Höllenkind – Veit Etzold

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Für den Vatikan sowie für ganz Rom steht ein sehr wichtiges Ereignis vor der Tür. Zwei alte römische Adelsfamilien stehen vor einer Fusion, da eine Hochzeit ansteht. Doch wie aus dem Nichts krümmt sich die Braut vor dem Alter zusammen, fällt und stirbt. Der zuständige Ermittler des Vatikans Adami nimmt die Ermittlungen auf und weiß noch nicht, dass es nicht nur bei einem Mord bleiben wird. Für die Ermittlungen benötigt Adami Hilfe und warum sollte er nicht jemanden anfragen, der bereits einem Fall in Bezug zum Satanismus gelöst hat. Clara Vidalis vom LKA Berlin wird angeheuert, um den ungewöhnlichen Fall aus Rom zu lösen. Ein Abenteuer beginnt!

Bei „Bluthölle“ handelt es sich schon um den achten Band der „Clara Vidalis“ – Reihe. Bisher habe ich die Vorbänder noch nicht gelesen, wodurch ich sehr gespannt war, was der Autor für einen interessanten Thriller entworfen hat.

In den Thriller bin ich recht holprig eingestiegen, da recht lang ein Bezug zum Vorband gezogen wird. Aus diesem Grund fühlte ich mich irgendwie verloren. Dennoch als dann der Mord an der Braut passiert ist, gewinnt die Handlung an enormer Spannung. Mit Clara konnte ich mich schon von Beginn an anfreunden. Sie ist tough und ihre Umgangsart mit ihren Kollegen sowie anderen Menschen hat mir gefallen. Außerdem mochte ich MacDeth unheimlich gerne, da er eine recht lockere und humorvolle Art aufweist.

An ihrer Seite kann man in das alte Rom sowie in den Vatikan eintauchen. Dabei gelingt es dem Autor detailliert den Handlungsort zu beschreiben, sodass ich mir bildlich alles gut vorstellen konnte. Parallel dazu verläuft ein Erzählstrang in Rumänien. Dabei erzählt eine Frau ihre Geschichte, welche nicht ohne ist. Dazu folgen einzelne Handlungen aus Deutschland. Deswegen kann es schnell vorkommen, dass man als Leser durcheinanderkommt. Auch ist die Anzahl der Charaktere recht hoch, jedoch lässt sich sagen, dass der Autor das Problem der Unübersichtlichkeit mit dem Personenverzeichnis am Anfang des Buches gut regelt.

Neben der ganzen Handlung stellt der Autor des Öfteren einen Bezug zur „Göttlichen Komödie“ von Dante her. Dies fand ich sehr stark, da ich ein großer Fan dessen bin. Zudem weist der Autor einen recht flüssigen Schreibstil auf. Bei brutalen Szenen nimmt er keine Hand vor dem Mund, was ich persönlich stark fand. Zum Ende hin spitzt sich die Situation zu und es wird noch spannender. Leider fand ich aber, dass einzelne offene Fragen am Ende nicht beantworten worden sind. Vielleicht findet man ja dann die Antworten im darauffolgenden Band.

Ich kann schlussendlich sagen: Fans von Dan Brown werden auf jeden Fall bei diesem Buch auf ihre Kosten kommen. Wäre jetzt noch der Anfang sowie das Ende besser gewesen, wäre dieser Thriller auf jeden Fall ein Highlight geworden. Dennoch ist „Höllenkind“ ein starkes Buch.

Der schwarze Sommer – Gard Sveen

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Im Jahr 1982 wird die Stadt Beirut aufgrund eines brutalen Mörderkrieges sowie des Einmarsches der israelischen Truppen fast zerstört. Mitten im Geschehen treffen die Krankenschwester Hannah und der verheiratete Leif Wilberg aufeinander. Zusammen mit anderen Norwegern kämpfen sie ums Überleben. 35 Jahre später, im Jahr 2017, kommt ausgerechnet Leif Wilberg bei einer Autobombe ums Leben. Seine Frau Hannah ist spurlos verschwunden. Tommy Bergmann vom norwegischen Geheimdienst stellt die Ermittlungen auf und muss sich dabei in die Vergangenheit begeben. Dabei stößt er auf ein schreckliches Geheimnis.

