Das Buch des Totengräbers – Oliver Pötzsch

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Inhalt:
Im Kriminalroman „Das Buch des Totengräbers“ geht es nach Österreich, um genau zu sein, nach Wien. Wir befinden uns Ende des 19 Jahrhunderts und wie aus dem Nichts erschüttert die Stadt eine Reihe von Morden. Der junge Kommissar Leopold von Herzfeldt ist entsetzt und sucht sich für die Aufklärung dieses Falls den Totengräber Augustin Rothmayer zur Hilfe. Die beiden Männer sollen den Fall auflösen, da jedes der Opfer auf eine brutale Art und Weise gepfählt worden ist. Und Augustin ist auf diesem Fachgebiet ein Profi. Je mehr sie gemeinsam ermitteln, desto mehr merken sie, dass in Wien tiefe Abgründe herrschen.

Wie erwähnt, geht es in diesem Buch in das schöne Wien im Jahre 1893. Durch den authentischen Schreibstil der damaligen Zeit sowie der durchgängigen detaillierten Beschreibungen des Handlungsorts, kann man sich als Leser das Setting ausführlich vorstellen. Zudem kommt eine unheimlich tolle aber düstere Atmosphäre auf, die ich auch letztens im Thriller „Das Jahr der Hexen“ wahrgenommen habe.

Auf der anderen Seite habe ich aber mindestens 80 Seiten gebraucht, um mich mit dem Schreibstil zurechtzufinden. Teilweise kamen Wörter vor, die ich bisher noch nicht kannte, wodurch ich diese erstmal googlen musste. Außerdem fand ich es im Allgemeinen schwierig, flüssig durch das Buch zu kommen, da man als Leser jedes kleine Detail wahrnehmen muss, da dieses sich eventuell als relevant für den weiteren Handlungsverlauf erweist.

Im Fokus dieses Buches stehen zwei Figuren – der Totengräber Augustin und der junge Ermittler bzw. Polizeiagent Leopold. Die Konstellation der beiden Figuren empfand ich als gelungen, da besonders Augustin als Totengräber aber auch als Helfer, eine besondere Heldenrolle einnimmt. Dies war für mich persönlich außergewöhnlich und entsprach somit nicht dem 0815 Helden aus normalen Kriminalromanen. Mit Leopold bildet Augustin somit ein gutes Team, da auch Leo andere Ermittlungsstrategien anwendet, die für den restlichen Teil des Polizeipräsidiums recht neu sind.

Spannungstechnisch ist dieses Buch auch gut entworfen worden, da größtenteils eine gelungene Spannung vorliegt. Die Geschichte entwickelt sich eher ruhig, da man actionreiche Szenen weniger vorfindet.

Fazit: Abseits des Schreibstils, den ich als sehr komplex wahrnahm, hat mir dieser Kriminalroman richtig gut gefallen. Besonders die Auswahl der Protagonisten ist dem Autor gelungen, da er recht einzigartige Figuren kreiiert hat, die auf den ersten Blick nicht einer Heldenfigur entsprechen. Zudem weist dieses Buch Stärken in der Gestaltung der Atmosphäre auf. Ich bin gespannt auf Band 2. (4/5)

Eine Geschichte, die uns verbindet – Guillaume Musso

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Inhalt:
Wie kann man sich nur fühlen, wenn die eigene Tochter spurlos verschwindet? Dieses Schicksal widerfährt leider der Schriftstellerin Flora. Dabei entwickelt sie das Gefühl, dass sie sich durchgängig im Kreis dreht. Ihr Leben? Wahrscheinlich fremdbestimmt und so entscheidet sie sich auf das Dach ihres Hauses zu klettern. Parallel dazu glaubt ein weiterer Schriftsteller seinen Augen nicht, was in seinem Manuskript passiert. Seine Hauptfigur möchte sich das Leben nehmen. Er kann sie nur retten, wenn er alles riskiert, sogar sein eigenes Kind.

