Perfect Day – Romy Hausmann

(Unbezahlte Werbung)

Ich würde Mal behaupten, dass Romy Hausmann zu den erfolgreichsten Thriller-Autor*Innen aus Deutschland gehört. „Martha Schläft“ war der erste Thriller, welchen ich von Hausmann gelesen habe und ich muss sagen, dass er mir durchaus gefallen hat. Deswegen war ich auf diesen neuen Thriller der Autorin sehr gespannt! 

In Hausmann neuem Thriller geht es um eine Mordserie, bei welcher immer wieder junge Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren verschwunden sind. Nur rote Bändchen wiesen immer wieder die Polizei zu den Leichen der Mädchen. Die Ermittler sind geschockt – vom Täter keine Spur. Doch eines Abends wird ein renommierter Professor namens Walter Leśniak verhaftet. Ihm wird die Tat um das Verschwinden und Morden der Mädchen zugesprochen. Seine Tochter Ann ist nach dieser Info am Boden zerstört, doch sie ist fest überzeugt, dass ihr Vater unschuldig ist. Sie fängt an zu ermitteln und beginnt eine Reise in die dunkelsten Räume der menschlichen Seele. 

Ins Buch konnte ich ganz gut starten, da das Erzählprinzip übersichtlich ist und mir gut gefallen hat. Besonders die Interview-Teile erwiesen sich in meinen Augen als sehr spannend. An die Protagonistin Ann konnte ich mich direkt ranhängen, da sie in meinem Alter ist und ich ihre Sorgen und Gedanken total nachvollziehen konnte. Besonders ihre Ängste werden durch die Autorin sehr gut übergebracht. Trotzdem tat ich mich ihrer Überheblichkeit sowie ihrer Sturheit schwierig. Deswegen muss ich sagen, dass ich für sie nicht meine kompletten Sympathien entwickeln konnte. Auf der anderen Seite fand ich spannend, dass man als Leser selbst doch auch auf eigene Faust mit ermitteln kann bzw. muss. Dadurch, dass der Fall der Protagonistin sehr nah ist, wusste ich als Leser selbst nicht, ob dies der Wahrheit entspricht, was sie erzählt. Zudem eilt ein Journalist Ann zur Hilfe, bei dem auch nicht am Anfang weiß, ob er mit transparenten Karten spielt. Es besteht ja die Möglichkeit, dass sie geblendet sein könnte. 

Spannungstechnisch entwickelt sich der Thriller ganz gut, jedoch hatte ich mir im Hauptteil ein bisschen mehr Spannung gewünscht, damit die sogenannte „Sogwirkung“ entsteht. Ich vermute, dass es daran liegt, dass für mich persönlich der Verlauf der Handlung an manchen Stellen zu sehr konstruiert war und vieles dem Zufall überlassen wurde. Das Ende war hingegen zum Rest des Buches, von der Spannung her sehr gelungen! Das Ende nehme ich auch als eine der Stärken dieses Buches wahr, da die Autorin an dieser Stelle ein Spannungsfeuerwerk zündet. Zum Schluss kann ich noch zum Schreibstil sagen, dass dieser flüssig ist und man eigentlich problemlos durch das Buch durchkommen sollte! 

Fazit: „Perfect Day“ ist durchaus ein guter Thriller, welcher aber in meinen Augen unter einem zu sehr konstruierenden Handlungsverlauf leidet. Es ist auf jeden Fall ein sehr emotionsreiches Buch mit einer Protagonistin, die auf eigene Faust ermitteln möchte. Ich bewerte das Buch mit soliden drei Sternen, weil ich mir doch schon ein bisschen mehr von diesem Thriller erhofft habe. Ihnen wünsche ich viel Spass beim Lesen! 

A.R.G.O.S – Thomas Finn

(Unbezahlte Werbung)

Mit dem Horror-Thriller „Bermuda“ bin ich letztes Jahr auf den Autor Thomas Finn aufmerksam geworden. Da mich „Bermuda“ letztes Jahr gut unterhalten hat, war ich gespannt, wie das neue Buch des Autors mit dem Titel „A.R.G.O.S – Niemand lebt für immer“ sein wird, welches noch Ende Dezember im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist.

