Der ehemalige Sohn – Sasha Filipenko

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Nachdem mich letztes Jahr der Autor Sasha Filipenko mit „Rote Kreuze“ unerwartet positiv überrascht hat, habe ich sehnsüchtig auf diesem Roman gewartet. Nun ist er endlich erschienen.

In seinem neuem Roman lernen wir Franzisk kennen, der auf dem Weg zu einem Rockkonzert in Minsk von einer Menschenmasse niedergetrampelt wird. Im Krankenhaus muss er ins künstliche Koma gesetzt werden, damit seine Überlebenschancen größer sind. Seine Eltern, seine Freunde und sogar die Ärzte geben ihn auf. Nur seine Großmutter (Babushka) ist überzeugt, dass er wieder gesund wird. Und dann passiert es. Franzisk erwacht und die Welt sieht aus, als wäre sie stehen geblieben.

Sasha Filipenko gelingt es im Vergleich zu seinem letzten Roman eine Schippe draufzulegen. Er weist ein enormes Talent auf, gesellschaftliche strukturelle Umstände in Bezug zu einem Individuum hervorragend und emotional darzustellen.

Einerseits beschreibt er das kalte Belarus, das zeitlich hängen geblieben ist. Man spürt, wie das Land ruiniert ist und es keine Hoffnungen auf was Gutes gibt. Anderseits gelingt es dem Autor eine intensive Nähe zum Protagonisten namens Franzisk herzustellen. Man fühlt mit Franzisk an jeder Stelle mit. Teilweise leidet man mit ihm und seiner Großmutter. Schon lange hat mich ein Buch nicht derartig gerührt.

Zudem finde ich es sehr gelungen, dass der Autor kein Blatt vor den Mund nimmt und knallhart die Zustände von Belarus anhand von Beschreibungen aus der Sicht des Protagonisten tätigt. Dadurch regt das Buch auch zur Reflexion an.

Zuletzt kann man sagen, dass Filipenko einen hervorragenden Schreibstil aufweist, der sich enorm flüssig lesen lässt. Ich bin durch die Seiten durchgeflogen.

Fazit: Mich hat der Autor mit diesem Buch mal total überzeugt. Ihm gelingt es sehr gut die politische Lage des Landes anhand eines Protagonisten darzustellen. Ich werde weiterhin den Autor verfolgen und freue mich schon auf die weiteren Bücher.

Wenn Schweigen tötet – John Marrs

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Kann die Vergangenheit einen Menschen, derartig beeinflussen, dass dieser die Freiheit eines Menschen beraubt
Im neuen Thriller von John Marrs „Wenn Schweigen tötet“ lernen wir Maggie und Nina kennen. Jeden zweiten Abend essen die beiden Protagonisten dieses Buches zusammen. Wenn das Essen zu Ende ist, bringt Nina Maggie in ihr Zimmer im Dachgeschoss und legt sie wieder in Ketten. Maggie soll nämlich büßen, nachdem sie Dinge getan hat, die unverzeilich sind. Doch die Vergangenheit verbirgt noch viele andere Wahrheiten, die nicht ans Licht kommen dürfen. Und Maggie wird dafür sorgen, dass es so bleibt – auch wenn es ihren Tod bedeuten würde.

Obwohl die Werke „The One“ und „The Passengers“ schon zuhause liegen, habe ich bisher kein Werk des Autors gelesen. Aufgrund zahlreicher positiver Rezensionen zu den Büchern sowie zu diesem Thriller begegnete ich dieses Buch mit hohen Erwartungen.