Beim Kriminalroman „Der schwarze Sommer“ handelt es sich um den fünften Fall für Tommy Bergmann. Die vorherigen Bänder habe ich leider nicht gelesen, hatte aber keine Probleme, um in das Buch einzusteigen. Alle grundlegenden Informationen werden vom Autor auf den ersten Seiten kurz und knapp erläutert.

Der Fall ist durch Gard Sveen sehr gut durchdacht. Er konzipiert das Buch auf zwei Erzählsträngen. Wie man es sich schon denken kann, wird die Handlung einerseits zu der Zeit 1982 in Beirut erzählt sowie in der Gegenwart in Oslo. Beide Erzählstränge weisen zahlreiche Stärken auf. Besonders gelungen fand ich die Erzählung aus Beirut, da der Autor in diesem Fall kein Blatt vor den Mund nimmt und man teilweise erschreckt, wenn man liest, was in Beirut passiert ist. Die Erzählung aus Oslo im Jahre 2017 unterliegt einer guten Spannung, da man mitfiebert und ganze Zeit überlegt, wer wirklich hinter den Angriffen stecken mag. Ab und zu lagen langatmige Szenen vor, welche den Lesefluss beeinträchigten. Diese glichen sich aber mit spannenden Momenten aus. Politische Themen, die Liebe sowie der Verrat werden in diesem Thema gut in Szene gesetzt. Gard Sveen hat es geschafft, diese Themen so interessant zueinander in Bezug zu bringen, sodass ich wirklich positiv überrascht war.
Tommy als Protagonist wirkte sehr sympathisch, jedoch merkte ich, dass er aufgrund des Figurenpensums teils in den Hintergrund gerückt ist. Dies fand ich schade, da ich Tommy total mochte.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass es dem Autor gelingt, einen spannenden Kriminalroman zu verfassen, der auf wahren Ereignissen basiert. Teil schockierend, teils atemraubend schafft der Autor den Leser auf über 300 Seiten mit einem interessanten Buch zu fesseln.

Wilderness – B.E. Jones

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Olivia ist am Boden zerstört. Nachdem ihr Mann Will sie mit seiner Arbeitskollegin betrogen hat, hat sie Angst, dass ihre Ehe zerbrechen wird. Sie will die Beziehung zu Will retten und sie entscheidet sich dazu, mit Will einen Roadtrip durch die Nationalparks der USA zu absolvieren. Doch etwas verrät Olivia ihrem Mann nicht. Er hat auf der Reise drei Gelegenheiten ihr zu beweisen, dass er ihre Vergebung verdient. Und wenn er nicht schafft, die Ehe wiederzubeleben, warum sollte er dann auch noch leben? Denn abseits der tödlichen Gefahren in der Wildnis gibt es immer noch diejenigen, die nicht vergeben können und sich rächen wollen? Oder?

Aufgrund des Klappentextes versprach ich mir insgeheim ein weiteres Highlight für dieses Jahr. Leider muss ich sagen, dass ich nach dem Fertiglesen dieses Buches nicht davon sprechen kann.

Der Thriller beginnt recht rasant. Die Geschichte wird aus der Sicht von der Protagonistin Olivia geschildert. Parallel dazu finden einzelne Kapitel in der Vergangenheit statt, in denen man gut aber recht kurz über die nahe Vergangenheit von Olivia und Will erfährt. Olivia erweckte bei mir als Leser schnell einen recht negativen Eindruck, sodass ich mich mit ihr von Anfang an nicht anfreunden konnte.
Teilweise offenbarte sie eine recht psychisch-eingeschänkte, egoistische sowie unsympathische Seite, wodurch sie eher antagonistische Charaktereigenschaften aufwies. Ihre Gefühle bzw. ihre recht besitzergreifende Haltung wird recht blass gestellt. Hier fehlte mir die Tiefe, sodass ich zu ihr auch keine Bindung aufbauen konnte. Ich bin der Meinung, dass die Autorin sich in diesem Fall noch intensiver auf die Gefühle der Protagonistin konzentrieren sollte und noch mehr ihre Gründe für ihren gegenwärtigen geistichen Zustand thematisieren sollte. Dennoch fand ich die Darstellung der Beziehung zwischen Beiden gelungen. Die weiteren Figuren wie Jenna, Will werden recht distanziert zum Leser gezeichnet, sodass man zu diesen auch keine Beziehung aufbauen konnte. Folglich fehlte mir in diesem Buch eine Bezugsperson.