In diesem Buch geht es um eine strenggeheime Agentenorganisation, die sich A.R.G.O.S nennt. Mit dieser Agentenorganisation kommt die unauffällige Assistentin Lena in Kontakt, da ihr ermordeter Chef umgebracht worden ist und Teil des A.R.G.O.S-Teams war. So wird die Welt von Lena innerhalb von paar Stunden auf den Kopf gestellt, da sie Geheiminformationen um das Team nun kennt und folglich ins Visier der Killer rückt, die auch ihren Chef umgebracht haben. Zum Schutz kommt die Gruppe um den Agenten Perseus, mit der sie um den Tod ihres Chefs ermitteln. Eine wildgefährliche Jagd beginnt, die viele Opfer bringen kann.

Ich finde, dass Thomas Finn mit diesem Auftakt in eine neue Reihe einen gelungenen ersten Band konzipiert hat, welchen man auch als hollywoodreifen Actionfilm verfilmen könnte. Mit sehr unterschiedlich gestalteten Figuren begibt man sich als Leser fast durch ganz Europa, sodass es immer wieder zu Ortswechsel kommt und zugleich die Handlung attraktiv wird. Beginnend mit Budapest bis nach Mitteleuropa kommt es zu einer tollen Reise, die sich gut gelesen hat.

Die Figurenkonstellation hat mir in ihren Grundzügen sehr gut gefallen. Die Figuren weisen immer einen anderen Charakterschwerpunkt auf, sodass die Figuren einfach einzigartig sind. Egal ob Perseus, Elektra oder selbst Lena. Ich fand alle total sympathisch und einzelne Figuren zeichnen sich durch einen schrägen Humor aus, der des Öfteren mich zum Schmunzeln gebracht hat. Außerdem hat das Buch viel Spannung, sodass man als Leser vom Plot her, gefesselt werden sollte. Der einzige Aspekt, der mir nicht gefallen hat, war die lange Kapitellänge, da diese meinen Lesefluss schon ein bisschen negativ beeinflusst hat. Dies aber lediglich nur eine persönliche Meinung.

Fazit: Dem Autor Thomas Finn ist der Auftakt um A.R.G.O.S gelungen, sodass ich schon gespannt bin, wann ein zweiter Band erscheinen wird. In diesem Buch ist reichlich für Spannung, Humor sowie tolle Charaktere gesorgt. Ich bewerte das Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Der Gräber – Fredrik P. Winter

(Unbezahlte Werbung)

Noch im diesen Jahr ist ein neuer Thriller mit dem Titel „Der Gräber“ im Harper Collins Verlag erschienen. In diesem Buch geht es um eine Mordserie, die eine Stadt jedes Jahr am 6. November erschüttert. Immer an diesem Tag schlägt jemand zu, der sich durch die Erde in die Keller seiner Opfer gräbt. Nach den Taten fand die Polizei nie Hinweise. Wie aus dem Nichts erhält eine Frau namens Annika ein Manuskript, welches die Autobiographie des Gräbers sein soll. Da ihr Verlag in einer Krise steckt, entscheidet sich die Frau das Buch zu veröffentlichen. Jedoch weiß sie nicht, dass sie mit der Veröffentlichung des Buches in den Fokus des Killers gerät.

Als ich die ersten hundert Seiten dieses Thrillers gelesen habe, war ich positiv überrascht, wie mich dieses Buch innerhalb kurzer Zeit so gefesselt hat. Besonders einzelne Zitate des Serienkillers, welche immer wieder ein neues Kapitel einleiten, fand ich so enorm stark, dass ich dachte, dass dieses Buch in die Top Ten meiner Thriller-Highlights aus dem Jahr 2021 kommen wird. Doch dann kam die Wendung, wodurch das Buch immer mehr zur zähen Lektüre wurde.