Der Thriller beginnt recht ruhig. Auf den ersten Seiten darf man sich mit den beiden Protagonisten Maggie und Nina anfreunden. Beide Figuren erzählen die Geschichte aus ihrer Sichtsweise, wodurch man Maggies und Ninas Perspektive auf die Geschehnisse wahrnehmen kann. Gut gelungen fand ich den moralischen Aspekt in diesem Buch. Aufgrund der zwei Perspektiven stellt man zu beiden Figuren eine Bindung her und hinterfragt parallel dazu, wer eigentlich der Beiden jetzt wirklich das Opfer und wer der Täter ist. Aus diesem Grund regt das Buch stark zum weiteren Denken an. Und ich muss sagen, dass ich erst am Ende eine Seite einnehmen konnte. Zudem fand ich Psychospielchen unter den beiden Figuren sehr gelungen. So hatte man als Leser auch die Möglichkeit immer tiefer in die Psyche der Figuren einzudringen.

Im Buch liegt eine ganz gute Spannung vor. Diese wird besonders durch die Rückblenden in die Vergangenheit unterstützt. In diesen hat man als Leser die Möglichkeit, einzelne essentielle Momente aus der Vergangenheit kennenzulernen, die wichtig für die Handlung in der Gegenwart sind. Folglich kann man aus diesen teilweise herleiten, weswegen Nina und Maggie so handeln. Dadurch wies das Buch dann auch eine Tiefe auf. Sehr stark!

Das Buch wird mit einem sehr erdrückendem aber gutem Finale beendet. Wenn ich nun meine Gedanken zu diesem Buch zusammenfasse, merke ich, dass mir bei diesem Buch doch das gewisse Etwas gefehlt hat, dass ausschlaggebend dafür ist, dass ich diesen Thriller mit vollen 5 Sternen bewerte. Teilweise hängt dies glaube ich auch mit der Authentizität des Buches zusammen. Einzelne Aspekte erschienen mir recht unrealistisch. Ein Beispiel könnte für mich sein: Wenn Maggie so viele Menschen gekannt hat, wieso hat jemand nicht nachgehackt? Dazu kommen noch weitere einzelne Fragen, für die ich im Buch keine Antwort gefunden habe.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich der Thriller „Wenn Schweigen tötet“ gut unterhalten hat. Besonders den psychologischen Aspekt, der teils auch den Rückblicken in die Vergangenheit sowie den Psychospielchen hervorgeht, fand ich in diesem Buch gelungen.

Scholomance (Tödliche Lektion Bd.1) – Naomi Novik

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„Scholomance – Tödliche Lektion“ ist der Auftakt der Scholomance-Reihe. In diesem begeben wir uns zum ersten Mal in die außergewöhnliche Magierschule „Scholomance“, in der es keine Lehrkräfte, keine Ferien gibt und tagtäglich jeder Schüler*in ums Überleben kämpfen muss. Als wäre es nicht schlimm genug, gibt es nur zwei Wege die Schule zu beenden: Die Abschlussprüfung oder den Tod. Auf der Reise durch Scholomance verfolgen wir Galadriel auch El genannt. Als hauptsächliche Alleingängerin weist sie eine besondere Gabe auf, mit der sie Monster mit einem Schlag eliminieren kann. Aber dies würde auch ihre Mitschüler treffen. Deswegen möchte sie auf ihre Gabe so gut wie möglich verzichten. Auf eine andere Art und Weise tickt ihr Mitschüler Orion, der seine Gabe immer einsetzt. Dann begeben wir uns mal auf die Reise nach Scholomance.

Der Einstieg in das Buch gelang mir recht holprig. Auch wenn es der Autorin gelingt direkt durch bildhafte Beschreibungen eine tolle Kulisse zu entwerfen, störte mich die Protagonistin Galadriel sehr. Obwohl ich die Idee einer Anti-Heldin als Protagonistin mag, störte mich ihre freche Art. Trotz ihres anderen Charakters hinter ihrer vermeintlichen Fassade fiel es mir doch schwer, sich mit ihr anzufreunden. Normalerweise bin ich ein Fan von Monologen. In diesem Fantasyroman nervten mich teilweise ihre langen Monologe oft, da diese in die Länge gezogen worden sind. Orion hingegen fand ich viel interessanter und sympathischer. Obwohl er viel oberflächlicher als El gezeichnet ist, mochte ich seine Art und seine Aktionen im Buch. In diesem Fall würde ich mir wünschen, mehr über ihn und seine Vergangenheit im zweiten Band herauszufinden.

