Layla – Colleen Hover

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Nachdem ich im letzten Jahr CoHo`s Romane „Too Late“ & „Verity“ gelesen habe und sehr positiv überrascht war, wusste ich von Anfang an, dass ich ihren neuen Roman „Layla“ lesen möchte. Meine Erwartungen waren hoch, eventuell an manchen Stellen zu hoch.

In CoHo`s neuem Roman geht es um den Musiker Leeds sowie um Layla. Auf der Hochzeit von Laylas Schwester Aspen lernen sich die Beiden kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick, worauf Layla schnell zusammenziehen möchten. Beide leben zusammen harmonisch bis zu dem Tag, an dem Leeds Ex-Freundin erscheint und versucht Layla umzubringen. Layla überlebt, doch sie ist nicht mehr dieselbe. Um Layla wieder an ihr altes Leben zu erinnern, mietet Leeds das Haus, in welchem sich die Beiden kennengelernt haben. Doch dort droht alles außer Kontrolle zu geraten und es erscheint, als ob irgendwas nicht mit richtigen Dingen zu sich geht.

CoHo konnte mich schon bei den zwei bisherigen Büchern hinsichtlich ihres Schreibstils begeistern. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig, sodass man wirklich gut durch das Buch durchkommt. Zudem hat sie eine besondere Art durch ihren Schreibstil Spannung an den Leser zu übermitteln, welche ich noch bei keinem anderen Autor bzw. Autorin so wahrgenommen habe.

In den neuen Roman bin ich mit sehr viel Spannung eingestiegen. Ehrlich muss ich sagen, dass auch wenn an manchen Stellen schon der Anfang ein bisschen übertrieben war, empfand ich die ersten 150 Seiten unfassbar stark. Mich hat das Buch so heftig gecatcht, dass ich es nicht aus der Hand legen wollte. Die Mischung der zwei parallel verlaufenden Handlungsstränge (Befragung vs. Gegenwart) waren so gut konstruiert und auf einander hervorragend abgestimmt, dass ich von da an, dachte, dass „Layla“ ein weiteres Lesehighlight in diesem Jahr wird. Besonders durch die kontinuierliche Erzählweise von Leeds wurden viele Fragen in den Raum geworfen, worauf man unbedingt auch Laylas Seite aber auch die damit verbundene Auflösung erfahren wollte. Doch je mehr ich im Buch weiterkam, merkte ich so ab der Hälfte, dass die Spannung immer weniger wurde. Natürlich blieb ich mit viel Interesse am Ball, um die Auflösung herauszufinden, dennoch fand ich dann das Ende sehr konstruiert und für diesen Roman unpassend. Ich würde sehr gerne auf nähere Details eingehen, jedoch ist dies nicht möglich, da ich Ihnen die Handlung vorweggreifen würde. Es war in meinen Augen einfach am Ende too much. Hier hätte eventuell CoHo ein anderes Ende entwerfen sollen.

Fazit: Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Buch zum Halfbreak sehr gut unterhalten hat, da die Handlung wirklich viel Spannung hatte. Doch ab dem Halfbreak zeigte sich die Geschichte aber auch die Charaktere von einer negativen Seite. Der Hype war auf jeden Fall groß, aber ich finde, dass dieses Buch den Leser*in mit sehr vielen gemischten Gefühlen zurücklässt. Ich bin auf jeden Fall auf die Meinung der anderen LeserIn gespannt.

3,5/5

78 Grad. Tödliche Breite – Hanne H. Kvandal

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Ein Krimi mit einer atemberaubenden Kulisse und eiskalten Morden? Darauf hatte ich sehr Lust und so kam dieser Krimi an richtiger Stelle!

