Der Abstinent – IanMcGuire

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Dieses Wochenende war bisher sehr leseintensiv. Mit dem Roman „Der Abstinent“ konnte ich mein drittes Buch an diesem Wochenende beenden. Im Roman geht es nach Manchester in das Jahr 1867, in die Zeit nach der industriellen Revolution. Zu der Zeit werden die Rebellen gehangen, nachdem ihnen vorgeworfen wird, den irischen Unabhängigkeitskämpfern geholfen zu haben. Mitten im Geschehen befindet sich Constable James O’Connor. Früher hieß es, dass er der klügste Mann der Stadt war. Als er jedoch seine Frau verloren hat und dem Alkohol verfallen ist, soll er wieder auf den richtigen Weg finden. Jetzt soll er die Iren bei der Polizei und in der Stadt bespitzeln. Doch seine Vorhaben bleiben nicht lange geheim. Der Kriegsveteran Stephen Doyle hängt sich an seine Fersen. Ein Kampf voller Intrigen, Verrat und Gewalt beginnt.

Mit seinem Roman „Der Abstinent“ schafft der Autor Ian McGuire einen recht düsteren Roman zu verfassen, der durchaus spannend konzipiert ist. Aber erstmal mehr zum Setting. Dem Autor gelingt es auf den guten 300 Seiten eine grandiose düstere Atmosphäre zu entwerfen. Die Stadt Manchester wird von seiner dunklen Seite offenbart. Einfach grandios! Man konnte sich total reinfühlen und war doch dann an manchen Stellen erstaunt, wie grausam es damals nach der industriellen Revolution war.

Mit James O’Connor entwirft der Autor eine recht interessante Figur, mit einer traurigen Vergangenheit. Er wird optimal in Szene gesetzt. Sein Antagonist Stephen Doyle kommt auch zu Wort. Bei ihm fiel mir auf, dass er im Vergleich zu James recht oberflächlich gezeichnet worden ist. Der gewisse Tiefgang hat mir somit gefehlt.

Zu der Story kann man sagen, dass diese auf Intrigen und Gewalt basiert. Als Leser weißt man nicht so richtig, wen man vertrauen kann, da jede Figur in irgendeiner Weise Dreck am Stecken hat. Dabei muss man hinzufügen, dass recht viele Figuren in diesem Roman auftauchen, wodurch man erst nach einigen Kapiteln einen groben Überblick bekommt. So wird die Spannung in diesem Roman hochgehalten, aber das Ende war ein totaler Reinfall. Das Finale des Buches war sehr realitätsfern, unlogisch sowie abgehackt. Und ich muss ehrlich sagen, dass mich das Ende sehr geärgert hat…

Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Roman „Der Abstinent“ ein sehr dunkler Roman ist, in welchem Verrat, Gewalt und Schuld im Vordergrund stehen. Es liegt durchaus ein gelungener Handlungsstrang vor, bei welchem aber das Ende sehr schlecht ist.

In Aufruhr – Inga Vesper

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Es ist der Sommer 1959 in Sunnylakes, Kalifornien. Perfekt getrimmter Rasen, glitzernde Swimming-Pools und der Wohlstand sind vorzufinden. Doch dann verschwindet eine Frau namens Joyce Haney. An dem Tag ihres Verschwindens kommt Ruby Wright zum Putzen und findet Joyce Kinder nur an. Dabei merkt sie, dass die Kinder voller Schock neben einer Blutlache stehen. Zu diesem Fall wird der Detective Mick Blanke hingezogen. Um den Fall aufzuklären, soll Ruby Wright bei den Ermittlungen weiterhelfen, da sie die Familie Haney von jeder Seite kennt. Doch Ruby hat es schwer, denn sie sieht die Polizei eher als ein Problem als eine Lösung an, da sie dunkelhäutig ist. Wird sie der Polizei helfen können?