Wie erwähnt, gelingt es der Autorin ein detailliertes Worldbuilding sowie ein interessantes Magiesystem bestehend aus guter und dunkler Magie zu entwerfen. Besonders die ausführlichen Beschreibungen der Scholomance sorgten bei mir für ein tolles Kopfkino. Aber dabei ist es auch geblieben. Die düstere und geheimnisvolle Atmosphäre, welche eigentlich durch die Beschreibungen z.B. der Räume und Gänge entstehen sollte, war nicht vorzufinden. Teilweise glaube ich, dass es mit Els sarkastischen Erzählweise aus der Ich-Perspektive zusammenhängt. Aus diesem Grund fehlte mir für ein gelungenes Gesamtbild des Settings, das gewisse Etwas.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass für mich der Auftaktband „Tödliche Lektion“ (Auflösung des Rätsels im Rahmen der Bloggeraktion) der Scholomance-Reihe trotz eines guten Worldbuildings, Schwächen in der Charaktergestaltung sowie der aufkommenden Atmosphäre aufweist. Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass ich den zweiten Band lesen werde, da ich die Geschichte um Orion interessant finde. Eventuell werde ich mich mit El noch anfreunden. Oder doch nicht?

Geiger – Gustaf Skördemann

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Wie aus dem Nichts klingelt das Telefon. Agneta hebt ab, „Geiger“ sagt jemand und dieser jemand legt kurz darauf den Hörer wieder auf. Agneta weiß leider was es mit dem Wort „Geiger“ auf sich hat. Sie geht in ihr Zimmer, holt die Makarov, montiert den Schalldämpfer drauf, geht zu ihrem Mann im Wohnzimmer, drückt den Lauf der Waffe an seine Schläfe und es macht „Bang“. Daraufhin verschwindet Agneta. Einige Zeit später wird das Opfer tot aufgefunden und die Kommissarin Sara Nowak wird zum Fall hingezogen. Sie ist alarmiert, da sie die Vergangenheit sowie jedes kleine Detail der Familie kennt.

Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, erwartete ich vom Buch einen recht rasanten Thriller, in welchem es eher um Rachegelüste sowie familiäre Intrigen geht. Aber dem ist nicht so. Schnell merkt man, dass dieser Thriller viel komplexer sowie durchdachter erscheint. Man taucht in eine Welt voller politischer (geheimer) Verbindungen, Machtspielchen und Gewalt ein. Dabei wird die Stasi zum Thema. Deswegen war ich hinsichtlich dieses Aspektes recht positiv überrascht. Das Buch bietet sich somit nur für Leser an, die auch bereit sind, sich auf komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge einzulassen. Folglich leidet darunter auch die Spannung ein bisschen, da es Passagen gibt, die eher erklärend als fesselnd sind.

Beginnend zu der Konstellation kann ich sagen, dass mir die Nähe der Protagonistin zum Fall sowie der Familie gut gefallen hat. Obwohl die Protagonistin Sara als Kommissarin eher hinter Zuhältern und Tätern von Frauengewalt her ist, wird sie in diesen Fall miteinbezogen. Hier wird teilweise eine interessante Darstellungsweise präsentiert, da trotz der Nähe der Protagonistin zur Familie, eine recht große Distanz durch die Auflösung einzelner familiärer Geheimnisse offenbart wird.

Nichtsdestotrotz konnte ich mich mit als Sara als Protagonistin fast gar nicht anfreunden. Sie handelt recht eigenwillig, kennt keine Regeln und offenbart, dass sie keinen Respekt kennt. Zudem wirkte sie mir als Kommissarin einfach zu aggressiv. Wenn Sara auf diese Art und Weise dargestellt wird, würde ich mir wünschen, dass man mehr über die Ursachen erfährt. Weswegen wurde Sara zu der Person, die sie gerade ist? Somit erhoffe ich mir, dass im zweiten Band man mehr über sie erfahren darf.