Der vor kurzem erschienene Krimi „78 Grad. Tödliche Breite“ entführt uns Leser ins eiskalte Spitzbergen in der Nähe des Nordpols. Es ist kurz vor Weihnachten und der frisch pensionierte Ex-Kommissar Trond hat sich in einer Stadt auf Spitzbergen zur Ruhe gesetzt. Nebenbei kümmert er sich um seinen 4-jährigen Enkel. Eines Tages wird plötzlich vor Ort durch die Hundeschlittenführerin Frida ein toter Geologe im Schnee entdeckt. Da die Polizei vom norwegischen Festland aufgrund des Wetters nicht anreisen kann, soll Trond diesen Fall lösen. Auf der Suche nach der Lösung lauert nicht nur ein gefährlicher Mörder in seinem Umfeld, sondern auch ein hungriger Eisbär, der die Dörfer in Angst und Schrecken lässt.

Mit Spitzbergen als Haupthandlungsort entwirft die Autorin Kvandal einen sehr atmosphärischen Kriminalroman, der besonders durch eine vielschichtige Story sowie die Kulisse mich überzeugen konnte. Ich finde, dass es der Autorin sehr gelungen ist, eine sehr düstere Atmosphäre zu entwerfen, welche besonders durch die Kälte vor Ort, die eingeschränkte Fortbewegungsmöglichkeit, die geheimnisvollen Personen sowie den gefährlichen Eisbären verstärkt wird. Die Beschreibungen des Ortes sind der Autorin sehr gelungen, sodass ich mir als Leser alles sehr detailliert vorstellen konnte. Besonders die Beschreibungen der Polarlichter empfand ich als sehr gelungen. Zudem empfand ich die Karte sowie das Personenregister am Ende des Buches als sehr hilfreich, da man somit noch einen besseren Überblick über das ganze Geschehen erhalten hat.

Mit Trond als Ex-Kommissar sowie zugleich Protagonisten konnte ich mich von Beginn an anfreunden. Er ist sehr sympathisch und in seinen Handlungszügen sehr authentisch gestaltet worden. Zudem fand ich schön, dass Frida auch ihren Teil zur Handlung beigetragen hat, da sie von ihrer Charaktergestaltung mich auch überzeugen konnte. An der Seite von den Beiden stürzt man sich in ein gefährliches Abenteuer. Besonders interessant fand ich die Begegnungen mit den Eisbären sowie im Allgemeinen die Eingeschränktheit durch die kalten Temperaturen als Elemente, die für mich in einem Kriminalroman recht neu waren. Somit wirkten sie als sehr erfrischend und für das gesamte Buch bereichernd. Nebenbei findet aber auch der Einfluss des Klimawandels einen gewissen Platz im Buch, wodurch das Buch noch authentischer war. Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mich dieses Buch sehr positiv überrascht hat.

Fazit: Der Winter steht vor der Tür und für die kalte Jahreszeit kann ich nur diesen Kriminalroman empfehlen. Es ist ein sehr gelungenes Buch, was besonders aufgrund der Kulisse sowie des Plots mich beeindrucken konnte. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und somit auf ein Wiedersehen mit Frida und Trond im Mai. 4,5 Sterne, Tendenz nach oben!

Der Zorn des Oktopus – Rossmann und Hoppe

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An diesem vergangenen Wochenende war ich durch Bastei Lübbe zu Rossmann und Hoppes neuem Roman „Der Zorn des Oktopus“ zu einem Meet & Greet eingeladen. Direkt im Anschluss habe ich mich an diesen Thriller ran gewagt, da das Meet & Greet sehr interessant war und sehr Lust hatte, dieses Buch zu lesen.

In diesem Buch springen wir in die Zukunft – nämlich in die Jahre von 2025-2029. Die Welt hat sich weiterentwickelt, jedoch ist die Klimakrise präsenter denn je. Die Menschheit muss ums Überleben kämpfen, wodurch sich die größten Mächte der Erde zu einer Klimaallianz schließen. Zur Hilfe soll der neuen Klimaallianz ein Quantencomputer helfen, welcher das Chaos verhindern soll. Doch dann gerät der Supercomputer wie aus dem Nichts in die Hände eines grausamen Verbrechers. Im Mittelpunkt befinden sich nun ein kleiner Beamter namens Thomas sowie eine Millionärin namens Ariadna, die ein Desaster nur verhindern können. Klein gegen Groß? Ist dies möglich?