Meinung:
Mit viel Begeisterung bin ich in diesen Roman vom Autor Guillaume Musso eingestiegen. Dabei muss ich aber sagen, dass ich bisher kein Buch des Autors gelesen habe und nicht so richtig wusste, was mich hier erwarten wird. Nachdem ich das Buch beendet habe, fällt es mir nun schwer, detailliert eine Rezension zu schreiben, da man viel vorwegnehmen kann und das möchte ich nicht…. Dennoch versuchen wir es mal.

Das Buch an sich weist ein tolles Erzählprinzip auf, da man die Geschichte aus der Sicht von Flora, Romain aber auch anderen Charakteren erzählt bekommt. Ich fand es schön, dass es mir recht schnell gelungen ist, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen, da diese einerseits sympathisch sind, aber anderseits eine tiefgründige Figurenausarbeitung aufweisen. Deswegen sehe ich die Charaktergestaltung als eine der Stärken dieses Buches an.

Auch wenn alles schön und gut ist, kommt beim Lesen dennoch eine recht unterschwellige mysteriöse Stimmung auf. Dadurch entsteht ein toller Kontrast. Zudem werden im Roman wichtige Themen vom Autor angesprochen, wodurch das Buch auch eine belehrende Seite aufweist. Außerdem gefiel mir der vermeintliche Wechsel zwischen Realität und Fiktion in diesem Buch. Dadurch ist das Buch einfach für mich besonders und tiefgründige gewesen. Auch die Aufklärung am Ende des Buches war für mich recht außergewöhnlich. Zu letzt lässt sich noch sagen, dass der Autor einen flüssigen Schreibstil auf, welchen man gut lesen kann.

Fazit: Irgendwie finde ich es schade, dass ich bisher den Autor recht spät entdeckt habe. Für mich persönlich war dieses Buch mal was „anderes“. Es ist auf seine eigene Weise speziell. Zudem hat das Buch abseits interessanter sowie vielschichtiger Charaktere, einen interessanten Plot sowie eine schlüssige Auseinandersetzung zwischen Realität und Fiktion zu bieten. (4/5)

Das Jahr der Hexen – Alexis Henderson

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Bethel ist eine sehr düstere Kolonie. Der Prophet bestimmt über das Leben der Menschen dort. Eine von Vielen ist Immanuelle, die ein Leben voller Unterwerfung sowie absoluten Hingabe führen muss. Doch dann eines Tages betritt sie die dunklen Wälder, die Bethel umgeben. In diesem leben angeblich die Geister von vier Hexen. Als dann Immanuelle ihnen begegnet, machen diese ihr ein Geschenk – das Tagebuch ihrer Mutter. Immanuelle ist fasziniert und zugleich schockiert, weswegen sich ihre Mutter damals den Hexen angeschlossen hat …. und dann erfährt sie die grausame Wahrheit über einen heiligen Krieg….

Auf diesen Thriller habe ich schon seit Anfang des Jahres hin gefiebert, da mich der Klappentext sehr angesprochen hat. Zudem ist es erst mein zweites Buch aus dem Festa-Verlag.

Obwohl dieses Buch das Debüt der Autorin ist, setzt sie die Messlatte hoch und entwirft ein hochspannendes und zugleich düsteres Buch. Die Geschichte wird hier kontinuierlich aus der Sicht von Immanuelle geschildert. Dadurch fühlte ich mich schon recht früh an sie gebunden. Es ist der Autorin richtig gelungen, Immanuelle als Protagonistin zu entwerfen, da sie sehr vielschichtig und detailliert entworfen ist. Es machte mir sehr viel Spaß zu verfolgen, wie sich Imanuelle als Figur sowie ihre Beziehungen zu ihren nahen Personen entwickeln.