Den Verlauf des Buches empfand ich als nicht gelungen. Ich hatte mir einen knallharten Thriller mit souveräner Ermittlungsarbeit sowie tollen Figuren gewünscht. Jedoch war dies nicht der Fall, da der Schwerpunkt auf die Darstellung der Psyche der Protagonistin Annika gelegt worden ist. So rückten ihre privaten Probleme in den Vordergrund, welche in meinen Augen zu intensiv und thematisiert worden sind. Man könnte meiner Meinung nach die private Seite der Protagonistin kurz anschneiden und dann nebenher immer wieder aufgreifen. Außerdem fand ich Annika als Figur sehr nervig.

Natürlich verliefen nebenbei die Ermittlungen nach dem Gräber, jedoch fand dies sekundär statt. Zudem fand ich die Ermittler*In sehr blass gezeichnet, sodass im Endeffekt mich die Ermittlungen dann nicht mehr so richtig interessiert haben. Zum Schluss hin fängt sich das Buch irgendwie noch, und erhält ein bisschen Spannung, welche durch immer wiederkehrende Mystik-Elemente verstärkt wird. Dies war dann wieder gelungen, wenn man den eher schwachen Hauptteil berücksichtigt. Deswegen kann man dieses Buch als ein Auf und Ab betiteln.

Fazit: Hervorragender Start, schwacher Hauptteil und dann ein mittelmäßiger bis guter Schluss. Eine Achterbahn. Ich fand das Buch vom Erzählprinzip mit den Zitaten gelungen, jedoch fehlte es mir besonders im Hauptteil an Spannung. So konnten auch die Figuren besser ausgearbeitet worden werden. Ich bewerte das Buch mit 2,5 Sternen, Tendenz nach oben.

Die folgsame Tochter – Lisa Unger

(Unbezahlte Werbung)

Letztes Jahr um diese Zeit wurde Lisa Ungers Thriller „Die treue Freundin“ publiziert. Das Buch habe ich gelesen und ich empfand das Buch trotz einer ruhigen Handlung als sehr gelungen, da man so die Möglichkeit hatte, in die Figuren einzutauchen und die Psyche der Protagonisten noch näher kennenzulernen.

Nun erschien diesen Monat der neue Thriller von Lisa Unger mit dem Titel „Die folgsame Tochter“. Der Hype war so real, dass ich das Buch unbedingt verschlingeln wollte.
In dem Buch geht es um die Ehefrau Selena, die seit paar Jahren mit ihrem Ehemann zusammenlebt. Jedoch geht sie davon aus, dass ihr Ehemann sie mit der Babysitterin betrügt. Diese Geschichte um den Ehemann erzählt Selena einer wildfremden Frau im Zug. Kurze Zeit später verschwindet die Babysitterin. Die Polizei stellt die Ermittlungen auf und sucht im Umfeld von Selena nach Informationen. Hat das Verschwinden der Babysitterin mit der Frau aus dem Zug zu tun? Wer war diese Frau aus dem Zug?

Ich kann nach dem Lesen dieses Thrillers sagen, dass für mich persönlich dieses Buch nicht an den Thriller aus dem letzten Jahr rankommt. In Ungers neuem Buch fand ich, dass keine überzeugende Atmosphäre vorlag und zudem viel zu viele Perspektiven den Plot durcheinandergebracht haben. Dies hatte die Wirkung, dass ich ab und zu mal zurückblättern musste, um den Zusammenhang sowie Infos einzelner Personen noch mal wahrzunehmen. So empfand ich auch die Spannung des Buches nicht so hoch, wie erwartet. Teilweise gab es viele Abschnitte, wo die Handlung sehr in die Länge gezogen worden ist und mich das Buch an diesen Stellen gelangweilt hat. Auf der anderen Seite gab es aber dann wiederrum paar Kapitel wo Schlag auf Schlag Ereignisse passieren und man kaum zur Pause kommt. Folglich war es für mich persönlich ein Hin und Her.