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass nachdem ich nun das Buch gelesen habe, kann ich entschlossen sagen, dass es sich hierbei nicht um einen reinen Thriller handelt. Vielmehr ist „Der Zorn des Oktopus“ ein belehrender Thriller mit einer wichtigen Nachricht an den Leser, die Leserin sowie die gesamte Menschheit. Wenn man jetzt nichts tut, ist es irgendwann zu spät!

Das Buch fand ich insgesamt sehr interessant gestaltet. Als Leser steigt man direkt in das Handlungsgeschehen ein und macht sich mit jeder einzelnen Perspektive vertraut. Hier finde ich, dass es bei den Autoren sehr gut gelungen ist, übersichtlich die einzelnen Perspektiven darzustellen. Dadurch hatte ich auch an keiner Stelle irgendwelche Probleme mit den Perspektivwechseln. Es war sehr spannend zu verfolgen, wie die beiden Protagonisten – Thomas und Ariadna – sich als ein ungleiches Paar durch die Geschichte schlagen. Besonders die Gestaltung von Ariadna stach für mich sehr positiv heraus. Ich mochte total ihr Temperament! Aber auch die Gestaltung von Thomas war sehr gut gelungen. Ich fand ihn sehr authentisch gestaltet!

Zudem findet man im Buch informative Passagen, die für mich persönlich sehr belehrend waren. Hierbei muss man sagen, dass es öfters sehr theoretisch war, jedoch wichtig, da der informative Input zum Verständnis der Gesamthandlung sowie der Aufklärung diente. Außerdem wird besonders durch dies sowie die Handlung eine wichtige Message hinsichtlich des Klimawandels an die Leser übermittelt. Folglich kann man sagen, dass „Der Zorn des Oktopus“ eigentlich eine Must-Read Lektüre ist, weil es mehr als ein Thriller ist.

Fazit: Für Thriller-Fans aber auch für alle anderen Leser ist dieses Buch hinsichtlich des Appels ein Must-Read. Den beiden Autoren ist meiner Ansicht nach sehr gelungen, mit diesem Buch ein klares Statement zu setzen. Zudem bietet das Buch einen spannenden Plot an, welchen man an der Seite von zwei gut gestalteten Figuren verfolgen kann. Folglich bewerte ich das Buch mit 4,5 Sternen, abgerundet auf vier Sterne!

Verbrechen von nebenan – Philipp Fleiter

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So ein richtiges „True Crime“-Buch, in welchem richtige Fälle thematisiert werden, habe ich bisher nicht gelesen. Bislang landeten auf meiner Leseliste nur Krimis sowie Thriller, bei dem die Handlung sich an einen echten Fall angelehnt hat. Somit habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und war gespannt, welche Fälle der Autor uns präsentieren wird.

Wie erwähnt, geht es in diesem Buch um echte Fälle, die jeweils in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich stattfanden. Insgesamt präsentiert Fleiter 15 hochspannende und nervenzeitreissende Fälle, welche die drei Länder in den letzten Jahrzehnten erschüttert haben. Von skurillen Betrügern bis zu brutalen Serienkiller – Sie können hier alles im Buch finden.

Für mich war dieses Buch total interessant zu lesen, da einige der Fälle teilweise um die „Ecke“ stattfanden. Ich finde es ist dem Autor gut gelungen, jeden einzelnen Fall kurz, knackig sowie mit der gewissen Tiefe darzustellen und zu erläutern. Von harmlosen Fällen – wobei die Bezeichnung „harmlos“ relativ zu verstehen ist – bis zu blutigen und skrupellosen Serienkiller findet man wirklich alles in diesem Buch. Durchaus fand ich es interessant, dass an manchen Stellen ehemalige Strafverteidiger oder Forensiker, die in einer engen Beziehung zum Fall standen, auch einen Raum für ein Interview/Wort erhalten haben. Dadurch konnte man hautnah mitlesen, wie reale Personen direkt die Straftaten erlebt haben. Das fand ich richtig toll, da dadurch das Buch authentisch war. Zudem finde ich schön, dass der Autor bei den einzelnen Fällen auf eine sehr einfache Sprache zurückgreift, sodass man eigentlich keinerlei Schwierigkeiten haben sollte, durch das Buch durchzukommen. Langweilig sollte das Buch auf jeden Fall nicht werden!