Die Geschichte weist meiner Ansicht nach, schon von Beginn an, eine enorme Spannung auf. Diese wird besonders durch die düstere Atmosphäre kreiert, die durch den Propheten sowie die Beschreibungen der Kolonie hervorgeht. In diesem Fall benutzt die Autorin einen sehr bildhaften Schreibstil, sodass ich als Leser das Gefühl entwickelte, als ob ich in Bethel sowie in den dunklen Wäldern um die Kolonie vor Ort wäre. Gänsehaut!!! Als Leser kann man an keiner Stelle antizipieren, was als nächstes im Handlungsverlauf passiert, sodass dadurch das Buch so spannend ist. Zudem finden einzelne Fantasy-Elemente im Buch ihren Platz, wodurch ein Hauch an Magie auch vorliegt.

Auf jeden Fall hat mich das Buch so gefesselt, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Zum Ende hin wird das Buch noch spannender, sodass am Ende auch ein grandioses Finale vorliegt.

Fazit: Ein weiteres Lesehighlight in diesem Jahr. „Das Jahr der Hexen“ hat mich überzeugt, da es ein wirklich gelungener Roman bestehend aus Thriller sowie Dark-Fantasy-Elementen ist. Der Autorin gelingt es in ihrem Debüt eine tolle Atmosphäre zu entwerfen, indem sie die dunklen Elemente der Zeit nach und nach in das Buch integriert. Klare Leseempfehlung! 5/5

Und mit mir die Angst – Daniel Leitner

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Wie aus dem Nichts verschwand vor dreißig Jahren ein Pfarrer aus der Gemeinde. Keiner der Bewohner weiß, wo der Pfarrer hingegangen ist. Die Journalistin stößt nun zufällig auf einen Zeitungsbericht über das Verschwinden des Mannes. Sie entscheidet sich dazu, Hinweise über den Fall zu finden. Dabei merkt sie aber nicht, dass sie die Aufmerksamkeit des Killers auf sich zieht. Und als sie dies es erst merkt, ist es schon längst zu spät. Der zweite Band von Velvet Cove beginnt!

Nachdem ich vom Autor „Muttermal“ und den ersten Band der Velvet Cove-Reihe „Und mit mir die Dunkelheit“ gelesen habe, war ich schon sehr auf das den dritten Thriller des Autors gespannt. Mit viel Freude und Erwartungen bin ich diesem Buch begegnet … und ich wurde nicht enttäuscht.

Daniel Leitner gelingt es auf knappen 200 Seiten einen faszinierenden spannenden Thriller zu entwerfen. Zudem nahm ich eine extreme Steigerung des Autors hinsichtlich der Erzeugung der Spannungskurve wahr. Ihm gelingt es durchgängig im Buch die Spannung auf einem hohen Niveau zu halten und zahlreiche unerwartende Wendungen einzubauen. Außerdem lässt der Autor den Leser in die Psychen der wichtigsten Figuren einblicken. Dabei ist die gewisse Tiefgründigkeit in den Protagonisten auch gegeben. Dennoch muss ich auch in meiner Rezension eine Trigger-Warnung aussprechen, da Themen in diesem Buch aufgegriffen werden, die teilweise in der Gesellschaft tabuisiert werden und nichts für schwache Nerven sind. Sonst lässt sich sagen, dass das Buch wirklich lesenswert ist, da man es in einem Zug durchlesen kann.

Fazit: Für mich hat der Autor einen exzellenten kurzen Thriller verfasst, der unter die Haut geht. Wer also auf der Suche nach einem düsteren Thriller ist, der wird hier mit diesem Buch fündig werden. Daniel? Ich freue mich auf Band 3! 5/5!

Unser letzter Tag – Stefan Suchanka

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Haben Sie sich schon mal gefragt, ob sie ihr Leben anders leben würden, wenn es kein Morgen mehr gäbe? In diesem kurzen 200-seitigem Buch setzen sich insgesamt sieben Figuren mit dieser Frage auseinander, da um 20:12 Uhr ein Asteroid irgendwo zwischen Australien und Asien einschlagen soll. Obwohl jeder der Figuren für sein eigenes Glück kämpft, sind die Figuren doch in irgendeiner Weise verbunden – ob sie es wollen oder nicht. Möchten sie sich auf diesen Weg mitbegeben?