Von der Spannung her ähnelt das Buch eher einem langsamen bzw. leichten Thriller. Es lag eine gute Spannung, welche aber meines Erachtens nach, nie das höchste Niveau erreicht hat. Persönlich fehlten mir zudem die Twists und der Nervenkitzel. Aus diesem Grund lässt sich das Buch eher einem Beziehungsdrama zuordnen.
Auch wenn die Autorin einen guten und flüssigen Schreibstil hat, fehlte es mir an detaillierten Beschreibungen. Die Kulisse bietet ein enormes Potential für bildhafte und ausführliche Beschreibungen an, welches jedoch von der Autorin nicht genutzt wurden. Schade!

Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Plotidee hinter dem Thriller „Wilderness“ nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Schwächen liegen in der Gestaltung und Darstellung der Gefühle der Protagonistin sowie der Beschreibung der diversen Handlungsorte vor. Stärken des Buches findet man im flüssigen Schreibstil der Autorin sowie der Zeichnung der Beziehung zwischen Will und Olivia.

Böse Wetter – Gesa Knolle

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Im Kriminalroman „Böse Wetter“ der Erzgebirge Reihe begibt sich der Leser in die tiefsten Abgründe der Menschen. Eine abgetrennte Hand eines vermissten deutschen Polizeimeisters wird auf der tschechischen Seite des Erzgebirges aufgefunden. Die BKA-Ermittlerin Hannah Stein wird für den Fall ins Erzgebirge hingezogen. Was auf den ersten Blick nach einem leichten Fall erscheinen mag, wird jedoch viel komplexer. Angeblich hat der Polizeimeister ein Doppelleben geführt, da er Kontakte zur tschechischen Mafia gepflegt hat. Als dann noch eine gewaltige Explosion das Erzgebirge erschüttert, geht Hannah davon aus, dass die Lage zu eskalieren droht.

Das Buch „Böse Wetter“ stellte für mich den ersten Kriminalroman dar, im welchem die Handlung im Erzgebirge stattfindet. Aus diesem Grund begegnete ich dem Krimi mit viel Neugier.

Der Kriminalroman lockt den Leser auf dem Klappentext mit packenden Charakteren, großartigen Schauplätzen sowie tiefen Abgründen. Dabei werde ich auf die Punkte im Folgenden eingehen.

Die „packenden“ Charaktere wurden für mich leider nicht erfüllt. Obwohl Hannah im Buch von zwei Seiten – Privatleben und Arbeitsleben – beleuchtet wird, fiel es mir schwer, ein ausführliches Bild von Hannah zu bekommen. Dies ist auch damit zu begründen, dass 220 Seiten recht wenig sind, um eine Figur von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Zudem wirken die weiteren Figuren aus dem Kriminalroman eintönig gestaltet.

Positiv zu bewerten wäre die Atmosphäre, die aus dem Buch hervorgeht. Der Autorin gelingt es durch bildhafte Beschreibungen des Schauplatzes sowie einem flüssigen Schreibstil, eine tolle sowie teils düstere Atmosphäre zu kreieren. Auch wenn man hier bei einigen Sachen auch von Klischees sprechen kann, empfand ich diese in diesem Buch als nicht störend. Außerdem gelingt es der Autorin gut, auch wenn kurz, die Abgründe der Menschen zu beleuchten. Das Buch wird mit einem sinnvollen und schlüssigen Ende beendet, was natürlich positiv zu bewerten wäre.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Kriminalroman „Böse Wetter“ mit einer tollen Atmosphäre sowie einem interessanten Plot überzeugen kann. Schwächen sehe ich in diesem Buch auf jeden Fall in der Charaktergestaltung. Hier ist Luft nach oben! 4/5

Bluteiche – Anders de la Motte

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Im Jahre 1986, genau am Tag der Walpurgisnacht, wird ein Mädchen auf brutale Art und Weise neben einem Schloss in einem schwedischen Dorf ermordet. Alles Zeichen deuten darauf hin, dass eine Opferung aufgrund eines Rituals durchgeführt worden ist. Der Bruder des Opfers wird angeklagt und kurz darauf verschwindet die ganze Familie. 33 Jahre Später, im Jahr 2019, zieht die Ärztin Thea Lind in das Schloss, in dem in der Nähe das Mädchen ermordet worden ist. Eines Tages findet sie ein uraltes Stück Holz, in dem sie Indizien zu dem Fall vor 33 Jahren findet. Ihre Faszination bezüglich des Falls steigt, wodurch sie Ermittlungen aufstellen möchte. Denn sie ist der Meinung, dass damals der Fall nicht ganz aufgeklärt worden ist.