Fazit: Wer sich bisher noch an kein „True Crime“-Buch rangewagt hat, sollte es dies tuen. Es ist einfach ein anderes Leseerlebnis. Fleiter ist es auf jeden Fall gelungen, ein spannendes Buch mit realen Fällen zu verfassen! Es ist ein gutes Buch für zwischendurch.

Q – Christina Dalcher

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Nach ihrem ersten Roman „Vox“ präsentiert die Autorin Dalcher ihren zweiten dystopischen Roman, in welchem sie ein weiteres düsteres Zukunftsszenario entwickelt.

Es geht nämlich in diesem Roman um das Q, welches jeder der Menschen hat. Der Q-Wert misst jeweils das Einkommen sowie den Intelligenzwert eines Menschen, sodass jeder Mensch einen gewissen Platz in der Gesellschaft aufweist. Einer der Menschen ist Elena Fairchild, die Lehrerin ist und zugleich den Wert ihrer Schüler misst. Dadurch wird schon in der Schule früh die Position der Schüler in der Gesellschaft festgelegt. Auf jeden Fall ist es klar, dass Schüler mit einem niedrigen Q-Wert täglich durch Busse abgeholt werden und nicht mehr wiederkommen. Eines Tages wiederfährt dieses Schicksal Elenas Tochter, da sie bei einem Test durchfällt. Elena lernt dadurch die schrecklichen Seiten dieses Gesellschaftssystems kennen. Wie viel ist sie bereit zu tun, um ihre Tochter zu schützen?

Durchaus weist Dalchers neuer Roman sehr interessante Ansätze eines neuen Gesellschaftssystems auf. Ich fand es toll, dass man durch Einblicke in die Vergangenheit teils den Vergleich des neuen Gesellschaftssystems zu der Gegenwart erhalten hat, sodass man die Dramaturgie durch das Q, welches gegenwärtig nun im Plot vorzufinden ist, stärker wahrnimmt. Es ist sehr erschreckend, was für ein Zukunftsszenario durch die Autorin entworfen wird, sodass man sich eigentlich nur erhofft, dass es uns nicht treffen wird.

Zudem merkt man es an dem Schicksal, welches der Familie von der Protagonistin sowie ihr als einzelne Person wiederfährt, dass das Q-Wertesystem mehr Schaden als Freude zubereitet. Ich fand an dieser Stelle, dass es der Autorin sehr gelungen ist, die Emotionen und Gedankengänge, welche bei Elena zu erkennen sind, an mich als Leser zu überbringen. Außerdem hatte die Ich-Erzählperspektive einen verstärkenden Charakter, sodass man an manchen Stellen wirklich Gänsehaut bekommen hat. Ich konnte wirklich mit Elena mitfühlen und abseits einzelner kleineren Aspekte, ihre Entscheidungen völlig nachvollziehen. Dennoch hätte ich mir an mancher Stelle einen weiteren Tiefgang zum Q gewünscht, da ich den Eindruck hatte, dass man als Leser weiß, dass dieser präsent ist, jedoch nicht so richtig die Hintergrundgeschichte kennt. Hier sehe ich nämlich ein enormes Potential zur Erweiterung der Geschichte bzw. kurzgefasst: Hier ist Luft nach oben. Des Weiteren muss hier gesagt werden, dass es sich bei diesem Roman um ein sehr ruhiges Buch mit wenig Dynamik handelt. Es ist jetzt somit ein perfektes Buch für die kalten Herbst- und Wintertage unter einer warmen Decke.