Neben meiner Vorliebe für Thriller und Kriminalromane setze ich mich in meiner Freizeit sehr gerne mit tiefgründigen Büchern sowie Themen auseinander. Als ich dieses Buch gesehen habe, hat es mich direkt vom Inhalt angesprochen. Aus diesem Grund war ich gespannt, was mir dieses Buch auf den Weg geben wird.

In diesem Buch machen wir uns auf die Reise am letzten Tag der Erde durch Köln. An der Seite von Ludwig lernen wir seine Freunde kennen und diese spiegeln dabei interessante gesellschaftliche Punkte wieder. Besonders die gesellschaftlichen Probleme werden gut in Szene gesetzt und durch den Autor thematisiert. Zudem wird bei den Figuren ein Bezug zu den sieben Todsünden hergestellt. Dies fand ich gut, jedoch fehlte mir im Allgemeinen die Tiefgründigkeit in den Figuren. Hier stelle ich mir vor, dass es von Vorteil wäre, das Buch an manchen Stellen in die Länge zu ziehen, um einzelne Bausteine detaillierter zu beschreiben.

Als Leser habe ich sehr oft, mein eigenes Handeln hinterfragt und versucht mich in das Szenario hineinzuversetzen. Dies klappte auch gut, da es dem Autor gelingt, den Leser anzusprechen. Obwohl mir von vorne rein klar war, dass dieses Buch die Thematik an manchen Stellen satirisch begegnet, tat ich mich mit dem Schreibstil schwer. Mir fiel es schwierig in einen Leseflow zu kommen.

Fazit: Ich hatte sehr große Erwartungen an das Buch und diese wurden leider nicht so ganz erfüllt. Obwohl mir der Gedanke hinter diesem Buch gefallen hat, fehlte es meiner Ansicht nach, an der Tiefgründigkeit. Zudem hat mir der Schreibstil im Buch nicht zugesagt. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Buch vielen Lesern gefallen kann! Lest selbst und überzeugt euch! 3/5

Nordwestzorn – Svea Jensen

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Im zweiten Band um die Soko St. Peter-Ording wird ein Cold Case neu aufgekurbelt. Vor mehr als 15 Jahren verschwand spurlos ein Junge in einem Sommercamp in der Nähe von St. Peter-Ording. Bis heute haben die Ermittler die Leiche des Jungen nicht gefunden. Obwohl es drei Verdächtige gab, wurde niemand der drei Männer für schuldig erklärt. Eine der drei Männer war ein ehemaliger Campleiter, der jetzt nach St. Peter-Ording zurückgekehrt ist. Nach kurzer Zeit verschwindet er auch spurlos. Anna Wagner und den restlichen Ermittlern ist klar, dass sie das Verschwinden des Jungen vor 15 Jahren lösen müssen, um den Campleiter zu finden, bevor es zu spät ist.

Den ersten Band „Nordwesttod“ der Autorin habe ich mit viel Freude gelesen, da es ein guter Auftaktband war. Jetzt drei Monate nach dem ersten Band ist dieser zweite Band schon erschienen und ich war sehr gespannt, wie es für Anna und ihre Kollegen weitergehen wird.

Auch wenn man den ersten Band nicht gelesen hat, kann man sich in diesem Buch problemlos zurechtfinden. Dem Leser*in werden von Anfang an die nötigen Informationen preisgegeben, um ein Verständnis für die Charaktere sowie den ersten Band im Groben zu erhalten. So beginnt das Buch recht spannend und nimmt den Leser auf eine düstere Reise mit. Den Fall an sich fand ich ganz gut konzipiert. Er ist von der Autorin gut durchdacht worden, da er schlüssig und vom Spannungsbogen her, gut ist. Zudem finde ich schön, dass wie im ersten Band, das Privatleben der Protagonisten in einem gesunden Maße in die Ermittlung sowie das gesamte Buch integriert werden. Dadurch kann man umso mehr die Figuren von ihren verschiedenen Seiten kennenlernen. Sonst lässt sich sagen, dass die Autorin einen bildhaften sowie flüssigen Schreibstil aufweist. Man kann sich gut durch die Seiten durchlesen und in den Handlungsort abtauchen.