Nachdem in letzter Zeit #blacklivesmatter in unserer Gesellschaft zum Thema wurde, knüpft dieser Kriminalroman gut an diese Thematik an. Jedoch spielt die Handlung im Jahr 1959, in der Zeit, in welcher der Konflikt und allgemein Rassismus in Amerika sehr „on time“ waren. Im Fokus dieses Buches steht eine dunkelhäutige Putzfrau und ein weißer Cop, welche den Fall gemeinsam meistern sollen. Und diese Zusammenarbeit zwischen den beiden Figuren hat die Autorin hervorragend dargestellt. Dabei wird nebenbei das Rassismusthema sehr intensiv thematisiert. Ruby hat mir als eine der Protagonistin sehr gut gefallen und sie tat mir an vielen Stellen einfach leid, da ihr schlimme Dinge widerfahren.

Der Plot an sich ist sehr spannend konzipiert. Es herrscht eine gute Spannung, welche aber an manchen Stellen doch zum Erliegen kommt. Ich fand es schön, dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben wird, sodass man sich viele Meinungen über den Fall bilden konnte. Zudem wurde noch ein weiteres Mal der Rassismusgedanke anhand einzelner Charaktere verstärkt. Teilweise war ich geschockt, wie rassistische Menschen auf eine derartige Art und Weise handeln können. Traurig… Zum Schluss kann ich noch sagen, dass ich gut durch die Seiten gekommen bin, da ein flüssiger Schreibstil vorliegt.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Kriminalroman „In Aufruhr“ in den Zeiten der #blacklivesmatter-Bewegung ein sehr hochaktuelles Buch mit einem ganz spannenden und gut durchdachten Plot ist. 4/5

Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte – T.J. Klune

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Inhalt: Der Beamte Linus Backer führt ein recht einsames und langweiliges Leben. Neben seiner Katze hat er niemanden so richtig im Leben, an den er sich binden kann. Spaß ist für ihn ein Fremdwort und er befolgt jede Regel. Seit Jahren arbeitet er in einer Sonderabteilung des Jugendamtes, die sich mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt, welche unterschiedlichen magischen Fähigkeiten aufweisen. Doch dann wird er von seinen Chefs auf eine geheime Mission geschickt, bei der er ein Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus, welches sich auf einer Insel befindet, untersuchen soll. Im Waisenhaus trifft er auf verschiedene magische Personen und merkt schnell, dass er mit seiner langweiligen und regelorientierten Lebensweise nicht weiterkommt. Er lässt sich im Waisenhaus auf ein Abenteuer ein und erfährt dabei eine andere Seite des Lebens.

Auf diesen fantastischen Roman war ich sehr gespannt, wodurch ich mich sehr auf das Lesen dieses Buches gefreut habe. In die Geschichte konnte ich gut einsteigen. Die Geschichte wird durchgängig aus der Sicht von Linus geschildert. Ich konnte ihn schon seit der ersten Seite ins Herz schließen. Teilweise empfand ich gewisses Mitleid mit ihm, da er fast wie ein „Opfer“ seiner Gesellschaft erscheint. An seiner Seite begibt man sich als Leser auf ein Abenteuer in das Waisenhaus von Mr. Parnassus. Dem Autor gelingt es wunderbar den Handlungsort sowie die Figuren zu beschreiben. Jedes der ungewöhnlichen Kinder erweist sich als einzigartig und sympathisch, sodass man sich beim Lesen einfach wohlfühlt.

Besonders positiv fand ich, dass in diesem Buch wichtige Themen in den Vordergrund rücken. Themen wie Werte, Gefühle, Respekt und der Zusammenhalt untereinander werden durch den Autor hervorragend in das Buch integriert, wodurch dieser dem Leser viel auf den Weg mitgibt. Zudem appelliert der Autor indirekt an die Leser, indem er jedem Menschen rät, erstmal sich ein eigenes Bild über jemanden zu machen, bevor man urteilt. Persönlich muss ich sagen, dass mich schon lange kein Buch gerührt hat, wie dieses. Es ist einfach so unfassbar stark und gefühlsvoll, dass es mir eine lange Zeit im Kopf bleiben wird. Deswegen spreche ich hier auch eine klare Leseempfehlung aus. Sie werden die Figuren und die Atmosphäre lieben!