Fazit: Mit ihrem neuen Roman kreiert Dalcher ein erschreckendes Zukunftsszenario, welches mit viel Dramatik, jedoch wenig Tiefe, zur Geltung kommt. Ich konnte mich gut auf die Geschichte einlassen und mit Elena komplett mitfühlen. Für Fans von Dystopien macht es auf jeden Fall durchaus Sinn dieses Buch zu lesen, da dieser Roman auch ein Echo in dem Leser hinterlässt. Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen, Tendenz nach oben.

Every – Dave Eggers

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Das Buch sowie der Film „The Circle“ aus dem Jahr 2017 galten für mich als einer der hauptsächlichen Gründe, weswegen ich mich mit dem Lesen beschäftigt habe. Schon damals hat der Autor Eggers mit dem Buch ein schreckenerregendes Szenario entwickelt, welches mir unter die Haut gegangen ist. Dass eine Fortsetzung zu „The Circle“ mit „Every“ erscheinen wird, war mir bis dato noch total unbekannt. Umso mehr freue ich mich auf diese Fortsetzung!

In „Every“ wird es mal wieder schräg. Nachdem der Circle in den USA für so viel Aufsehen gesorgt hat, fusioniert der erfolgreiche Social-Media-Anbieter mit dem erfolgreichsten Online-Versandhaus namens Every. Mitten im Geschehen befindet sich die Protagonistin Delaney, die bei Every als ehemalige Försterin nun eingestellt ist. Ihr Ziel bei der Firma: Every von innen aus zu zerstören. Zusammen mit einem Kollegen namens Wes erhofft sich Delaney mehr über die Firma herauszufinden. Aber macht es überhaupt Sinn so einen Aufwand zu betreiben? Was ist, wenn die Menschheit “diese“ Freiheit so leben möchte?

Eggers ist es meiner Meinung nach gelungen, an den Circle handlungstechnisch aber auch thematisch anzuknüpfen. So finde ich es gelungen, dass man sich auf ein sporadisches Wiedersehen mit Mae aus dem ersten Band freuen kann. Diesmal wird es aber vom Szenario komplexer. Der Circle und alles damit Verbundene hat sich extrem weiterentwickelt. Es waren teilweise Aspekte analysiert, die wir uns als Leser in unserer gegenwärtigen Zeit in keiner Weise vorstellen können. In Vergleich zu dem Circle hatte ich beim Lesen aber das Gefühl, dass trotz längerer Seitenzahl, die Geschichte nicht so tiefgründig ausgearbeitet worden ist. Besonders stark nahm ich dies bei der Charaktergestaltung war, da diese hier eher schwach ausfällt und man meiner Meinung nach Delaney und Co. eher oberflächlich kennenlernen darf. Hier hätte ich es mir gewünscht, dass hier der Autor einen größeren Zeitraum einplanen würde, um die Figuren besser kennenzulernen.

Handlungstechnisch fand ich die Geschichte grob gesagt: gut. Ich fand, dass obwohl es auch hier an Tiefe gefehlt hat, war die Geschichte und das damit verbundene Szenario einer zukünftigen Welt interessant. Hier finde ich aber, dass man ein Interesse an der Thematik beim Lesen mitbringen muss, da man sonst Gefahr aufläuft, dass man sich auf die Geschichte nicht einlassen kann und sich eventuell langweilen wird. Sonst kann ich noch zu dem Schreibstil sagen, dass dieser einfach und flüssig ist.

Fazit: Persönlich muss ich sagen, dass mir „Every“ im Vergleich zu „The Circle“ weniger gefallen hat. Mir fehlte es an Struktur sowie an Tiefe an manchen Stellen. Auch wenn die Story interessant ist, glaube ich, dass es an manchen Stellen doch zu viel des Guten ist. Ich bewerte das Buch mit 3 Sternen, Tendenz nach unten.