Fazit: Mit dem zweiten Band „Nordwestzorn“ entwirft die Autorin eine spannende Fortsetzung um Anna und ihre Kollegen. Im Buch wird ein gutdurchdachter Cold Case thematisiert, welchen man als Leser spannend verfolgen kann. Ich freue mich schon auf den dritten Band! 5/5

Nachtflucht – Jessica Barry

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Inhalt:
Eines Abends holt eine Frau einen andere Frau ab, um sie mit ihrem Auto in eine andere Stadt zu bringen. Durch die Wüste von New Mexico begeben sich somit die Frauen auf eine tödliche Fahrt. Zwei Frauen. Ein Killer. Zu viele Geheimnisse. Keine der Frauen möchte sogleich ihre Geheimnisse offenbaren. Kann überhaupt ein Vertrauen zwischen den beiden Frauen entstehen? Doch jetzt haben sie ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Verfolger. Welche der beiden Frauen hat der Verfolger im Visier und weswegen? Eine rasante Fahrt beginnt.

Meinung:
Der total spannende Klappentext hat mein Interesse an diesem Buch geweckt. Von der Autorin habe ich letztes Jahr ihr Buch „Freefall“ gelesen und war positiv überzeugt. Aus diesem Grund hatte ich sehr hohe Erwartungen an dieses Buch.

In die Geschichte bin ich ohne Schwierigkeiten eingestiegen, da man direkt in der Handlung drin war. Die Autofahrt beginnt und als dritter Passagier begleitet man die beiden Frauen auf die Reise in eine amerikanische Stadt. Durch die Geheimnisse der beiden Frauen, welche eine recht bedrückende und geheimnissvolle Stimmung hervorrufen, liegt schon von Anfang an, eine sehr spannende Atmosphäre im Buch vor. Dies fand ich total gut!

So entwickelte sich die Geschichte recht ruhig weiter, jedoch fehlte mir bis zum Finale die gewissen „Thriller-Aspekte“. So habe ich mir auch ein viel actionreiches Buch mit unerwartenden Wendungen vorgestellt. Ab und zu kam es im Buch zu unerwartenden Action-Momenten, welche aber meiner Ansicht nach, durch die Erzählperspektive untergegangen sind. Neben der Haupthandlung – der Fahrt durch die Wüste von New Mexico – liegen Erzählstränge aus der Vergangenheit vor, die jeweils zeitlich unterschiedlich verlaufen sind. So wird einerseits eine Handlung vor zwei Jahren erzählt. Anderseits fanden Handlungen vor 5 Monaten, 2 Monaten, paar Tagen statt. Dadurch entstand für mich eine Hektik, welche einen Einfluss auf den Haupthandlungsstrang sowie meinen Lesefluss hatte.

Die Auswahl der Charaktere fand ich gelungen, da zwei Frauen aufeinandertreffen, die in ihren Ansichten, abseits ihren Geheimnissen, unterschiedlich sind. Die Beziehung der Frauen wird somit gut in Szene gesetzt und die dazuverlaufende Entwicklung hat mir auch gut gefallen! Das Buch wird sonst mit einem gutem Finale abgeschlossen.