Die Geschichte um die Ermordung im Jahre 1986 wird zum Thema dieses Buches. Dabei wird die Geschichte in zwei Zeitsträngen erzählt. Einerseits erfahren wir als Leser die Geschichte aus dem Jahr, an dem die Ermordung stattgefunden hat. Wir begeben uns in das kleine Dorf in Südschweden und lernen sogar das Opfer kennen. Anderseits wird die Geschichte aus der Perspektive der Ärztin Thea erzählt. Thea stellt tiefgründigen Ermittlungen auf, was dadurch auch bedingt ist, dass sie Parallelen zu eigener Kindheit entdeckt. Die Erzählung auf zwei Zeitsträngen fand ich sehr gelungen, da man ein umfangreiches Bild auf das Geschehen sowie den Handlungsort erhalten hat. Außerdem kommt ein Großteil der Personen aus dem Dorf in den beiden Erzählsträngen auf, wodurch man sogar eine Entwicklung wahrnehmen kann und Spekulation aufstellen kann, wer bezüglich des Vorfalls schuldig gesprochen werden kann.

Die Autorin bedient sich einem einfachen sowie flüssigen Schreibstil. Ihr gelingt es eine packende Story auf über 400 Seiten zu schreiben, in der die Ermittlung wirklich im Fokus des Buches steht. Brutale sowie actionreiche Szenen, die ich aus anderen Kriminalromanen kenne, finden hier keinen Platz. Theas Art wie sie mit den anderen umgeht, offenbart einen recht zielstrebigen Charakter der Protagonistin. Dies hat mir gut gefallen, da sie zudem auch größtenteils logisch und authentisch handelt. Das Buch unterlag fast durchgängig einer großen Spannung. Einzelne zähe Sequenzen waren dennoch auch in diesem Kriminalroman zu erkennen. Diese hatten aber wenig Einfluss auf die ganze Handlung.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass „Bluteiche“ ein solider Kriminalroman mit einer authentischen Protagonistin, einem flüssigen Schreibstil sowie einem interessanten Plot ist.

Dunkelkammer – Bernhard Aichner

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Im Auftaktband der „Bronski“-Reihe führt uns die Handlung ins schöne verschneite Innsbruck. In einem leerstehenden Haus findet ein Obdachloser eine enthauptete Leiche, die angeblich seit 20 Jahren unentdeckt in diesem Haus liegt. Ein gefundenes Fressen für den Pressefotografen David Bronski. Zusammen mit seiner Kollegin aus seinem Team soll er einen Bericht über den Tatort schreiben und Recherchen über das Opfer einleiten. Doch bei den Recherchen stößt er auf geheime Informationen, die er jedoch zuerst verschweigt. Dabei taucht er in eine geheime Welt ein, bei dem alles verstrickter erscheint, als gedacht.

Obwohl ich vom Autor „Der Fund“ schon seit Ewigkeiten lesen wollte, kam ich irgendwie nie dazu. Deswegen wurde der Kriminalroman „Dunkelkammer“ mein erstes Buch des Autors. In das Buch konnte ich sehr gut einsteigen. Zuerst fiel mir der Recht ungewöhnliche Schreibstil des Autors auf. Er zeichnet sich durch kurze, knackige und teils abgehackte Sätze sowie einzelne Kapitel, die wie in einem Dialog aufgebaut worden sind, aus. Dies fand ich recht neu und ungewöhnlich, da ich einen derartigen Schreibstil in keinem anderen Buch wahrgenommen habe. So kann ich aber sagen, dass es mir gefallen hat, da sich die Zeilen sehr flüssig gelesen haben. Zwischendurch gibt es einzelne Sequenzen die „normal“ erzählt werden.