Zum Fall kann man noch im Allgemeinen sagen, dass dieser grundsätzlich sehr interessant und vielschichtig konzipiert ist, aber es an einigen Stellen zu recht weit hergeholten Szenen kommt.

Somit kann ich im Fazit sagen, dass dieses Buch trotz einigen Kritikpunkten einen recht interessanten sowie vielschichtigen Fall aufweist. Wer also gerne tüftelt, wird mit diesem Buch zufrieden sein.

Hinterland – Nora Luttmer

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Wenn die Vergangenheit einen Menschen wieder einholt, heißt es nichts Gutes.

Dies widerfährt ja leider Bette. Als sie eine Muschel mit einem Kreuz eingeritzt in einem Holzscheit in ihrem Garten findet, läuten die Alarmglocken. Denn dieses Symbol kennt sie aus ihrer Vergangenheit – auf einem Hochstand. Zwei Menschen kamen damals nämlich ums Leben. Bevor Bette ihren Job aufgrund einer daraus resultierenden Krankheit an den Nagel hing, war dies ihr letzter Fall, der bisher immer noch nicht gelöst worden ist. Der Fall wird neu aufgekurbelt und Bette wird dem Täter so nah kommen, wie nie zuvor. Ein Katz- und Mausspiel beginnt.

Mit dem Kriminalroman „Hinterland“ entwirft die Autorin den Auftakt um Ermittlerin Bette Hansen aus Hamburg. In das Buch bin ich problemlos eingestiegen. Dies wurde durch den einfachen und flüssigen Schreibstil sowie eine klare Strukturierung des ganzen Plots ermöglicht. Schnell merkt man als Leser, dass dieses Buch aus zwei Perspektiven erzählt wird. Einerseits erhalten wir als Leser Einblicke in die Arbeit von Bette. Obwohl sie ihren Job aufgegeben hat, versucht sie trotzdem die Ermittlungen in einer Hinsicht wiederaufzunehmen. Egal welche Hürde ihr im Weg steht – diese bewältigt sie problemlos. Da es auch der erste Band ist, hat man über sie als Person noch recht wenig erfahren. Dadurch fehlte mir bei ihrer Gestaltung die Tiefe. Nichtsdestotrotz bin ich positiver Dinge, dass im zweiten Band man als Leser noch mehr über sie erfahren wird.

Auf der anderen Seite liegt die Perspektive von Hannah vor. Um nichts vorwegzunehmen, wird die wahre Identität von Hannah auch recht schnell preisgegeben, wodurch es zu einem abwechslungsreichen Plot kommt, welcher jeweils aus zwei interessanten Perspektiven geschildert wird. Die Offenbarung ihrer Identität hat keinerlei Einfluss auf die Spannung der Handlung.

Der Fall an sich ist ganz gut konstruiert. Dennoch wirkte mir die Handlung bzw. einzelne Situationen vielleicht doch zu weit hergezogen. Hier zweifelte ich an der Authentizität. Sonst lag eine gute Spannung vor, die sich zum Ende hin gut steigerte.

Folglich kann ich zum Schluss sagen, dass die Autorin mit ihrem neuen Kriminalroman „Hinterland“ einen soliden Auftakt produziert. Ich bin gespannt, wann der zweite Band erscheinen wird, um mehr über Bette Hansen herauszufinden.

Das Lied der Nacht – C. E. Bernard

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Im ersten Band „Das Lied der Nacht“ der „Wayfarer Saga“ begeben wir uns ins verschneite Königreich namens Schur. In diesem Königreich gibt es nur zwei Regeln: In der Nacht darf man kein Feuer entzünden und um keinen Preis ist einem erlaubt, in der Dunkelheit zu singen. Denn sonst werden die Schatten auf dich aufmerksam werden, dich finden und töten. Auf der Reise durch Schur begleiten wir die beiden Protagonisten Weyd und die Barin Caer. Und ausgerechnet beim ersten Zusammentreffen der Beiden kommt es in einem nahegelegenden Dorf zu einem Massenmord durch die Schatten. Es wird von Tag zu Tag schlimmer, da immer mehr Blut fließen wird. Die einzige Hoffnung: Das Erlernen des Nachtliedes. Wird es den beiden Protagonisten gelingen?