Um auf die Figuren noch einmal zu sprechen zu kommen, fand ich, dass die wichtigsten Figuren wie Selena ausreichend dargestellt worden sind, um als Leser ein Bild über die Figuren zu erhalten. Zu Selena war es für mich schwer als Leser eine Bindung aufzubauen, jedoch fand ich sie von ihrer Gestaltung her interessant gestaltet worden. Was sehr an diesem Buch zu loben wäre – auch wenn ich die Spannungskurve nur mittelmäßig fand – war das Ende und die damit verbundene Auflösung. Auch wenn diese teilweise antizipierbar war, war sie trotzdem genial!

Fazit: Es ist mal wieder ein Buch, welcher mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Obwohld das Ende grandios war und Selena als Figur gut ausgearbeitet war, fand ich die Perspektiven sehr irreführend sowie den Spannungsbogen in seiner Gestaltung ausbaufähig. So bewerte ich das Buch mit 2,5 bis 3 Sternen.

Die Burg – Leo Hart

(Unbezahlte Werbung)

Wie wird Deutschland in der Zukunft aussehen?

Mit „Die Burg“ erschafft der Autor Leo Hart einen Zukunftsthriller, der im modernen Deutschland spielt. Das Szenario ist wie folgt geschaffen: Eine moderne Elite hat sich in die Enklaven auf dem Land zurückgezogen. Dabei ist die Burg der perfekte Ort dafür. Ein ehemaliger Mitbegründer dieser Enklave namens Saltzman, welcher jetzt bei der Polizei ist, muss zurück zur Burg kommen. Sein ehemaliger Freund Leyland erwartet ihn. Als aber Saltzman ankommt, ist sein Freund tot. Folglich nimmt der Protagonist dieses Buches die Ermittlungen auf und stellt fest, dass Leyland an der nächsten Entwicklungsstufe des Menschen arbeitete. Zudem hat er Saltzman wichtige Botschaften hinterlassen, die ihm helfen sollen, das Tatmotiv herauszufinden.

Dieser Thriller hat mich sehr neugierig gemacht, da der Handlungsort nicht wieder die USA oder Großbritannien sind, sondern die Handlung direkt „vor Ort“ stattfindet. So stürzte ich mich in dieses Abenteuer und kann nach dem Beenden dieses Buches behaupten, dass mich der Plot in seinen Grundzügen gut unterhalten ist. Dem Autor gelingt es reichlich Spannung zu entwerfen und mich als Leser beim Leseprozess zu fesseln. Zudem tauchen im Buch schöne Wendungen auf, welche die Spannung positiv beeinflussen. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich das Buch eindeutig zu kurz fand. Ich hatte nicht die Möglichkeit mich auf das Setting einzulassen. Hier finde ich auch, dass aus dem Setting nicht viel gemacht worden ist. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht die Möglichkeit hatte, das Szenario – also die Rahmenbedingungen – des „Zukunftsdeutschlands“ näher kennenzulernen. Die Handlung passierte, aber alles drum herum war für mich noch nicht greifbar. Zudem hätte ich mir noch eine tiefere Thematisierung des Protagonisten sowie anderer relevanter Nebenfiguren gewünscht. Was jedoch noch nicht ist, kann ja im zweiten Band, welcher in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres kommt, werden.

Fazit: Dem Autor gelingt es einen spannenden Plot zu entwerfen, welcher mich gut unterhalten hat. Schwächen nehme ich auf jeden Fall in der Darstellung des Settings sowie der Figuren wahr, sodass ich mir erhoffe, dass diese Schwächen im zweiten Band behoben werden, da die Idee hinter der Geschichte dem Autor wirklich gelungen ist. So bewerte ich das Buch mit schwachen 3 Sternen.  

Sterbende Seelen – Leo Born

(Unbezahlte Werbung)

Neben der Shepherd-Reihe von Ethan Cross gehört die Thriller-Reihe um Mara Billinsky und Co. zu meinen Lieblingsreihen. So merkte ich, dass Leo Born in jeden seiner neuen Teile mich immer gut überrascht und überzeugen konnte. Jetzt erscheint schon der sechste Band und ich war gespannt auf welches Abenteuer wir uns mit Mara und Co. begeben.

