sowie den Entwurf der Atmosphäre, hat der Autor ein sehr lebendiges Setting entworfen, wodurch man sich auf die Geschichte in einem Kopfkino einlassen kann.

Fazit: Ich hätte vor der Reihe nie erwartet, dass mich ein politische Thriller-Reihe wie diese, so gut unterhalten kann. Dem Autor gelingt es eine kürende Fortsetzung zum ersten Band zu verfassen, welche einen gut strukturierten Plot aufweist. Ich freue mich jetzt schon auf Band 3! Ich bewerte das Buch mit 4,5 Sternen, aufgerundet auf 5 Sterne!