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich mit diesem Roman ein weiteres Lesehighlight für dieses Jahr gefunden habe. Ich kann dieses Buch wirklich jedem Leser*in ans Herz legen. Ihr werdet beeindruckt sein!

Hasenjagd – Lars Kepler

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Seitdem der Ermittler Joona Linna im Hochsicherheitstrakt der JVA Kumla sitzt, ist viel passiert. Doch dann wird er vom schwedischen Premierminister zu einem geheimen Treffen gebeten, da die schwedische Regierung Hilfe von ihm benötigt. In einem reichen Viertel in Stockholm kam es zu einem brutalen Mord. Man spekuliert, dass es ein terroristischer Anschlag einer Gruppe war. Damit die Medien nicht viel Wind davon bekommen, wird der Anschlag zuerst geheim gehalten. Als dann kurze Zeit später ein weiterer bestialischer Mord passiert, droht die Lage zu eskalieren. Und dazu wurde das Opfer mitdemselben Mordmuster aufgefunden. Ein Kinderlied ist der Schlüssel für den Fall.

Dies ist mein zweites Buch des Autorenduos Lars Kepler. Schon „Lazarus“ konnte mich gut überzeugen, worauf ich mich sehr auf „Hasenjagd“ gefreut habe. In den Thriller konnte ich ganz gut einsteigen, da die Autoren schon durch schreckliche Szenen, einen meisterhaften Einstieg entwerfen. Sie lassen kein Detail aus, wodurch man sich als Leser vieles sehr ausführlich vorstellen kann. Teilweise empfand ich, dass es doch an manchen Stellen dann wiederum zu detailliert war, sodass man das Buch im Gesamten kürzen könnte. So merkte ich auch, dass im mittleren Teil es zu einem Abdriften des Handlungsplots kommt, wodurch auch die Spannung darunter litt.

Saga zusammen mit Joona leisten mal wieder grandiose Ermittlerarbeit. Beide gefallen mir total gut und sind sehr sympathisch. Besonders Joona konnte ich schon in meinem ersten Band ins Herz schließen, da er wirklich ein guter und zielstrebiger Mensch ist. Saga ergänzt ihn soweit gut.

Außerdem kann man sagen, dass der Thriller nichts für schwache Nerven ist. Morde werden haarscharf beschrieben, wodurch ich an manchen Stellen recht geschockt war. Zum Schluss lässt sich noch sagen, dass ich mich mit dem Ende zufriedengebe, mir aber eine relevante Frage offengeblieben ist.

Fazit: Mit „Hasenjagd“ entwirft das Autorenduo Lars Kepler mal wieder einen spannenden Thriller, in welchem es brutal wird. Es liegt größtenteils eine gute Spannung vor und die Ermittler erweisen sich als sehr sympathisch.

Trauma – Angelique Mundt

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Im Thriller „Trauma“ geht es um eine Frau namens Leila. Leila, eine recht bekannte Sängerin, wacht plötzlich auf und ihr Leben verändert sich wie aus dem Nichts. Sie weiß nicht, wie sie in dieses Bett gelangen ist. Und warum zum Henker befindet sie sich in einer Psychiatrie? Nach und nach treten Erinnerungen wieder auf, die sie hinsichtlich ihrer Identität zweifeln lassen. Wer ist Leila wirklich? Warum wird sie des Mordes beschuldigt? Therapiesitzungen sollen ihr helfen, sich an alles zu erinnern. Zu viele Fragen – keine Antworten.