Snow Crash – Neal Stephenson

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Bei diesem Buch handelt es sich um die neue Auflage von Stephenson Sci-Fi Roman „Snow Crash“, welches nun im Fischer-Tor Verlag neu aufgelegt worden ist. In diesem Buch geht es um einen jungen Mann namens Hiro. Er ist auf seinem Fachgebiet, dem Programmieren, einer der Besten. Nebenbei liefert Hiro Pizza für die Mafia aus. Als wäre sein Leben nicht gefährlich genug, stößt er plötzlich auf eine Verschwörung. Diese Verschwörung ist der Grund, warum in der realen aber auch der virtuellen Welt tagtäglich Menschen sterben. So begibt sich Hiro in die virtuelle Welt, um die Gefahr und die damit potentiell vorhandene Infokalypse zu verhindern. Ist er bereit diese Quest zu meistern?

Als erstes kann ich sagen, dass dieses Buch auf jeden Fall für Leser*in ist, die sich gerne auf ein Sci-Fi Abenteuer in die virtuelle Welt begeben müssen. Fans von „88 Namen“ werden zum Beispiel bei diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen, da es teilweise hinsichtlich der Thematik komplex werden kann. Deswegen ist dieser Roman ein Buch, welches ich mit viel Geduld begegnet bin, um mich im Allgemeinen voll und ganz auf die Story einzulassen. Zudem ist der Schreibstil nicht ganz einfach, sodass man sich beim Lesen dieses Buches wirklich konzentrieren muss.

Von einer schrägen Cyberwelt über High-Tech Waffen bis zu verrückten Hackern findet man eigentlich alles in diesem Buch, was ein Geek-Herz bereichert. Die Neulogismen waren ein Gebiet für sich, da diese neben den IT-Begriffen sehr umfassend und bereichernd waren. An der Seite von Hiro und Y.T. begibt man sich in ein spannendes Abenteuer, welches durch den Autor sehr facettenreich beschrieben wird. Außerdem kommt der Humor nicht zu kurz, sodass es viele Abschnitte gab, welche für den ein oder anderen Lacher bei mir gesorgt haben. Mir hat die Geschichte im Gesamten irgendwie total gefallen – natürlich nicht wegen dem Geballer 😉 – weil es trotz einer Sci-Fi Geschichte ein Hauch an Realität in dem Plot steckt. Teilweise würde ich es erschreckend finden, wenn so das Zukunftsszenario unser Menschheit aussehen würde.

Fazit: Mehr bleibt mir zu diesem Buch nicht zu sagen, da ich eventuell auch schon spoilern würde. Dieses Buch ist auf jeden Fall was, für Leser die mal wieder auf ein schräges Sci-Fi Abenteuer sich begeben möchten. Glaubt mir: Dies ist keine normale Geschichte. Es wird schräg! Ich bewerte das Buch mit guten 4 Sternen!

Mutterliebe – Erin Kelly

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In diesem neuen Roman geht es um Marianne, die vor langer Zeit aus ihrer Heimatstadt floh und ihre Familie sowie ihren Freund Jesse…. sowie eine Leiche zurückgelassen hat. Jetzt ist Marianne mit ihrer neuen Familie wieder in ihrer Heimatstadt zurück und es wird für sie gefährlich. Jesse hat ihr niemals ihre Flucht verziehen, sodass er ihr droht die Wahrheit aufzudecken. Das kann sie nicht zulassen, da sie ihre neue Familie schützen muss. Wie weit ist sie bereit zu gehen?



Grundsätzlich lässt sich sagen, dass dieser Roman einer sehr interessanten Erzählkonstruktion unterliegt. Das heißt, dass man sich als Leser am Anfang in der Gegenwart befindet und je weiter man liest, desto intensiver begibt man sich in die vergangenen Ereignisse, sodass man zur der Hauptstory viele Informationen hinsichtlich der Motive sowie Randinformationen zu dem allgemeinen Plot an die Hand bekommt. Eine geniales Erzählkonstrukt, welches mir im Allgemeinen sehr gefallen hat. So wird diese Kreation der Autorin durch einen sehr flüssigen Schreibstil unterstützt.