In diesem Band steht der sechste Fall für die härteste Ermittlerin Deutschland an. In Frankfurt findet eine brutale Mordserie statt. Mara und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf. Eine Spur führt sie auf die italienische Insel Sizilien mitten in ein grausames Netz aus Zwangsprostitution und Drogenhandel. Um weiter im Fall voranzukommen, muss Mara eine Prostituierte namens Joy finden, da sie relevante Informationen liefern kann. Was Mara aber nicht weiß, ist das Joy auf der Flucht vor ihren Peinigern ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Wird Mara Joy vor ihren Peinigern finden?

Wie man es von Leo Born kennt, entwirft der Autor direkt von Beginn an, einen spannenden Einstieg, sodass man direkt mitten im Geschehen ist. Die Geschichte wird wieder aus verschiedenen Perspektiven geschildert, sodass man einen vielschichtigen Blick auf die Handlung hat. Besonders die Sicht aus Joy und italienischen Charakteren fand ich sehr spannend.

Besonders toll fand ich, dass Maras Weg nach Sizilien führt, da ich einen persönlichen Bezug zur Insel habe. Noch im Sommer habe ich die Insel zum siebten Mal besucht und jedes Mal bin ich fasziniert. Deswegen fand ich einzigartig, wie Mara sich im italienischen Dschungel durchkämpft. Zudem passieren in der Handlung Ereignisse Schlag auf Schlag, sodass man als Leser kaum zum Atem kommt. Man fiebert so mit Mara, Rosen aber auch den Nebencharakteren mit, sodass es auch auf der anderen Seite eine Achterbahn von Gefühlen wird. So empfand ich, dass besonders in diesem Buch der Action-Aspekt“ noch stärker betont worden ist, sodass dieses Buch – aber auch die ganze Reihe – meiner Meinung nach als Serie verfilmt werden könnte.

Mara aber auch Rosen sind mir schon sehr früh in der Reihe ans Herz gewachsen. Aus diesem Grund möchte ich auch irgendwie nicht, dass diese Reihe irgendwann enden wird. Deswegen erhoffe ich mir jetzt schon viele weitere Bände!

Fazit: Mit „Sterbende Seelen“ entwirft der Autor mal wieder einen spannenden Teil um die Krähe. Spannung, Action sowie eine tolle Atmosphäre sind in diesem Buch reichlich vorhanden! Als Krähen-Fans ist natürlich dieser Band ein Must-Read! Für Neulinge spreche ich für die ganze Reihe eine klare Leseempfehlung aus! Ich bewerte das Buch mit 5 Sternen!

Cold Case „Das gebrannte Kind“ – Tina Frennstedt

(Unbezahlte Werbung)

Die „Cold Case“-Reihe von der Autorin Tina Frennstedt ist schon was Besonderes. Die ersten beiden Bänder der Reihe haben mir sehr gefallen, da ich die Fälle sehr spannend konstruiert fand. Umso mehr habe ich mich jetzt auf den dritten Band gefreut!

Im dritten Band kommt es zu einem „heißem“ Fall. Vier Menschen sterben bei einem Brand im eigenen Haus. Der Kommissarin Tess Hjalmarsson und ihrem Team fällt direkt auf, dass der oder die Täterin vor dem Tod der Opfer den Brandmelder aus dem Haus entfernt hat und eine Ziffer an das Haus gemalt hat. Ein kranker Psychopath*In? Bei einem weiteren Band überlebt jedoch eine Frau, die aussagt, dass vor dem Feuer sie Musik gehört hat. Tess kennt das Vorgehen aus einem Cold Case, bei dem der Täter nicht gefasst worden ist. Eine Ermittlung unter Hochdruck beginnt…