Der Plot ist gekennzeichnet durch einen sehr verstrickten Fall sowie unvorhersehbaren Wendungen im Handlungsstrang. Dadurch lag eine gute Spannung vor, die zu 80% im Buch auf einem sehr hohen Niveau war. Besonders möchte ich die Twists positiv hervorheben, da der Autor diese an den Stellen einsetzt, an denen man es in keiner Weise erwartet. Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass besonders Bronski auffällig hervorsticht. Ich mochte ihn sehr, da sehr originell und authentisch in seiner Gestaltung als Fotograf erscheint. Zudem ergänzen die weiteren Figuren wie Svenja, Bronskis Schwester sowie potentielle Täter die Geschichte gut. Somit kann ich sagen, dass ich mich schon auf den zweiten Band der Bronski Reihe freue.

Fazit: Mit „Dunkelkammer“ schreibt der Autor einen sehr interessanten sowie vielfältigen Kriminalroman, der mit einem originellen Protagonisten sowie überragenden Twists überzeugt.

Das Grauen von Dunefield – William Meikle

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Hütet euch vor dem namenlosen Grauen, das im Nebel auf euch lauert.

Im Roman „Das Grauen von Dunefield“ fegt ein sehr düsterer Schneesturm über eine Kleinstadt in Neufundland. Als wäre es nicht schlimm genug, trägt der Schneesturm einen seltsamen grünlich schimmernden Nebel mit sich. Die Einwohner sprechen von mysteriösen Geschichten, in denen mysteriöse Gestalten, die in Folge eines missglückten Militärexperiments, durch den Nebel ziehen. Und nur eine Handvoll Arbeiter des Ortes kann die kleine Stadt vor dem Grauen bewahren. Doch dazu müssen sie sich dem Schrecken stellen, welches abseits jeglicher Vorstellungskraft sich befindet.

Schon seit längerer Zeit hatte ich mal wieder Lust auf einen lockeren Horrorroman. Deswegen bin ich diesem Roman mit viel Freude begegnet. Das Buch wird insgesamt in übersichtlichen drei Erzählsträngen erzählt, die jeweils zu einer anderen Zeit spielen. Alle Erzählstränge weisen einen starken Bezug zur Thematik, dem Grauen des Nebels, auf. Dadurch kann man das Mysterium, welches nach und nach in diesem Buch offenbart wird, aus verschiedenen Perspektiven wahrnehmen.

Der Fokus wird durch den Autor in diesem Buch eindeutig auf das Geheimnisvolle gelegt. Auch wenn die Charaktere mit viel Liebe gezeichnet worden sind und einen sympathischen Eindruck hinterlassen, werden diese nur recht oberflächlich beleuchtet. Dies ist in diesem Fall in keiner Weise in diesem Roman negativ zu bewerten, da es in diesem Buch einfach dazu passte. Zudem kommen die Horrorelemente ich keiner Weise zu kurz. Dem Autor gelingt es innerhalb der 276 Seiten die Spannung durch den Einsatz dieser Horrorelemente wie z.B. des geheimnisvollen Nebels oder die Angst der Charaktere, die Spannung konstant hochzuhalten. Folglich konnte ich das Buch in einem Schwung runterlesen, da ich sehr gut unterhalten worden bin. Außerdem weist der Autor einen flüssigen Schreibstil auf, der es ermöglicht, durch die Seiten durchzufliegen. Persönlich hat mir das Gesamtpaket richtig gut gefallen, sodass ich dieses Buch empfehlen kann.

Schlussendlich bleibt mir zu sagen, dass wenn jemand auf der Suche nach einem atemraubenden Horrorroman a la Lovecraft-Style ist, der wird mit diesem Buch nette Lesestunden verbringen können. Das Buch hat meiner Meinung nach, alles zu bieten, was einen guten Horrorroman ausmacht.