Auch wenn die Geschichte vom Spannungsbogen her gut gestaltet war, hatte ich das Gefühl, dass mich die Geschichte nicht abgeholt hat. Dir Geschichte ist durchaus sehr lesenswert, aber ich persönlich hatte beim Lesen das Gefühl, dass ich mich auf die Figuren nicht einlassen konnte. Die Figuren waren nicht so gestaltet, wie ich es mir vorgestellt habe. So war mir das Schicksal der Figuren sowie der Verlauf der Handlung eigentlich egal. Somit hatte ich abseits des Lesens dieses Buches nicht so extrem das Bedürfnis so wirklich herauszufinden, wie Geschichte ausgeht, obwohl – wie gesagt – die Story an sich sehr interessant ist. Aus diesem Grund werde ich dem Buch vielleicht im nächsten Jahr eine neue Chance geben.



Fazit: Aus diesem Buch gehe ich mit gemischten Gefühl raus, da ich zwiegespalten bin. Einerseits fand ich die Erzählweise der Autorin sehr gelungen, weil es Mal einfach was besonderes war. Anderseits hatte ich Probleme mich auf die allgemeine Handlung und die damit verbundenen Figuren einzulassen. Schlussendlich bin ich zum Entschluss gekommen dieses Buch mit 2,5 Sternen (Tendenz nach oben) zum jetzigen Zeitpunkt zu bewerten. Nichtsdestotrotz würde ich Ihnen empfehlen dieses Buch sich anzuschauen, da es eventuell sie aufgrund des enormen Potentials überzeugen könnte.

Reality Show – Anne Freytag

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Wer hat in einem Gesellschaftssystem eigentlich die Macht?

In Freytags neuem Roman „Reality Show“ geht es um ein düsteres Szenario, welches einigen reichen Menschen in Deutschland an Heiligabend wiederfährt. Die einflussreichsten Menschen aus unterschiedlichen Bereichen werden vor laufender Kamera für ihr hinterlistiges Vorgehen sowie ihre egoistische Lebenseinstellung zur Rechenschaft gezogen. Dabei handelt es sich um Menschen, welche die eigentlichen Strippenzieher der Gesellschaft sind und nie an die Öffentlichkeit treten. So dürfen die Zuschauer vor der laufenden Kamera selbst entscheiden, wer für seine Taten büßen wird und wer ohne Konsequenzen davon kommt. Lasst die Spiele beginnen!

Freytag veröffentliche letztes Jahr den Thriller „Aus schwarzem Wasser“, welcher mich aufgrund von fehlender Spannung mäßig unterhalten konnte. Bei diesem neuen Roman kann ich dies nicht behaupten, da ich der Meinung bin, dass es der Autorin sehr authentisch sowie detailliert gelungen ist, dieses düstere Szenario in einen Plot umzuwandeln. Besonders anhand des Playmasters sowie seiner Verbündeten wird beim Lesen eine sehr düstere Stimmung entworfen. Es war für mich persönlich durch den interessanten Plot auch ein Buch, welches ich sehr gerne gelesen habe, da ich unbedingt wissen wollte, wie sich die Geschichte entwickelt.

Die Handlung wird dabei aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Die „Reichen“, Ermittler, Mitglieder der Gruppe aber auch unbeteiligte Zuschauer vor der Kamera erhalten genügend Raum, um die Geschichte aus ihrer Perspektive zu verfolgen. Dies fand ich sehr gelungen, da man somit viele Perspektiven auf das Geschehen erhalten hat. Dadurch entstand ein sehr umfangreich Bild und zudem fand ich es interessant zu verfolgen, inwiefern einzelne Figuren auf das Geschehen reagiert haben. Auf der anderen Seite finde ich jedoch, dass das Maß an Figuren den Rahmen gesprengt hat. Einzelne essentielle Figuren konnte ich mir gut merken, jedoch fiel mir auf, dass ich bei anderen unwichtigen Figuren ihre Zugehörigkeit sowie ihre Position im Roman etc. verloren habe. Hier würde ich mich hinsichtlich der Anzahl der Personen auf weniger Figuren konzentrieren.