„Trauma“ ist ein Thriller, welcher seine Schwerpunkte in die Psyche der Protagonisten setzt. Leila als Protagonistin gerät somit in den Fokus dieses Buches. Diese erzählt die Geschichte durchgängig aus ihrer Perspektive. Durch den Ich-Erzählstil sowie den Einblick in ihre Gedanken, kann man eine sehr nahe Bindung zu Leila aufbauen. Besonders der Schreibstil, welcher durch kurze und abgehackte Sätze gekennzeichnet ist, untermauert den labilen Zustand der Protagonistin. Ihre Gefühle sowie Zustände wie die Angst, ihre Verwirrtheit oder ihre Paranoia werden dadurch stark betont, was mir gefallen hat.

Zudem ist das Buch recht geheimnisvoll gestaltet. Als Leser gerät man oft in eine Zwickmühle und muss entscheiden, was richtig und was falsch ist. An der Seite von Leila hat man nun die Möglichkeit die Wahrheit zu finden. Folglich – je weiter man liest, desto interessanter wird es. Auch wenn mich das Ende von der Idee her nicht überzeugt hat, fand ich die Entwicklung der Protagonistin zum Ende hin toll. Der Schreibstil hat sich außerdem auch der Entwicklung der Protagonistin angepasst.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Autorin wirklich gelungen ist, durch die Ich-Perspektive, Leila greifbar zu machen. Ihre Ängste und allgemein ihre Gefühlswelt werden sehr realistisch sowie intensiv thematisiert. Mir hat der Psychothriller auf jeden Fall gefallen!

Die verschollene Schwester – Kendra Elliot

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Emily Millis führte bisher nicht das prachtvollste Leben. Nachdem ihr Vater vor zwanzig Jahren brutal ermordet worden ist, begeht Emilys Mutter Suizid und ihre Schwester Tara verschwindet spurlos. Doch dann nach zwanzig Jahren passiert ein Mord in der Kleinstadt, der demselben Muster ähnelt, wie damals. Emily ist die Erste am Tatort, Zufall? Agent Zander Wells vom FBI nimmt die Ermittlungen auf. Dabei taucht er immer tiefer in die Geschichte von Emilys Familie ein und begegnet dabei den dunkelsten Geheimnissen, welche die Kleinstadt zu bieten hat.

Bedingt durch den recht flüssigen und fesselnden Schreibstil bin ich richtig gut in diesen Thriller eingestiegen. Der Autorin gelingt es schon auf den ersten Seiten eine gute Spannung durch mysteriöse Gegebenheiten sowie Szenen zu wecken. Besonders die Atmosphäre einer recht geheimnisvollen Kleinstadt kommt gut zur Geltung. Anhand von detailreichen Beschreibungen der Kleinstadt kann man sich diese zugleich bildhaft vorstellen. Einfach toll!

Die Geschichte wird hauptsächlich aus den Perspektiven von Zander und Emily geschildert. Emilys Perspektive erweist sich als die Bessere von den Beiden, da diese authentisch vermittelt wird. Als Leser hat man die Möglichkeit sehr nah dran zu sein und insbesondere ihre Ängste an der eigenen Haut zu verspüren. Zudem lernt man Emily von verschiedenen Seiten kennen, wodurch man ein vielseitiges Bild der Protagonistin erhält. Zanders Perspektive sowie er als Figur wies natürlich auch Stärken auf, war aber jedoch nicht so tiefgründig ausgearbeitet worden, wie bei Emily.

Außerdem gelingt es der Autorin durch falsche Hinweise den Leser*in die Irre zu führen. Dies ist grandios, da man als Leser dann bei unerwartenden Plottwists überrascht ist.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass mir der Thriller „Die verschollene Schwester“ gut gefallen hat. Das Buch ist recht spannend, hat zwei tolle Protagonisten und beinhaltet gelungene Plottwists. Demnach bewerte ich das Buch mit vier Sternen und einer Tendenz nach oben.