Rundum hat mir der konstruierte Fall von der Autorin wieder richtig gefallen. Er ist von der Autorin sehr gut durchdacht worden und weist das nötige Potential auf, dass man als Leser*in selber viel mitermitteln kann. Mit Tess und dem restlichen Team konnte ich mich direkt wieder anfreunden. Sie als Person sowie Ermittlerin ist mir schon seit dem ersten Band ans Herz gewachsen. Man erfährt über sie viel, da die Autorin abseits der Fälle, sie sowie einzelne weitere Figuren von der privaten Seite auch beleuchtet. Dadurch hatte ich jetzt nach dem dritten Band ein unfassbares Bild über sie.

Spannung ist in diesem Buch wieder reichlich vorhanden. Auch wenn mir die Auflösung doch schon zum Ende des letzten Drittels hin ersichtlich war, habe ich das Buch dennoch mit viel Begeisterung gelesen. Mal wieder ist an sich das Buch sehr verschachtelt und man wird als Leser*in oft um die Nase geführt. Diese Vorgehensweise hätte ich mir umso mehr zum Schluss gewünscht, da bedingt durch das ersichtliche Ende, die Spannung negativ beeinflusst worden ist. Schreibstiltechnisch zeigt sich die Autorin mal wieder von einer guten Seite. Der Schreibstil ist flüssig sowie gut lesbar. Im Erzählkonstrukt hätte ich mir jedoch noch mehr Einblicke in die Vergangenheit einzelner Figuren gewünscht, die im direkten Bezug zum Fall stehen. Dies würde somit dem Buch noch einen Hauch an einer gewissen Tiefgründigkeit gegeben.

Fazit: Mit dem dritten Cold-Case Band entwirft die Autorin mal wieder ein spannendes Buch, in welchem ein hochbrisanter Fall neu aufgekurbelt wird. Wer bisher die Reihe um Tess gemocht hat, sollte natürlich auch zu diesem Band greifen. Es lohnt sich! Ich bewerte das Buch mit 4,5 Sternen, Tendenz nach unten.

Das letzte Haus in der Needless Street – Catriona Ward

(Unbezahlte Werbung)

Ein weiteres Buch auf welches ich mich zum Abschluss des Jahres 2021 gefreut habe, war „Das letzte Haus in der Needless Street“, welches Mitte Dezember im Festa Verlag erschienen ist.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein Mann namens Ted, welcher mit seiner Tochter Lauren sowie seiner Katze Olivia in einem Haus am Ende der Needless Street wohnt. Vor Jahren verschwand ein Mädchen namens Lulu, welche die Schwester von Dee ist. Man geht von ihrem Tod aus und als Hauptverdächtiger wurde damals Ted beschuldigt. Ohne Erfolg, sodass Dee immer noch fest entschlossen ist, herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Aus diesem Grund mietet sich Dee ein Haus in derselben Straße, um Ted, welcher schon selbst zu viele Probleme mit seiner Entwicklungsstörung aufweist, zu beschatten. Als ein weiterer Nachbar verschwindet, ist Dee noch mehr überzeugt, das Mysterium um Ted zu entlüften.

In dieses Buch bin ich mit keinerlei Probleme eingestiegen. Mit der Ich-Perspektive habe ich mich direkt vertraut gemacht und hatte das Gefühl, dass ich direkt vor Ort wäre. Die Geschichte wird jeweils aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Alle Perspektiven (Ted, Laureen, Olivia und Dee) fand ich in ihren Grundzügen sehr interessant entworfen, da sich dich Figuren hinsichtlich ihrer Gestaltung sowie Charaktereigenschaften sehr unterscheiden. So fand ich, dass besonders Ted Perspektive und Olivias perspektive – ja die Perspektive der Katze – der Autorin sehr gelungen sind. Bei Ted ist es der Autorin gelungen, den Protagonisten des Buches vielschichtig psychologisch zu beleuchten. Dies fand ich enorm stark. Bei Olivias Perspektive fand ich die Sichtweise einer Katze einfach genial, weil es mal was Anderes war.