Schreibstiltechnisch fand ich „Reality Show“ sonst viel besser als „Aus schwarzem Wasser“, da ich das Gefühl hatte, dass man das Buch flüssiger lesen konnte.

Fazit: Insgesamt kann ich sagen, dass Freytag mit ihrem neuen Buch einen sehr systemkritischen aber auch spannenden Roman entworfen hat, in welchem sie ein düsteres Szenario entwirft, dass an vielen Stellen mir unter die Haut gegangen ist. So nehme ich auch eine Steigerung zu „Aus schwarzem Wasser“ wahr. Man darf schon gespannt sein, welche neuen Werke Freytag zukünftig uns Lesern präsentieren wird.

Watched: Du sollst (nicht) lügen – Chris Kaspar

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In letzter Zeit bin ich dazu gekommen viele Jugendthriller zu lesen. Einer davon war der langersehnte Thriller „Watched“ von Chris Kaspar. Ich war sehr gespannt, was mich hier erwarten wird!

In diesem Buch geht es um Rena, die zurzeit kein einfaches Leben führt. Sie stößt auf sehr viel Abneigung sowie Ignoranz, da sie schuld an dem Tod ihres Freundes Joe ist. Eines Tages erhält sie zufällig mysteriöse Whatsapp-Nachrichten von einem Fremden. Sie muss Aufgaben erfüllen, die jeweils mit einer der Sünden zu tun haben. Tut sie es nicht, wird einer oder eine aus Renas Umfeld die Konsequenzen tragen müssen. Wie weit ist der Fremde bereit zu gehen? Für Rena wird es immer ungemütlicher. So stellt sich Rena nur die Frage: Gibt es bei diesem Spiel überhaupt ein Ende?

Hinter einem sehr farbenfrohen Cover verbirgt sich ein sehr spannender sowie perfider Jugendthriller, bei welchem besonders Fans von der Serie „One of us is lying/One of us is next“ voll auf ihre Kosten kommen werden. In diesem Buch verfolgen wir die Geschichte um Rena. Sie durchlebt kein einfaches Schicksal, da der Verlust ihres Freundes sie sehr mitnimmt. Als wäre dies nicht schlimm genug, trifft sie auf Abneigung sowie auf den Fremden. Ich fand, dass es der Autorin gut gelungen ist, eine bedrohliche Stimmung zu entwerfen. Als Leser wusste ich bis zum Schluss nicht genau, wer sich hinter dem Fremden alias Lucifer verbirgt. Dadurch, dass die Autorin auch vielem Nebenfiguren in das Buch einbringt, hat man als Leser somit viel Freiraum zum Miträtseln, um herauszufinden, welche Identität sich hinter Lucifer verbirgt. Toll gemacht!

Weiterhin haben mir die Erzählperspektiven gefallen. Dadurch, dass auch Lucifer aber auch Joe zu Wort kommen, erhält man als Leser einen vielseitigen Blick auf das Geschehen. Besonders die Passagen aber auch die Whatsapp-Konversationen zwischen Rena und Lucifer waren für mich persönlich sehr interessant, da besonders durch diese eine gute Spannung entstanden ist. Zudem wird eine hohe erzeugte Spannung durch gut eingebrachte Wendungen unterstützt. Besonders das Ende des Buches empfand ich somit auch als sehr gelungen. Zu guter Letzt kann ich noch sagen, dass für mich persönlich Rena als Protagonistin die nötige Ausarbeitung an Charaktertiefe aufwies sowie weist die Autorin einen sehr flüssigen Schreibstil auf, sodass man gut durch das Buch durchkommt.

Fazit: Für mich persönlich war „Watched: Du sollst (nicht) lügen“ in letzter Zeit einer der besten Jugendthriller, den ich gelesen habe. Von der Spannung her bis zu guten Charakteren sowie einer bedrohlichen Stimmung ist alles in diesem Buch vorhanden. Leseempfehlung und 4,5 Sterne mit einer Tendenz nach oben!