Das Schöne, Wahre und Böse – Jakob Bodan

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Im politischen Thriller „Das Schöne, Wahre und Böse“ geht es um zwei potentielle Kanzlerkandidaten, bei dem einer von den Beiden umkommt. Mitten im Geschehen befindet sich die Journalistin Constanze Behrenberg. Sie möchte die Machenschaften von Personen aufdecken und begibt sich immer tiefer in die Machtgeschäfte von korrupten Menschen. Je mehr Geheimnisse sie enthält, desto stärker wird sie selbst davon erfasst. Das Schlimmste an dem Ganzen ist jedoch, dass sie sich zwischen ihrer Karriere und ihrer Freundschaft zu Freia entscheiden muss. Denn Freia hat sich in einen der Kanzlerkandidaten verliebt. Ist Liebe stärker als Macht? Doch dann ist es schon zu spät, da sich die Beiden in Teufels Küche schon befinden.

Wenn ich nun hier meine Rezension schreibe, fällt es mir irgendwie schwer, überhaupt etwas zu diesem Buch zu schreiben. Aber wir versuchen es mal.

Das Buch an sich hat mir von der Idee her, ganz gut gefallen. Der vermeintliche Konflikt zwischen den Kanzler wird gut in Szene gesetzt. Parallel dazu, gelingt es dem Autor, die Protagonistin Constanze gut in die Handlung zu setzen. Ihr Entscheidungskonflikt zwischen Freundschaft und Karriere sorgt für eine gelungene Spannung. Man kann als Leser somit gut mitfiebern. Auch die Handlung aus der Sicht der zweiten Protagonistin hat mir gut gefallen, da dies eine zweite Sicht auf den Plot ermöglicht hat. Dennoch waren Beide für mich nicht greifbar. Ich konnte einfach keine Bindung zu den beiden Hauptfiguren aufbauen.

Positiv zu bewerten wäre der Schreibstil des Autors. Ihm gelingt es auf über 350 Seiten die recht düstere Geschichte mit viel Humor, Sarkasmus und Witz zu erzählen. Dies hat mir gut gefallen. Dennoch tat ich mich mit der Gestaltung der Kapitel schwer. Obwohl ich ein großer Fan von kurzen Kapiteln bin, waren mir teilweise in diesem Buch einzelne Kapitel doch zu kurz. Somit begab man sich als Leser in eine Szene, und kurz darauf war sie dann zu Ende. In diesem Fall ist dies meine persönliche Meinung, sodass ich mir vorstellen kann, dass andere Leser mit der Gestaltung keine Probleme aufweisen könnten.

Schlussendlich bleibt mir zu sagen, dass obwohl mir der Thriller vom Plot und vom Schreibstil her, gut gefallen hat, sehe ich in diesem Buch Schwächen in der Charakterdarstellung sowie dem Entwurf die Kapitel. Deswegen bewerte ich das Buch mit soliden 3 Sternen, Tendenz nach oben.

Wild – Alice Henderson

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Im Thriller „Wild“ geht es in die Rocky Mountains. Die Protagonistin und Wildtierbiologin Alex Carter entkommt bei einer öffentlichen Ehrung nur knapp einem Amokläufer. Nur der gezielte Schuss eines Unbekannten rettet ihr das Leben. Völlig verstört nimmt sie nach dem Ereignis einen Job an, der sie in die Rocky Mountains führt. Schnell merkt sie, dass sie sich mit den Anwohnern des Örtchens nicht anfreunden wird. Doch dann werden die Übergriffe immer dreister. Als sie dann auf ihrer Nachtsichtkamera einen Verletzten sieht, glaubt sie, dass in diesem Örtchen mit falschen Karten gespielt wird und die Bewohner des Dorfes was zu verbergen haben. Alex ist komplett auf sich allein gestellt.

Das Buch konnte mich mit dem Plot des Amoklaufs gut abholen, da man direkt im Geschehen war. Alle relevanten Informationen werden offenbart, wodurch man voller Action und das Spannung in das Buch einsteigen kann. Doch dann flacht die Spannungskurve ab, als sich Alex in dem kleinen Örtchen befindet. So gut wie alles erscheint, merkt man als Leser doch, dass der Protagonistin zu viele negative Dinge widerfahren. Der Autorin gelingt es nach und nach einzelne mysteriöse Elemente in das Buch einzufügen, die sich immer mehr zusammensetzen und für eine lineare Steigerung der Spannung sorgen. Im letzten Drittel des Thrillers kommt es zu einem atemraubendem Finale, dass ich nicht so erwartet habe. Persönlich habe ich eine andere Auflösung erwartet, aber mit der gebe ich mich auch zufrieden.