Aufmerksam auf den Fantasyroman wurde ich durch das grandiose Cover, welches einfach richtig gut gestalten worden ist. Da ich ab und zu Fantasyromane lese, habe ich mich auf dieses Buch gefreut.

Die Autorin kannte ich bisher nicht und hatte vor dem Lesen keine Erwartungen an das Buch. Das erste was mir beim Lesen auffiel, war der poetische und recht melancholische Schreibstil. Einen derartigen wunderbaren und harmonischen Schreibstil habe ich bisher in keinem Buch gelesen. Zudem muss man sagen, dass dieser Schreibstil auch viel Aufmerksamkeit erfordet. Ich als Thriller-Leser fliege normalerweise durch die Seiten. In diesem Buch war es einfach nicht möglich, da man sich wirklich bei diesem Buch konzentrieren muss. Dies ist alles natürlich positiv gemeint, da ich so einen Schreibstil bisher in keinem Roman wahrgenommen habe.

Der Autorin gelingt es im Verlauf der Buches ein wirklich tolles Worldbuilding zu gestalten. Nach und nach werden immer mehr Details über das Königreich „Schur“ offenbart, wodurch nach dem Ende des Buch einzelne Mosaiksteinchen ein tolles Bild des Königsreiches darstellen. Das Worldbuilding wird durch dir Karte zu Beginn des Buches gut unterstützt. Somit freue ich mich auf Band 2, um das Königreich „Schur“ noch intensiver kennenzulernen.

Ein großes Lob geht an die beiden Protagonisten, die neben zahlreichen anderen Figuren, die wichtigste Rolle in diesem Buch einnehmen. Weyd ist wirklich ein toller Protagonist, da er sich immer um das Wohl der Anderen kümmert. Caer ist eine starke Protagonistin, welche ein derartiges Einfühlungsvermögen besitzt sich in einen Menschen hineinzuversetzen und immer zu helfen. Auch wenn man es auf den ersten nicht Blick glaubt, sind beide in einer Hinsicht gleich. Beide sind stur, sodass es im Buch an manchen Stellen zu recht amüsanten Diskussionen kommt. Nichtsdestotrotz arbeiten die Beiden an vielen anderen Sachen harmonisch zusammen.

Apropos wer hier eine reine Romantasy-Geschichte erwartet, der wird hier vielleicht überrascht werden, da es an manchen Stellen blutig und düster wird. Für mich als Thriller-Leser war dies perfekt!

Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Autorin mit dem ersten Band der „Wayfarer-Saga“ ein guten Anfang einer Reihe entwickelt. Dieses Buch zeichnet sich durch einen poetischen Schreibstil, einem tollen Worldbuilding und individuell gut gestalteten Charakteren aus. Ich freue mich auf Band 2!

Blütengrab – Ada Fink

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Es ist 1993 und wir befinden uns in Mecklenburg. In einem unbekannten Waldstück wird die Leiche eines Mädchen, aufgebahrt auf einem Bett aus weißen Blüten, gefunden. Die Kommissarin Ulrike Bandow wird in den Fall hineingezogen. Zudem erhält sie tatkräftige Unterstützung eines neuen Kollegen, der aus dem Westen dazugestoßen ist. Je mehr sie sich intensiver mit dem Fall auseinandersetzen, desto mehr merken sie, dass sie vor einem komplexen Fall stehen, der tief in deutsche Vergangenheit reicht. Dabei stoßen sie auf eine ungewöhnliche Mordserie, bei der sie merken, dass der Täter von damals wieder zurückgekehrt ist.