Die Autorin thematisiert in ihrem Buch Themen, die eventuell an mancher Stelle eine Triggerwarnung benötigen, da sie wirklich nicht ohne sind. Deswegen würde ich behaupten, dass dieses Buch nicht für Leser*In geeignet ist, welche mit Gewalt sowie Missbrauch Schwierigkeit haben. So wird in diesem Buch eine sehr interessante psychologische Sache thematisiert, die ich schon öfters in Thrillern gesehen habe, jedoch hier es noch ausführlicher beschrieben worden ist. Total gut, sodass mich der Tiefgang in diesem Buch sehr begeistern konnte. Auf der anderen Seite kann ich noch zu diesem Buch sagen, dass mir teilweise die Spannung gefehlt hat. Irgendwann nach dem Halfbreak im Buch waren mir schon viele Aspekte ersichtlich. Hier hätte ich mir die ein oder andere Wendung noch erwünscht. Dennoch ist dieses Buch auf jeden Fall lesenswert!

Fazit: Unter dem psychologischen Aspekt ist dieses Buch wirklich große Klasse. Der Autorin gelingt es sehr, die Figuren vielschichtig darzustellen und in Handlung zu setzen. Auch wenn mir nach der Hälfte die Spannung gefehlt hat, konnte mich das Buch hinsichtlich des thematischen Tiefgangs sehr begeistern. Ich bewerte das Buch mit starken vier Sternen!

Das Chalet – Ruth Ware

(Unbezahlte Werbung)

Letztes Jahr zum Jahresabschluss war Ruth Wares Thriller „Hinter diesen Türen“ ein totaler Leseknaller! Umso mehr habe ich mich dieses Jahr auf den neuen Thriller der Autorin mit dem Titel „Das Chalet“ gefreut. Passend zur Jahreszeit entführt uns dieses Jahr die Autorin in die französischen Alpen. Zur Winterzeit hat sich ein Social-Media Start-Up-Team in ein Chalet begeben, um die Zukunft des Unternehmens zu planen. Die Stimmung ist nicht die beste, da auch die Zukunft einzelner Mitarbeiter entschieden wird. Dann beginnt wie aus dem Nichts das Grauen. Ein Mitglied nach dem anderen wird ermordet oder taucht nicht mehr auf. Als dann noch eine Lawine das Chalet komplett von der Außenwelt abschneidet, droht die Lage zu eskalieren. Was geschieht dort?

Ruth Ware kann einfach geniale Thriller schreiben. Mit diesem Werk hat Ware gezeigt, dass sie in der Lage ist, sehr spannende Plots zu entwerfen, bei welchen man bis zum Schluss nicht vorausahnen kann, wie das Buch endet. Einfach toll!

Die Geschichte wird trotz sehr vielen Figuren hauptsächlich in einem Wechselspiel nur aus der Perspektive von Liz, einer unauffälligen Mitarbeiterin sowie Erin, der Gastgeberin geschildert. Dies fand ich von der Autorin gut gewählt, da so beide Seiten beleuchtet worden sind. Auch wenn der Fokus nur auf diesen beiden Figuren lag, merkte man schon als Leser, dass die anderen Figuren hervorragend in das Buch integriert worden sind und genügend Spielraum im Plot erhalten haben. So wird auch durch die Erzählweise gut Spannung kreiert, da die Ich-Perspektive die Intensität des Erzähltempos verstärkt hat. Man war als Leser einfach dadurch viel näher am Geschehen!

Wie erwähnt ist Spannung reichlich in diesem Buch vorhanden. So finde ich das Buch von der Spannung her auf demselben Niveau wie Wares Thriller „Hinter diesen Türen“. Schlag auf Schlag passieren Ereignisse, sodass man als Leser gar nicht zur Pause kommen kann. Außerdem passend zur Jahreszeit wird im Buch eine bedrohliche Atmosphäre entworfen, welche besonders durch das Setting durch das Chalet einfach genial ist. Ich war beim Lesen richtig gefesselt und konnte somit das Buch gar nicht aus der Hand legen. Ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Werke der Autorin, weil sie bestimmt wieder toll sein werden!