Something in the water – Catherine Steadman

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Erin und Mark führten bisher ein sehr glückliches Leben. Nach der Hochzeit begibt sich das Paar in die Flitterwochen zur traumhaften Insel Bora Bora. Obwohl Erin große Angst vor dem Wasser hat, lässt sie sich vor Ort von Mark überreden, einen Tauchgang zu absolvieren. Solange Mark an ihrer Seite ist, kann ja er sich um sie kümmern. Doch im Wasser macht das junge Paar eine außergewöhnliche Entdeckung, die ihr Leben auf den anderen Moment auf den Kopf stellen wird. Dabei werden sie in ein Strom aus Intrigen, Lügen und Verbrechen gezogen.

Die Autorin Catherine Steadman konnte mich am Anfang des Jahres mit ihren zweiten Roman „Mr. Nobody“ komplett überzeugen. Aus diesem Grund wagte ich mich an ihr Thrillerdebüt, welches im letzten Jahr erschienen ist.

Das Erste, was mir aufgefallen ist, wäre die fehlende Tiefgründigkeit die ich im zweiten Thriller der Autorin wahrgenommen habe. So fehlte mir einfach ein gewisser Tiefgang in der Komplexität der Handlung sowie beim Charakter Mark.

Hingegen weist Erin in ihrer Konstruktion die gewisse Tiefe auf, da die Geschichte aus ihrer Perspektive geschildert wird. Dadurch ermöglicht die Autorin, dass man als Leser eine Nähe zur Protagonistin gewinnen kann. Dies fand ich gut, da man sehr nah an ihren Ängsten und Zweifeln war – sowie ihr Psyche ausführlich beleuchtet worden ist. Besser würde ich finden, wenn Mark als Ehemann der Protagonistin auch eine Stimme erhalten wird. Das heißt, dass er auch als Erzähler im Buch einen Platz bekommen würde. Sonst lässt sich sagen, dass die Idee des Plots recht bekannt ist, aber trotzdem gut umgesetzt worden ist.

Spannungstechnisch ist das Buch ganz gut aufgebaut. Obwohl an manchen Stellen die Spannung abfällt, wird diese durch gelungene Twists an anderen Stellen wieder auf höchste Niveau gebracht. Dazu muss man immer bedenken, dass „Something in the water“ der Debütthriller für die Autorin ist. Und für ein Debüt, ist der Autorin schon sehr viel gelungen. Weiterhin lässt sich sagen, dass ihr Schreibstil positiv hervorzuheben wäre, da er durch simple aber rasante Sätze zu kennzeichnen ist.

Zusammenfassend kann ich sagen: Auch wenn dieser Thriller teils schwächer ist als „Mr. Nobody“ konnte mich die Autorin mit diesem Debüt weiterhin überzeugen. Die Autorin legt die Schwerpunkte eindeutig auf die Darstellung der Psyche (Angstzustände, Paranoia) der Figuren und nicht auf eine durchgängige Spannung sowie actionreiche Szenen.

4/5

Vergiss mein nicht – Karin Slaughter

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Die Ärztin Sara Linton und der Polizeichef Jeffrey Tolliver hatten eigentlich vor, ein entspanntes Date auf einer lokalen Rollschuhbahn zu haben. Doch wie aus dem Nichts holt ein 13-Jähriges Mädchen eine Pistole raus und zielt damit auf einen Jugendlichen namens Mark. Obwohl Jeffrey mit großer Mühe versucht das Ereignis zu besänftigen – ohne jeglichen Erfolg -, muss Jeffrey die Entscheidung treffen und das Mädchen niederschießen. Aber dabei bleibt es nicht. Das Mädchen wird zur Obduktion freigegeben. Dabei stoßt Sara auf ein grausames Verbrechen, das selbst die Ermittler sowie mich fassungslos zurücklässt.

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Band einer älteren Reihe. Diese wurde im HarperCollins Verlag neu aufgelegt und ich muss sagen, dass mich das Cover schon gecatcht hat.

Nachdem ich im letzten Jahr den ersten Band mit dem Titel „Belladonna“ gelesen habe, musste ich den zweiten Band lesen, da ich sehr positiv überrascht war. Damals war ich schon derartig geschockt, wie die Autorin Ereignisse, Morde etc. detailliert beschreibt und dabei keine Hand vor dem Mund nimmt. Deswegen sind die „Slaughter“-Bücher auch nichts für schwache Nerven.