In das Buch bin ich mit leichten Schwierigkeiten eingestiegen. Einerseits wird man recht wild in die Handlung geworfen und anderseits hatte ich meine Probleme mit dem Entwurf der Kapitel. Die Tage stellen in diesem Buch die Kapitel dar, sodass eine Handlung an einem Tag über 40 Seiten lang sein kann. Dabei trennte die Autorin in diesem Buch die verschiedenen Handlungssequenzen durch Absätze, bei denen des Öfteren ein Perspektivwechsel stattfand. Dies fand ich sehr irritierend. Eine klarere Strukturierung hätte ich mir in diesem Fall gewünscht.

Aber jetzt mal genug Kritik. Der Fall, welcher in diesem Buch aufgekurbelt wird, hat mir total gut gefallen. Die Handlung findet nach der Wende statt und ab und zu erhält man Rückblicke in die Vergangenheit zweier Charaktere, um die Beziehung zwischen den beiden Figuren besser zu verstehen. Von der Spannung her war das Buch richtig stark. Twists und tolle Ermittlungen lassen sich in diesem Buch verorten, welche für das hohe Maß an Spannung sorgen. Um nichts vorwegzunehmen und nicht zu spoilern, kann man noch sagen, dass das Tatmotiv des Täters/der Täterin total einzigartig ist. Ein derartiges Motiv habe ich bisher in keinem Thriller gefunden, wodurch ich von der Idee der Autorin sehr begeistert war.

Zudem lässt sich sagen, dass die Autorin mit den Ermittlern Bandow und Larssen ein sehr ungewöhnliches Ermittlerpaar entwirft. Auch wenn sie auf den ersten Blick komplett gegensätzlich sind, verrichten sie zusammen eine sehr gründliche und spannende Ermittlungsarbeit, die ich gerne las. Außerdem wird der politische Konflikt, die vergangene Aufspaltung von Westen und Osten, die trotzdem noch psychisch präsent ist, durch die beiden Ermittler gut dargestellt.  Hier würde ich mich auf einen zweiten Band freuen, um die Entwicklung der Beiden weiter zu verfolgen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass auch wenn ich mich mit der ungewöhnlichen Kapiteleinteilung schwergetan habe, unterhielt mich das Buch gut. Der Fall ist wirklich komplex durchdacht und die Ermittler grenzen sich in ihrer Art sowie Mentalität mal von den 0815 Ermittlern ab. Wer also auf einen Thriller Lust hat, der nach der Wende spielt und durch tolle Twists spannend ist, der sollte sich den Thriller „Blütengrab“ holen!

Mörderfinder, Die Spur der Mädchen – Arno Ströbel

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Vom Autor Arno Ströbel habe ich bisher nur seinen Roman „Die App“ gelesen und war positiv überrascht. In seinem neuen Thriller „Mörderfinder – Die Spur der Mädchen“ geht es um einen brisanten Cold Case. Im Vordergrund steht der Fallanalytiker Max Bischoff, der gegenwärtig an einer Polizeihochschule in Köln Vorträge hält. Nach einer Vorlesung wird Bischoff von einem Vater angesprochen, welcher Bischoff bittet, den Fall seiner verschwundenen Tochter vor sechs Jahren wiederaufzunehmen. Obwohl sich Bischoff eigentlich nach seiner Zeit beim KK11 in Düsseldorf nicht mehr mit Fällen auseinandersetzen möchte, ist die Verlockung doch zu groß. Zu viele Fragen stehen im Raum. Parallel dazu tauchen die Sachen des vermissten Mädchens auf. Wie kann das sein, nach all dieser langen Zeit? Und wieso verschwinden wieder Mädchen?

Ins Buch bin ich recht gut und schnell eingestiegen, da der Fall schnell aufgekurbelt wird. Den Protagonisten Bischoff kann ich aus seiner vorherigen Reihe nicht, wodurch mir Zusammenhänge und einzelne Details, die im Buch auftreten, nicht bekannt waren. Zum Glück erwiesen sich diese nicht relevant für den Fall.