Fazit: Ruth Ware hat mit diesem Buch gezeigt, dass sie auf diesem Gebiet ein Profi ist. Das Buch ist sehr gut und sorgt passend zur Jahreszeit für spannende Lesestunden. Aber Achtung: Ich habe sie vorgewarnt, dass sie das Buch nicht aus den Händen legen können werdet. Ich bewerte das Buch mit 5 Sternen.

Der Herzgräber – Jen Williams

(Unbezahlte Werbung)

Auf einen richtig spannenden Thriller mit einem Serienkiller im Vordergrund hatte ich schon seit Anfang des Monats richtig Lust. So kam der neue Thriller „Herzgräber“ gelegen und ich freute mich auf knallharte Action.

In diesem Buch begegnen wir Heather, die im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter eine schreckliche Entdeckung macht. Sie findet Briefe von einem bekannten Serienkiller namens Michael Reave, der eine Vielzahl an Frauen brutal ermordet hat, indem er ihnen das Herz rausgerissen hat und Blumen in die Körper eingepflanzt hat. Jedoch sitzt der brutale Killer nun in einem Hochsicherheitstrakt. Aber wie kann das sein, dass zuletzt Leichen aufgefunden worden sind, die dasselbe Mordprinzip aufwiesen? Um dies zu lösen und mehr über die Vergangenheit der eigenen Mutter herauszufinden, muss sich Heather ins Gefängnis begeben und Michael in die Augen schauen. Weiß der Serienkiller etwas über die neue Mordserie und ihre Mutter?

Ich bin an dieses Buch schon mit sehr hohen Erwartungen angetreten, da der Klappentext in meinen Augen einen hochbrisanten Thriller mit viel Action und Spannung voraussagt. Ich stürzte mich in dieses Abenteuer und merkte, dass die Autorin in diesem Buch andere Schwerpunkte setzt, welche mich aber auch gut überzeugen konnten.

Also: Wer hier einen brutalen Thriller erwartet wie man es von der Shepherd-Reihe von Ethan Cross erwartet, wird eher enttäuscht werden. Auch wenn die Autorin Platz für Beschreibungen von Taten einplant, geht sie leider meiner Meinung nach nicht genug in die Tiefe. Viel mehr setzt sie den Schwerpunkt der Geschichte auf die Vergangenheit. Man erfährt in Rückblicken viele Informationen und Gründe für das gegenwärtige Handeln der einzelnen Figuren wie Michael oder Heathers Mutter. Die Spannung wird durch gute Wendungen, Offenbarungen aus der Vergangenheit sowie mystische Szenen a la Gruselmomente entworfen. Besonders letzteres fand ich gelungen, da man Heathers Angst an manchen Handlungsorten komplett nachvollziehen konnte. Zudem lässt sich sagen, dass Michaels Märchenerzählungen auch sehr passend waren, da diese die Mystik positiv verstärkt haben.

Heather als Figur war für den Thriller ausreichend ausgearbeitet worden. Weitere Nebenfiguren wie Heathers Freundin Nikki oder der Kommissar waren sehr oberflächlich gestaltet worden, jedoch war dies im Rahmen dieser Handlung zu verkraften, da der Fokus wirklich auf Heather gelegt werden sollte.

Sonst lässt sich sagen, dass die Autorin einen flüssigen Schreibstil aufweist sowie eine ideale Länge der Kapitel ausgewählt hat, damit das Buch sich nicht zu sehr zieht und man folglich gut durchkommt.

Fazit: Auch, wenn ich mit anderen Erwartungen an das Buch getreten bin, war es durchaus ein spannender Thriller, bestehend aus guten Mystik- und Spannungselementen. Aufgrund einiger Schwächen bewerte ich das Buch mit guten vier Sternen. Man darf gespannt sein, was zukünftig von der Autorin noch kommen wird.