Fazit: Meiner Ansicht nach, verspricht der Klappentext mehr als das Buch hergibt. So liegt eine gute Story vor, welche aber unter der hektischen Erzählperspektive der Autorin leidet. Dennoch sind die Charaktere gut gewählt, da sie trotz der negativen Aspekte eine interessante Entwicklung durchlaufen. 3/5

Dein böses Herz – Paul Buderath

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Das Leben kann immer spontan sein. Eigentlich wollte Kommissarin Sandra Rehbein ein entspanntes Wochenende mit ihrem Sohn verbringen, doch dann wird sie zu einem Tatort gerufen. Auf einem verlassenen Parkplatz wird ein Mann gefunden. Seine Leiche verstümmelt und das Herz herausgeschnitten. Die Frau des Opfers wird angerufen und diese teilt mit, dass sie ein Video erhalten hat, in welchem das Opfer Sex mit einer auffälligen tätowierten Frau ausübt. Können diese beiden Vorfälle in einem Zusammenhang zueinanderstehen? Als dann eine weitere Leiche mit derselben Vorgehensweise aufgefunden wird, geht Sandra von einem Serienmörder aus.

Nach einigen Seiten habe ich mich zurecht im Buch gefunden. An der Seite der Kommissarin Rehbein stürzt sich der Leser in einen brutalen Fall. Die Spannung wird direkt von Anfang an erzeugt, sodass man als Leser gefesselt ist. Zu Sandra fiel es mir jedoch schwer eine gewisse Bindung aufzubauen. Sie wirkte zum Leser nicht greifbar. Dennoch fand ich das Einfügen des Privatlebens der Kommissarin in den Handlungsstrang äußerst gelungen, da dieser in einem ausgewogenen Verhältnis zur Ermittlungsstory stand.

Zudem wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Dies gelang dem Autor sehr gut, da man als Leser eine klare Übersicht hatte. So war die Spannungskurve größtenteils gut, senkte sich jedoch zum Schluss hin enorm ab, da mir die Auflösung doch zu antizipierbar war. Jedoch kann ich sagen, dass der Autor mit seinem neuen Thriller einen interessanten Einblick in die Psyche einzelner Figuren legt!

Fazit: Mit „Das böse Herz“ entwirft der Autor einen recht spannenden Fall, der nichts für schwache Nerven ist. Aufgrund der Kürze des Buches herrschte fast durchgängig eine gute Spannung, jedoch war es für mich nicht möglich eine Bindung zur Protagonistin aufzubauen. 4/5

Southern Gothic – Grady Hendrix

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Patricia hat sich eigentlich ein ruhiges und glückliches Leben versprochen. Doch ihr Mann ist ein Workaholic, ihre Kinder geraten in die Pubertät und ihre Schwiegermutter braucht sehr viel Aufmerksamkeit. Nur bei ihrem Buchclub kann die Protagonistin sich entspannen. Hier kann sie ihre Vorliebe für Kriminalfälle und Täter ausleben. Eines Tages taucht der Neffe ihrer Nachbarin namens James Harris in ihr Leben. Der vielgereiste und gutaussehende Mann belebt Patricias Leben wieder. Doch dann wie aus dem Nichts verschwinden immer mehr Kinder in der Nachbarschaft und Patricia geht davon aus, dass James hinter dem Verschwinden steckt. Je mehr sie forscht, merkt sie, dass in James ein ganz anderes Monster steckt.

In das Buch bin ich mit leichten Schwierigkeiten eingestiegen, da ich den Anfang recht zäh fand. Es passierte handlungstechnisch recht wenig und ich fand, dass man die ersten 100 Seiten kürzen könnte. Doch dem Autor gelingt es schon von Beginn an, eine tolle 80er Atmosphäre zu entwerfen, die unter Einfluss einer bedrohlichen Stimmung steht.

Ab so dem zweiten Drittel des Buches gewinnt die Handlung an Spannung. Die bedrohliche Stimmung mit dem Gruselfaktor rückt immer mehr in den Vordergrund. Dabei wird die Handlung in einem Zeitraum von knapp 9 Jahren erzählt. Persönlich störte mich hier, dass ich das Gefühl entwickelt habe, dass mir es an Informationen fehlt, um mich auf die ganze Geschichte einzulassen.