Auch wenn vorne auf dem Buch „Thriller“ steht, ist das Buch eher wie ein Kriminalroman aufgebaut, da die Ermittlungen in diesem Plot im Vordergrund stehen. Zudem lässt sich sagen, dass die Autorin ihren Plot wirklich gut durchdacht hat. Ihr gelingt es den Spannungsbogen richtig gut zu konstruieren. Durch Twists werden langatmige Szenen von der Spannung her, wieder auf hohes Niveau gebracht.

Mit Sara und Jeffrey konnte ich mich schon im ersten Band anfreunden. Auch wenn sie sich ab und zu necken – ist ja natürlich bei Verliebten – ergänzen sich die beiden Figuren sehr gut und leisten eine grandiose Arbeit. Auch Ermittlerin wie Lena bereichern die Geschichte gut und verleiten dem Case eine weitere Perspektive, wodurch das Buch sehr vielseitig ist.

Wenn man die Autorin kennt, weiß man, dass sie gerne für einen Thriller (Kriminalroman) sehr lange Kapitel verfasst. Persönlich finde ich lange Kapitel in Thrillern recht mühsam zum Lesen, da die Spannung darunter leidet. In diesem Buch ist es nicht der Fall. Durch die langen Kapitel bestand die Möglichkeit als Leser, sich noch tiefer in die Handlung hineinzuversetzen, was mir total gefallen hat. Ich freue mich jetzt schon auf die Neuauflage des dritten Teils.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass dieses Buch sowie der Vorband einfach ein Must-Read für Thrillerfans sind. Die Autorin hat ein Talent, ihre Bücher von der Plotidee her, gut durchdacht zu entwerfen. Doch aufgepasst: Das Buch ist nichts für schwache Nerven.

Dunkeltot, wie deine Seele – B.C. Schiller

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Wie aus dem Nichts taucht in einem düsteren Waldgebiet eine halb verhungerte Frau am Straßenrand auf. Von einem LKW-Fahrer aufgefunden, ins Krankenhaus gebracht, verstirbt sie kurz darauf. Komischer Vorfall, da die Polizei schon vor einem Jahr in einem alten DDR-Bunker eine Frau gefunden hat, die angekettet und verhungert war. Bei den Ermittlungen gerät das Geschwisterpaar Zoey und Adam in den Fokus, da sie in letzter Zeit sich komisch verhalten. Da die zuständigen Ermittler nicht weiterkommen, wird die Undercover-Ermittlerin Targa zu dem Fall hingezogen. Schnell merkt sie, dass es doch schon zu spät ist.

Obwohl ich es mir erhofft habe, dass die Geschwister nicht hinter dem Verschwinden der jungen Frauen stehen, wird man als Leser nach wenigen Seiten direkt aufgeklärt. Aus diesem Grund ist die Rollenverteilung direkt von Anfang an klar. Somit wird die Spannung nicht in der Form der Suche nach einem oder mehreren Tätern erzeugt. Sie wird durch ein Katz-und-Maus Spiel erreicht, welches der Autor hervorragend umsetzt. Zudem werden nach und nach einzelne essentielle Backgroundinformation offenbart, welche einen positiven Einfluss auf die Spannung haben. Dennoch fand ich, dass das Maß an Spannung in diesem Buch an keiner Stelle in seinem Potential ausgeschöpft worden ist. Mir fehlten irgendwie die Twists, welche die Spannung auf einen Höhepunkt bringen würden.

Der Thriller an sich ist sehr abwechslungsreich, da die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Deswegen hatte ich das Gefühl, dass obwohl Targa die Protagonistin ist, sich alle Figuren in diesem Buch auf demselben „Niveau“ befinden. Man erfährt viel über Targa, die Geschwister Adam und Zoey sowie andere Figuren, wodurch man über jede Figur ein recht kurzes aber intensives Bild erhält. Sonst fand ich toll, dass Targa als Ermittlerin nicht der 0815 Ermittlerin eines Kriminalromans/Thrillers zugeordnet werden kann. Targa führt ein recht – für uns komisches Leben – abseits sozialen Kontakten, Handy etc., wodurch sie einfach für den Leser außergewöhnlich erscheint.