Der Autor legt ein rasantes Tempo im Buch vor. An der Seite von Bischoff begeben wir uns in die Ermittlungen. Dem Autor gelingt es sehr gut, den Leser auf die falsche Fährte zu locken. Unerwartete Twists werden eingebaut, die dem Buch die nötige Spannung verleiten. Neben der Ermittlersicht wird die Geschichte aus der Tätersicht erzählt, was dem Buch eine weitere Sicht auf die Geschehnisse verleitet. Persönlich fand ich dies stark, da die Identität des Täters lange geheim war, wodurch man vielschichtig über die Auflösung spekulieren konnte.

Max Bischoff machte als Ermittler einen soliden Eindruck, da er meiner Meinung nach durch seine sympathische sowie intelligente Art und Weise, als Protagonistin gut gewählt worden ist. Auch wenn seine Vergangenheit nur kurz beleuchtet worden ist, fehlte mir noch ein intensiverer Tiefgang. Dies ist aber ganz klar damit zu begründen, dass ich Bischoffs andere Reihe nicht gelesen habe. Leser der vorherigen Reihe werden somit keinerlei Probleme haben und sich auf ein Wiedersehen freuen.

So schnell auch das Buch und der Fall begann, so schnell ging die Geschichte auch zu Ende. Es war ein wirklich rasantes Buch, bei dem ich die Zeit aus den Augen verloren hat. Zudem hat der Autor das Buch mit einem sinnvollen aber zugleich grauenvollen Finale beendet. Folglich kann man sagen, dass der Autor mit der Auflösung und allgemein der Thematik einen negativen Nerv der Zeit trifft, welcher in den Medien des Öfteren präsent ist.

Somit kann ich sagen, dass Ströbel mit dem ersten Band der neuen Reihe um Bischoff einen soliden Auftakt hingelegt hat. Die Zeit beim Lesen vergeht enorm schnell und der Fall ist gut konzipiert. Außerdem lag eine gute Spannung vor, durch die ich das Buch an einem Tag durchgelesen habe. Ich freue mich auf Band 2.

Sturmseele, Die Tiermagierin BD.2 – Maxym M. Martineau

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Der erste Band der Tiermagierin wurde mit einem fantastischen Finale beendet, sodass man gespannt war, wie die Geschichte sich in Band 2 entwickeln wird. Und endlich ist es soweit. Band 2 ist in meinen Händen.

Obwohl Noc Leena umbringen wollte, entwickelte sich eine ungewöhnliche Liebe zwischen unseren beiden Protagonisten. Doch die dunkle Magie von Nocs Gilde versucht Noc zu beeinflussen. Sie quält ihn mit grausamen Visionen und Verlockungen. Leena soll endlich sterben! Sie gehen auf eine spannende Reise durch Lendria auf der Suche nach einem sehr seltenen Tierwesen, welches die Lösung für alle Probleme sein soll. Eine Reise, auf welcher der Tod näher da ist als man denkt. Wie wird es für die Beiden ausgehen?

Wie viele von euch wissen, lese ich sehr wenige Bücher aus dem Fantasy/Romantasy-Genre. Doch diese Reihe ist mal was Außergewöhnliches. Das Buch sowie die Reihe, welches als eine Mischung aus den phantastischen Tierwesen, Pokémon und Assassins Creed zu beschreiben wäre, hat es wirklich in sich.

Von der Handlung her knüpft der zweite Band gut an den ersten Band. Man wird von der Autorin gut an die Hand genommen und findet gut in das Buch rein. Schon zu Beginn des Buches fühlt man sich mit den beiden Protagonisten wieder vertraut. Als Leser erhält man hier die Möglichkeit die Beiden noch intensiver kennenzulernen, sodass Noc und Leena einem immer mehr ans Herz wachsen. Aber nicht nur die Protagonisten machen einen vertrauteren Eindruck. Weitere Nebenfiguren finden im Buch ihren Platz und bereichern die Geschichte sehr. Zudem lernen wir die Welt von Lendria mehr kennen, indem wir uns mit den Protagonisten zu neuen Orten begeben. Der Autorin gelingt es nämlich mit detaillierten Beschreibungen, den Handlungsort lebendig wirken zu lassen. Und so tauchen im Vergleich zum ersten Band weitere Tierwesen auf. Richtig gut! Da kann man sich nur auf den dritten Band freuen!