Die Darstellung der Protagonistin hingegen ist äußert positiv dem Autor gelungen. Ich fand die Entwicklung von Patricia total spannend und schlüssig. Man konnte richtig gut die einzelnen Entwicklungsschritte wahrnehmen. Die weiteren Charaktere im Buch waren nicht so tiefgründig wie Patricia ausgearbeitet worden, was ich aber nicht schlimm, sondern passend fand.

Zu guter Letzt möchte ich auf den Horrorfaktor eingehen. Dieser wird besonders durch James hervorragend in Szene gesetzt. Toll fand ich, dass sich dieser erst nach und nach entwickelte und nicht direkt so präsent war. Außerdem kommt es im Buch des Öfteren zu blutigen Szenen, die auch nicht so erwartet hätte. Diese passten aber gut in den Plot rein!

Fazit: Der Autor entwirft mit seinem neuen Buch „Southern Gothic“ einen düsteren Roman im 80er/90er Setting. Obwohl der Anfang des Buches recht schlecht war, gelingt es dem Autor im restlichen Teil einen interessanten Plot mit zahlreichen Horrorelementen zu entwerfen. 4/5

Die Akte Adenauer – Ralf Langroth

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Wir befinden uns kurz nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1953. Philipp Gerber wird zu Kriminalhauptkommissar beim BKA ernannt. Seine Aufgabe besteht zuerst darin, den Mord an seinen Vorgänger aufzuklären. Sein Geheimnis wie das von seinem Vorgänger: Sie sind amerikanische Agenten. Zusammen mit der Journalistin Eva Herden schließt er sich zusammen, um in seinem ersten Fall voranzukommen. Dabei stoßen sie auf eine radikale Gruppierung, welche einen potentiellen Kanzler umbringen möchten. Höchstpersönlich bekommt dann Gerber von Bundeskanzler Adenauer die Aufgabe, seinen Kontrahenten zu beschützen.

Die bisherigen politischen Thriller, die ich gelesen habe, waren trotz einer guten Spannung, recht trocken und sachlich. Bei diesem Thriller kann ich genau das Gegenteil behaupten. Der Autor schafft es mit seiner neuen Reihe einen hochinteressanten politischen Thriller zu entwerfen!

An der Seite von Gerber und Herden begeben wir uns in die Ermittlungsarbeit. Besonders stark fand ich die Gestaltung der Atmosphäre und die Authentizität der Figuren. Dem Autor gelingt es das Nachkriegsdeutschland perfekt bildlich darzustellen. Zudem handeln und verhalten sich die Figuren entsprechend der Zeit. Außerdem werden die Konflikte zwischen den Kommunisten, Amerikaner etc. nebenbei sehr interessant thematisiert. Ein gutes Gesamtpaket!

Gerder und Herden stellen zusammen trotz verschiedener Weltansichten sowie Charaktereigenschaften ein sehr interessantes Ermittlungsteam dar. Trotz einiger Konflikte kooperieren sie zusammen gut und merken doch, dass sie Gemeinsamkeiten aufweisen. In ihrer Darstellung sind die Figuren zudem auch sehr tiefgründig ausgearbeitet worden, wodurch Beide mir gefallen haben. Schon jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung!

Spannungstechnisch ist das Buch große Klasse. In diesem Thriller kommt es an vielen Stellen zu actionreichen Szenen, wodurch man als Leser oft erstaunt ist. Dies hätte ich keiner Weise erwartet, dass mich das Buch von der Spannung her so fängt.

Fazit: Mit „Die Akte Adenauer“ entwirft der Autor einen hochspannenden politischen Thriller, der viel zu bieten hat. Die Charaktere sind wirklich gelungen entworfen worden und man fühlt sich beim Lesen, als ob man vor Ort wäre. Pure Zeitreise in die Nachkriegszeit. Leseempfehlung! 5/5