Alex als Protagonistin hat mir gut gefallen. Die Autorin entwirft Alex sehr vielfältig. Während man bis zum letzten Drittel von Alex eher ein ruhiges und sympathisches Bild hat, wird dieses im letzten Drittel komplett auf den Kopf gestellt. Alex zeigt sich von einer anderen Seite, was mir total gefallen hat. Somit weist Alex als Hauptfigur eine tolle Entwicklung auf. Hier freue ich mich auf die weitere Entwicklung in einem zweiten Band. Die Konzipierung der weiteren Charaktere, die im kleinen Örtchen wohnen, war auch gut gelungen, da man bis zum Schluss nicht hinter ihre Fassade blicken konnte. Zudem finde ich es sehr gelungen, dass die Autorin mit dem „Unbekannten“ eine interessante Figur in das Buch reinwirft, wodurch dem Buch ein weiteres Spannungselement hinzugefügt wird.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Autorin mit „Wild“ einen brisanten, teils aber auch ruhigen Thriller geschrieben hat. Mit Alex als Protagonistin kreiert sie eine interessante Figur, bei der man sich auf die weitere Entwicklung freuen kann. Es blieben zudem noch weitere Fragen offen, die dann hoffentlich im zweiten Band aufgelöst werden.

Der Erlkönig – Jerome Loubry

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Mit dem Buch „Der Erlkönig“ habe ich einen Thriller gelesen, der für mich bisher zu den besten Büchern dieses Jahres gehört. Nicht nur die Handlung erweist sich als sehr spannend. Der Plot an sich weist eine derartige Tiefgründigkeit auf, die ich bisher selten in einem Thriller wahrgenommen habe.

Im Thriller begibt sich die Journalistin Sandrine zu einer kleinen Insel vor der Küste der Normandie. Kurze Zeit später wird sie verstört und mit fremden Blut an ihrer Kleidung am Strand durch einen Jogger aufgefunden. Der Kommissar Damien Bouchard wird mit seinem Team zum Fall hingezogen. Schnell merken sie, dass Sandrine verwirrt unterschiedliche Geschichten erzählt. Was hat es mit einem Kinderheim, einem Bootsunglück, bei welchem viele Kinder starben sowie der Geschichte um den Erlkönig auf sich? Damien und sein Team begeben sich immer tiefer in den Fall und machen sich aufeinmal mit den Schattenseiten der menschlichen Psyche vertraut.

Der Erlkönig unterliegt einer sehr interessanten Konstruktion, da es in Teile mit unterschiedlichen Perspektiven aufgeteilt ist. Während man im ersten Teil sich mit Sandrine auf die Insel begibt, verspürt man eine gewisse düstere Atmosphäre, die für Gänsehaut sorgt. Ich habe mit Sandrine total mitgefiebert und konnte ihre Gefühle komplett nachvollziehen. Parallel dazu finden Zeitsprünge in die Vergangenheit statt, in welchem es um die Großmutter von Sandrine geht. Doch dann im zweiten Teil springen wir in der Zeit und befinden uns an der Seite von Damien und sein Team. Der Leser darf hier die Handlung aus der Sicht der Ermittler verfolgen und den Fall um Sandrines verwirrte Psyche wahrnehmen. Dies fand ich wirklich gelungen, da man zwei Perspektiven auf das Geschehen hatte. Es war unfassbar spannend und teilweise wusste ich nicht, was Realität und was Fiktion ist. Toll!
In den letzten beiden Teilen nähert man sich rasant dem Finale. Und mir fehlten am Ende des Buches einfach die Worte. Diese derartige tiefgründige und psychologische Aufklärung ist enorm genial, dass ich dem Buch die volle Punktzahl geben muss.

Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass man einen recht kurzen aber intensivien Blick erhält. Und ich muss sagen, es störte mich nicht, da wirklich der Fokus in diesem Buch auf der Psyche eines Menschen gelegt wird. Zudem ist der Schreibstil so gut, dass ich durch die Seiten geflogen bin.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Thriller „Der Erlkönig“ für mich ein Jahreshighlight darstellt. Das Buch war so unfassbar gut und tiefgründig, dass ich es auf jeden Fall irgendwann noch mal lesen möchte. Ich spreche somit hier eine klare Leseempfehlung aus!