Von der Spannung her ist das Buch ein bisschen schwächer als der erste Band. Nichtsdestotrotz verfolgt man die Geschichte mit viel Aufmerksamkeit, da man Angst hat, dass irgendein Detail einem verloren geht. Und das Ende des zweiten Bandes prognostiziert meiner Meinung nach, einen starken dritten Band mit einem epischen Finale! Ich freue mich schon sehr!

Schließlich bleibt mir zu sagen, dass auch wenn der zweite Band von der Handlung her spannungstechnisch ein wenig nachlässt, überzeugt dieses Buch mit einem fortlaufendem detaillierten Wortbuilding und einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Figuren.

Das Licht in dir ist Dunkelheit – Mark Voltenauer

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Der Kriminalroman „Das Licht in dir ist Dunkelheit“ entführt den Leser in ein abgeschiedenes Dorf in den Alpen. In der Dorfskirche wird ein Toter aufgefunden, der auf eine brutale Art und Weise ermordet worden ist. Kommissar Andreas Auer nimmt die Ermittlungen auf und geht davon aus, dass es bei einem Mord nicht bleiben wird. Nach einiger Zeit passiert der zweite Mord und die Bewohner des Dorfes sind entsetzt. Andreas Auer und sein Team ermitteln unter Hochtouren, damit die Mordserie aufhört. Ist dies möglich? Und wie kann man einen Täter stoppen, der sich als das Instrument Gottes sieht und zugleich sich als keinen Mörder ansieht?

Marc Voltenauer entwirft mit seinem Buch, einen sehr vielschichtigen Kriminalroman, in dem der sympathische Ermittler Auer auf der Suche nach dem Mann ist, „der eigentlich kein Mörder war“. So begeben wir uns als Leser in ein sehr kleines Dorf in den Alpen. Bei der Ankunft wirkt alles sehr vertraut, atmosphärisch und übersichtlich. Doch mit dem ersten Mord wird dieses Gefühl zerstört. Man weiß nicht wen man vertrauen kann, da in einem derartig kleinen Dorf jeder als Täter in Frage kommen kann. Zusammen mit Andreas Auer und seinem Team ermitteln wir in diesem Fall.

Die Darstellung der Ermittlungen gelingt dem Autor sehr gut. Teilweise werden immer nach einer größeren Ermittlungsarbeit die wichtigsten Ereignisse in der Handlung Revue passiert, sodass man als Leser immer auf dem neuesten Stand ist und nichts Wichtiges vergisst. Neben den Ermittlungen wird die Sichtweise des Mannes, der kein Mörder war – also dem Täter – in das Buch integriert. Für mich persönlich war dies ein Highlight, da zahlreiche Einblicke in die Psyche des Killers sowie in seine Morde ermöglicht worden sind. Somit hatte man zwei Perspektiven – Jäger und Gejagter – auf das Geschehen. Außerdem sorgten die Rückblenden in die Kindheit des Mörders für eine Nachvollziehbarkeit seines Handelns, sodass man dadurch seinen Feldzug noch besser verstehen konnte.

Größtenteils herrscht in diesem Buch eine gute Spannung. Kurze langatmige Momente sind in diesem Buch auch vorzufinden, was jedoch keinen Einfluss auf das Gesamtwerk hat. Teilweise entwickelt sich das Buch an manchen Passagen durch eine atemraubende Spannung sowie durch die weiteren Morde in die Richtung eines guten Thrillers. Dies hat mir gut gefallen!

Insgesamt kann ich sagen, dass der Autor mit „Das Licht in dir ist Dunkelheit“ einen soliden Kriminalroman entworfen hat. Die Einblicke in Sicht des Killers gefielen mir sehr und die Ermittlungsarbeit mit Andreas Auer kann ich als gelungen beschreiben. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ein zweiter Band zu Auer und den weiteren Ermittlern erscheinen würde.