Sonst lässt sich sagen, dass sich der Autor einem flüssigen sowie einfachen Schreibstil bedient, welcher sich gut lesen lässt. Des Weiteren fand ich gut, dass er in seiner Gestaltung seiner Kapitel kurze sowie längere Kapitel einbaut.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass auch wenn die Offenbarung der Täter schnell preisgegeben wird, wurde ich mit einem interessanten Thriller a la Jäger/Gejagte-Prinzip gut unterhalten. Targa mochte ich sehr, sodass ich die Reihe weiter im Auge behalten werde.

Festergrund (Doggerland #3) – Maria Adolfsson

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Nach einer Ewigkeit kehrt die Musikerin Luna zurück in ihre Heimat nach Doggerland. Auf einer Party verschwindet das Talent wie aus dem Nichts von der Tanzfläche. Wollte sie heimlich abhauen oder wurden sie von jemandem gekidnappt? Die zuständige Kommissarin für die Insel Karen Eiken Hornby soll die Ermittlungen übernehmen. Die einzige Bedingung dabei ist, dass sie das ohne die Öffentlichkeit macht. Doch dabei merkt sie, dass der Fall ihr näher steht als erwartet. Die Kommissarin verdächtigt nämlich ihren Freund Leo, dass dieser eine Affäre mit Luna hat. Kann es sein, dass er etwas mit dem Verschwinden von Luna zu tun hat?

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten sowie (wahrscheinlich) abschließenden Band der „Doggerland“ – Reihe der Autorin. Obwohl ich die Vorgänger nicht gelesen habe, bin ich ganz gut in das Buch eingestiegen. Auf den ersten Blick vermutet man als Leser, dass sich der Plot in diesem Buch hauptsächlich um das Verschwinden der Musikerin Luna handelt. Als Leser wird man jedoch getäuscht. Es entwickeln sich aus dem Buch viele Handlungsstränge, die jeweils parallel zu der Suche nach Luna verlaufen. Zu einen der Stränge gehört die Suche nach einem Übeltäter, der es auf junge Frauen abgesehen hat und diese vergewaltigt. Diesen fand ich sehr stark, da er viel spannender gestaltet worden ist, als das Verschwinden der Musikerin.

Wie erwähnt liegen demnach diesem Buch viele Erzählstränge vor, welche meiner Meinung nach ein unübersichtliches Bild des Gesamtwerkes beim Leser hinterlassen. Folglich gab es Momente beim Lesen, in denen ich ganz klar die Übersicht verloren habe.

In Kriminalromanen sowie Thrillern kommt es sehr oft vor, dass der Autor abseits des Arbeitsleben, das Privatleben der Protagonistin beleuchten. In diesem Fall finde ich, dass die Autorin es in diesem Buch an manchen Stellen übertrieben hat. Obwohl in diesem Buch eine tolle Spannung vorlag, litt diese unter den Einfluss der großen Thematisierung des Privatlebens der Protagonistin sehr.

An einzelnen Stellen merkt man, dass die Autorin ein Talent aufweist, um Orte sehr detailreich zu beschreiben. Ich gehe davon aus, dass es in den vorherigen beiden Teilen intensiver umgesetzt worden ist, aber hier fehlte es mir an der Beschreibung von „Doggerland“. Deswegen muss ich die vorherigen Bänder lesen und es nochmal mit diesem Buch versuchen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass das Gesamtwerk unter einer zu ausführlichen Thematisierung des Privatlebens der Protagonistin sowie zu vielen Handlungssträngen leidet. Positiv zu bewerten wäre ein spezieller Handlungsstrang und eine sonst gute Spannung im Buch.